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Hirschhäuser und Harrer triumphieren im Münchner Olympiastadion

Alexander Hirschhäuser und Corinna Harrer sind die Sieger des GENERALI MÜNCHEN MARATHON. Beide gewannen damit auch die deutschen Meistertitel über die 42,195-km-Distanz. Alexander Hirschhäuser (ASC Breidenbach) lief nach 2:18:38 Stunden mit einer persönlichen Bestzeit ins Ziel im Münchner Olympiastadion. Bei guten, anfangs jedoch sehr kühlen Wetterbedingungen siegte Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) in 2:43:11.

Deutsche Marathonmeistertitel gingen an Alexander Hirschhäuser und an Corinna Harrer
Foto © Foto: Norbert Wilhelmi / GENERALI MÜNCHEN-MARATHON

Bei der 35. Auflage des GENERALI MÜNCHEN MARATHON gingen insgesamt 10.659 Läufer aus 85 Nationen an den Start. Diese Zahl teilte sich auf in 3.198 Marathon- und 5.545 Halbmarathonläufer sowie 1.916 Athleten, die sich in die Startlisten des 10-km-Rennens eingetragen hatten. Damit war der GENERALI MÜNCHEN MARATHON der drittgrößte deutsche Lauf in diesem Jahr nach dem Berlin-Marathon und dem Halbmarathon in der Hauptstadt.

Ebenso wie in Berlin konnte das Rennen in München trotz der andauernden Corona-Pandemie stattfinden, nachdem die Veranstalter den Behörden ein entsprechendes Hygiene-Konzept vorgelegt hatten. Für alle Läufer sowie punktuell auch für Zuschauer galt am Sonntag in München die "3-G-Regel". Läufer und die betreffenden Zuschauer mussten einen Nachweis über eine Corona-Impfung, eine Genesung oder einen negativen Test vorweisen.

"Das Konzept mit dem Zwei-Runden-Kurs beim Marathon ist mit knapp 11.000 Teilnehmern voll aufgegangen. An der Strecke herrschte eine super Stimmung, die Männer sind für ihre Verhältnisse sehr gute Zeiten gelaufen. Nächstes Jahr kehren wir jedoch wieder auf die Originalstrecke des GENERALI MÜNCHEN MARATHON zurück. Start und Ziel im Olympiastadion wollen wir beibehalten: Diese Kulisse sorgt bei Aktiven wie beim Publikum für einmalige Momente und hat der Deutschen Marathon-Meisterschaft einen würdigen Rahmen geboten", sagte Race-Direktor Gernot Weigl.

Bei den ersten nationalen Meisterschaften im Marathon seit 2019 hatte sich im Mittelteil des Rennens Tom Thurley (Potsdamer Laufclub) etwas abgesetzt. Mit fünf Sekunden Vorsprung passierte der 28-Jährige, der vor zwei Wochen bei seinem Marathon-Debüt in Berlin nach rund 35 km ausgestiegen war, die Halbmarathonmarke nach 69:27 vor Alexander Hirschhäuser. Während Tom Thurley das Tempo im letzten Drittel des Rennens jedoch nicht halten konnte und sich am Ende mit Rang sechs in 2:23:55 zufrieden geben musste, übernahm Alexander Hirschhäuser vor der 30-km-Marke die Spitze und lief zu einem klaren Sieg.

"Heute bin ich stolz auf mich, dass ich meinen Stiefel durchgelaufen und durch alle Tiefen gegangen bin. Die Qualifikation für das EM-Team ist interessant. Man muss sich Ziele stecken, und als Deutscher Meister darf man das auch anstreben", sagte der 29-jährige Alexander Hirschhäuser mit Blick auf die Europameisterschaften in München im kommenden Jahr. Mit 2:18:38 Stunden unterbot er in München seine bisherige Bestzeit um 15 Sekunden und gewann vor Anthony Tomsich (LAV Stadtwerke Tübingen), der sich in der zweiten Hälfte des Rennens von Platz sechs bis auf Rang zwei nach vorne geschoben hatte und nach 2:19:30 im Ziel war. "Es war eine tolle Veranstaltung - so etwas hat allen gefehlt", sagte Anthony Tomsich, der sowohl die deutsche als auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt und seit einiger Zeit in Deutschland lebt. Zwei Wochen nachdem er beim Berlin-Marathon nach 25 km vorzeitig aus dem Rennen gegangen war, belegte Philipp Baar (SCC Berlin) in München nun Rang drei mit 2:21:03.

Im Rennen der Frauen liefen Isabel Leibfried (TSG Heilbronn) und Corinna Harrer lange Zeit gemeinsam an der Spitze. Die Halbmarathon-Marke passierten sie nach 1:22:02 Stunden, und auch bei Kilometer 30 war noch keine Vorentscheidung gefallen. Im Bereich der 35-km-Marke konnte sich dann mit Corinna Harrer die Favoritin absetzen. Die 30-jährige frühere Mittelstrecken-Spezialistin, die 2013 bei der Hallen-EM eine Silbermedaille über 3.000 m gewonnen hatte, lief schließlich mit einem deutlichen Vorsprung nach 2:43:11 ins Ziel im Olympiastadion. "Daheim zu laufen und Deutsche Meisterin zu werden, das ist toll. Es ist einfach nur traumhaft, hier in das Olympiastadion laufen zu können. Es gab viel Unterstützung durch die Zuschauer", sagte Corinna Harrer. Während Isabel Leibfried nach 2:44:09 als Zweite im Ziel war, folgte die Schweizerin Andrea Meier als Dritte in 2:46:58. Rang drei bei den Deutschen Meisterschaften belegte Merle Brunnée (MTG Mannheim), die im Gesamtklassement mit 2:53:14 Sechste wurde.

Gute Ergebnisse gab es beim parallel veranstalteten 10-km-Rennen. Hier setzte sich Maximilian Thorwirth (SFD Düsseldorf) in 30:29 Minuten vor Robert Baumann (LAV Stadtwerke Tübingen/30:56) durch. Das Rennen der Frauen gewann Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen) in 32:10 mit großem Vorsprung. Sie schob sich mit diesem Streckenrekord auf Rang drei der deutschen Jahresbestenliste und auf Platz neun in der europäischen Liste für 2021.

Weitere Informationen und Ergebnisse im Internet unter: www.generalimuenchenmarathon.de.

Pressemitteilung Race-News-Service für MÜNCHEN MARATHON GmbH vom 10.10.2021

Deutsche Marathon Meisterschaft 2021 in München
  Frauen (26 im Ziel)
Ges. Name Verein Zeit
1 Harrer, Corinna (W30) LG Telis Finanz Regensburg
2:43:11
2
Leibfried, Isabel (W30)
TSG 1845 Heilbronn
2:44:09
3 Brunnée, Merle (W20) MTG Mannheim
2:53:14
4 Beese, Florentine (W20) Hannover Athletics
2:55:49
5 Ochs Katrin (W40) LG Filder
3:01:49
6 Prager, Sabrina (W30) LG Passau
3:02:30
7 Rennecke, Franziska (W20) LG Rhein-Wied
3:05:09
8 Beck, Anja (W20) LG Region Landshut
3:08:53
Deutsche Marathon Meisterschaft 2021 Altersklassen Frauen
40 Ochs, Katrin LG Filder
3:01:49
45 Materna, Ingrid SVG Ruhstorf/Rott
3:18:10
50 Ramsauer, Christine Team Memmert
3:12:42
55 Habel, Rosi TSV Wolfratshausen
3:45:42
60 Storch, Ilse LC Tölzer Land
3:24:57
65 Kaiser, Gabriele SC Unterpfaffenhofen-Germering
4:17:26
70 Biermanski, Brigitta TSV Starnberg e.V.
5:03:41
Deutsche Marathon Meisterschaft 2021 Mannschaften Frauen (1)
1 TSV Wolfratshausen
Ulrike Greif (W45) 3:42:32
Rosi Habel (W55) 3:45:42
Carina Neubauer (W45) 3:59:23
11:27:37

Deutsche Marathon Meisterschaft 2021 in München
  Männer (85 im Ziel)
Ges. Name Verein Zeit
1 Hirschhäuser, Alexander (M20) ASC 1990 Breidenbach
2:18:38
2 Tomsich, Anthony (M30)
LAV Stadtwerke Tübingen
2:19:30
3 Baar, Philipp (M20) SCC Berlin
2:21:03
4 Schöfisch, Marcus (M30) Lauftraining.com Lauffreunde e.V.
2:22:17
5 Ziganke, Jens (M30) SV Reichenau
2:22:38
6 Thurley, Tom (M20) Potsdamer Laufclub
2:23:55
7 Dietz, Thorben (M30) SSV Ulm 1846
2:24:44
8 Fuchs, Maxim (M30) LG Passau
2:28:23
Deutsche Marathon Meisterschaft 2021 Altersklassen Männer
35 Goerlich, Manuel LSF Münster
2:28:30
40 Sassnink, Michael LC Aichach
2:34:20
45 El Makrini, Hakim Milers Colonia 2020
2:40:33
50 Mey, Markus TV Eifeler Turnkraft Konzen
2:40:53
55 Koch, Matthias LAV Stadtwerke Tübingen
2:47:30
60 Disse, Ottmar LG Wolfstein
3:02:11
65 Betzler, Matthias Spvgg Höhenkirchen
3:07:42
70 Edelmann, Fritz TSV Dinkelsbüh
3:57:08
75 Rode, Peter LG Vellmar
5:04:32
Deutsche Marathon Meisterschaft 2021 Mannschaften Männer (10)
1 LAV Stadtwerke Tübingen
Anthony Tomsich (M30) 2:19:30
Timo Göhler (M30) 2:28:40
Matthias Koch (M55) 2:47:30
7:35:40

Übertragung von COVID-19 bei Laufveranstaltungen ist sehr selten

Eine neue Studie zeigt, dass das Risiko einer COVID-Übertragung bei Laufveranstaltungen durch grosse und kleine Aerosole sehr klein ist. Durch Starts in kleinen Gruppen oder Einzelstarts kann dieses Risiko weiter gesenkt werden.

Wie gross ist das Risiko, sich bei einem Laufanlass anzustecken und welche Strategien helfen, dieses Risiko weiter zu senken? Dieser Frage ist Michael Riediker vom Schweizerischen Zentrum für Arbeits- und Umweltgesundheit (SCOEH) nachgegangen. Er hat dabei in einem ersten Schritt auf einer Leichtathletikbahn Experimente durchgeführt, bei denen, von einer sich auf der Rundbahn bewegenden Testpuppe, entweder feine und grosse Aerosole freigesetzt wurden. Hinter dieser Testpuppe bewegte sich ein Feld von Dummies, die mit Sensoren ausgestattet waren. Die Übertragung durch feine Aerosole simulierte er mit einer Nebelmaschine. Für die grossen Aerosole wurde Lebensmittelfarbe mit einer professionellen Pestizidspritze freigesetzt. Die Aerosol-Grösse stellte Michael Riediker dabei so ein, dass sie der Grösse menschlicher Aerosole ("feiner Nebel" bzw. "grosse Tröpfchen") entsprachen. Da die von der Testpuppe freigesetzte Menge an Nebel oder Farbe bekannt war, konnte folglich bestimmt werden, welcher Anteil bei den Testdummies ankommt.

Foto ©: Michael Riediker, Schweizerisches Zentrum für Arbeits- und
Umweltgesundheit (https://scoeh.ch)

Auswertung mit Computermodell
Die Informationen zur Übertragungsrate in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Distanz für kleine und grosse Aerosole wurden danach in ein Computermodell gefüttert und die Übertragung zwischen Teilnehmenden einer Laufveranstaltung simuliert. Als Grundlage dienten dabei die Laufzeiten von echten Laufveranstaltungen. Bei der Simulation wurde die Laufstrecke in 10-Meter Segmente unterteilt und für jedes Segment berechnet, wie viele Aerosole von einer infizierten Person, auf die hinter ihr im gleichen Segment laufenden Personen übertragen werden. Die Anzahl infizierter Personen im Rennen wurde aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage auf 0.25% aller Teilnehmenden angesetzt. Die Simulationen sind also eine pessimistische Schätzung, da die Läuferinnen und Läufer aktuell nur mit einem Covid-Zertifikat zu Laufevents zugelassen sind und die Infektionsrate so weiter tief gehalten wird.

Auch beim Massenstart ein geringes Risiko
Erste Resultate zeigen, dass das Risiko sogar bei einem Massenstart recht gering ist. Bei 61% der 10-Kilometer-Läufe mit 100 Teilnehmenden hatte es mindestens eine infizierte Person im Starterfeld. Wenn man nur die Läufe mit einer infizierten Person am Start anschaut, kommt es bei jedem zehnten Lauf vor, dass eine andere Person möglicherweise eine infektiöse Dosis erhält. Die mittlere erhaltene Dosis ist tiefer, wenn die Starts in kleinen Gruppen oder in Form von Einzelstarts, beispielsweise alle zwei Sekunden, erfolgen. Das Ansteckungsrisiko erhöht sich mit steigenden Teilnehmerzahlen, bleibt aber selbst bei 1000 Läuferinnen und Läufer sehr tief. Wenn ein Lauf mit 1000 Teilnehmenden einen gestaffelten Start durchführt, hätte es bei der gegenwärtigen epidemiologischen Lage nur gerade bei jedem fünften Lauf eine Person, die eine möglicherweise kritische Dosis erhält.

Auch auf der Rundbahn wurde getestet
Ebenfalls simuliert wurde die Situation von dicht beisammen laufenden Gruppen, wie sie zum Beispiel bei Leichtathletik-Meetings vorkommt. Bei einem 1500-Meter Lauf ist das Risiko einer Ansteckung ebenfalls sehr gering. Dies einerseits, weil die Wahrscheinlichkeit, eine ansteckende Person am Start zu haben, sehr klein ist. Andererseits weil die Laufdistanz kurz ist. Etwas weniger günstig war die Situation bei einer simulierten 11-köpfigen Gruppe, die in enger Formation 30 km zusammen läuft. Zwar hatte es nur gerade in 25 der 1000 simulierten Laufgruppen eine infizierte Person. In diesen Gruppen erhielt dann aber eine der 10 gesunden Personen eine möglicherweise kritische Dosis.

Ermutigende Ergebnisse für Laufevents
Das Fazit der Studie ist für Organisatoren erbaulich: Bei Laufveranstaltungen im Freien gibt es nur ein sehr geringes Ansteckungsrisiko. Dieses kann weiter gesenkt werden, wenn mit Einzelstarts oder in Kleingruppen gestartet wird. Wenn vermieden wird, dass Teilnehmende über sehr lange Zeit sehr nahe hinter anderen Personen laufen, verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung durch Covid-19 nochmals.

Diese Studie wurde vom Verein Swiss Runners und Swiss Athletics finanziell unterstützt. Alle Resultate sind vorläufig. Ein Fachartikel mit Beschreibung der Methodik und der Resultate ist in Vorbereitung und wird schon bald bei einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift eingereicht.

Pressemitteilung Swiss Running vom 8.10.2011

Haspa Marathon Hamburg 2021

Martin Musau und Gadise Mulu siegen auf der Hamburger Glacischaussee

4.219 Läuferinnen und Läufer sorgen für ein gelungenes Laufsportfest

Hamburg, 12. September 2021 Gadise Demissie Mulu und Martin Musau heißen die Siegerin und der Sieger des Haspa Marathon Hamburg 2021. Die Äthiopierin (23) gewann bei ihrer dritten Marathonteilnahme die Frauenkonkurrenz nach 2:26:19 Stunden, der Athlet aus Uganda (23) siegte bei seiner Marathonpremiere nach 2:10:14 Stunden.

"Die Vorbereitungen waren sehr spontan, ich hatte gerade einmal eine Woche Zeit, alles zu planen und mich auf das Rennen vorzubereiten, dennoch lief das Rennen großartig, bis hin zu den Zuschauern, die mich toll begleitet haben. Ich bin sehr glücklich und würde mich freuen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein", so die sichtlich euphorische Siegerin Gadise Mulu. Auch Martin Musau freute sich über seinen Sieg in der Hansestadt: "Eine Marathon Premiere ist immer etwas Besonderes, da sollte man zunächst bescheiden sein. Ich hatte mir eine Zeit unter 2:10 Stunden vorgenommen, bekam aber im Schlussabschnitt muskuläre Probleme. Dass es dennoch für den Sieg gereicht hat, macht den Erfolg umso größer und mich sehr glücklich."

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich auch Chef-Organisator Frank Thaleiser: "Wir haben mit der Vorbereitung in den letzten Wochen und der Umsetzung heute das erreicht, was unter den derzeitigen Bedingungen möglich war, und das ist nicht eben wenig. Ich denke, dass wir damit auch einen großen Schritt in Richtung einer neuen Normalität gemacht haben."

Seit dem Morgen ab 8:00 Uhr waren insgesamt 4.434 Läuferinnen und Starterinnen sowie ein Handbiker in den drei Wettbewerben Marathon, Halbmarathon und Staffelmarathon an den Start gegangen. Bis 15:45h waren insgesamt 4.219 erfolgreich im Ziel.

Am morgigen Montagvormittag startet die Anmeldung für den 36. Haspa Marathon Hamburg. Termin hierfür ist der 24. April 2022.

Weitere Informationen und Ergebnisse unter: www.haspa-marathon-hamburg.de

Weitere Informationen unter: www.haspa-marathon-hamburg.de

Pressemitteilung Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH vom 12.9.21

Resümee zum Vienna City Marathon

Am Tag nach dem Vienna City Marathon zogen die Organisatoren bei einem Mediengespräch Bilanz und trafen gemeinsam mit Spitzenläufern bei einem Termin mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg zusammen.

Gäste beim Besuch in der Hofburg waren: Betesfa Getahun (ETH) - 2. Platz, 2:09:42, Tadesse Abraham (SUI) - 6. Platz, 2:12:26, Gelete Burka (ETH) - 3. Platz, 2:25:38, Fabienne Schlumpf (SUI) - 4. Platz, 2:26:31 - Foto Credit © VCM / Leo Hagen

Van der Bellen: Respekt an die LäuferInnen, Glückwunsch an die Organisation

"Mein Respekt geht an die Läuferinnen und Läufer des gestrigen Vienna City Marathons, besonders an jene, die auf den ersten Plätzen waren, aber auch an alle, die teilgenommen haben. Obwohl ich gerne gehe und in den Bergen wandere, sind diese Leistungen für mich unvorstellbar. Ich beglückwünsche die Organisatoren zur gelungenen Durchführung. Es ist prinzipiell schwierig, einen Marathon in dieser Dimension zu veranstalten. In Zeiten der Pandemie ist das erst recht herausfordernd. Es ist außergewöhnlich gut gelungen. - Wir trauern um den Läufer, der im Halbmarathon verstorben ist. Unser Mitgefühlt gehört seiner Familie", sagte Präsident Van der Bellen im Maria-Theresien-Zimmer in seinem Amtssitz in der Hofburg.

Der Bundespräsident sprach dabei die Eckpunkte der Veranstaltung an: das Comeback als erster großer Stadtmarathon in Europa seit Beginn der Pandemie, den Todesfall eines Teilnehmers und die sportlichen Leistungen aller Läuferinnen und Läufer. Das Resümee der Veranstalter ist von diesen Aspekten geprägt und in der Gesamtheit sehr positiv.

Bewusst gesagt: Wir machen es

"Das Marathonlaufen ist zurück. Wir haben stattgefunden und einen Impuls für die Durchführung von Laufveranstaltungen gegeben. Wir wollten Vertrauen dafür schaffen, dass große Laufbewerbe möglich sind", sagt Veranstalter Wolfgang Konrad.

"Wir hatten zwei Marathons zu bewältigen, Covid und die Organisation an sich. Wir haben die Veranstaltung unter ganz schweren Bedingungen abgewickelt. Ein großer Dank geht an das Team und alle beteiligten Personen und Organisationen. Wir hätten es uns auch einfach machen können und sagen: Wir verzichten auf die Samstagbewerbe, oder wir verzichten überhaupt auf die Durchführung. Wir haben aber ganz bewusst gesagt: Es ist uns wichtig, dass all diese Läufe stattfinden, und wir haben es gemacht. Es ist gelungen, ein Signal nach außen zu geben. Wir sind zurück auf der Bühne und gehen mit einem großen Lernprozess in die Zukunft", so Konrad.

"Wir haben nach einem Marathon noch nie so viele Rückmeldungen von den Läufern bekommen. Die meisten sagen: Danke, dass ihr das gemacht habt. Die Läuferinnen und Läufer haben es sich verdient, dass solche Veranstaltungen stattfinden. Sie haben nicht den Kopf in den Sand gesetzt und sich fit gehalten. Das macht Freude und Stolz", betont Konrad.

"Kontrollierte Offensive"

Rund 18.000 Läuferinnen und Läufer waren an beiden Event-Tagen auf den Straßen Wiens unterwegs. Von 26.016 angemeldeten Teilnehmern haben 18.100 ihre Startnummern abgeholt. 17.849 Finisher wurden an beiden Tagen in allen Bewerben in Summe verzeichnet. Diese Quote an Teilnehmern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht gelaufen sind, ist höher als in den vergangenen Jahren und deckt sich mit Erfahrungen beispielsweise des jüngst durchgeführten Berlin Halbmarathons.

VCM-Organisationsleiter Gerhard Wehr beschrieb die Organisation als "kontrollierte Offensive zurück zur Normalität". Das Präventionskonzept mit Test für alle Teilnehmenden und organisatorischen Entzerrungsmaßnahmen machte die Durchführung möglich - ebenso die Zusammenarbeit und das Goodwill von allen Beteiligten: "Wir hatten immer das Gefühl: "Alle wollen diesen Marathon." Insgesamt haben über 3.000 Menschen am Wochenende dafür gearbeitet, den Marathon möglich zu machen.

Umsetzung des Präventionskonzepts

Ein wichtiges Element der Durchführung war die Kontrolle der Testnachweise, was auf der Vienna Sports World in der Marx Halle passiert ist. Dies ist zugleich Sportmesse und Startnummernausgabe. Dominik Konrad, VCM-Geschäftsführer und seit Jahren Projektleiter für die Messe: "Diese Kontrolle war eine besondere Herausforderung. Es gab keine Proben oder Versuchsmöglichkeiten, wie das in dieser Größenordnung in der Praxis funktioniert. Die Teilnehmer und Besucher wurden auf 30 Stationen empfangen. Es geht auch darum, dass sich dabei alle wohlfühlen und keine engen Situationen entstehen. Es ist uns gelungen, das gut umzusetzen und das Präventionskonzept auch tatsächlich auszufüllen."

Starke Messages und Motivation zur Bewegung

"Der Samstag des Vienna City Marathon war noch nie mit so starken Botschaften unterwegs. Über allem stand die Freude an der gemeinsamen Bewegung, egal, welche Voraussetzungen jemand mitbringt. Die Motivation zum Laufen besonders für Kinder und Jugendliche ist ein zentraler Bestandteil unserer Veranstaltung. Ein herzliches Danke an die Eltern und Lehrpersonen, die dazu sehr viel beitragen", hob Kathrin Widu, VCM-Geschäftsführerin hervor: "Mit den ersten Läufen an diesem Tag ist das Comeback wahr geworden. Es war eine grandiose Stimmung von den ganz jungen Teilnehmern bis zu den Top-Leistungen der österreichischen Athleten Julia Mayer und Andreas Vojta beim Vienna 10K."

Der Coca-Cola Inclusion Run setzte ein Zeichen für ein offenes Miteinander und für Freude am Sport, egal welche Voraussetzungen jemand mitbringt. Dabei wurden Spenden für Special Olympics Österreich gesammelt.

Erstmals fand der Daily Mile Run über 1,6 Kilometer statt. Dieser Lauf für die Jüngsten, an dem auch Eltern mit ihren Kindern teilnehmen konnten, war ein Impuls für die Kinder-Laufinitiative The Daily Mile an Volksschulen und Kindergärten. 70 Bildungseinrichtungen in ganz Österreich machen bei dieser vom VCM getragenen Aktion bereits mit. Im neuen Schuljahr sollen es noch viel mehr werden.

Beim VCM Kinderlauf über 2,2 Kilometer vom Stadtpark bis ins VCM-Ziel vor dem Burgtheater haben Kinder und Jugendliche die Motivation durch eine Laufveranstaltung kennengelernt.

Pressemittelung des Vienna City Marathon vom 13.9.2021

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Das VCM-Comeback

"Der Marathon ist zurück. Das ist die Botschaft des Tages", sagte Wolfgang Konrad, Veranstalter des Vienna City Marathon. Als erster großer Stadtmarathon in Europa seit Beginn der Pandemie hat der Vienna City Marathon (VCM) an diesem Wochenende stattgefunden.

Sieger des Tages waren bei spätsommerlichen Bedingungen die Kenianer Leonard Langat in 2:09:25 Stunden und die Marathondebütantin Vibian Chepkirui in 2:24:29. Schnellste Österreicher und zugleich Marathon-Staatsmeister wurden Victoria Schenk (LCU Euratsfeld) in 2:46:25 und Martin Mistelbauer (team2012.at) in 2:29:26.

Die Ablauforganisation war geprägt von Präventions- und Entzerrungsmaßnahmen sowie von Adaptierungen im Nach-Ziel-Bereich aufgrund des U-Bahn-Baus in Wien.
Oberstleutnant Thomas Losko, Einsatzleiter der Landespolizeidirektion Wien, resümierte positiv: "Aus Sicht der Polizei war es eine herausragende Veranstaltung. Es gab keine Vorfälle aus polizeilicher Sicht. Die Vorbereitungen und die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter waren an allen Positionen sehr gut, sodass der Marathon zurückgekommen ist."

Der Arbeiter-Samariter-Bund führte bei der Veranstaltung 97 Behandlungen durch, darunter 29 Transporte in Ambulanzen oder Spitäler. Die Freude über die Veranstaltung wurde durch den Todesfall eines Läufers getrübt, über den wir bereits informiert haben (siehe nachfolgend).

Bereits der Samstag brachte den Laufsport ins Stadtzentrum von Wien. Beim Vienna 10K glänzte Julia Mayer mit einem österreichischen Rekord von 32:54 Minuten. Andreas Vojta siegte in persönlicher Bestzeit von 29:03 Minuten.

Der Coca-Cola Inclusion Run setzte ein Zeichen für ein offenes Miteinander und für Freude am Sport, egal welche Voraussetzungen jemand mitbringt. Dabei wurden Spenden für Special Olympics Österreich gesammelt.

Erstmals fand der Daily Mile Run über 1,6 Kilometer statt. Dieser Lauf für die Jüngsten, an dem auch Eltern mit ihren Kindern teilnehmen konnten, war ein Impuls für die Kinder-Laufinitiative The Daily Mile an Volksschulen und Kindergärten. 70 Bildungseinrichtungen in ganz Österreich machen bei dieser vom VCM getragenen Aktion bereits mit. Im neuen Schuljahr sollen es noch viel mehr werden.

Beim VCM Kinderlauf über 2,2 Kilometer vom Stadtpark bis ins VCM-Ziel vor dem Burgtheater haben Kinder und Jugendliche die Motivation durch eine Laufveranstaltung kennengelernt. Dieser Bewerb wurde mit Zeitnehmung durchgeführt. Eror Damjan in 7:15 Minuten und Simone Mitterauer in 8:57 Minuten waren die Sieger.

Am Sonntag Nachmittag hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass ein Teilnehmer des Halbmarathons im Spital verstorben ist. Der 40-Jährige Österreicher ist im Schlussbereich des Rennens zusammengebrochen. Nach optimaler Rettungskette ist er unter Reanimationsbedingungen ins Krankenhaus gebracht worden und in der Folge verstorben. "Wir sind sehr betroffen von diesem Fall. Unsere Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Läufers", sagt VCM-Veranstalter Wolfgang Konrad. Weitere Details sind den Organisatoren nicht bekannt.

Pressemittelungen des Vienna City Marathon vom 12.9.2021

Paderborner Osterlauf trauert um Wolf-Dieter Poschmann

Der Paderborner Osterlauf ohne Wolf-Dieter Poschmann, an sich undenkbar. Jetzt ist die Stimme des Osterlaufes für immer verstummt. Mit Bestürzung haben wir heute vom Tode des beliebten Leichtathletik Experten erfahren.

Wolf-Dieter Poschmann, der 1975 den Osterlauf über 25 Kilometer gewann und 1983 im "Carl-Diem-Gedächtnis-Lauf" über 10 Kilometer siegte, moderierte 1986 zum ersten Mal als unbekannter Volontär beim Zweiten Deutschen Fernsehen in Mainz den Paderborner Straßenlauf.

Bambini-Start beim Paderborner Osterlauf: Wolf Dieter Poschmann (r.) interviewt OB Michael Dreier

Für Poschi war der Osterlauf eine Herzensangelegenheit und fester Bestandteil in seinem Terminkalender.

Zuletzt moderierte er den Paderborner-Osterlauf des Jahres 2019.

Leider kannst Du mit uns nicht mehr den 75. Paderborner-Osterlauf im kommenden Jahr feiern. Poschi, wir vermissen Dich, so SC Grün-Weiß Präsident Wolfgang Krenz.

"Poschi war immer sehr gern bei uns in Paderborn und hatte nie besondere Wünsche oder Star Allüren, er war wie du und ich.

Das Team des Paderborner Osterlaufes ist sehr bestürzt und traurig seine Stimme und ihn als Menschen nicht mehr erleben zu dürfen", ergänzt Christian Stork, Organisationsleiter des Osterlaufs.

Pressemeldung des SC Grün-Weiß Paderborn vom 30.8.2021

Absage Circuit Cycling / Rad am Ring:
Zweierlei Maß für Deutschland?

Wird in Corona-Deutschland unverhältnismäßig mit zweierlei oder gar mehrerlei Maß gemessen? . Circuit Cycling - nein, Fußball EM, französischer Block, kein Abstand, keine Masken - ja! Erklärungen dafür? - wir fordern sie ein!

Das Ergebnis politischen Handelns muss einigermaßen nachvollziehbar bleiben. Was passiert, wenn das Bürger nicht so empfinden, kann auf deutschen Straßen nachverfolgt werden. Ich will nicht querdenken aber weiterhin denken dürfen. Und wenn sich am Ende eines für mich schmerzhaften Denkprozesses erhebliche Fragen aufwerfen, dann möchte ich darauf gerne eine Antwort. Deshalb dieser offene Brief.

Mit sportlichen Grüßen
Hanns-Martin - GF eventwerkstatt GmbH

Hier zum Offenen Brief vom 17.6.2021 im LaufReport HIER

Prof. Dr. Wildor Hollmann, Sportmediziner von Weltrang und Befürworter des Laufens, ist tot

 

"Gesund und leistungsfähig bis ins hohe Alter" lautet eines der zahlreichen Bücher von Prof. Dr. Wildor Hollmann, in dem er 2006 auf leicht verständliche Art den Wissensstand der Medizin zu diesem Thema zusammengefasst hat. Er, der Vieles, was hierzu zu sagen war, selber im Laufe der Jahrzehnte erforscht und zu hoher allgemeiner Akzeptanz geführt hatte, verstarb am 13. Mai 2021 im Alter von stolzen 96 Jahren.

Zum Nachruf von Wolfgang W. Schüler im LaufReport HIER

Foto zeigt v.r. Prof. Dr. Wildor Hollmann und Wolfgang W. Schüler und bei einem privaten Treffen in Wiesbaden 2006

SwissRunners: Stellungnahme zum Bundesratsentscheid vom 14.4.2021

Die Schweizer Laufsportveranstaltungen stellen erfreut fest, dass mit den Lockerungen per 19. April Laufsport in grösseren Gruppen möglich ist. Erhofft hätten sie sich aber auch grösseren Freiraum für die Durchführung von Laufwettkämpfen. Studien und Erfahrungen von grossen Versammlungen und Veranstaltungen in der Schweiz und im Ausland haben gezeigt, dass die Gefahr einer Virusübertragung im Freien sehr gering zu sein scheint. Neue Ansätze im Ablauf der Veranstaltungen und moderne Technologien ermöglichen zudem, dass auch in der heutigen Lage Laufveranstaltungen im Freien relativ sicher durchgeführt werden könnten.

Für die körperliche und seelische Gesundheit ist Sport äusserst wichtig. Mit unseren Veranstaltungen bieten wir über 300'000 Schweizerinnen und Schweizern an über 500 Laufveranstaltungen im Land Gelegenheit, ihre sportliche Fitness zu testen. Seit Ausbruch der Pandemie fanden nur einige wenige davon statt. Fast alle Veranstalter mussten ihre Anlässe 2020 streichen und konnten nur dank der Unterstützung aus dem Stabilisierungspaket des Sports ihr Überleben sichern. Auch im Jahr 2021 wurden bislang alle Veranstaltungen abgesagt, beziehungsweise in den Herbst verlegt. So möchten in diesem Jahr im September und Oktober doppelt so viele Veranstaltungen stattfinden wie in früheren Jahren.

Die Laufsportbegeisterten trainieren auf solche Zielwettkämpfe hin. Ihnen fehlen aber im Moment verbindliche Angebote. Auch wir Veranstalter erwünschen uns eine Darlegung von Szenarien für den Fortgang von 2021. Der Bundesrat hat zu den gestrigen Entscheidungen keinen Ausblick in Szenarienform mitgegeben. Somit ist ungewiss, wie es mit Breitensport und Veranstaltungen in diesem Jahr weiter gehen soll. Für die Planung und Organisation einer Laufveranstaltung werden sechs bis neun Monate Vorbereitungszeit benötigt. "Auch in der Pandemie arbeiten die Veranstalter intensiv daran, wieder selbsttragende Organisationen zu werden, die keine Hilfsgelder brauchen. Dazu entwickeln die Veranstalter Ideen für neue oder angepasste Formate. Eine national abgestimmte Darlegung von Szenarien vom schlimmsten bis zum bestmöglichen Szenario würde aber helfen, nicht auf "falsche Pferde" zu setzen und damit Kosten und auch Hilfsgelder zu sparen", so Andreas Csonka Präsident der Swiss Runners.

Eine gewisse Hilfestellung für die Szenarienentwicklung bieten verschiedene Erfahrungsstudien aus dem In- und Ausland. Die Gesellschaft für Aerosolforschung (https://www.info.gaef.de/positionspapier) stellt in einem Positionspapier fest: "Die Übertragung der SARS-CoV-2 Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt. Übertragungen im Freien sind äußerst selten und führen nie zu ‚Clusterinfektionen', wie das in Innenräumen zu beobachten ist."

Unter diesen Vorzeichen ist es schwer verständlich, dass Trainings in Innenräumen von Fitnesscentern grundsätzlich wieder erlaubt sind, aber sogar Kleinstveranstaltungen im Running-bereich bis auf weiteres verboten bleiben.

In den Niederlanden und in England führen Behörden und Wissenschaftler Versuche durch, wie Veranstaltungen verschiedenster Ausprägung wieder sicher stattfinden und den Menschen einen Weg aus dem Lockdown bereiten können.

Die Schweizer Laufsportveranstalter gehen aktiv voraus und möchten auch in der Schweiz solche Versuche unterstützen und dazu Pilotveranstaltungen organisieren. Swiss Runners hat neue Veranstaltungskonzepte entwickelt, welche unter garantierter Einhaltung von vorgegebenen Mindestabständen auch mehreren tausend Läuferinnen und Läufern die Teilnahme an Laufsportevents ermöglichen können. Dabei ist es mit Hilfe von Crowd Management Ansätzen und modernster Zeitmesstechnologie möglich, Personenströme so zu regeln, dass Starts über mehrere Stunden verteilt werden können. Damit kann auch das An- und Abreiseverhalten der Teilnehmenden gesteuert werden, ohne dass es zu grossen Personenansammlungen kommt. Entsprechende Konzepte durfte Swiss Runners vor Monatsfrist einer interdisziplinären Expertenrunde des BAGs vorstellen. Swiss Runners sucht nun Lösungen mit Bund, Kantonen und Gemeinden, dass obige Pilotversuche in Form von "echten" Laufveranstaltungen mit mindestens 1000 Teilnehmern zeitnah durchgeführt werden können. "Laufsportveranstaltungen sind Teilnehmer-Veranstaltungen und müssen unterschiedlich zu Zuschauer-Sport betrachtet werden. Es wird Zeit, dass wir einen Schritt vorwärts wagen, um Erfahrungen sammeln zu können und den Menschen auch eine sportliche Perspektive zu geben. Was im Wintersport funktionierte, wird auch im Sommersport möglich sein.", lässt sich Reto Schorno, Geschäftsführer der Swiss Runners und Veranstalter des SwissCityMarathon - Lucerne zitieren.

Swiss Runners fördert den Breitensport, insbesondere im Bereich Running und Walking, und vertritt die Interessen des Breitensports und der Laufveranstalter. Dem 1994 gegründeten Verein gehören 41 Laufveranstaltungen an - darunter 16 der Top 20 in der Schweiz. Insgesamt nehmen jährlich 300'000 Läuferinnen und Läufer an den Running Events von Swiss Runners teil. Die gemeinsame Marktbearbeitung im In- und Ausland und die Werbung für den Laufsport ist ein zentrales Anliegen der Interessengemeinschaft. Swiss Runners betreibt zusammen mit Swiss Athletics die online Plattform www.swiss-running.ch, wo alle News und Informationen des Schweizer Laufsports vorhanden sind. Dank der Zusammenarbeit zwischen SBB RailAway und den Swiss Runners ist seit dem 1. Januar 2017 bei 18 Laufsportveranstaltungen die An- und Rückreise mit dem öffentlichen Verkehr aus der ganzen Schweiz im Startgeld inbegriffen.

Stellungnahme des Vereins Swiss Runners vom 15. April 2021

"Mr. Albmarathon" Erich Wenzel ist tot

 

Am vergangenen Mittwoch, 24. März 2021, ist Erich Wenzel im Alter von 75 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Der ideenreiche Laufpionier prägte die Schwäbisch Gmünder Laufszene. Er gründete und organisierte den Gmünder Volkslauf, der zum Gmünder Stadtlauf wurde, und den Gmünder 12-Stunden-Lauf. Mit seiner Idee und der jahrzehntelangen Organisation des Albmarathon Schwäbisch Gmünd schuf er ein international herausragendes Lauferlebnis. Der Albmarathon war zunächst 44 km lang und wurde später auf 50 km erweitert. Eine besondere Herausforderung der Streckenführung dabei ist, dass über alle Drei Kaiserberge gelaufen wird. Bei aller Anerkennung erbrachter Spitzenleistungen, galten seine Aufmerksamkeit und sein Handeln immer auch den Freizeitsportlern. Erich Wenzel war dem Laufsport immer selbst treu geblieben und startete noch in seinen Siebzigern bei Ultramarathons. Der Verbeugung des DJK Schwäbisch Gmünd vor seinem Lebenswerk und seinen Verdiensten um den Laufsport schließen wir uns an und sind in Gedanken bei Erich und seinen Hinterbliebenen.

Erich Wenzel bei seiner Teilnahme am Gmünder Stadtlauf im März 2018

Für LaufReport, Walter Wagner

+++ PRESSEMITTEILUNG INDOOR MEETING KARLSRUHE 2021 +++

INDOOR MEETING Karlsruhe: Weltklasse-Meeting auch in schwierigen Zeiten

Er hat es schon wieder getan. Erneut präsentierte Ausnahme-Stabhochspringer Renaud Lavillenie Karlsruhe und dem INDOOR MEETING eine Flugshow vom Allerfeinsten und stellte seinen eigenen Meeting-Rekord, der aus dem Jahr 2016 datiert, ein. 5,95 Meter im ersten Versuch hieß es für den Franzosen, für den Karlsruhe auch ohne Fans ein gutes Pflaster ist. "Gewöhnlich bekommen wir hier in Karlsruhe eine sehr gute Stimmung geboten, das war heute etwas anders. Aber hier in Karlsruhe ist immer eine ganz besondere Atmosphäre", sagte der Franzose im Anschluss an seinen Wettkampf. "Jeder von uns Athleten möchte Top-Leistungen abliefern, als Geschenk an die Organisatoren", so Lavillenie weiter.

Renaud Lavillenie - Foto © Andreas Arndt

Weltklasse-Leistungen bekam Karlsruhe 2021 genügend geboten. Insgesamt acht Weltjahresbestleistungen, vier Landesrekorde sowie zwei Meetingrekorde lauteten das Fazit. Neben Renaud Lavillenie stellte auch die Portugiesin Auriol Dongmo einen neuen Meetingrekord auf. Sie gewann den Kugelstoß-Wettbewerb der Frauen mit 19,65 Meter was neben Meetingrekord auch Weltjahresbestleistung und Landesrekord zum Auftakt der World Athletics Indoor Tour bedeutete. Auch die dreimalige Weltmeisterin von Berlin und amtierende Weltmeisterin über die 200 Meter Dina Asher-Smith zeigte sich beim INDOOR MEETING in Topform und stellte mit ihrem Finallauf von 7,08 Sekunden gar ihre persönliche Bestleistung in der Halle ein. "Ich habe mich sehr über meine heutige Leistung gefreut und das nicht erwartet", sagte die Britin nach ihrem Sieg. Am Ende siegte sie vor Orlann Ombissa-Dzangue und Ajla del Ponte.

60m mit Sprint - Foto © Andreas Arndt

Eine Riesenüberraschung durften man hingegen bei den 400 Meter erleben, als Marvin Schlegel vom LAC Erdgas Chemnitz in einer Zeit von 46,61 Sekunden über die zwei Stadionrunden eine starke Konkurrenz um Oscar Husillos sowie den mehrfachen Welt- und Europameister in der Halle Pavel Maslak hinter sich ließ. "Ich bin hierher gereist mit der Prämisse, einfach mein Bestes zu geben und noch mal an die Zeit von letztem Mal ranzulaufen. Dass es jetzt zum Sieg reicht, ist mega geil", sagte der 23-Jährige nach seinem Rennen. Mit Katharina Trost entschied ebenfalls eine deutsche Athletin ihren Wettkampf für sich. Sie siegte über die 1.500 Meter in einer Zeit von 4:12,02 Minuten und damit Weltjahresbestleistung vor Winnie Nanyondo aus Uganda.

Sowohl die 3.000 Meter der Frauen als auch der Männer standen beim INDOOR MEETING Karlsruhe 2021 ganz im Zeichen der Kenianer. Bei den Frauen war es am Ende mit der Kenianerin Beatrice Chepkoech die Weltrekordhalterin über die 3.000 Meter Hindernis im Freien, die sich mit ihrem Sieg in 8:41,98 Minuten die volle Punkteausbeute für das Ranking der World Athletics Indoor Tour sicherte. Der Meetingsieger der 3.000 Meter bei den Herren hieß wie im vergangenen Jahr Bethwell Birgen, der mit seiner Zeit von 7:34,12 Minuten seine Zeit aus dem Vorjahr um mehr als vier Sekunden unterbot.

Schnelle Zeiten boten beim INDOOR MEETING Karlsruhe auch die Hürdensprinter. Bei den Männern war es der U20-Weltrekordler Wilhelm Belocian aus Frankreich, der in pfeilschnellen 7,49 Sekunden siegreich war. Etwas überraschend fiel hingegen das Ergebnis bei den Frauen aus. Hier verwies die Finnin Nooralotta Neziri in 7,92 Sekunden unter anderem die WM-Vierte Tobi Amusan, Hallen-Europameisterin Nadine Visser sowie mit Elvira Hermann die Freiluft-Europameisterin auf die Plätze zwei, drei und vier. Unglaubliche 8,18 Meter standen am Ende auf der Anzeigentafel für den Weitsprung-Ausnahmekönner und Hallen-Weltmeister von 2018 Juan Miguel Echevarria, der bereits mit seinem ersten Sprung des Abends die Gewinnerweite erreichte. Den Dreisprung der Frauen entschied mit Liadagmis Povea ebenfalls eine Athletin aus Kuba. In Weltjahresbestleistung von 14,54 Metern sicherte sie sich den Rang auf dem Gewinnerpodium. Der Brite Elliot Giles gewann die 800 Meter in einer Zeit von 1:45,50 Minuten, Lokalmatador Christoph Kessler von der LG Region Karlsruhe belegte mit persönlicher Bestleistung Rang sechs.

60m mit Sprintsiegerin Dina Asher-Smith - Foto © Andreas Arndt

"Wir haben unglaubliche Leistungen unserer Athletinnen und Athleten gesehen. Man hat gemerkt, dass diese nach so langer Wettkampfpause hungrig waren", sagte Sportdirektor Alain Blondel nach dem 37. INDOOR MEETING Karlsruhe und zieht damit eine durchweg positive Bilanz. "Karlsruhe hat wieder beste Werbung für die internationale Leichtathletik gemacht. In sieben Ländern weltweit waren wir heute zwei Stunden live zu sehen", fügt er hinzu. Dem kann sich Martin Wacker, Meetingdirektor und Geschäftsführer der ausrichtenden Karlsruhe Marketing und Event GmbH nur anschließen: "Dieses Meeting geht in die Geschichte ein. Wir haben mit der Durchführung des Meetings unter diesen Voraussetzungen ein Zeichen für die Leichtathletik gesetzt und hoffen, dass wir diese Erfolgsgeschichte 2022 gemeinsam wieder mit unseren Fans in der Halle fortsetzen können."

Weiter geht es mit der World Athletics Indoor Tour am 9. Februar im französischen Liévin, bevor es über Boston (13. Februar), Torun (17. Februar) am 24. Februar zum Tour-Abschluss nach Madrid geht.

www.meeting-karlsruhe.de

Pressemitteilung INDOOR MEETING KARLSRUHE 2021 vom 30.1.2021

6.12.2020 Valencia 40. Trinidad Alfonso Marathon und Halbmarathon

Schnellster Halbmarathon aller Zeiten

Amanal Petros läuft deutschen Marathonrekord

Deborah Schöneborn und Richard Ringer empfehlen sich für Olympia

Mit einem Budget von um die 5 Millionen Euro wurden die stark besetzten Rennen zum erhofften Saisonhöhepunkt im zu Ende gehenden Jahr, das von Veranstaltungsabsagen geprägt war. Der Valencia Marathon war das Sprungbrett für die Qualifikation zu den auf 2021 verschobenen Olympischen Spielen in Tokyo. Das ausschließlich für die Elite auf einem Alternativkurs ausgetragene Rennen fand in der Stadt an der Mittelmeerküste bei sehr guten Bedingungen statt und schrieb Leichtathletikgeschichte.

Nach nur 57:32 Minuten lief der 24jährige Kenianer Kibiwott Kandie als Sieger ins Halbmarathonziel. Wird seine Leistung ratifiziert, löst er Geoffrey Kamworor, den seit 15.9.2019 mit 58:01 min Führenden der Weltbestenliste ab. Auch die drei Nächstplatzierten blieben unter 58 Minuten. Jacob Kiplimo aus Uganda wurde in 57:37 min Zweiter vor den Kenianern Rhonex Kipruto in 57:49 min und Alexander Mutiso in 57:59 min. Bester Europäer wurde der Schweizer Julien Wanders in 59:55 min auf Rang 8.

Mit dem schnellsten Halbmarathon-Debüt gewann Genzebe Dibaba das Frauenrennen in 1:05:18 h. Hinter der Äthiopierin folgte Sheila Chepkirui aus Kenia in 1:05:39 h vor Dibabas Landsfrau Senbere Teferi, Dritte in 1:05:51 h. Mit 1:07:26 h war die US-Amerikanerin Emily Sisson auf Rang 5 beste Nichtafrikanerin.

Dass auch der Marathonrekord wackeln könnte, das wollte niemand ausschließen. Tatsächlich lief eine große Gruppe an der Spitze, die aber immer hinter den Zwischenzeiten des Weltrekordlaufs von Berlin zurück blieb und den Rückstand kontinuierlich anwachsen ließ. Dennoch schien lange eine Zeit unter 2:03 Stunden erreichbar. Das bessere Ende aus dem auf ein Quartett geschrumpften Führungspulk hatte Evans Chebet, der in 2:03:00 h seinen Landsmann Lauwrence Cherono auf der Zielgerade um vier Sekunden distanzierte. Birhanu Legese aus Äthiopien folgte in 2:03:16 als Dritter. Die ersten Sechs blieben unter 2:05-Stunden.

Etwas mehr Aufmerksamkeit hätte Amanal Petros wahrlich verdient gehabt, der auf dem wegen Corona beinahe publikumsfreien Kurs kurz hinter dem spanischen Rekord laufenden Ayad Lamdassem (2:06:35 h - Rang 12) in 2:07:18 h als Sechzehnter einlief und damit Arne Gabius als nationalen Rekordhalter mit 2:08:33 h ablöste. Richard Ringer schaffte bei seinem Marathondebüt in 2:10:59 h auf Anhieb die Olympia-Norm. Philipp Pflieger lief in 2:12:15 h persönliche Bestzeit, verpasste aber die Olympianorm. Ein zwischenzeitlich sich als falsch herausstellender Coronapositiv-Test hatte ihm um ein Haar die Teilnahme gekostet und störte seine Anreise erheblich.

Peres Jepchirchir siegte bei den Frauen in 2:17:16 h vor Joyciline Jepkosgei in 2:18:40 h. Den kenianischen Doppelsieg konnte Helalia Johannes aus Namibia in 2:19:52 als Dritte nicht verhindern. Zeineba Yimer und Tigist Girma aus Äthiopien verpassten in 2:19:54 h und 2:19:56 h das Podest. Deborah Schöneborn verbesserte sich auf 2:26:55 h und könnte damit ihr Olympiaticket gelöst haben. Zwillingsschwester Rabea schaffte dahinter in 2:28:42 h ebenfalls die vom DLV geforderte Olympianorm.

Leider erreichten die Deutschen Anja Scherl und Tom Gröschel nicht das Ziel. Im Frühjahr 2021 wird es voraussichtlich noch weitere Möglichkeiten geben die Norm zu erfüllen und sich mit einer schnelleren Zeit um einen der bereits vergeben Plätze im DLV Team zu empfehlen.

6.12.20 - 40. Valencia Marathon mit Halbmarathon
Marathon Männer
Rk. Name Verein Zeit
1
EVANS CHEBET KEN 2:03:00
2
LAUWRENCE CHERONO KEN 2:03:04
3
BIRHANU LEGESE ETH 2:03:16
4
AMOS KIPRUTO KEN 2:03:30
5
REUBEN KIPROP KEN 2:04:12
6
CHALU DESO GELMISA ETH 2:04:53
...16 Amanal Petros (TV Wattenscheid 01) GER 2:07:18 Std. (DR)
...36 Richard Ringer (LC Rehlingen) GER 2:10:59 (Olympia-Norm)
...47 Philipp Pflieger (LT Haspa Marathon Hamburg) GER 2:12:15 (pB)
DNF Tom Gröschel (TC Fiko Rostock) GER
-

6.12.20 - 40. Valencia Marathon mit Halbmarathon
Marathon Frauen
Rk. Name Verein Zeit
1
PERES JEPCHIRCHIR KEN 2:17:16
2
JOYCILINE JEPKOSGEI KEN 2:18:40
3
HELALIA JOHANNES NAM 2:19:52
4
ZEINEBA YIMER ETH 2:19:54
5
TIGIST GIRMA ETH 2:19:56
6
DEGITU AZEMIRAW ETH 2:19:56
...12 Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin) GER 2:26:55 (Olympia-Norm)
...17 Rabea Schöneborn (LG Nord Berlin) GER 2:28:42 (Olympia-Norm)
DNF Anja Scherl (LG Telis Finanz Regensburg) GER

6.12.20 - 40. Valencia Marathon mit Halbmarathon
Halbmarathon Männer
Rk. Name Verein Zeit
1
KIBIWOTT KANDIE KEN 0: 57:32 (WR)
2
JACOB KIPLIMO UGA 57:37
3
RHONEX KIPRUTO KEN 57:49
4
ALEXANDER MUTISO KEN 57:59
5
PHILEMON KIPLIMO KEN 58:11
6
KELVIN KIPTUM KEN 58:42
7
BRAVIN KIPKOGEI KIPTOO KEN 59:37
8
JULIEN WANDERS SUI 59:55
9
CARLOS MAYO ESP 1:00:06

6.12.20 - 40. Valencia Marathon mit Halbmarathon
Halbmarathon Frauen
Rk. Name Verein Zeit
1
GENZEBE DIBABA ETH 1:05:18
2
SHEILA CHEPKIRUI KEN 1:05:39
3
SENBERE TEFERI ETH 1:05:51
4
DORCAS TUITOEK KEN 1:07:18
5
EMILY SISSON USA 1:07:26
6
BRENDA JEPLETING KEN 1:08:47
7
MARIA JOSE PEREZ MORENO ESP 1:12:57

GRR-Auszeichnungen 2020 für Melat Kejeta & Simon Boch

German Road Races zeichnet herausragende Leistungen einer außergewöhnlichen Saison aus - Innovativer Preis an den Laufszene Events-Macher André Egger (Dresden) - GRR-Award für Sportliches Lebenswerk an Doppel-olympiasieger Waldemar Cierpinski - Virtuelle Jahrestagung ersetzt Treffen der Laufveranstalter

Seit 2004 ehrt German Road Races (GRR) e.V. im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung herausragende Leistungen. Die feierliche Überreichung ist dabei stets einer der Höhepunkte beim dreitätigen Treffen der Laufveranstalter. 2020 ist jedoch alles anders, der Lockdown zur Eindämmung des Corona-Virus bedingt anstelle der Tagung in Brilon eine virtuelle Versammlung. Dennoch hält der Vorstand der Interessengemeinschaft der Laufveranstalter an dieser angesehenen Tradition fest und wird am Samstag in einer Liveschaltung einige Preisträger im Interview präsentieren.

Für herausragende Leistungen in einer verkürzten Laufsaison zeichnet GRR dabei als "Straßenläufer des Jahres" Melat Yisak Kejeta (Laufteam Kassel) und Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) aus. Melat gewann bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften im polnischen Gdynia in einem begeisternden Rennen die Silbermedaille mit einem neuen deutschen und europäischen Rekord in 1:05:34 Stunden (siehe Beitrag im LaufReport). Die 24jährige gebürtige Äthiopierin wird vom Kasseler Trainer-Urgestein Winfried Aufenanger betreut, der nicht zuletzt aber auch wegen seiner seit über vier Jahrzehnten engagierten und überaus erfolgreichen Tätigkeit beim PSV Grün-Weiß Kassel und seit 2018 beim neu gegründeten Laufteam Kassel den GRR-Trainerpreis erhält. Mit Simon Boch wird ein überaus trainingsfleißiger Läufer aus dem derzeit erfolgreichsten deutschen Vereinsteam bei der LG Telis Finanz Regensburg ausgezeichnet, dessen steile Karriere im "Corona-Jahr 2020" mit großen Leistungssprüngen auf Distanzen über 10 km und Halbmarathon einen vorläufigen Höhepunkt fand. Als beste Nachwuchsläufer zeichnet GRR Anneke Vortmeier (ASV Duisburg) und Paul Specht (VfL Sindelfingen) aus, die damit in die Fußstapfen der längst in der Aktivenklasse für Spitzenleistung sorgenden Alina Reh, Konstanze Kloster halfen, Gesa Felicitas Krause und Katharina Heing bzw. Patrick Karl, Markus Görger und Elias Schreml treten.

Für sein Sportliches Lebenswerk wird der Hallenser Waldemar Cierpinski (siehe Portrait im LaufReport) ausgezeichnet, der mit den beiden Marathon-Olympiasiegen in Montreal (1976) und Moskau (1980) legendär wurde und nach seiner Aktivenzeit mit der Leitung des Mitteldeutschen Marathons und seines angesehenen Sportgeschäfts mit dem Laufsport eng verbunden geblieben ist.

Gründungsvater des vor allem im süddeutschen Raum überaus beliebten Trollinger-Marathon Heilbronn ist Gustav Jenne, der mit inzwischen 84 Jahren die sportliche Leitung der 8000 Teilnehmer starken Laufveranstaltung am Neckar in jüngere Hände gibt. Als Veranstalter der Fleiner Crossläufe und Leichtathletik-Kreisvorsitzender und damit Ausrichter zahlreicher deutscher Leichtathletik-Meisterschaften hat er sich zudem einen exzellenten Namen gemacht und wird anlässlich der Jahresmitgliederversammlung 2020 mit dem " GRR-Organisatorenpreis" ausgezeichnet.

Mit einem ausgeklügelten Hygiene- und Abstandskonzept und einer Reihe von realen Laufveranstaltungen vorrangig im ostdeutschen Raum hat sich André Egger und seine Agentur Laufszene Events GmbH als Hoffnungsträger der stark beeinträchtigten Laufszene verdient gemacht und dabei mit dem Invitational Run im Dresdner Schlossgarten den Boden für eine Vielzahl der herausragenden Zeiten bundesdeutscher Eliteläufer bereitet. Fast 10.000 Läufer gingen bei realen Läufen in die Rennen, zudem 17.000 bei zahlreichen virtuellen Laufangeboten. Exzellente Belege, dass es der GRR Innovations-Preisträger verstanden hat, mit ausgefallenen Ideen, besonderem Weitblick und Augenmaß gerade auch für den Breiten- und Freizeitsport eine sportliche, wettkampfnahe Betätigung zu bieten.

Als weitere Schwerpunkte neben der Ehrung der GRR-Preisträger 2020 beinhaltet die zweieinhalbstündige virtuelle Jahresmitgliederversammlung den Bericht des Vorstandes, den Finanzbericht und die Etatplanung für 2021. Am Nachmittag findet zudem ein Video und Telefon-Workshop zur Situation der Laufveranstalter in der Corona-Pandemie statt. Der GRR-Vorstand wird hierbei auf die Förderprogramme von Bund und Ländern ebenso eingehen wie auch auf die Gespräche mit der Politik über mögliche Unterstützungen für den Laufsport. In den Folgewochen sind weitere virtuelle Workshops zu aktuellen Themen terminiert.

Weitere Informationen zur Situation gibt es online unter www.germanroadraces.de oder per E-Mail unter office@germanroadraces.de

GRR-Presseinformation vom 25.11.2020

Carlos Lopes lief vor 35 Jahren Marathonweltrekord

Heute, 20. April 2020, vor genau 35 Jahren gelang es dem Portugiesen Carlos Lopes als erstem Menschen die 2 Stunden 8 Minuten Marke bei einem Marathon zu unterbieten. Der nun 73jährige Langstreckenläufer, Marathon-Olympiasieger von Los Angeles 1984, verbesserte am 20.4.1985 in Rotterdam den inoffiziellen Marathonweltrekord des Briten Steve Jones, gelaufen am 21.10.1984 in Chicago, von 2:08:04 h auf 2:07:12 h. Knapp drei Jahre hatte der Rekord von Alberto Lopes Bestand, dann schaffte, wiederum in Rotterdam, der Äthiopier Belayneh Dinsamo in 2:06:50 h den Sprung unter 2:07 Stunden und hielt sich über zehn Jahre an erster Stelle der ewigen Bestenliste. Erst am 20. September 1998 gelang dem Brasilianer Ronaldo da Costa in Berlin in 2:06:05 h die Marathondistanz noch schneller zu absolvieren.

Reiht man Carlos Lopes Weltrekord in die weltweite Bestenliste von 2019 ein, stünde er an 81. Stelle. 97 Mal wurde allein im letzten Jahr schneller gelaufen. In der ewigen Liste der gelaufenen Marathonzeiten nimmt er den 629. Rang ein und ist an der 282. Stelle der schnellsten Marathonmänner aller Zeiten.

20.4.20 wawa

Lauf-Wahl leicht gemacht....

Lauftermine bei Lauftreff.de

Im Laufkalender unseres Berliner Partners Lauftreff.de sind weit über 5000 Volkslauf-Veranstaltungen aufgelistet.

Besonderer Service der LaufReport-Partnerseite Lauftreff.de sind ausgereifte Suchmaschinen zur effektiven Auswahl geeigneter Laufveranstaltungen. Die Auswahlangaben sind jeweils verlinkt zu weiteren Infos bzw. zur Veranstalter-Homepage sowie zu verhandenen Laufankündigungen im LaufReport. Die Daten werden laufend aktualisert und auf den neuesten Stand gebracht.

Sportsucht im Marathonsport

 

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hat sich Silke Hippler mit dem Thema auseinandergesetzt. "Zur Prävalenz der primären Sportsucht im Marathonsport - eine Online-Befragung" so lautet der Arbeitstitel und auch LaufReport-Leser waren vor Wochen angehalten, an der Befragung teilzunehmen. Mit der Auswertung der Befragung schließt die Arbeit. Eine kurze Zusammenfassung ist ihr voran gestellt. Das Thema weckt aber sicher das Interesse von Läuferinnen und Läufern soweit, dass man es nicht beim Lesen der Zusammenfassung belässt.

Zum Beitrag von Silke Hippler im LaufReport klick HIER

Das Medical Team von SCC EVENTS informiert

Bei Langstrecken-Wettbewerben wie Halbmarathon- oder Marathonläufen bestehe kein höheres Risiko, eine Herzattacke zu erleiden als im sonstigen Leben. Dies wurde jetzt im Rahmen einer Langzeit-Studie in den USA festgestellt, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde (Cardiac Arrest during Long-Distance Running Races).

In die Untersuchung flossen die Daten von 10,9 Millionen Läuferinnen und Läufern ein, die zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Mai 2010 an Marathon- und Halbmarathonläufen in den USA teilgenommen hatten. In diesem Zeitraum erlitten 59 Teilnehmer einen Herzstillstand, 42 davon starben. Von den 59 Betroffenen waren 51 Männer, wobei anzumerken ist, dass in den USA der Frauenanteil bei Halbmarathon- und Marathonläufen deutlich höher liegt als in Europa; teilweise sind dort in etwa gleich viele Frauen wie Männer am Start solcher Veranstaltungen.
Dies bedeutet, dass Herzattacken bei Laufwettbewerben nicht häufiger auftreten als im normalen Leben. "Die Tatsache, dass es sich dabei in der Regel um sportlich aktive Menschen handelt, die auch sonst einen überdurchschnittlich gesunden Lebensstil pflegen, spielt insofern eine untergeordnete Rolle, als einerseits familiäre Dispositionen (Herzerkrankungen bei Eltern, Geschwistern und nahen Verwandten) und andererseits unerkannte Vorerkrankungen (z.B. koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck) eine wichtige Rolle spielen", erklärte Dr. Lars Brechtel, medizinischer Direktor des BMW BERLIN-MARATHON.

Im Vergleich mit der Studie aus den USA liegt die Häufigkeit für schwere kardiale Zwischenfälle beim Vattenfall BERLINER HALBMARATHON und beim BMW BERLIN-MARATHON, den beiden größten deutschen Laufveranstaltungen ihrer Art, im Vergleichszeitraum zwischen 2000 und 2011 leicht höher. Dies begründet sich einerseits bereits mit dem Hinweis der Autoren, dass die Häufigkeit in ihrer Studie möglicherweise unterschätzt wird, weil nicht alle Zwischenfälle erfasst werden konnten. Auch unterscheidet sich die Geschlechterverteilung der Teilnehmer in den USA deutlich von der in Europa. Während in Berlin ca. 75% der Teilnehmer Männer sind (diese tragen ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Zwischenfälle in sich), gehen in den USA etwa gleichviele Männer wie Frauen an den Start. So waren auch in den vergangenen Jahren bei den beiden Berliner Großveranstaltungen ausschließlich Männer von derartigen Vorfällen betroffen.

Auffallend ist, dass das zugrunde liegende Krankheitsspektrum deutlich unterschiedlich ist. Während in den USA insbesondere die hypertrophe Kardiomyopathie - eine genetisch bedingte Herzerkrankung - in ca. der Hälfte aller Fälle für die schweren kardialen Zwischenfälle verantwortlich gemacht wurde, stehen in Berlin typischerweise die Fälle mit Minderdurchblutung des Herzens bedingt durch eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße und die daraus folgenden Herzinfarkte im Vordergrund.

Gegenüber den USA ist die Überlebenschance bei schweren kardialen Zwischenfällen in Berlin jedoch besser, was durch die gute medizinische Versorgungsstruktur und die präventiven Bemühungen des Medical Teams von SCC EVENTS erreicht wird.

Auffallend ist, dass ein Drittel der betroffenen Läufer in den USA in den letzten zwei Wochen vor dem Wettkampf bereits kardiale Symptome aufwies. 17% hatten zudem eine positive Familienanamnese, 10% Anzeichen einer viralen Infektion in den letzten zwei Wochen vor dem Vorfall. Somit wäre eine weitere Reduktion der Zwischenfälle möglich, wenn entsprechende Screening-Angebote wie der PAPS-Test (Persönlicher Aktivitäts- und Präventions-Screening-Test) und entsprechend daraus resultierende sportärztliche Untersuchungen konsequent genutzt werden würden. Ebenso sollte auf einen Start bei Vorliegen eines Infektes in den Wochen vor dem Rennen verzichtet werden.

Der PAPS-Test ist seit Jahren in den Anmeldeprozess bei allen Veranstaltungen von SCC EVENTS integriert und gibt den Teilnehmern erste Hinweise auf ein möglicherweise individuell erhöhtes Risiko. Sportmedizinische Voruntersuchungen können durch diesen Test nicht ersetzt werden. Sie sollten vielmehr von jedem Läufer eigenverantwortlich vor einer Teilnahme an Laufveranstaltungen wahrgenommen werden.

SCC-Pressemitteilung von Thomas Steffens vom 18.01.2012

Dokumentarfilmer Michael Schwarz traf Läufer Horst Preisler:

Videoinstallation „Lebenslauf“ – jetzt preisgekrönt

Als Preisler die Anfrage erreichte, ob er bereit sei, an einem solchen Projekt mitzuwirken, war sein erster Gedanke: „Klar, so kann ich doch jungen Menschen helfen, ein solches Projekt zu gestalten.“ Zum Beitrag von Wolfgang W. Schüler im LaufReport klick HIER

 

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