Schlett EXTREM

Teil 26: In den Katakomben von Paris
Zeitreise ins vorletzte Jahrhundert

Aus dem schwarzen Loch schlägt mir kalte Luft entgegen, es riecht nach Zement und Vergangenheit. Nach 3 Kilometern anspruchsvoller Laufstrecke im Kiesbett der Gleise beginnt der Einstieg ins Dunkel. An dem 5 Meter hohen Eisenzaun hat jemand links unten ein paar Stäbe herausgesägt, wo man gerade so durchkriechen kann. Dann steht man im Eisenbahntunnel, der unter dem berühmten Cimetiere du Père-Lachaise durchführt, dem größten Friedhof von Paris, in dem bisher eine Million Verstorbene beigesetzt wurden. Unzählige berühmte Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Edith Piaf, französische Sängerin, der Komponist Frédéric Chopin, aber auch Martin-Michel-Charles Gaudin -Finanzminister unter Napoleon Bonaparte- liegen hier. Unter den berühmten Philosophen, Generälen, Revolutionären, Literaten, Politikern, Astronomen usw. findet sich auch ein Sportler: Laurent Fignon, französischer Radrennfahrer, der zwei mal die Tour de France gewann. Mit rund 3,5 Millionen Besuchern im Jahr ist Père-Lachaise eine der meist besuchten Stätten in Paris. Hier, 15 Meter tiefer, verirrt sich garantiert kein Tourist hin.

Mystische Orte der Vergangenheit Alte Bahnstation

Ich streife die Stirnlampe über den Kopf und nehme eine Stablampe in die Hand, alle Sinne sind auf Alarmbereitschaft gestellt. Hier unten funktioniert auch kein Handy mehr. Am Eingang liegen Matratzen - jemand wohnt hier. Als ich weiter drinnen, wo das Tageslicht nicht mehr hinkommt, aus Versehen ein kleines Zelt anleuchte, regt sich einer. Ansonsten ist es ruhig in dem dunklen Loch. Nur ein weißer Fleck in der Ferne verrät, dass dieser Schattengang irgendwann ein Ende haben muss. Auf dem Friedhof über mir liegt übrigens auch ein gewisser Joseph-Ignace Guillotin, auf dessen Vorschlag die Hinrichtungsmaschine Guillotine erfunden wurde, deren Mechanismus die Hinrichtungen "humanisieren" und das Leid der Hingerichteten verkürzen sollte. Back to Business: Im verhaltenen Laufschritt arbeite ich mich mehr stolpernd im oder neben dem Gleisbett nach vorne, bis nach rund einem Kilometer der Tunnelausgang mit einem scheinbar unüberwindbaren Gitter versperrt ist. Die Rettung scheint weiter hinten im Tunnel durch die Decke: Durch Röhren in den Wänden fällt mattes Licht ein, Metallsprossen führen zwanzig Meter in die Höhe. Aber auch diese enden an einem Gitter und sind keine Ausstiegsoption. Wieder zurück? Ich habe Glück, am Tunnelende hat jemand ganz links einen Schlafsack über den Zaun geworfen, so dass er dessen Metallspitzen überdeckt. Dort hat auch die Tunnelwand kleine Vorsprünge. Hier Halt suchend und gleichzeitig mit den Armen am Gitter nach oben ziehend, mogele ich mich irgendwie über das rund 5 Meter hohe Hindernis, beende den Trip in die Pariser Unterwelt und kann die urbane Expedition auf oberirdischen Gleisen fortsetzen.

Autor Stefan Schlett im Untergrund Urbane Wildnis

Durch einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen wurde ich Mitte des letzten Jahrzehnts erstmals auf den Petite Ceinture (Kleiner Gürtel) aufmerksam. Eine ringförmige Eisenbahnstrecke aus dem 19. Jahrhundert, die ab 1852 die Bahnhöfe am äußeren Rand der Stadt Paris verband und 1934 Großteils stillgelegt wurde, da die Erweiterung der Pariser Metro die Strecke überflüssig machte. Frachtverkehr herrschte noch bis Anfang der 90er Jahre. Ein Teil der verbliebenen Bahnhöfe sind heute noch vorhanden. Die meisten Zugänge sind mit Mauern, Eisentoren, Stacheldraht verbarrikadiert, was die Pariser natürlich nicht davon abhält, in diese mystischen Orte der Vergangenheit -sogenannte Lost Places- einzudringen.

Karte der Eisenbahnlinie Petite Ceinture de Paris im Jahr 1918, aus der Fahrplanbroschüre der Eisenbahngesellschaft Die gute alte Zeit auf dem Petite Ceinture - Foto © Didier Duforest CC BY-SA 4.0

Hier ein ausgehebeltes Tor, dort ein unscheinbares Loch im Maschendrahtzaun - wer sucht, der findet. Die Ceinture ist einer der letzten wilden Orte der sonst so gnadenlos zugebauten Ile-de-France. Zum Teil zieht sich die Strecke auf Erdgeschossniveau entlang, manchmal auch als Viadukt viele Meter über dem Boden. Die meisten der 32 km des Rings verlaufen aber tief unter der Erde. Dies zog früher vor allem die Katakomben-Liebhaber, les Cataphiles, an. Je enger es aber in der am dichtesten besiedelten Stadt Europas wird, desto mehr abenteuerlustige zieht die Petite Ceinture mit ihren stillen Gleisen an.

Urbane Wildnis - Foto © Thierry Bézecourt CC BY-SA 2.5 Geistertrasse durch Paris - Foto © Roehrensee CC BY-SA 4.0

Da ich aus privaten und beruflichen Gründen des Öfteren in Paris weile, zog mich das als ambitionierter "Untergrundkämpfer" (Weltrekord im Ultramarathon unter Tage, Elbtunnelmarathon in Hamburg, zahllose Höhlen- und Tunnelerkundungen auf der ganzen Welt) magisch an. An einem Dezembermorgen entdeckte ich nach langem Suchen und Überwinden eines Eisentores erstmals die hermetisch abgeriegelten, versteckt daliegenden Gleise. Voila - endlich hatte ich meinen Abenteuerspielplatz gefunden! Ein anarchisches Chaos eröffnete sich vor meinen Augen. Kilometerlang schlängelten sich die alten Bahnanlagen geheimnisvoll mitten durch die Stadt, immer wieder unterbrochen von Tunneln. Eine rege Untergrundszene trieb sich in den vergammelten Anlagen herum, überwiegend Teenager und junges Publikum. Diese Trasse hatte einen ganz außergewöhnlichen, morbiden Charme.

Alte Bahnstation Untergrund-Graffiti

Zwei Monate später, an einem kalten und düsteren Wintertag, war ich wieder hier. Im Camelbak befanden sich: Lampen, Handy, Verpflegung, Klappmesser (für eine eventuelle Selbstverteidigung - ich hatte ordentlich Muffensausen) und diverse Notutensilien. Es herrschte eine gespenstische Ruhe und Einsamkeit. Kein Mensch, nicht mal eine Ratte oder Fledermaus waren zu sehen. In einem der längeren Tunnel tropfte Wasser von der Decke. Irgendwie faszinierte mich diese apokalyptische Welt. Versteckt und nahezu unsichtbar mitten in einer Weltmetropole, viele Pariser kennen nicht einmal deren Existenz. Eine Geistertrasse, teils komplett von Bäumen oder zugewachsenen Zäunen umgeben. Zudem eröffnete sie ein völlig neues Revier für Abenteuerläufe oder, um ins Denglisch abzuschweifen, Urban Exploring. Es entwickelte sich eine regelrechte Obsession. Mithilfe von Kartenmaterial, google maps, Internetrecherche, Glück und Zufall entdeckte ich immer mehr Abschnitte des Chemin de Fer de Petite Ceinture.

Obdachlosenquartiere im Tunnel

Anspruchsvolles Trailrunning auf mystischen Pfaden aus dem vorletzten Jahrhundert, mit Kletter- und Kriecheinlagen, bei Tageslicht oder völliger Dunkelheit. Ich begegnete den schrägsten Gestalten, Punks und Streetart-Künstlern, die Tunnel und Brücken mit Untergrund-Graffiti bepflastern. Kreatives Chaos beherrschte diese verwahrloste Trasse. Hier und da hausten Obdachlose, unter einer Brücke lebten in einer kleinen Zeltstadt mehrere Migrantenfamilien, die freundlich grüßten. Und ich entdeckte große Wandgemälde, kleine Kunstwerke aus Glasperlen, geheime Gärten, Berge von Müll, alte Möbel, verfallene Bahnhofsgebäude. Orte die einst belebt waren, Orte voller Geschichte. Auf den sogenannten Highlines, den Hochtrassen, die teilweise durch den Kern der Stadt führen, konnte ich von oben unbemerkt das Treiben der Passanten, die Blumen- und Trödelmärkte und Straßenmusiker beobachten, oder den Parisern ins Wohnzimmer schauen. Einmal führte mich ein Nebenarm im Tunnel bis zur Abwasserkanalisation, wo Platzangst und Fäkaliengeruch den Fluchtinstinkt weckten.

Morbider Charme der Pariser Unterwelt Künstleratelier über den Gleisen

Jahrzehntelang war die Petite Ceinture Zuflucht für Obdach- und Heimatlose, in den dunklen Ecken verlassener Bahnstationen wurde mit Drogen und Sex gehandelt. Bis die Pariser den Charme des "Kleinen Gürtels" wieder entdeckten. Ein Verein zum Schutz der Petite Ceinture wurde gegründet, ein Bürgerentscheid von 2006 verpflichtet die Politik, den Ring vollständig zu erhalten und durch Mischnutzung wie Konzerthallen und Parks der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Ceinture wird von über 200 Arten verschiedener Pflanzen und Tierarten bevölkert, Wildtiere nutzen den Bahnring als Korridor, um Paris zu durchqueren. Wann findet hier der erste Trailwettbewerb statt…? Nach rund 2 ½ Jahren war es geschafft und alle noch irgendwie zugänglichen Abschnitte des Petite Ceinture in mein Lauftagebuch eingetragen. Pures Mikroabenteuer, ein Mix aus Leidenschaft, Angst, Entdeckungs- und Bewegungsdrang.

Bar "La Recyclerie" Ein letzter wilder Ort der gnadenlos zugebauten Ile-de-France

Liebe Freunde der Laufkunst: Bitte nicht nachmachen! Denn erstens ist das nicht erlaubt und zweitens gefährlich. Aber, mittlerweile sind mehrere Kilometer der Gleise als Parks öffentlich zugänglich (die zuständigen Politiker kommen ihrer Verpflichtung nur sehr zögerlich nach), in einigen der noch erhaltenen Bahnhöfe haben sich Künstlerateliers etabliert und im Norden, rund um die Porte de Clignancourt, entstanden Bürgergärten, wo Anwohner auf den Terrassen und neben den Gleisen Gemüse und Obst anbauen, sowie Ziegen und Hühner halten. In der alten Ornano-Station an der Rue du Ruisseau eröffnete 2014 die Bar "La Recyclerie", welche komplett aus recyceltem Material gebaut wurde. Alles zu finden auf den touristischen Websites der Stadt Paris.

Fotos © Stefan Schlett,
Fotos von Thierry Bézecourt, Roehrensee und Didier Duforest sind Wikimedia Commons-Dateien aus wikipedia

Beitrag von Stefan Schlett

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Teil 25: Run & Swim - Mikroadventure vor der Haustüre

Sonntagmorgen 7:30 Uhr. Ich verlasse das Haus zu meiner ganz persönlichen Sportmesse, ein Ritual, das ich seit Jahren pflege. Zumindest an den wenigen Wochenenden wo ich zuhause bin. Es ist ein frischer Herbsttag. Anzugsordnung: Gummikappe, Schwimmbrille, Kompressionshemd, ärmelloser Neoprenanzug, Kompressionssocken, leichte Trailschuhe. Mein privater Swimrun steht auf der Trainingsagenda. Eine relativ neue, seit Jahren boomende Disziplin, die wettkampfmäßig betrieben recht teuer und mit rigiden Zeitlimiten belegt ist. Anreise, Startgeld und Stress erspare ich mir, meine Strategie lautet "Mikroadventure" vor der Haustüre. Einen Kilometer warm laufen durch den wie ausgestorben da liegenden Ort. Gut, dass mich in dem Aufzug keiner sieht, die Kirchgänger sind erst in einer Stunde unterwegs. Ich genieße den herrlichen Morgen, die klare Luft, die Ruhe. Die Bundesstraße 8 muss überquert werden, ein einsamer Autofahrer guckt etwas irritiert als er den Froschmann über die Straße flitzen sieht. Jetzt noch durch den Spielplatz, und das Mainufer - mein sonntägliches Schlachtfeld - ist erreicht.

Stefan Schlett beim ÖTILLÖ Swimrun 1000 Lakes / Mecklenburger Seenplatte im Einsatz - Foto © Michael Kunst Keine Frage, mit leichten Trailschuhen schwimmt es sich besser - Foto © Jakob Edholm

Dünne Nebelschwaden wabern über das Wasser, ich vergewissere mich, dass kein Frachter unterwegs ist, an der nahe gelegenen Schleuse ist es ebenfalls ruhig. Es geht los! Rein in die 13 Grad kalte Brühe, aber - lebenswichtig - kontrolliert, nur nicht springen. Erst neulich habe ich an meiner Einstiegsstelle ein Fahrrad aus den Fluten gezogen - das hätte böse Verletzungen gegeben. Anfangs habe ich mir auch so manches unfreiwillige Duell mit einem Frachtkahn geliefert. Mit zunehmender Erfahrung und Routine ist das mittlerweile vermeidbar. 150 Meter sind es bis ans andere Ufer, eine Sache von 3 Minuten, dann wird auf einem Schotterweg weitergelaufen. Was für eine Stimmung! Das Licht, die Luft, das klare, träge dahin fließende Gewässer - der Main hat kaum Strömung. Erholung für die Seele! Nächster Fixpunkt: der Biergarten auf der anderen Seite. Einige traditionelle Flussbewohner versperren den Ausstieg. Die Enten fliegen aufgeschreckt davon, nur das prächtige Schwanenpaar meckert und sträubt sich zunächst, räumt dann aber doch das Feld, obwohl sie mir im Wasser überlegen wären.

Auch bei der ÖTILLÖ Swimrun-WM in Schweden ist das Rein ins Wasser kniffelig - Fotos © Nadine Odenhagen

Bei der 3. Mainquerung muss eine Furt durch die mit Dornenhecken dicht bewachsene Uferböschung gesucht werden. Es kommt keine Langeweile auf! Ein Spaziergänger mit Hund ist die zweite menschliche und tierische Begegnung heute früh. Ich grüße freundlich, Hund und Herrchen grüßen zurück - der eine bellt, der andere murmelt ein Moin in seinen Bart. Nein, man wundert sich nicht - es ist bekannt, dass es hier in der Region so einen Verrückten gibt. Auch die Angler, 500 Meter weiter, kennen den rennenden Froschmann schon. Diesmal muss ich erst einen Frachter mainabwärts durchlassen, bevor es, in gebührendem Abstand von dem Anglertrio, an die 4. Querung geht. Jetzt kommt das Highlight: 1,2 km Laufstrecke bis zum Mainparksee, einem idyllischen Badesee. Hier ist das Wasser 1-2 Grad wärmer, Ein- und Ausstieg einfacher, da er nicht über scharfkantige Steine erfolgt, kein Bootsverkehr und mit 300 Metern die längste Schwimmstrecke. Dafür hat es Unmengen Gänse, die laut schnatternd davon fliegen, als die menschliche Amphibie ihre Morgenruhe stört. Kraulend durch den friedlich im Morgendunst liegenden See, sogleich laufend auf schmalen Trails durchs Unterholz einmal drumherum, und ich bin wieder an "meinem" Fluss.

Stefan Schlett mit Partner mit Teampartner Jörg Hafner beim Engadin Swimmrun - Foto © Nadja Odenhage Stefan Schlett mit Teampartnerin Anna Berenguel (ESP) bei der ÖTILLÖ Swimrun-WM in Schweden - Foto © Nadja Odenhage

Swimrun, also Schwimmen und Laufen im stetigen Wechsel ohne sich umzuziehen, ist für mich schon seit Anfang des Jahrtausends das ideale Medium, um meine Inselleidenschaften auszuleben. Unzählige Inseln auf der ganzen Welt konnte ich in diesem Stil erobern. Auf Rodrigues, einem einsamen Eiland im Indischen Ozean, forderte ich vor Jahren Neptun heraus und legte mein Inselexamen ab. Im Schutz der 300 Quadratkilometer großen Lagune gelangen mir 11 unbewohnte Inselchen in einem Rutsch. Die weiteste davon war 4 km vom Ufer entfernt, die größte mehrere Kilometer lang. 3 ½ km Schwimm- und 5 km Laufstrecke kamen so in 6 ½ Stunden zusammen. Mein lieber Scholli, was war ich fertig hinterher! Nicht nur die physische Belastung, plus Salzwasser, Strömung, Wind, Wellengang und starke Sonneneinstrahlung spielen dabei eine Rolle. Auch die psychischen Anforderungen sind enorm hoch. Die Angst schwimmt und rennt bei solch einsamen Abenteuern durch wildes und archaisches Terrain immer mit. Eine extrem intensive Erfahrung!

Auch nicht immer einfach ist der Ausstieg aus dem kühlen Nass. ÖTILLÖ Swimrun-WM in Schweden - Fotos © Nadine Odenhagen

Noch zwei Mal muss der Main überquert werden, dann bin ich wieder im Stall. Nach 1:15 Stunden stehen 6 km Laufen und 1200 Meter "Kaltwassertherapie" auf dem Tacho. Juhu, das Miniabenteuer ist beendet! Ein Adrenalin verwöhnter Weltreisender kann auch zuhause sein Glück finden. Gerade in Pandemiezeiten ist das aktueller denn je. Jetzt knurrt der Magen. Als ich mich noch vor dem Brunch in der heißen Badewanne einweiche um den steifen Gliedern wieder Leben einzuhauchen, läuten draußen die Kirchenglocken. Während das gläubige Volk seinem Gott huldigt, haben mich der Lauf- und der Wassergott schon reichlich belohnt.

Fotos © Nadja Odenhage, Jakob Edholm, Michael Kunst 

Beitrag von Stefan Schlett

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Teil 24: Eiskalte Leidenschaften in Zeiten von Corona

Die Flucht aus Russland

Urplötzlich, wie aus dem Nichts, drosch der eiskalte Sturmwind überfallartig auf uns ein. Wir saßen gerade dick vermummt in vier Lagen Funktions- und Daunenkleidung vor unseren Zelten, um nach einem harten Arbeitstag auf dem Eis unseren Feierabend-Wodka zu genießen. Eben noch herrschte eine trügerische Ruhe, es war windstill, der Vollmond tauchte den zugefrorenen Baikalsee in ein magisches Licht, nur das immer währende Krachen, Knacken und Knirschen der 30.000 Quadratkilometer großen Eisfläche, die unter immenser Spannung steht, war zu hören. Und jetzt, von einer Sekunde auf die andere, Alarm! Wir sprangen auf, sicherten die Zelte und Transportschlitten mit allen noch verfügbaren Eisschrauben und krochen in unsere fragile Behausung, in Erwartung einer beinharten Sturmnacht. Kurze Zeit später müssen wir dann ein Zelt wegen Schneeeinbruchs evakuieren und im verbliebenen, eingepfercht wie in einer Sardinenbüchse, die nächsten 14 Stunden die Launen des Baikalgottes aussitzen.

Es kracht, knackt und knirscht im Eiscamp Macht Mut und wärmt auf: Feierabend-Wodka

Während ich zusammen mit meinem Eispartner Wolgang Kulow, 71-jähriger Best Ager, lebenslanger Extremsportler und Veranstalter des Triple-Ironman-Triathlons in Lensahn/Schleswig Holstein mitten auf dem Baikalsee ums Überleben kämpfe, löst ein winziger, kaum unter dem Mikroskop sichtbarer Virus, eine waschechte globale Krise aus. Bei unserer Abreise Mitte Februar war Corona zwar schon ein Aufreger -der Gesundheitsminister musste von einem Interviewtermin zum nächsten hetzen anstatt seiner Arbeit nachzugehen und die einschlägigen Talkshows überschlugen sich-, aber selbst die Experten unterschätzten in dieser Situation noch die Gefahr einer weltweiten Pandemie.

Luxusleben Eiscamp im Einzelzelt Sardinenbüchsenbesetzung: StefanSchlett und Wolgang Kulow

Hier in Sibirien, sieben Zeitzonen weiter östlich, war Corona überhaupt kein Thema, und wenn überhaupt bekannt, lediglich ein bei Partygängern beliebtes mexikanisches Bier bzw. bei den PS-Verrückten neureichen Russen ein Automodell. Wir fokussierten uns auf die bevorstehende Expedition: 400 km mit Schlittschuhen und zu Fuß auf dem zugefrorenen Baikalsee, die Ausrüstung wurde mit einer Pulka (Transportschlitten) hinterher gezogen. Das Leben auf und mit dem Eis bescherte uns aber auch ein Leben in paradiesischer Unwissenheit - kein Netz hieß keine Schlagzeilen, Nachrichten, sinnlose Talkshows.

Daumen hoch: "Eiswolf" Wofgang Kulow Magische Nächte auch für "Gefrierfleischschletti"

Neben dem permanenten Krisenmanagement, dem Reagieren auf ständig sich verändernde Situationen, erlaubte mir die Weite, Ruhe und Abgeschiedenheit des Eisuniversums Baikalsee auch Zeit für philosophische Gedanken und Reflektionen: Natürlich waren die Horrormeldungen aus China alarmierend. Aber die Grippewelle 2017/18 hat alleine in Deutschland 25.000 Menschenleben gefordert! Mittlerweile gibt es fast 8 Milliarden Menschen die den Globus verseuchen, ausbeuten, zumüllen und diese unglaublich geniale Schöpfung mit Füßen treten. Ob Pest, Spanische Grippe, Naturkatastrophen oder sinnlose Kriege - bedient sich die Natur lediglich verschiedener Regulierungsmechanismen, um eine Art, die sich seuchenartig ausbreitet, in die Schranken zu weisen? Das mag zynisch klingen, ist aber nahe an einer Realität, mit der sich die Menschheit auseinander setzen muss.

Kochen in der selbst gewählten Einsamkeit

Listvyanka, größter Ort im Süden des Baikalsees, Endpunkt der Reise. Hier kommen wir knapp 4 Wochen später und 8 kg leichter an - das Leben in der Kälte hat etwas Substanz gekostet. Es ist Mitte März und vorbei mit der selbst gewählten Einsamkeit und Isolation. Die Nachrichten aus dem world-wide-web erschlagen uns. Die ganze Welt befindet sich im Corona-Alarm, erstmals hören wir von der "Coronakrise". In Deutschland gibt es aktuell 3 ½ Tausend Infizierte und 8 Tote. Telefonrapport mit der Heimat. Wolfgangs Ehefrau ist in Panikstimmung, in einigen Bundesländern soll der Notstand ausgerufen werden, von Ausgangssperren ist die Rede, in den Supermärkten finden Hamsterkäufe statt, einige Inseln in Nord- und Ostsee sind bereits abgeriegelt und die umliegenden Länder machen ihre Grenzen dicht. Wir diskutieren schon, welche Lebensmittel hier in Russland besorgt werden könnten und wie viel Platz noch in unseren Packsäcken übrig ist… Holy Shit - ich sehne mich zurück nach dem harten Leben auf dem Eis! Sturmwind und Schneetreiben, der tägliche Kampf gegen Erfrierungen und kaputter Ausrüstung, karge Mahlzeiten, die Maloche in den Packeisfeldern - das alles ist mir lieber als Viruswahn und Corona-Liveticker, mit denen wir nun regelrecht bombardiert werden.

Karge Mahlzeit SchlettEXTREM als Wasserträger

Es sind noch 3 Tage bis zum Abflug. Wir befinden uns hier im Paradies und genießen es. Klare Luft, wunderschöne Eislandschaften, täglich frischer Omul vom Markt - ein köstlicher endemischer Fisch aus dem Baikalsee. Wir "fressen wie die Henker" um wieder zu Kräften zu kommen, fotografieren und filmen um die Social Media Kanäle unseres Sponsors zu füttern, springen täglich in ein nahe gelegenes Eisloch. Noch ist Sibirien der zweitsicherste Platz auf der Welt (der sicherste ist die Antarktis) - hier hat sich Mister Corona noch nicht hin verirrt. Aber wir sind keine Träumer, der Tag wird kommen, an dem wir uns der "neuen Welt(un)ordnung" stellen müssen. Die Fakten: Der sechsstündige Inlandsflug von Irkutsk nach Moskau findet sicher statt. Raus aus Moskau Richtung Westen wird zumindest spannend! Überland, ob per Bahn, Bus oder PKW ist keine Option, da mehrere dabei zu durchquerende osteuropäische Länder bereits die Grenzen dicht gemacht haben. Und selbst wenn, die Kosten wären nicht tragbar - die Kriegskasse ist leer. Wie erwartet wurde der gebuchte Flug Moskau-Hamburg storniert - die Aeroflot, welche normalerweise ein halbes Dutzend Metropolen in Deutschland anfliegt, hatte schon seit Tagen diesen Dienst eingestellt. Es sollten nur noch wenige Flüge nach Berlin raus gehen.

Wenig Komfort in der Zeltstadt Baden im Eisloch

Wolfgang ist ein beinharter Typ der auch in extremsten Situationen cool bleibt, rational handelt und nach Lösungen sucht. Letzteres wurde ihm am Vorabend der Rückreise zum Verhängnis. "Eiswolf" lief heiß, wollte unbedingt eine Lösung erzwingen, telefonierte die halbe Nacht und machte etliche Leute verrückt. Mein Einwand, dass die Aeroflot ihren Transportauftrag erfüllen und Alternativen ausarbeiten muss, beruhigte ihn nicht. Und überhaupt, ein paar Tage länger im "Paradies" kann uns doch nur recht sein, der Wahnsinn holt uns noch schnell genug ein. Immerhin hatte ich nach 3 ½ Jahrzehnten des sportlichen Nomadentums schon widrigere Situationen bewältigt. Morgens um zwei gab er dann endlich Ruhe…

80 kg Ausrüstung Expeditionshaushalt

Mittwoch, 18. März, Flughafen Irkutsk: Nach der Aufgabe von 1 ½ Zentnern Fluggepäck gab es die Bordkarte nach Moskau und eine Umbuchung nach Berlin für den folgenden Tag. Flughafen Moskau-Sheremetyevo: Stundenlanges Anstehen an diversen Schaltern, um Transfer-, Hotel-, Verpflegungscoupons zu erhalten, die uns laut Passagierrecht zustehen. Da fällt es uns wie Schuppen von den Augen: Heute läuft unser Visum ab! Das Überschreiten des Visums wird in Russland mit hohen Geldstrafen geahndet. Ok, das machte mich nicht unbedingt nervös - unverschuldet und mit einer Bestätigung der Fluggesellschaft sollte das zu regulieren sein. Aber auf die Willkür seelenloser Bürokraten hatten wir keinen Bock. Also, nichts wie raus hier! Das beunruhigte dann sogar den "Trouble Manager" von Aeroflot. Aber halt, da gibt es doch tatsächlich noch einen Nachtflug, und -oh Wunder- 2 Plätze sind auch noch frei! Her mit den Bordkarten! Meiner Bitte nach zwei Verpflegungsgutscheinen wegen der langen Wartezeit wird ebenfalls statt gegeben, und dann nichts wie raus aus dem Land.

Zu Fuß mit einer Pulka auf dem zugefrorenen Baikalsee Verzaubernde Eiswelt

Flughafen Berlin-Schönefeld, Parkposition auf dem Vorfeld, der Airbus A 320 wird von einer Einsatzgruppe der Grenzpolizei abgeschirmt. Vorerst dürfen nur deutsche Staatsbürger das Flugzeug verlassen. Hurra, die "Flucht" aus Russland ist uns gelungen! Aber kommen wir jemals wieder aus Deutschland raus…? Zwei Seesäcke, die Tasche mit den beiden Transportschlitten sowie je 2 Wühltaschen und kleine Rucksäcke werden in einem Rutsch zur 500 Meter entfernten S-Bahn Station gewuchtet und dann stehen wir kurz vor Mitternacht mit dem gesamten Expeditionshaushalt im menschenleeren, monströs wirkenden Berliner Hauptbahnhof. Die Klamotten, seit 4 Wochen getragen, und unsere Ausdünstungen waren nicht mehr ganz so koscher. Aber in den gähnend leeren Nachtzügen, die es von Berlin tatsächlich noch gab, merkte das eh keiner. "Eiswolf" musste nach Nordwesten, "Gefrierfleischschletti" nach Südwesten. Zivilklamotten, Haustürschlüssel, Bahnfahrkarte und all die Dinge, welche in Sibirien nicht gebraucht wurden, lagen in Wolfgangs Haus in Lensahn. Aber das waren lösbare Probleme.

Holy Shit - ich sehne mich zurück nach dem Leben auf dem Eis! Unvergesslicher Eiszauber

So endete unsere eisige Expedition in das größte Land der Erde, zum tiefsten See auf diesem Globus, der gerade kräftig durcheinander gewirbelt wird. In den kommenden Tagen und Wochen wurden fast eine viertel Million Deutsche Staatsbürger aus der ganzen Welt zurückgeholt. Die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik! Wahrscheinlich waren noch nie so viele Deutsche in Deutschland! Und wahrscheinlich steht mir die längste Zeit in diesem so bewegten sportlichen Nomadenleben bevor, die ich in der Heimat verbringen muss.

Stefan Schlett, Weltreisender im Hausarrest...

Fotos © Wolfgang Kulow 

Beitrag von Stefan Schlett

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Teil 23: Medaillen vom Himmel

September 1987: Der erste Deutschlandlauf als "Massenevent" geht zu Ende. Über 300 Läufer hatten sich beworben um die erste Hürde zu nehmen, eine penible Sportmedizinische Leistungsuntersuchung an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. 110 durften schließlich in Timmendorfer Strand an der Ostsee starten. 1000 Kilometer in 20 Etappen à 50 km bis nach Mittenwald standen auf dem Stundenplan. Heute würde man darüber lachen - damals war es eine Pioniertat, organisiert von Prof. Dr. med. Klaus Jung.

Sportmedizinische Leistungsuntersuchung bei der Deutschlandlauf-Premiere 1987

Im Dienste der Wissenschaft wurden dabei zahlreiche Studien und Untersuchungen vorgenommen, ein paar Dutzend Studentinnen und Studenten stürzten sich in die Feldarbeit, die Bundeswehr konnte als Logistiker gewonnen werden, Bundeskanzler Helmut Kohl übernahm die Schirmherrschaft. Ein tragischer Todesfall am 5. Tag bedeutete zwar eine Zäsur, konnte aber das Unternehmen nicht stoppen. Exakt die Hälfte kam durch. Siegerehrung der 55 "Überlebenden" im Kurpark von Mittenwald. Doch einer fehlt: Stefan Schlett, 13. Platz in 98:15 Stunden Gesamtzeit. 2000 m höher stürzt er sich in Lederhose und mit Fallschirm bewaffnet aus einem Helikopter vom Typ Bell UH-1D der Bundeswehr…

Stefan wird während des Deutschlandlaufs vom NDR interviewt Stefan Schlett landet im Kurpark in Mittenwald, dem Deutschlandlauf Ziel

5 Jahre Fallschirmjägerei, die übergangslos in eine Karriere als "freiberuflicher Abenteurer" mündete, 230 militärische und 266 zivile Fallschirmabsprünge hinterließen ihre Spuren. Sogenannte "Demo-Sprünge" zu Hochzeiten, diversen Feierlichkeiten und Jubiläen, oder ganz simpel zur Grillparty in einem geräumigen Hinterhof waren damals Usus. Logisch, dass ich diesen "Blödsinn" auch in meine Extremsportkarriere einbringen wollte. Jahrelang belästigte ich zahlreiche Organisatoren spektakulärer Events mit der Idee, mich nicht nur als Teilnehmer starten zu lassen, sondern der Veranstaltung per Fallschirmabsprung einen besonderen Rahmen zu verleihen. Die Reaktionen waren durchweg positiv, aber die Hürden Bürokratie, Kosten, Genehmigungen meist zu hoch. Sogar von Valerie Silk, damalige Ausrichterin der Ironman-Weltmeisterschaft in Hawaii, erhielt ich einen persönlichen Brief, mit der bedauerlichen Feststellung, dass am Start bereits zu viele Pressehelikopter den Luftraum bevölkern und somit die Sicherheit nicht gewährleistet sei.

Als Fallschirmspringer schaffte es Stefan Schlett auf die Titelseite des Laufmagazins Condition Valerie Silk teilt Stefan ihre Sicherheitsbedenken mit, weiteren Luftverkehr bei der Ironman-WM auf Hawaii zuzulassen

Doch zwei Mal war ich nahe dran, beim 24-Stunden-Lauf in Apeldoorn/NL und beim Triple-Ironman im Schleswig-Holsteinischen Lensahn. Es gab einen lokalen Fallschirmsportclub und somit auch Fallschirmspringer, die sich beteiligen wollten, die Genehmigung der Luftfahrtbehörden lag vor, ein adäquater Landeplatz war vorhanden. Beide Male gab es am Tag X gutes Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein, aber Äolus, der Gott des Windes, spielte nicht mit und die Aktion wurde abgeblasen. Äolus verhinderte auch eine weit spektakulärere Aktion einige Jahre später. Mit zwei weiteren Springern sollte ich aus einem Heißluftballon zum Fußballfest eines lokalen Sportclubs springen. Der Wind trieb uns in alle Richtungen, nur nicht da wo wir hin sollten. Das Ergebnis war dann eine Notlandung auf der Wiese…

Stefan Schlett bei einem militärischen Absprung aus CH-53 (mittlerer Transporthubschrauber) ... und beim Absprung über Sibirien bei minus 20°C

Aber, dieses eine Mal klappte es! Erst während dem Rennen, es muss so während der 13. oder 15. Etappe gewesen sein, kam mir die Idee. Der Begleitoffizier war sofort begeistert und schickte einen Untergebenen los, der durch halb Deutschland fuhr, um in meinem Zuhause Fallschirm, Helm, Höhenmesser und Stiefel abzuholen. Die Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt bei Schongau, wo ich noch vor einem Jahr meinen Dienst tat, lag um die Ecke. Der frisch gebackene Kommandeur Oberst Richstein ließ es sich nicht nehmen höchstpersönlich bei diesem "Einsatz" mitzuwirken und lud noch ein paar meiner alten Kameraden in den Helikopter.

Öffnung des Fallschirms in 700 Metern Höhe Abschlussfeier im Kurpark von Mittenwald

Präzise Landemanöver und die dementsprechende Erfahrung und Routine waren gefragt, um den relativ kleinen Kurpark in Mittenwald aus 2000 Metern Höhe zu treffen. Und dann brachten wir zu fünft die Medaillen vom Himmel. Im Nachklang gelang mir dann tatsächlich noch ein Novum: als Fallschirmspringer schaffte ich es auf die Titelseite des Laufmagazins Condition, dessen damaliger Chefredakteur Werner Sonntag Jahrzehnte später die erste und bisher erfolgreichste LaufReport-Kolumne (Sonntags Tagebuch) begründete.

Fotos © Stefan Schlett und sein privater Fundus   

Beitrag von Stefan Schlett

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Teil 22: Auf eine Gulaschsuppe
mit Dieter Baumann

Kleinkunstbühne Alte Knabenschule in Stockstadt am Main. Das historische Fachwerkhaus von anno 1686, das bis 1907 als Knabenschule diente, wird, vollständig restauriert, seit November 2010 als Kleinkunstbühne genutzt. Ein geschichtsträchtiger Platz mit Seele ist auf der Website zu lesen. Es ist Freitagmorgen, kurz nach 11 Uhr. Dieter Baumann fährt vor - die Läuferseele Schwabens -, direkt aus Tübingen, mit einem bis unter das Dach beladenen Transporter. Herzliche Begrüßung, Umarmung - man kennt sich, Klaus Willig, Betreiber der Kleinkunstbühne hat Dieter bereits zum dritten Mal engagiert. Der ehemalige Besitzer eines Sportfachgeschäftes in bester Lage im Zentrum Aschaffenburgs, war vor vielen Jahrzehnten mein erster Sponsor. Nun hat er mich als Aufbau-Unterstützungskommando rekrutiert. Dieter, mittlerweile mit einem Metermaß ausgerüstet, inspiziert die Bühne und wird nervös: "viel zu klein - ich brauche 2,5 m x 2,5 m"!

Weltrekord auf dem Laufband: Stefan Schlett (1990)

In seinem neuen Programm "Dieter Baumann läuft halt. (weil, singen kann er nicht)" läuft er sein Publikum in Grund und Boden. Dabei erzählt er witzige Geschichten, auf dem Laufband, welches mittels eines von ihm konstruierten Drehgestells während der Vorstellung um 90° geschwenkt werden kann. Eine aufwendige Installation und so auf der Bühne noch nie dagewesen! So, was tun? Auf so kleiner Bühne hat er das Programm noch nie gespielt, das ist eine Herausforderung. Das Laufband in den Zuschauerraum und das Publikum auf die Bühne? Wir diskutieren, probieren, vermessen. Eigentlich fehlen nur ein paar Zentimeter - das sollte irgendwie gehen. Der Läufer Baumann wird zum Handwerker. Ausgerüstet mit Werkzeugkiste, Bohrer, Inbusschlüssel und Schrauben werden Matten ausgelegt, Drehgestell montiert, Laufband fixiert, Elektronik angeschlossen und die Bühne optimiert, auch ein Keyboard findet noch seinen Platz. Nach 2 Stunden steht das Ding und ragt einen halben Meter über die Bühne. Flugs werden ein paar Bierkisten darunter geschoben und das ganze Kunstwerk auf Belastbarkeit getestet. Passt! Vor 30 Jahren hat mich Klaus Willig vor seinem ehemaligen Sportgeschäft zu einem erfolgreichen Weltrekordversuch auf dem Laufband inspiriert. Jetzt lässt er den Baumann auf seiner Bühne auf dem Laufband tanzen…

Dieter Baumann, der 5000m-Olympiasieger läuft auf der Bühne 100 km von Biel

Der Magen knurrt, Zeit fürs Mittagessen. Klaus hat noch Verpflichtungen, Dieter und ich rücken ins Hotel und Restaurant Brößler ein, das gleich um die Ecke liegt. Hier werden oft die Künstler nach ihrer Vorstellung untergebracht. Da sitzen wir, unerkannt von den restlichen Gästen: der "Olympiasieger" und der "freiberufliche Abenteurer" - zwei positiv verrückte Ausdauersportler, die das Leben feiern und zelebrieren. Baumann ist ein lustiger, eloquenter, total sympathischer Typ, sein schwäbischer Dialekt verstärkt noch diesen Eindruck. Auf Nachfrage hört er sich aufmerksam den komplexen Werdegang des Autors an, aber zwischen Gulaschsuppe und Semmelknödeln mit Pilzragout wird auch klar, dass sein bisher 3. Bühnenprogramm mit erheblichen Risiken verbunden ist. Grippe oder eine schwere Erkältung sind die Horrorszenarien eines jeden Künstlers. Bisher - Dieter Baumann feiert 2019 sein 10. Bühnenjubiläum - fiel erst eine Vorstellung aus - da stand er im Stau… Diesmal kommt mit dem Laufband noch die Technikabhängigkeit dazu. Einmal gab's während der Vorstellung einen Kurzschluss, seitdem hat er die "schnelle Einheit" aus dem Programm gestrichen und läuft höchstens mit 9 km/h. Auch eine Verletzung wäre pikant. Dieses Jahr ist Baumann bereits für 50 Vorstellungen gebucht. Da gilt es, Sehnen, Bänder, Knie und Gelenke bei Laune zu halten. Als ich beim abschließenden Espresso vom Trans-Amerika-Lauf erzähle, gesteht Baumann: "Ja, das ist auch noch so ein Traum von mir, aber mit dem Rad, nicht zu Fuß - ganz relaxt". Jetzt geht es aber erst mal an die Arbeit: Technik und Beleuchtung checken, Musikeinlagen koordinieren, letzte Proben, und dann ein Mittagsschläfchen.

Das genaue Gegenteil von Langweilig ist der 100km-Lauf mit Dieter Baumann auf dem Laufband - Fotos (4) © Ulrich Metz

Freitagabend, 20 Uhr. Der Countdown läuft zum 100 km-Lauf von Biel. Auf dem Laufband. Vor ausverkauftem Haus. Natürlich nicht in ganzer Länge, da würde das Publikum Reißaus nehmen! Baumann dient der Klassiker, denn er 2011 selbst erfolgreich bewältigt hat (98. Platz in 9:45:57 h) und sein einziger Ausflug in das Ultrauniversum war, als Handlungsstrang. Und beweist, dass so ein Ultralangstreckenlauf mitnichten langweilig ist. Er läuft und singt (ein wenig singen kann er doch…), springt und tänzelt - Baumann rockt die Bühne und das Laufband! Da kommt selbst der unsportlichste Zuschauer ins Schwitzen! Die simulierten Distanzen des Bieler Hunderters werden mittels einer Kladde neben dem Laufband angezeigt. Immer wieder wechselt die Perspektive, mal läuft er frontal, dann seitlich zu seiner Audienz. Die Laufstrecke wird ab und zu kurz verlassen. Aber nicht zu einer Pause an der Verpflegungsstelle. Geistreich, pointiert und tiefgründig streift Baumann Höhe- und Tiefpunkte, Geschichten, Ereignisse und Niederlagen seiner schillernden Karriere. Philosophisch unterfüttert mit Zitaten aus Alen Sillitoes Bestseller "Die Einsamkeit des Langstreckenläufers". Auch das Keyboard kommt kurz zum Einsatz.

Das Publikum ist begeistert, applaudiert frenetisch, will mehr. Doch irgendwann ist auch ein 100 km-Lauf zu Ende. Zum Auslaufen gibt's noch die obligatorische Zugabe. Nach 1 ¾ Stunden endet das Nonstop-Programm, ohne Pause, denn Baumann ist ja schließlich Ausdauersportler. Auf dem realen Tacho stehen knapp 10 gelaufene Kilometer. Es folgt Autogramm- und Fotosession, dann der Abbau. Jetzt komme ich als Helfer wieder zum Einsatz. Ruck zuck ist alles nach einem bestimmten System wieder verladen und Dieter begibt sich zu mitternächtlicher Stunde auf die Heimfahrt nach Tübingen. Er ist halt Ausdauersportler. Hoffentlich bleibt uns der Schwabenpfeil des Kabaretts noch lange erhalten…

Fotos (4) © Ulrich Metz und Schlett Archiv 

Beitrag von Stefan Schlett

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Teil 21: Minimalismus in eisigen Höhen

Ich bin ein Genussmensch, aber kein Gourmet. Das heißt mich interessieren nicht die überteuerten Edelspeisen der Haute Cousin, sondern der kontrollierte Genuss normaler Lebensmittel, die für meinen kleinen Geldbeutel vertretbar sind. Schokolade, Pralinen - höchstens 1-2 Stück pro Tag, aber die lasse ich auf der Zunge vergehen. Bier - ab und zu ein Fläschchen, genussvoll aus dem Glas. Rotwein - 2 Gläser zum festlichen Dinner. Spirituosen - regelmäßig als Verdauungsschnaps, Medizin und Munddesinfektion. Und einmal im Jahr (!) in gepflegtem Ambiente eine stattliche Havanna mit einem schottischen Single Malt. Der wahre Genuss liegt in der Einschränkung und im Verzicht, anstatt dem exzessiven Konsum der in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft allseits vorhandenen und relativ billigen Genussmittel. Wie der Name schon sagt, sind diese zum genießen da und nicht zum betäuben und berauschen - wofür sie allerdings von einer großen Mehrheit missbraucht werden. Und wer kennt in unserem überfressenen Land (Deutschland ist Europameister im Übergewicht) noch das Gefühl eines knurrenden Magens? Es ist zumindest eine äußerst interessante Erfahrung, die ich mir regelmäßig erlaube. Auch wenn ich aufgrund meiner Aktivitäten salopp gesagt schon ein Leben lang Fressen kann was ich will, wann ich will und wie viel ich will. Es wird einfach alles wieder verbrannt - in dieser Hinsicht bin ich ein schlechter Futterverwerter…

Aufstieg zum Kilimandscharo

In meiner Eigenschaft als Extremsportler, wo ich bei diversen Ausdauerdisziplinen schon mal bis zu 10.000 Kcal pro Tag verbrenne, wird alles verschlungen was mir in die Hände kommt. Auch für Junkfood gibt es beim Fronteinsatz kein Tabu. Doch schlussendlich verliere ich dabei trotzdem noch Körpergewicht. Zum Glück habe ich einen sehr flexiblen, dehnbaren "Saumagen", der alles und vieles verträgt. Eine andere Welt ist das Bergsteigen. Da bin ich absoluter Minimalist. Vor allem beim Höhenbergsteigen ist die Nahrungsaufnahme nur noch sekundär, überlebenswichtig dagegen eine große Flüssigkeitszufuhr (oft 5-6 Liter pro Tag). In extremen Höhen ist die Verdauung stark eingeschränkt und ein Hungergefühl kaum mehr vorhanden. Vor Jahren erreichte ich mit drei Kameraden den Gipfel des Pik Lenin (7134 m) im Pamir Gebirge. Wir waren ausgebrannt und von den Strapazen des Aufstiegs gezeichnet. Welch eine Überraschung, als aus einem der Rucksäcke eine kleine Dose leckerer Bierwurst auftauchte. Aber wir konnten die Gipfelbrotzeit nicht genießen. Zu Viert schafften wir es nicht, das Döschen aufzubrauchen!

In besonderer Erinnerung ist meine erste Solobesteigung des Kilimandscharo in Afrika vor 30 Jahren, damals über die kaum begangene Umbwe-Route. Als langjähriger Soldat hatte ich enorme Vorräte an so genannter Epa (Einmannpackung) der Bundeswehr und "Meal Ready-to-Eat" der US-Armee gebunkert, die bei solchen Anlässen zum Einsatz kamen. Neben diversen Fertiggerichten die kalt oder aufgewärmt verzehrt werden konnten gab es so kuriose Sachen wie Ketchuppulver, Käse aus der Tüte, Hamburger in Plastikfolie oder auch Zahnbrechende Schokoladenblöcke. Mein Favorit in dieser Kategorie waren "Panzerplatten" - Hartkekse die mit Margarine aus der Tube geschmacklich aufbereitet wurden und Gebiss sowie Kauwerkzeuge trainierten. Immer dabei: K 1000 - ein kompakter, geschmackloser 200 Gramm Block mit 1000 Kalorien. Ein effektives Produkt der Survival Industrie. Ein simpler Esbitkocher, der nicht mehr Platz als 3-4 Streichholzschachteln beanspruchte, ergänzte mein bescheidenes Repertoire. Kochen konnte man damit kaum, aber zum erhitzen von Wasser und erwärmen der Fertiggerichte erfüllte er seinen Zweck.

Kilimanjaro-Marathon in Tanzania Multisport-Wettkampf am Kilimanjaro

Im ersten Biwak in 2900 Metern Höhe, mitten in einem bizarren Bergdschungel, war die auf der Karte vermerkte Wasserquelle versiegt. Lediglich eine kleine schlammige Pfütze war vorhanden, aus der ich mittels Stofftaschentuch ein wenig brackiges Wasser filtern konnte. Einen Tag später und 1200 Meter höher gab es genügend plätschernde Gletscherbäche mit dem köstlichen Nass und ich konnte meine faltbaren Wassersäcke wieder auffüllen. Durch die Kälte in der Höhe war ich nun mit einem anderen Problem konfrontiert: Nachts gefror das Wasser! Also, benutzte ich einen der Wassersäcke als Kopfkissen, der Zweite kam in den Schlafsack. Beim Biwak im Krater des Kilimandscharo, nahe der großen westlichen Bresche in knapp 5800 Metern Höhe half auch das nicht mehr, denn die Temperatur fiel auf -20°C. Am kommenden Morgen in die steif gefrorenen Stiefel zu steigen war ein kräftezehrender Akt! Natürlich waren auch Wasser, Essen und selbst die Sonnencreme gefroren. Halb verdurstet und verhungert erreichte ich den Uhuru-Peak (Freiheitsgipfel), mit 5895 Meter mein bis dato höchster Berg.

Drei Tage später war ich - um 10% Körpergewicht erleichtert - wieder in der Zivilisation und konnte Fressen wie ein Büffel. Die naive, ausrüstungstechnisch fast schon dilettantische Besteigung des höchsten Berges in Afrika war der Tatsache geschuldet, dass ich bereits seit mehreren Monaten durch den Kontinent reiste. Und da war es einfach nicht möglich, adäquate Ausrüstung mitzunehmen. Das Erfolgsrezept war einzig und allein meine mentale Stärke, die Hunger, Durst und Strapazen ertragen ließ.

Basislager am Denali (Mt. Mc Kinley)

10 Jahre später: Mt. Mc Kinley, mit 6194 Metern höchster Berg Nordamerikas und wegen seiner nördlichen Lage in der Alaska Range auch als kältester Berg der Erde bezeichnet. Eine Problemstellung, die, mittlerweile um eine Dekade Bergerfahrung reicher, eine seriösere Vorgehensweise erforderte. Mit einer Cessna 185 die mit Schneekufen ausgestattet ist fliege ich zusammen mit meinem Kletterpartner Gregory Griffith ins Basislager auf dem Kahiltna Gletscher in 2200 Metern Höhe. Ab hier lebt man rund 3 Wochen - die durchschnittliche Besteigungszeit - im Tiefkühlschrank, da die Temperatur in dieser Region nicht mehr über den Gefrierpunkt steigt. Vom Basislager sind es 25 Kilometer und 4000 Höhenmeter bis zum Gipfel des Denali, wie er von den Einheimischen Athabascan Indianern genannt wird. Eine Strecke die mit Hin- und Rückweg und dem Anlegen von Depots knapp dreimal zurückgelegt werden muss. Und das mit rund 80 Kilogramm Ausrüstung pro Person, die teilweise auf Schlitten transportiert wird. Eine gehörige Schinderei! Um Höhenkrankheit und Entkräftung zu vermeiden war also unbedingt auf ausreichende Nahrungszufuhr zu achten. Die klassische Expeditionsverpflegung, gefriergetrocknete Fertiggerichte in Tüten, wäre uns zu teuer gekommen und wir hätten Unmengen davon gebraucht. Unser alternatives Verpflegungskonzept war banal: Aus dem Supermarkt besorgten wir uns hochkalorische Nahrung. Dazu gehörten Kakao, Getränkepulver, Schokolade, Getreideprodukte, Trockenfrüchte, Nüsse, fettreiche Würste, Energieriegel, Zucker etc. Fleisch, Fisch und Gemüse wurde gekocht, dehydriert und in Tüten portioniert. Daraus konnten wir zusammen mit 5-Minuten-Reis oder Nudeln und Wasser, das aus geschmolzenem Schnee gewonnen wurde, nahrhafte Gerichte zubereiten. So schafften wir es, für nur US-$ 4,80 ein abwechslungsreiches Tagespaket von 5500 Kcal pro Person zusammen zu stellen! Wir präparierten 50 dieser Tagesrationen, jede mit einem Gewicht von rund 1,5 Kilogramm und hatten somit Vorräte für 3 ½ Wochen. Da sich die Camps am Denali in moderaten Höhen befinden spielte das eingangs erwähnte Problem der Appetitlosigkeit bei dieser Expedition keine Rolle. Im Gegenteil, durch die körperliche Schwerstarbeit und dem enormen Kalorienverbrauch in extremer Kälte hatten wir durchwegs einen Bärenhunger. Sehr viel Nahrung wurde in flüssiger Form zugeführt, die Hauptmahlzeiten bereiteten wir oft als Suppe oder Eintopf zu. Somit kombinierten wir die Kalorienzufuhr zugleich mit einer adäquaten Flüssigkeitsaufnahme. Enorme Mengen Schnee mussten geschmolzen werden, um die benötigte Menge an Wasser zu erhalten. Dafür surrte der Kocher im Schnitt 6 Stunden täglich. Der "Wirkungsgrad" eines einzigen Teebeutels wurde durch mehrmaliges aufkochen auf bis zu zwei Liter ausgedehnt.

Feldküche am Denali

Die in der extrem trockenen und dünnen Höhenluft benötigte Flüssigkeitszufuhr von 5-6 Litern pro Tag ist notwendig, um das Eindicken des Blutes und somit Höhenkrankheit zu vermeiden, sowie große Mengen an anfallenden Schlackenstoffen über das Urin auszuscheiden. Hier offenbart sich schon die nächste Problemstellung! Denn nicht nur die Zuführung von Nahrungsmitteln, sondern auch deren Ausscheidung erfordert ein gewisses Management. Bei extrem tiefen Temperaturen und mit mehreren Schichten an Kleidung kann das wahrlich eine Herausforderung darstellen! In den Höhencamps gibt es natürlich keine Toiletten, dafür aber klar erkennbare "Pinkellöcher", die jeder Bergsteiger schon aus Eigeninteresse benutzt. "Wildpinkeln" bei rund 1000 Bergsteigern pro Saison hätte kontaminierten Schnee, der ja für die Wasserzubereitung benötigt wird, und damit verbundene Erkrankungen zur Folge. Aber die Technik des Stuhlgangs hinter dem Zelt bei -30°C und starkem Wind, der mittels einer Plastiktüte geschieht, die in der nächsten Gletscherspalte entsorgt wird, überlasse ich hiermit der Fantasie des Lesers…

Stefan Schlett schafft es auf dem Gipfel des Denali und kommt auch wieder runter

Eine erfolgreiche Gipfelbesteigung wird von einer Vielzahl Faktoren beeinflusst: Wetter, Glück, Schmerztoleranz, Erfahrung, Instinkt, Krisenmanagement, Harmonie mit dem Kletterpartner, Ausrüstungswahl und nicht zuletzt das Ernährungskonzept. In guten Jahren liegt die Erfolgsquote am Denali bei lediglich 50%. Wir kamen hoch und auch lebend wieder runter. Als wir nach 3 Wochen "Schinderei im Tiefkühlbunker" wieder die Zivilisation erreichten bemerkten wir an eingefallenem Bauch und engem Hosengurt, dass wir doch erheblich an Substanz verloren hatten. Bei mir waren es ca. 4-5 Kilogramm. Kein Problem im amerikanischen Konsum- und Fressparadies! Gerne ließen wir uns durch Wagenrad große Pizza, Zimtrollen mit Vanillesoße, Eier, Speck und Megabüffets verführen. Innerhalb von 60 Stunden haute sich jeder von uns rund 25.000 Kcal rein…!

Fotos © Stefan Schlett 

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Beitrag von Stefan Schlett

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