20.11.10 - 12. Bönnigheimer Stromberglauf

Farbenfroher Läuferbandwurm bringt Novembertag zum Leuchten

von Günter Krehl

"Haben Sie Lust, am Ende der Saison auf einer landschaftlich reizvollen und gut zu laufenden Strecke noch einmal so richtig Gas zu geben? Dann sind Sie bei uns richtig! Lassen Sie sich von uns begeistern!" So wirbt der Veranstalter auf seiner gut gemachten Homepage und macht wirklich Lust auf ein Versucherle.

 

Mehr als tausend Teilnehmer (heuer genau 1303 im Ziel) können sich nicht irren, an dem Lauf muss doch was dran sein. Dazu kommt noch eine offiziell vermessene Runde mit Natur und Stadtflair. Aber im Stromberggebiet, inmitten der Weinberge, kann es da ein schnelles Rennen geben? Auch war auf den schönen Bildern im Internet das Pflaster der Altstadt zu sehen, wird das nicht ein beschwerliches Laufen?

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Nun, bei der Besichtigung der 5 Kilometer Runde konnte ich mir ein Bild machen und lief "streckenmotiviert" schneller als geplant. Rhythmisch gut zu bewältigen sind die lang gezogenen leichten Steigungen, flüssig und nie steil die sanften Gefällstücke. Auch der Pflasterbelag konnte nicht wirklich als störend empfunden werden. Insgesamt ein Kurs der Spaß auf schnelles Laufen macht, wenn auch etwa 70 Höhenmeter doch so manche Sekunde kosten können.

190 Schülerinnen und Schüler auf der Strecke Marc Gaiving und Micha Hiller, die schnellsten Schüler, vielleicht für hiesige Vereine noch zu entdecken

Sonne pur, so hatte der Wetterbericht angekündigt, außer am Bodensee, Rhein und Neckar. Vom befürchteten Nebel war bei der Ankunft in Bönnigheim aber nichts zu sehen. Die Sonne schien durch einen leichten Schleier an diesem kühlen Novembersamstag.

 

Die Hoffnung, dass sie ihre wärmende Wirkung voll entfalten könnte wurde jedoch Minute um Minute geringer. Die mächtigen Hochnebelschwaden gewannen an Kraft, ließen das lebensspendende Licht nur wie durch eine Milchglasscheibe wirken und die abgeerntete Landschaft erschien müde und fast ein wenig unheimlich.

Ganz im Kontrast dazu die bunten Punkte, die sich auf den schmalen Flurwegen bewegten. Je näher der Strombergkellerei, desto dichter die Schar der Mädels und Buben, die sich mit ihren Betreuern und Lehrern aufwärmten und Streckenteile besichtigten.

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Um 13.30 wurde das große Feld der Schülerinnen und Schüler vom Startbogen vor der Kellerei auf ihre 2 Kilometer lange Runde geschickt. Bereits nach gut hundert Metern muss eine rechtwinklige Rechtskurve bewältigt werden. Nach einer 220 Meter langen Geraden folgt ein rechtwinkliger Rundkurs von etwa 1 350 Metern, danach geht es auf dem Hinweg zurück zum Ziel. Der Kurs ist übersichtlich, Eltern und Betreuer können ihre Kids ständig im Auge behalten, leichte Steigungen bieten eine gewisse Selektion ohne zu überfordern.

Spitzengruppe nach 400 Metern Marco Lack hat sich bei Kilometer drei schon etwas abgesetzt

So sah man auch fast nur strahlende Gesichter und insgesamt sehr gut vorbereitete Nachwuchssportler. 90 Mädels und 100 Jungs erreichten das Ziel. In den letzten drei Jahren hat sich der Schülerlauf von 160 über 177 auf nunmehr 190 Teilnehmer stetig nach oben entwickelt. Durch die Teilnahme der Schulen kann man ihn als richtigen "Laufhit" bezeichnen. Mit Nicole Pfander (8:19), Laura Kurth (8:20) und Dominique Freyer (8:27) kamen die schnellsten Mädels zwar von der LG Neckar-Enz, aber hinter Paula Wentz (8:58) vom Musikverein machten die Grundschülerinnen, die zum Großteil aus Bönnigheim und Kirchheim kamen, eine sehr gute Figur.

Auch bei den Jungs waren die roten Trikots der LG ganz vorne dabei. Auf Rang 3 lief als einer der kleinsten Noah Maier (7:59 - 1. M9), dahinter folgte mit Jannik Wieland (8:04) der Sieger der M10. Schnellster des Gesamteinlaufes war allerdings Marc Gaiving (7:46 - 1. M12), vier Sekunden vor Micha Hiller (1. M11), beide Buben haben keine Vereinsangabe hinter ihrem Namen und sind vielleicht noch für hiesige Vereine zu entdecken.

Startzeit für den Hauptlauf war 14.15 Uhr. Erstmals wurde das neue Fußtranspondersystem verwandt. In den Jahren zuvor hatte "Sifi-Timing" die Zeit mit dem in die Startnummer integrierten Bib-Chip gemessen. Durch die schmalen "Ohren" der Messanlage war ein freies Laufen am Start und im Zieldurchlauf bei der großen Masse der Teilnehmer sicher etwas erschwert. Dieses Jahr konnte jeder ungehindert über die Ziellinie laufen, es bildete sich kein Stau. Überhaupt war die ruhige Atmosphäre an der Kelterei wohltuend, obwohl der Raum schon etwas beengt war.

Bei Kilometer drei von links: Tobias Balthesen (2. 10km), Jonathan Harre (3. 10km), Helge Muetschard (2. 5km), Fabian Heidrich (1. 5km) Christine Schleifer unter den ersten 15 im Männerfeld nach 3 Kilometern Gabriele Rybak (ganz rechts) im ersten Drittel des Rennens, am Ende 2. Frau

Für den LaufReporter, der schon in der Zeit aktiv war, in der man noch Stempelkarten beim Rennen mitführte, ist die technische Weiterentwicklung der Zeitmessung schon frappierend. Damals mussten unterwegs noch mehrere Kontrollstriche oder Stempel eingesammelt werden, was stets mit mehr oder weniger Zeitverlust verbunden war. Besonders im Mittelfeld, das in diesen Zeiten wesentlich früher begann, kam es nicht selten zu Staubildungen. Bis die erschöpften Läufer hintereinander ihre Kartonagen in die Stempeluhr gesteckt hatten, verging nicht selten eine Minute. Aus diesem Grund gab es oft für jede Alterklasse (Zehnerwertung) eigene Einlaufkanäle mit Extrauhren, Senioren wurden in der Regel 5 oder 10 Minuten später gestartet, um die Auswertung zu entzerren. So gab es recht häufig nicht nur die üblichen Bruttozeiten, sondern für so manchen Athleten auch "Brutto-Brutto-Zeiten".

In Bönnigheim sorgte die Startaufstellung in zwei Blöcken für ein relativ gutes Weglaufen. Die ersten 600 Meter sind mit dem Schülerlauf identisch. Dann zieht sich der schmale Wirtschaftsweg sanft ansteigend bis zu den Weinbergen. Wie in die Landschaft hineinkomponiert folgt der Rückweg unterhalb der Reben und dann durch Felder zurück nach Bönnigheim. Dort folgen 30 % Stadtlaufatmosphäre mit dem Durchlaufen des Köllesturmes als Höhepunkt. Leicht abwärts geht es über erstaunlich gut zu bewältigendes Kleinpflaster und das Ende des Cityteils bildet ein einziger kleiner "Heart-Break-Hill", der allerdings sehr kurz ist.

Die sehbehinderte Ostelsheimerin Michaela Kummer (2. W45) wird am Band von ihrem Ehemann Oliver auf Rang drei geführt David Dähn (668) und Uli Lorenzen (108 - 2. M40) führen eine Verfolgergruppe durch Bönnigheim Beate Schalyo (2. W30) mit Michaelsberg im Hintergrund

Zuschauerfreundlich gibt es beim Verlassen der Häuser Blickkontakt zu den der Ortschaft zustrebenden Läufern. Im Bogen am Rande der Bebauung geht es zurück zur Kelterei. Unter dem Zielbogen sortieren sich die Kurzstreckler nach rechts ins Ziel und die Zehner gehen die zweite Runde an.

Schon nach 400 Metern hatte sich eine elfköpfige Spitzengruppe mit Marco Lack (LG Neckar-Enz) und Christine Schleifer (Tri-Team Heuchelberg) leicht vom großen Verfolgerfeld abgesetzt.

Für die schnellen Athleten gab es nun freie Bahn. Was danach folgte war für Zuschauer atemberaubend: Ein nicht enden wollender "Läuferbandwurm" zog sich farbenfroh durch die diesigen Strombergfelder. Man zählte später 1112 Sportler im Ziel. Die Steigerung von 2008 bis 2010 auf der kurzen Strecke ging von 303 über 380 auf nun 494 Teilnehmer. Bei der doppelten Distanz sind fast ähnliche Steigerungsraten zu verzeichnen: 445 - 544 - 619.

Da könnten Überlegungen angedacht werden, ob das "kleine Rennen" nicht einen extra Start wert wäre. Bewundernswert das Engagement der Schulen, die über 5 Kilometer das Gros der Starter stellten. Mit 260 weiblichen Teilnehmern waren hier die Jungs (234) deutlich in der Minderheit. Eine Teilung wäre sicher auch im Interesse jener Mädels, die walkend in Gruppen von schnellen Läufern überrundet, durchaus in Gefahr waren mit den schnellen "Hirschen" in Körperkontakt zu kommen.

Irgendwo müssen die 70 Höhenmeter ja versteckt sein: "Hard-Break-Hill" in Bönnigheims City Rennpiste nach Altstadtpflaster und vor dem Bönnigheimer Hügel

Dank Nettozeit, aber auch dank nachlassendem Ehrgeiz geht es heute in der Laufszene am Start meist ruhiger zu. Auch auf dem Flurweg sah man nur selten Sportler sich hektisch auf der Grasnarbe nach vorne kämpfen. Womöglich wird sich mancher der "Überholer" später über ein "Mitbringsel" an seinen Schuhen gewundert haben. Auch der LaufReporter hatte trotz größter Vorsicht eine der unzähligen "Tretminen" getroffen, für Fotografen eine "lebensgefährliche Aufgabe", für Hunde aber eine "lebenserhaltende Tätigkeit".

Zurück zum Rennen. Bei Kilometer 3 hatte sich Marco Lack gut zwanzig Meter von einer vierköpfigen Verfolgergruppe abgesetzt. Diese bestand aus Fabian Heidrich (LG Neckar-Enz) und Helge Muetschard (Rhein-Neckar-Racing), die beide fünf Kilometer liefen, sowie Tobias Balthensen (TSG 78 Heidelberg) und Jonathan Harre (MTV Stuttgart). Etwa an fünfzehnter Stelle folgte die württembergische Spitzenathletin Christine Schleifer.

In der Entscheidung über 5 Kilometer konnte Heidrich (16:19) im Schlussspurt 3 Sekunden vor Muetschard den Sieg erringen. Rang drei ging an den 1. der B-Jugend, Niklas Abele (17:07 - TV Bretten Triathlon) vor dem 2. seiner Altersklasse Philipp Schneller (17:18 - MTV Stuttgart). Die weiteren Positionen eroberten: Philipp Kern als 1. M15 (17:20 - TG Dietlingen), Sven Kratochwil (17:31 - Team Roy Sports - 3. M20), Luca Biondino (17:36 - MTV Stuttgart - 1. MJA) und Sebastian Schütz (17:37 - LG Neckar Enz - 3. MJB).

Szenen aus dem hinteren Mittelfeld: Das Bönnigheimer Pflaster - wahrlich kein Stolperstein Köllesturm verhüllt: Christo in Bönningheim

Gute Zeiten auch bei den Mädels. Hier siegte Jennifer Durst von der TSG Heilbronn in 19:19. Zweite der WJA wurde Justine Seyb (LG Neckar-Enz) in 19:58. Als Siegerin der W14 folgte auf Rang drei Pauline Becker (21:49) vom MTV Stuttgart. Schnellste der W45 war Theresia Groß (TSV Grafenau) in 22:16, gefolgt von Nadine Rosen (22:40 - LG Neckar Enz - 2. W14), Pia Groß (22:46 - TSV Dagersheim), die sich hinter ihrer Mutter Theresia den Klassensieg in der W15 erlief, Steffi Zierhut (22:58 - 1. W 13) und Vanessa Wanner (23:04 - LG Neckar-Enz - 3. WJA).

Die Vielzahl der guten Ergebnisse besonders der jüngeren Schülerinnen und Schüler seien wenigstens auf diese Weise gewürdigt: Ein voller Erfolg waren die Mannschaftswettbewerbe der Schulen, bei denen ohne Geschlechtsunterschied die 5 besten einer Schule gelistet wurden. In der Grundsschulwertung über 2 Kilometer wurden immerhin 23 Klassen registriert. Noch beeindruckender die Beteiligung über 5 Kilometer. Bei der Unterstufe (Klassen 5 bis 7) kamen 10 Mannschaften in die Wertung, bei der Mittelstufe (Klassen 8 bis 10) waren es 5 und bei der Oberstufe (Klassen 10 bis 13) sensationelle 30. Gerade in diesem Alter, das gemeinhin als bewegungsarm gilt, verblüffen uns die Jugendlichen mit der Vielzahl ihrer Starter.

Der Weg über die Schulen wird in Zukunft im Zeichen zunehmendem Ganztagesbetrieb die einzige Möglichkeit des Überlebens der Sportvereine und damit des Leistungssports Leichtathletik sein. Dazu gehört an erster Stelle aber auch der politische Wille.

Raus aus der City - Pflaster ade Siegerin Christine Schleifer bei Kilometer sieben Gabriele Ryback (2. Frau) kurz vor dem Ziel

Noch waren 128 Kurzstreckler unterwegs, als Marco Lack nach 32:33 als Sieger der langen Strecke durch den Torbogen lief. Er hatte den Lauf schon mehrfach gewonnen, musste sich jedoch letztes Jahr mit Seitenstechen Patrick Reischle (32:48) deutlich beugen. Die Zeit bedeutet für Lack persönliche Jahresbestleistung. Was der talentierte junge Mann bei stärkerer Konkurrenz und superschneller Strecke für ein Potential hat, kann man nur erahnen.

Nachdem die schnellsten Fünfer ins Ziel abgebogen waren, konnten sich die beiden M30 Starter Balthesen und Harre für den Kampf um Platz zwei und um den Klassensieg rüsten. Der Heidelberger (33:39) hatte am Ende deutlich die Nase vor dem früheren Heilbronner (33:57), der dieses Jahr noch in keiner Bestenliste zu finden ist. Mit Timo Engel (34:23 - Schlosserei Obenland 3. M30) folgte der erste Athlet, der im Rahmen der Firmenwertung (Firma mit den meisten Teilnehmern gewinnt) an den Start gegangen war.

400 Meter vor dem Ziel liegt die frühere Spitzenläuferin Veronika Maiwald (4. Frau - 1. W50) noch gleichauf mit Oliver und Michaela Kummer (3. Frau - 2. W45) Sonja Steffl (2. W20), Roland Gonschorek (383) und Günter Leitner (3. M55)

Vor der 1. Frau blieben noch Daniel Jungblut (34:58 - TSG Heidelberg - 2. M20), Fabian Lafrenz (34:59 - LG Neckar-Enz - 1. M40), Thomas Kirschey (35:01 - Strombike - 1. M45) und Julian Vrohlings (35:25 - MTV Stuttgart - 3. M20).

Christine Schleifer gewann erwartungsgemäß mit großem Vorsprung die Frauenwertung. Sie verpasste ihre Jahresbestzeit von Freiburg zwar um 67 Sekunden, lief aber in ausgezeichneten 35:46 als 9. im Gesamteinlauf in einer anderen Dimension. Vorjahressiegerin Gabriele Rybak (1. W45) steigerte sich gegenüber 2009 (39:45) auf beachtliche 39:35 und verpasste ihre persönliche Jahresbestzeit von Niedernhall nur um 11 Sekunden.

Auch Michaela Kummer (42:02 - VfL Ostelsheim - 2. W45) verfehlte ihre Bestzeit von 40:57, aufgestellt bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften in Bruchhausen. Für die stark sehbehinderte Sportlerin waren der Kurs und die vielen Teilnehmer eine besonders hohe Herausforderung. Die Ostelsheimerin hatte vor Kurzem beim Frankfurt Marathon für Aussehen gesorgt, als sie im gelben Trikot minutenlang auf dem Bildschirm zu sehen war. Ihr Ehemann Oliver, auch in Bönnigheim hatte er sie am Band, und Elitetriathlet Timo Bracht führten die Athletin damals in 3:11:38 zum neuem Sehbehindertenweltrekord in der Klasse T 12.

Noch unter 50 Minuten - und kein Stau hinter dem Ziel Alte Haudegen unter sich. Der zweifache Deutsche Seniorenmeister M65 Edmund Schlenker: Nach Achillessehnenoperation wieder Klassensieger in M65 in 40:36. - Peter Born (mit Hund): Nach ausgeheilter Herzmuskelentzündung ist der einstige 7:40 Mann über 100 Kilometer nicht mehr aktiv

Ein Wiedersehen mit einer alten Lauflegende gab es am Stromberg auch: Veronika Maiwald, wie in alten Tagen für SKV Eglosheim laufend, war früher unter ihrem Mädchennamen Manz in der erweiterten deutschen Spitzenklasse vertreten. In den neunziger Jahren hatte sie ihre erfolgreiche Karriere beendet, war aber gemeinsam mit ihrem Mann hin und wieder bei einem kleinen Trainingsläufchen zu treffen.

Werner Maiwald darf sich heute nicht mehr so stark belasten, er war einst Marathonläufer der Klasse unter 2:30 und erfolgreicher Trainer der Langstreckengruppe des SKV Eglosheim, der jahrelang in Württemberg die Nummer eins und in Deutschland ganz vorne mit dabei gewesen war. Jetzt konnte er über seine Frau staunen. Die hatte sich zu einem Start beim Bietigheimer Silvesterlauf überreden lassen und was lag näher, als ein Testlauf im benachbarten Bönnigheim.

Zeitweise mit den beiden Ostelsheimern gelaufen, fiel Veronika Manz erst auf dem letzten Kilometer auf Rang vier der Frauenwertung zurück. Mit 42:10 ließ sie ihre alte Klasse aufblitzen, zeigte, was Talent und gesunde Lebensführung auch ohne Leistungstraining im fortgeschrittenen Lebensalter noch zuwege bringen können. Da staunte Gilian Bathmaker von der LG Neckar-Enz sicher nicht schlecht, dass ihre fantastischen 42:36 wieder nur zu Rang 2 in der Altersklasse reichten, obwohl sie ihre Bezwingerin von 2009, Sabine Apel (LBBW - 3. W50) um 2 Sekunden distanziert hatte. Hinter der an diesem Tage "stärksten Altersklasse" folgten auf Rang sieben und acht Stephanie Feger (42:55 - Team Silla Hopp - 1. W30) und Sonja Steffl (43:29 - LG Neckar-Enz - 2. W20).

Aus der Fülle der guten Altersklassenergebnisse sei hier stellvertretend der Sieger der M65 genannt. Im Frühjahr noch Deutscher Meister im Crosslauf und auf der Halbmarathonstrecke, verletzte er sich bei der Marathon DM in Mainz ernsthaft an der Achillessehne. Nach einer Operation im Juni, nahm Edmund Schlenker das Training im September wieder auf, steigerte sich über 42:22 in Renningen auf 40:34 in Palma de Mallorca. Der Ostelsheimer lief in Bönnigheim 2 gleichstarke Rundenzeiten und gewann in 40:36 mit sechseinhalb Minuten Vorsprung die Klasse M65.

Zieleinlauf an der Kelter Außergewöhnlich entspannte Atmosphäre nach dem Zieleinlauf an der Strombergkellerei

Als Fazit kann man viel Lob ausschütten. Dem TSV Bönnigheim ist gemeinsam mit der Strombergkellerei und den vielen Helfern ein farbenfrohes Läuferfest mitten im November gelungen. "Lassen sie sich von uns begeistern!", diesem Aufruf habe ich Folge geleistet und mich begeistern lassen.

Eine außergewöhnlich entspannte Atmosphäre, keine Schlangen bei der Kuchentheke, ein lauschiges Plätzchen als "Cafe" in der Kellerei. Überall freundliche, achtsame aber nicht penetrante Helfer. Laut Rose Müller, Vorsitzende des Leichtathletikkreises Ludwigsburg, gab es nur bei zwei oder drei Teilnehmern Probleme bei der Zeiterfassung. Ob diese ihre beiden Chips nicht vorschriftsmäßig angebracht hatten oder ob es andere Gründe hatte, war noch nicht zu ermitteln.

Anstehen musste man nur beim Ausdruck der Soforturkunden. Wer sich etwas gedulden konnte, kann dies aber in Ruhe am heimischen Computer nachholen. Die Ergebnisse waren noch am Samstag im Netz abrufbereit. Die Siegerehrung erfolgte recht pünktlich und zügig. Als Anmerkung würde ich hier jedoch die Bitte äußern, in Zukunft die ersten drei einer Altersklasse, nicht nur die Sieger zu ehren. Die paar Fläschchen Wein wären sicher gut angelegt, man könnte dafür viele neue"Altersklassenfreunde" gewinnen.

In Anlehnung an das Sprichwort "Scherben bringen Glück", möchte ich mit der Hoffnung schließen, dass auch ein wenig Hundekot dazu fähig ist, Glück zu bringen. Wenn nicht der Verletzungsteufel zuschlägt bin ich 2011 wieder in Bönnigheim, dann aber im Laufschritt.

Bericht und Fotos von Günter Krehl

Infos www.boennigheimer-stromberglauf.de

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