Corona-Challenge um die Königsstuhl-Krone

"Stoppomat" als Alternative zu Wettkämpfen

von Birgit Schillinger am 7. Mai 2020  

Die Stoppomat-Saison am Königsstuhl bei Heidelberg ist eröffnet. Gerade in den Corona-Zeiten, wenn die Sportler keine Wettkämpfe zur Leistungsmessung haben, ist die Stoppomat-Challenge eine willkommene Motivation. Der Königsstuhl-Stoppomat ist ein Automat - am Ortsausgang Waldhilsbach -, bei dem der Teilnehmer seine Startzeit auf eine Postkarte stempelt. Dann fährt oder rennt der Sportler so schnell als möglich die 5,2 Kilometer lange Straße mit 320 Höhenmetern hoch. Oben am Königsstuhl steht wieder so ein Apparat. Wenn der Radfahrer beziehungsweise Läufer dort angekommen ist, stempelt er wieder seine Zeit ab und wirft die Postkarte in den dortigen "Briefkasten". Ein paar Tage später wird das Ergebnis im Internet auf www.stoppomat.de veröffentlicht.

Die diesjährige Stoppomat-Saison steht unter dem Motto "Corona-Challenge um die Königsstuhl-Krone". Es gibt mehrere Kategorien, in denen man teilnehmen kann: Rennrad, Handbike, Skates, E-Bike und Laufen. Die Ergebnisliste im Internet kann außerdem nach Geschlecht, Altersklasse und Zeitraum gefiltert werden. Sie gibt die Bestzeiten entweder der letzten 30 Tage, der aktuellen Saison oder historisch an.

2006 gab es den ersten Stoppomaten am Bodensee. Schon 2008 folgte die Anlage am Königsstuhl als eine der nächsten fünf in Deutschland. Von Beginn an ist der Verein Radsport-Rhein-Neckar zuständig: Genauer gesagt, Bernhard Rabold leert nun im 13. Jahr zuverlässig den "Briefkasten" und stellt die Ergebnisse ins Netz. Bisher hat er die Daten von über 10.000 Karten eingepflegt. Am beliebtesten ist die Kategorie Radfahren mit 2240 Teilnehmern. Auch 61 Läufer, 14 Handbiker und 4 E-Biker haben die Strecke einmalig oder mehrmals absolviert.

Die meisten Auffahrten haben bisher Hajo Waibel und Bernhard Rabold absolviert, die jeweils etwa 800 Mal ein Kärtchen gezogen haben! Rolf Barth und Helmut Ruml folgen mit über 600 beziehungsweise 400 Teilnahmen in der Häufigkeits-Liste.

 

Der 57jährige Betreuer des Königsstuhl-Stoppomats Bernhard Rabold ist ein begeisterter Allround-Sportler. Von der Leichtathletik, Handball und Basketball kam er zum Triathlon. "Zweimal startete ich beim Ironman, bis ich wegen einer angeborenen Hüftdysplasie beide Hüften operieren lassen musste und mich dann nur noch auf das Radfahren konzentrierte. So fahre ich heute einen Materialmix: Hüften aus Titan und Keramik und mein Rad aus Carbon." Gerne nimmt er an anspruchsvollen Jedermannrennen teil, von "Mailand - San Remo" über die Alpenchallenge bis zum Ötztaler. Dieses Jahr wäre es zum 15. Mal in Folge die "Tour Transalp" gewesen. Neben dem Radtraining absolviert er noch ein intensives Tanztraining mehrmals die Woche - und dazu Krafttraining. So hat er dieses Jahr zum wiederholten Male den inoffiziellen Seniorenweltrekord (ab 55 Jahre) auf der 45-Grad-Beinpresse gesteigert.

Die Bestzeiten beim Radfahren halten Christian Helmig mit 13:06 sowie Karin Longer mit 16:01 Minuten. Auch in manchen Altersklassen sind beachtliche Leistungen erzielt worden. In der Laufkategorie liegen Brigitte Schierloh mit 29:43 und Steffen Hahn mit 23:39 auf Platz eins.

Der zuständige Betreuer Bernhard Rabold am Start-Häuschen der Stoppomat-Challenge: Der Sportler zieht eine Karte, stempelt ab und fährt oder rennt so schnell als möglich auf den Königsstuhl.

Wer in Corona-Zeiten keine Karte ziehen möchte, kann auch seine Zeit selbst stoppen, ein paar Sekunden (ca. 3-5) dazu addieren (wegen der Ersparnis, nicht zu stempeln) und an Bernhard Rabold mailen. Weitere Infos und Kontaktdaten bei www.stoppomat.de

Tipp: Wer die Stoppomat-Strecke hochlaufen möchte, parkt am besten auf dem Parkplatz an der Quelle "Am Rossbrunnen". Das ist etwa bei Kilometer 2,8. Dann kann man diese knapp drei Kilometer zum Aufwärmen bis zum Starthäuschen hinunterlaufen. Nach dem Stoppomat-Lauf sind es etwa 2,4 Kilometer abwärts zum Auto zurück.

Bericht und Foto von Birgit Schillinger

Infos und Ranglisten unter www.stoppomat.de

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