16.6. bis 18.6.11 - Bieler Lauftage

Status Quo: Bieler Lauftage in der Krise?

Es leben die 100 Kilometer von Biel/Bienne

von Constanze & Walter Wagner

Gleich zu 100 km Biel - ein Erlebnis von Antje Krause klick HIER

Die Bieler Nacht der Nächte ist um viele Episoden reicher. Darunter auch etliche, auf die man gern verzichtet hätte.

 

Der Sturm der Entrüstung über ein wahres Sammelsurium von Missständen lässt aber die Vermutung zu, dass es sich teils um aufgeschobene Abrechnungen handelte oder einfach die Gelegenheit genutzt wurde, am Denkmal Biel zu kratzen. Die Beliebtheit der Traditionsveranstaltung ist zumindest in Deutschland nicht ungeteilt und vor allem Bemühungen einen erfolgreichen Lauf über 100 Kilometer im eigenen Land zu installieren, scheitert nach wie vor auch am existierenden Bieler Vorbild. Jedwede vorgetragene Kritik trifft entsprechend auf einen guten Nährboden. Reine Polemik, ja selbst verbale Schläge unter die Gürtellinie finden Claqueure.

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Werner Sonntag, Autor des berühmten Buches "Irgendwann musst Du nach Biel" nahm 4 Tage vor seinem 85. Geburtstag den Halbmarathon unter die Füße Das neue Startareal am Palais des Congrès OK-Präsident Jakob Etter begrüßt 5000 Meter Olympiasieger Dieter Baumann kurz vor dem Start seines ersten 100 Kilometer Laufs

Ob die Bieler Lauftage wanken? Erleichtert hat die 53. Auflage die Zukunft sicher nicht. Dabei war man voller Zuversicht, dass gerade die Neuerungen, die jetzt so vehement in die Kritik gerieten, einen Aufschwung herbeiführen würden.

 

Berechtigte Hinweise auf Mängel müssen auf den Tisch und werden für das Bieler OK bestimmt auch Anlass sein, machbare Verbesserungen herbeizuführen. Doch ein Zurück-zu-den-Wurzeln wird es nicht geben. Dabei bleibt anzumerken, dass der Bieler Hundertkilometerlauf in über einem halben Jahrhundert immer wieder Veränderungen erlebte.

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Dass diese bei den Traditionalisten Geheule auslöste - "das ist nicht mehr unser Biel" - liegt in der Natur der Sache. Nun weint man um die "Tropfsteinhöhle" Eisstadion, dem ach so vorteilhaften Domizil. Doch so ist das nun einmal, irgendwann kommt die Abrissbirne.

Wahrscheinlich hat sich in der Erinnerung schon verklärt, dass die altehrwürdige Sportstätte mit schlechten und längst nicht ausreichenden Sanitärbereichen ausgestattet war. Mehr noch steht der Verdacht im Raum, einige der vorgetragenen Beschwerden fußen auf der Unwissenheit um Vergangenes. In Biel hatte man noch nie ein Hochglanz-Hauptstadtevent. Die Behauptung, es sei nicht mehr das Biel, das Werner Sonntag in seinen Büchern beschreibt, mag stimmen, es wird aber suggeriert, alles Neue sei schlechter. Manchem Biel Veteran drückt bereits die Sorge, dass das vielschichtige Genörgel das Ende der Bieler Lauftage herbeiführen könnte.

Jeder kennt Dieter Baumann und will ihm viel Glück wünschen (linkes Bild: Jürgen Vietense, Veranstalter des Reutlinger Altstadtlaufs und treuer Bieler 100 km Läufer und nach den letzten 2 Aufgabe dieses Jahr endlich wieder nach 15:42:37 im Ziel) - aber auch Baumann kennt fast jeden und wünscht seinerseits alles Gute für das Rennen (rechtes Bild: mit Rolf Thallinger, dem Lokalmatador aus Burgdorf, der immer wieder in die Top Ten läuft und der Mann mit Mütze ein weiterer Lokalmatador Walter Jenni aus Oberwil b. Büren, der Sieger von 2008 in 6:49 h und 2009 in 6:59 h)

Doch nicht alles passt auf die Goldwaage. Eine späte Anreise am Freitagmittag war immer ein Problem. Im Stop-and-go schlängelte man sich im Schneckentempo durch Solothurn. Erst die Fertigstellung der Autobahn bis Biel, die mit so mancher unfreiwilligen Schlammschlacht durch endlose Baustellenabschnitte Läufer von einer erneuten Teilnahme am Hunderter abgeschreckt hatte, beendete diesen Missstand. Dass man vor Staus auf diversen Autorouten nicht gefeit sein würde, war immerhin in diesem Jahr absehbar, da angekündigt. Drei Stunden Stauzuschlag hatten wir aufgebraucht, vier Stunden hatten wir sicherheitshalber eingeplant. Der verbale Angriff auf den Sponsorenempfang in einem Nebenraum des Kongresszentrums zeugt von Unkenntnis der Gegebenheiten und den Erfordernissen bei einer Sportveranstaltung, die längst nicht allein von den Startgebühren getragen werden kann.

Und los geht es vom neuen Startplatz am Palais des Congrès aus in die Nacht der Nächte

Quo vadis Biel? - Dies werden sich die Verantwortlichen fragen, die rasch nachbessern und dies alsbald bekannt machen sollten. Dabei kann das Wetterpech als Chance gesehen werden, gleich auch die Nachteile zu beseitigen, die ohne den Regen gar nicht und oder nicht in dem Maße aufgetreten wären. Nach fast drei Jahrzehnten am Eisstadion war es Zeit für ein neues Konzept und mit dem Start vor dem Kongresshaus mitten im Zentrum erfüllte sich ein Traum des OK-Präsidenten Jakob Etter. Ein Gewinn ist auch die Verlegung des Ziels unmittelbar an den Bieler See, doch reicht es nicht, sich die Massen dort in der Sonne liegend vorzustellen. Es muss erheblich nachgebessert werden um auch bei Landregen oder Wolkenbruch eine zeitgemäße Versorgung und einen reibungslosen Ablauf auch nach dem Überqueren der Ziellinie zu gewährleisten. Duschen, Toiletten, Umkleide- und Aufenthaltsraum sind hier dringend zu verbessern bzw. viel zahlreicher vorzuhalten.

Der Zentralplatz von Biel/Bienne füllt sich um 22.00 Uhr mit den Nachtläufern. Von hier aus gilt es "nur" noch eine 99,8 Kilometer lange Schleife zurück zu legen, um dann wieder in Biel ins Ziel einzulaufen. Auch Militär-Patrouillen laufen oder marschieren traditionell zur "Abhärtung" 100 km durch die Nacht

Keineswegs soll hier jedes Detail aufbereitet werden. Die Fehlleitung bei den Rahmenwettbewerben ist hinreichend diskutiert und so sehr dieses Manko zu bedauern ist, war der wichtige Hunderter im Hinblick auf die Streckenmarkierung sowie Verpflegung wie zu erwarten vorbildlich organisiert. Ein Umstand, der bei den widrigen Bedingungen und bei der zeitlichen Ausdehnung dieser Veranstaltung Anerkennung und Lob verdient, das vor allem den unzähligen Helfern gilt, die sich in Schichten die Aufgabe teilen. Wenn trotz dieses Kraftaktes sich Malheure einschleichen, Marathon- und Halbmarathonläufer sowie Walker mit sieben Kilometer zu wenig in den Beinen ins Ziel kommen, da mag man über die fälschlich angespielte Deutsche Nationalhymne bei den Schweizer Meisterschaften fast nicht mehr schmunzeln. Es wird auch schwer werden, die emsigen Ehrenamtlichen zum Weitermachen zu motivieren, die sich immer mehr mit einem "Kundenanspruch" konfrontiert sehen, der sie über Gebühr verpflichtet. Dass es zudem auf vorderer Platzierung zu einer strittigen Disqualifikation kam, gießt weiteres Öl ins Feuer. Doch in diesem Punkt sei dem Verantwortlichen ausdrücklich gedankt, nach den Betrügereien vergangener Jahre eine rigide Haltung einzunehmen. Betroffene, die sich zu unrecht bestraft sehen, sollten Missverständnisse mit allen Mitteln aufklären.

Atilla Karatay läuft als erstes in Aarberg und ins Halbmarathonziel ein Puls Klaas wird in Oberramsern als schnellster Nachtmarathonläufer einlaufen Schnellste Nachtmarathonläuferin wird Caroline Dysli

Dass es in der Schweiz teuer ist, ja mancher Preis die Schmerzgrenze für Deutsche überschreitet, ist bekannt. Dafür verlangt man ein hochwertiges Produkt, wie eine Schweizer Uhr. Improvisiertes ist man nicht gewillt hinzunehmen. Dies gilt aber im gleichen Maße bei Veranstaltungen in Deutschland selbst. Man kauft mit der Startgebühr ein in allen Einzelheiten offeriertes Leistungspaket und verlangt dieses dann aber auch ab. Ein Umstand, dem Veranstalter Rechnung tragen müssen, werben sie mit den vorgegebenen Leistungen für sich. So kann man eine wunderschöne Seeatmosphäre bei extremen Niederschlägen zwar nicht herbeizaubern, doch dass sich selbst im Festzelt tiefe Pfützen bilden, dies zu verhindern kann man Zeltbauprofis abverlangen.

Über 4248 Beinpaare zählte 1983 allein das Feld beim Hundertkilometerlauf. Schon am Ende des vierten Jahrzehnts gab der Gründer Franz Reist die Veranstaltung als Bieler Lauftage in jüngere Hände, also mit einem sich ständig ändernden Programm, das um den 100-km-Lauf herum gestrickt wurde, um den stark rückläufigen Teilnehmerzahlen auf der langen Distanz zu begegnen. Beat Müller, übernahm bei der 40. Austragung das Zepter fliegend, war für den Zieleinlauf bereits Chef des noch unter der Leitung von Franz Reist gestarteten Laufs. Heute fungiert Beat Müller weiterhin als Vereinspräsident der Bieler Lauftage. Mit einem Teilnehmerhoch von 5091 gemeldeten, davon 3030 für den 100-km-Lauf gingen 2008 die 50. Bieler Lauftage über die Bühne. An der Spitze hatte man sich mit Franz Etter als OK-Präsident mit einem erfahrenen Läufer und Organisatoren verstärkt.

Die Favoriten in Aarberg bei km 17,4: Walter Jenni Mit Regenhaube die Siegerin von 2009 Deborah Balz Und "Mister Top Ten" Rolf Thallinger

"Die Bieler Lauftage waren immer in Bewegung", erinnert sich der 80-jährige Franz Reist. Darin könnte auch ein Nachteil liegen. Der kurze Büttenberglauf wird vermisst. Der Marathon, mal bei Tag auf einem Extrakurs, nun wieder als Punkt-zu-Punkt-Strecke auf der großen Schleife eingefügt, wurde als eigenständiger Marathon nie so richtig angenommen, was sich allein durch die Laufzeit über die Mittenachtsstunde hinaus erklärt. Paarlauf und Stafette brachten mehr Teilnehmer auf die ganze Runde, die weiterhin offiziell beurkundete Teilstrecken bietet.

Der Bieler Hunderter hat die ganze Ultramarathon-Entwicklung in Europa geprägt. Ein Marsch über 100 Kilometer in friedlicher Konkurrenz als Gegenstück zur Verweichlichung und zunehmenden Motorisierung, so schrieb Franz Reist im Jahre 1959 den ersten Hunderter aus. Heute steht der Lauf in Konkurrenz zu einer ganzen Reihe von Sportevents, bei denen Helden aus ganz anderem Holz geschnitzt werden. "Härter, länger, schwerer", heißt die Devise, die die 100 km Distanz mitunter zum bloßen Trainingslauf degradiert. Den Faktor Zeit allerdings lässt man dabei gern außen vor, denn immer betagter werden die erzielten Bestzeiten nicht nur im Seeland. Noch ist es vor allem für Schweizer ein Traum, den Weg in die Siegerchroniken von Biel zu finden. Doch Ironman, Gigathlon und gleich mehrere alpine Herausforderungen sind längst mehr als nur Alternative.

Ulrich Aeschlimann gewinnt die M60 in 8:58:15 h Der Deutsche 100 km Meister von 2009 Jörg Hooß (Nr. 10) läuft auf Platz 6. Neben ihm Halbmarathonläufer Christian Moser Der Langstrecken lauferfahrene Schweizer Felix Benz wird 14. in 8:25 h und Zweiter der AK45

Noch schwelt der Brand und das Bielfeuer ist nicht erloschen. Erstmals begrüßte man sogar einen richtigen Goldmedaillengewinner Olympischer Spiele. Der 5.000 Meter Sieger von Barcelona 1992 ließ sich auf das Abenteuer "Irgendwann musst du nach Biel" ein. War der 46-Jährige Dieter Baumann vom Mittelstreckenkönig zum Ultramarathonläufer gereift, dem doch der Ruf anhaftet, er könne nicht Marathon laufen, was er mitnichten in locker gelaufenen 2:30 h als Freizeitläufer widerlegt hat? Dass er in Biel im Rampenlicht stand, dafür sorgte Dieter Baumann in den Monaten der Vorbereitung selbst. Ein auf der Bühne stehender Olympionike ist dem Laufsport verpflichtet und sein sportlicher Auftritt wurde in Biel dankbar begrüßt. Blitzlichtgewitter begleitete dann auch den Schwabenpfeil bis zum Startschuss vor dem Palais des Congrès.

Nein, er laufe nicht auf Sieg, dämpfte der Kabarettist in den letzten Wochen immer wieder falsche Interpretationen. Es dürfte nicht leicht gewesen sein, neben seinem hohen Reiseaufkommen und einer Vielzahl von Vorführungen seines erfolgreichen Programms "Körner, Currywurst, Kenia" die Trainingskilometer zu absolvieren um die große Schleife von Biel zu schaffen. Dazu kam nun erschwerend das bescheidene Wetter hinzu. Der private Zweikampf mit Ex-Marathon-Ass Martin Grüning sah alsbald den Biel erfahrenen Runner´s World Redakteur vorn. Was in Aarberg noch jubelnd über die Holzbrücke eilte, unterschied sich in Kirchberg nicht mehr von den Mitstreitern. Das große Leiden für den abschließenden Marathon machte auch vor Baumann nicht halt, der in seinen Eltern zwei gut präparierte Radbegleiter hatte. Am Ende schienen viele Freunde nur aufzuatmen, als das rote Trikot auf blauem Teppich die letzten Meter zum Ziel absolvierte. Nach 9 Stunden 45 Minuten und 56 Sekunden begrüßten Beat Müller, Jakob Etter und viele Laufsportfreunde den prominenten Biel-Absolventen auf der Ziellinie. Das wahre Läuferdiplom hatte er erworben, doch zu diesem Zeitpunkt hatte Martin Grüning schon längst seine Laufschuhe im Container entsorgt, der mit solidem Vorsprung nach 8:32:51 h auf Gesamtrang 23 die Zeiterfassung auslöste.

Christoph Heidt aus D-Bad Ditzenbach wird in 8:32:29 21. Gabriele Werthmüller, hat wieder eifrig nach dem LaufReport 100 km-Trainingsplan trainiert und wird in 8:36:10 als 2. Frau in Biel einlaufen Die alte Holzbrücke von Aarberg wird verlassen und rein geht es wieder in den Regen auf den Aarberger Marktplatz

Der Lauf, der wie kaum ein anderer von Deutschen dominiert wurde, war 2011 eine reine Schweizer Angelegenheit. Wiederum mit der Vergabe des nationalen Ultramarathontitels kam es zum erwarteten Duell der Sieger der letzten Jahre. David Girardet aus Belfaux hatte im Vorjahr mit einem Finale mit 17 km/h auf den letzten 500 Metern die Leaderposition übernommen und in 7:31:01 h gesiegt. Nun galt der vielseitige Sportler, IRONMAN Triathlet (9:12 h 2007 in Zürich), erfolgreicher Duathlet und Bergläufer im direkten Duell mit dem Sieger von 2008 und 2009, Walter Jenni, als Aspirant sogar eines Streckenrekords, was freilich eine enormen Verbesserung erfordert hätte, den Peter Camenzind war 1996 den Bieler Hunderter in 6:37:59 h gelaufen.

Der prognostizierte Zweikampf zeichnete sich bald ab, jedoch wäre bei den Bedingungen ein Angriff des Streckenrekords auch früher nicht mit Erfolg gekrönt gewesen, zu windig und zu nass, wenn auch die Temperaturen ideal blieben.

Schon in Büren waren die Messen bereits gesungen, und die Schwiegereltern von Walter Jenni konnten Tochter Mirja telefonisch den dritten Sieg ihres Ehemanns voraussagen, die beim gerade geborenen dritten Kind zuhause in Oberwil unweit von Biel weilte. Für die verbleibenden 13 Kilometer bis zum Ziel klaffte bereits eine große Lücke zum Verfolger David Girardet.

In Kirchberg ist mit 56 km über die Hälfte für die 100 km Läufer geschafft. Stafettenläufer und die Partnerläufer wechseln hier

Dabei zeigte sich der Schwiegervater nicht gänzlich zufrieden mit dem was er in der Früh geboten bekam. Es wird immer langsamer gelaufen und die Elite dünnt immer mehr aus. Der Mann, Jahrgang 1945 kannte sich aus und war ein angenehmer Gesprächspartner in der Morgendämmerung. "Ich bin in München über 10.000 m gestartet. Das mit dem Attentat war natürlich sehr schade", berichtete er und dass er wegen zwei Anläufen zur Erfüllung der Qualifikation bei den Olympischen Spielen nicht mehr in Bestform war und seine im gleichen Jahr aufgestellte Bestzeit von 28:46,0 min klar verfehlte. Sein nationaler Rekord aus dem Jahr 1976 über 30.000 m (1:35:40,8 Std.) hat noch Bestand. Als Waffenläufer und beim Berglauf ist Albrecht Moser aufgrund seiner Siege eine ewige Instanz. Schweizer Meister war er zweimal über 10.000 m und je einmal über 5.000 m und beim Marathon.

Konrad von Allmen läuft als 4. in 7:56:33 noch unter 8 h ins Ziel Daniela Sommer liegt in Kirchberg bereits mit einem guten Polster von über 3 Minuten in Führung Susanne Gries, letztes Jahr Halbmarathonsiegerin und mehrmalige Nachtmarathonsiegerin, lief dieses Jahr vier Wochen nach ihrem Sieg beim Mannheim Marathon mal etwas länger als Marathon und mit Filippo Larizza zum Sieg beim Partnerlauf

Wenn man direkt an der 100-km-Strecke aufwächst, dann hat man als Schweizer Läufer ein klares Ziel vor Augen. Walter Jenni, mit einer 1500 m Bestzeit von 3:46 min ausgestattet, nannte den Gewinn des Schweizer Meistertitels im Kurz-Crosslauf im Jahr 2004 und die damit verbundene Qualifikation für die Weltmeisterschaften, wo er sich achtbar schlug, als sportliche Höhepunkte seiner Karriere. Der Elektro-Ingenieur trainiert auf der Bieler Originalstrecke, wenn er zur Arbeit läuft. Bei seinem Debüt 2007 wurde er gleich bester Seeländer, 2008 siegte er in sehr guten 6:49:44 h und wiederholte den Erfolg 2009 in 6:59:15 h, im Ziel als einheimischer Jubiläumslaufssieger entsprechend gefeiert. Den Streckenrekord angepeilt, machten Achillessehnenprobleme die Vorbereitung zunichte. Sein vorerst letztes Rennen. 2010 wurde die Haglundferse operiert und auch am Meniskus geschnippelt. Im Frühjahr 2011 dann das erste Rennen, ein Halbmarathon. Nun im zweiten Wettkampf nach der langen Pausen der dritte Sieg in Biel, da spielt die Zeit von 7:11:55 h kaum eine Rolle.

Reich gedeckt ist der Versorgungsstand in Kirchberg Da lässt es sich auch Peter Luginbühl aus Kerzers schmecken, der nach 9:03:15 als 41. Mann in Biel einläuft

Lag in Aarberg (km 17,4) David Girardet nur zwei Plätze und fünf Sekunden hinter Jenni auf Rang sieben, zeigte sich in Oberramsern nach 38,5 Kilometern bereits Walter Jenni mit 64 Sekunden Vorsprung vor Girardet an der Spitze. Auf den folgenden Plätzen bahnte sich ein weiterer Zweikampf an mit Rolf Thallinger aus Burgdorf (2:27 min Rückstand auf Jenni) und weitere 30 Sekunden zurück folgte Konrad von Allmen aus Olten.

Dominique Huber, der die Holzbrücke von Aarberg mit über zwei Minuten Vorsprung vor dem späteren Sieger als erster Ultra überquerte, war in Oberramsern nicht mehr in der Top Ten, tauchte in Kirchberg nach 56,1 km mit einem Rückstand von 23:16 min aber auf Rang zehn wieder auf um sich im weiteren Verlauf zu verbessern. In Bibern mit einem um 12 Minuten vergrößerten Rückstand bereits auf Rang 6 und ihm Ziel auf gleicher Position wird er schließlich disqualifiziert. Einspruch legt er nicht ein. Im Internet kursierende Fragen, "ist das Fairplay?", "geht man so mit einem Sportler um?", werfen aber ein negatives Licht auf den Veranstalter. Eine baldige lückenlose Klärung des Vorfalls wäre also im Sinne aller Beteiligten.

In Kirchberg führte Jenni nach 3:55:45 h mit 4:19 min vor David Girardet. Konrad von Allmen hatte einen Rückstand auf Jenni von 7 Minuten 48 und wurde nun von Rolf Thallinger verfolgt, den er passiert hatte. Als Vierter und mit 8:33 min hinter Jenni war mit ihm aber weiterhin zu rechnen. Auf fast weitere zehn Minuten war der Rückstand von Adrian Gröbli angewachsen gefolgt vom Ralf Schmaeding, der hier als bester Deutscher mit 19:41 min Rückstand auf Walter Jenni, diese Rolle von Karlheinz Würtz aus Ottenbach übernommen hatte, dessen Päckchen auf den Führenden auf 22 Minuten angewachsen war.

In Kirchberg nach 56 gelaufenen Kilometern: Martin Grüning versucht mit einem Versorgungsmix die Depots zu füllen, während Dieter Baumann seine aufgeweichten Socken zurecht rückt unter fachkundiger Aufsicht seiner Eltern (die familieneigenen Radbegleiter überstanden den Nachtausflug übrigens hervorragend und in blendender Laune). Das Duell zwischen Runner´s World-Redakteur Martin Grüning (Marathon BZ 2:13:30 h ) und 5.000-m-Olympiasieger Dieter Baumann über die 100 Kilometer gewinnt Martin Grüning. Er lief nach 8:32:51 Stunden ins Ziel, hatte aber den entscheidenden Vorteil gegenüber Dieter Baumann bereits Biel-erfahren zu sein. Er finishte bereits 2005 in Biel mit einer Zeit von 9:10:44 (Anm. der Redaktion: Bei der Steigerung muss er ja trainiert haben wie ein Tier, vor lauter Angst vom Mittelstreckler abgehängt zu werden)

Die letzte offizielle Teilstrecke in Bibern zeigte nach 76,6 km bereits Walter Jenni nach 5:26:50 h entscheidend abgesetzt vom 8:08 Minuten später folgenden David Girardet. Rolf Thallinger hatte sich Rang drei zurückerobert und mit einem Plus auf Jenni von 15:50 min Konrad von Allmen mit fast vier Minuten hinter sich gelassen. Noch folgte Adrian Gröbli aus Oetweil a.d. Limmat auf dem fünften Rang, der im Vorjahr bei seiner Premiere in 7:31:37 h beinahe gesiegt hatte, aber schon knapp über eine halbe Stunde lag er hinter Jenni. Auf Rang 7 Ralf Schmaeding, der den Atem vom aufrückenden Saarländer Jörg Hooß schon im Nacken spüren konnte. Hier bahnte sich noch ein Positionswechsel an, ansonsten waren, abgesehen vom Fall des Baslers Dominique Huber die Messen gesungen.

Zum dritten Mal siegte Walter Jenni. Diesmal mit der Zeit von 7:11:55 h auf angeblich noch schnellerer Strecke, denn nach Büren verlässt man praktisch nie mehr das Ufer der Aare, genauer des Niddau-Büren-Kanals. Ungefährdet wurde David Girardet in 7:23:38 h Zweiter. Für ihn spricht die Jugend. Mit Jahrgang 1979 ist er mit Abstand der Jüngste auf den ersten Rängen und könnte in den kommenden Jahren viele weitere Podiumsplatzierungen erlaufen. Rolf Thallinger schaffte es zum achten Mal in Folge anzukommen und zum fünften Mal in Folge auf einem Top-Ten-Platz. Mit drei Töchtern plant er wohl ähnlich wie Walter Jenni. Beide sind in Meinisberg aufgewachsen und versuchten auch zusammen zu trainieren, was sich aber als unpraktisch im Alltag erwies. Nach 7:38:04 h komplettierte er das Siegerpodium, nach einem zweiten Platz seine zweitbeste Rangierung und nur rund zehn Minuten über seiner Bieler Bestzeit von 7:28:48 h. Gewinnen konnte er nie, der nur ein Jahr ältere Jenni ist schneller. Als der im letzten Jahr nicht starten konnte, vergeigte Thallinger die Chance total, finishte aber auf Platz 8. Seine gute Form zeigte sich vor zwei Wochen, als er in Grindelwald in 1:59 h auf dem Männlichen als Vierter ankam und noch ganz begeistert von diesem Berglauf war.

Im "Underground" von Bätterkinden bei km 62 ist´s trocken und es schmeckt, nur die Kopfhöhe macht Probleme

Nur vier Ergebnisse unter 8 Stunden wurden komplettiert von Konrad von Allmen in 7:56:33 h. Adrian Gröbli wurde in 8:02:15 Fünfter. Dahinter kamen in Folge die Deutschen Jörg Hooß (LTF Marpingen) in 8:05:41 h vor Ralf Schmaeding (Spvgg Holzgerlingen) in 8:08:32 und Jan Blätz (Biker Speyer) in 8:13:06 h ins Ziel. Die Top Ten komplettierten die Eidgenossen Daniel Fürer (8:13:26) und Matthias Zingg (8:18:54).

Zunächst ließ Daniela Sommer aus Sempach (nahe Luzern) Zurückhaltung walten, doch schon Oberramsern passierte sie auf Rang 2. Hier lag Deborah Balz nach 2:57:13 mit 70 Sekunden Vorsprung in Führung. Die Siegerin von 2009 und Vorjahreszweite aus Grub galt als Favoritin. Auf dem dritten Rang folgte Gabriele Werthmüller (Zuchwil) mit 7:06 min Rückstand auf Balz.

Hier beendete Ladislava Cisarovska aus Zürich auf Rang vier liegend das Rennen. Denise Zimmermann aus Mels rückt quasi mit einem Rückstand von 12:44 min auf die Führende auf den vierten Platz auf. Weitere 28 Sekunden zurück liegt Tanja Hooß als beste Deutsche auf Rang 6 vor Antje Krause vom USC Marburg, die 15:29 min hinter Balz das erste Teilstreckenziel passierte. Marion Braun aus Simmerath lag weitere elf Minuten zurück auf dem nächsten Platz.

Uiih, das blendet. Läufer der Nacht im Gegenlicht. In der Mitte Walter Jenni, der in Büren bei km 86,5 bereits mit 10 Minuten Vorsprung auf seinen direkten Verfolger, Vorjahressieger David Girardet mit der Nummer 1, die Holzbrücke von Büren unterquerte

In Kirchberg nach 56,1 Kilometern hatte Daniela Sommer die Führung übernommen und dies schon mit einem großem Vorsprung von 4:38 min nach insgesamt 4:24:15 h Laufzeit. Fast gleich groß war das Polster, dass Deborah Balz noch auf Gabriele Werthmüller hatte, die aber schon etwas aufgerückt war. Unverändert dahinter, wenn auch mit wachsendem Rückstand die Folgenden, Denise Zimmermann (+21:27 min), Tanja Hooß (+31:23) und Antje Krause (+31:32). Vor Marion Braun (+46:53 min) Beatriz Hess (+43:17 min), die sich in ihrem Wohnort nun auf Platz 7 präsentierte.

Wiederum eine Vorentscheidung zeigte der Durchlauf in Bibern. Die Frohnatur Daniela Sommer, gleicher Jahrgang wie Walter Jenni, hatte nach 6:08:38 h 12:55 min Vorsprung auf die nun auf Rang 2 liegende Werthmüller und Balz war mit 20:06 min Rückstand praktisch geschlagen. 32:31 Minuten der Rückstand von Zimmermann und 42:51 der von Antje Krause. Tanja Hooß hatte unmittelbar nach der Erfassung als Sechste mit einem Rückstand von 50:37 min erstmals einen Hundertkilometerlauf abbrechen müssen. Beatriz Hess in 1:03:46 h folgte nun Simone Durry nach fast weiteren sechs Minuten und nur drei Sekunden später ging auch Marion Braun auf den Schlussabschnitt. Kaum drei Minuten später folgte die 26 Jahre jüngere Andrea Rauer aus Ettenheim. In der Top Ten also fünf Damen aus der Schweiz und fünf aus Deutschland.

In Büren gibt´s Rösti aus der Schwenkpfanne - aber nur für die Zaungäste und gegen Fränkli Daniela Sommer, auch in Büren mit großem Vorsprung, gönnt sich etwas zum "Frühstück" Die Skulptur "Schwerelos" hinter sich lassend, schwebt Florian Vieux nach 8:26:08 als 16. Mann in Biel ein

Nach 10:32:42 (2008), 9:44:35 (2009) und 9:14:57 (2010) wurde Daniela Sommer nun Siegerin in hervorragenden 8:10:59 h und verdrängte damit Constanze Wagner vom Platz acht der ewigen Top Ten, die unangefochten von der siebenfachen Siegerin Birgit Lennartz seit 1997 mit 7:37 h angeführt wird. "Ich bin eine Frohnatur. Wenn mich die Zuschauer anfeuern und das Publikum am Streckenrand mitfiebert, muss ich das einfach zurückgeben", erklärte Daniela Sommer das stets fröhliche Lächeln in ihrem Gesicht. Eigentlich wollte sie einen Kollegen begleiten, der dann aber ausstieg. Die lief sie ihren ersten Hunderter in Biel alleine zu Ende. Die zweite Teilnahme 2009 bekam sie von ihren Kindern zum 40. Geburtstag geschenkt und dankte es mit Platz 8. Im letzten Jahr war sie nach dem Motto "alle guten Dinge sind 3" dabei. Sie erinnert sich noch gut, bei Kilometer 86 lag sie auf Platz 3, bekam Probleme und wurde Fünfte.

Sich ertränken oder doch nur erfrischen? Im Brunnen bei Büren sammelt sich so mancher Schweißtropfen der vergangenen Nacht Sind doch nur noch 13,5 km bis ins Ziel in Biel - oder?

Nun siegte sie in persönlicher Bestzeit und über eine Stunde schneller. Diese Verbesserung führt sie auf einen Kraftzuwachs in den Beinen zurück. Verantwortlich dafür ist das Telemark Skifahren, das sie neu und im letzten Winter intensiv betrieben hat. Ihr Training war ansonsten eigentlich unverändert. Ein Marathon im Frühjahr als längste Einheit, sonst 30 km Läufe, von denen sie nur 3 Stück absolviert hatte. Sie kommt im Schnitt in der Woche auf 70 km, kurzfristig für Biel auch mal an die 100 km. 3:03 Stunden ist ihre Marathonbestzeit. Seit acht Jahren läuft die nun 43-jährige Mutter von drei Kindern. Begleitet wurde sie vom Jüngsten und der Mittleren, die 21-Jährige hätte im Nachhinein sicher auch gern die Mutter zum Sieg begleitet. Daniela Sommer läuft auch gern in den Bergen. So absolvierte sie als ersten Marathon überhaupt den Jungfrau Marathon, bei dem sie im letzten Jahr in 4:09:50 h auf Platz 24 landete.

An der Aare entlang, unter der historischen Holzbrücke von Büren hindurch, folgt das letzte nun flache Wegstück Matthias Vettermann aus D-Bobenheim-Roxheim läuft für die LG MuLi nach 9:06:52 als 46. Mann in Biel ein

Auch Gabriele Werthmüller (Zuchwil), die in 8:36:10 h Zweite wurde, hat sich seit ihrer Erstteilnahme 2009 um über eine Stunde verbessert. Damals wurde sie auf Anhieb Vierte in 9:25:37 h. 2010 wäre sie auch gerne wieder gestartet, war aber verletzt. Für LaufReport Leser hat sie eine einfache Erklärung für ihren Erfolg, sie trainiert seit ihrer ersten Teilnahme nach dem LaufReport-Trainingsplänen. 2009 war sie mit dem 11 h Plan allerdings unterfordert. Diesmal hielt sie sich an den 9 h Plan. Und zwar fast exakt, bis auf einen 50 km Trail anstelle des Marathons und 1 x 50 km im Training statt zweimal 25 Kilometer. Im Ziel fragte sie sogleich nach den Plänen für 8 h Stunden. Beim Biel-Projekt richten wir uns aber an Biel-Anfänger, dazu zählt sie nun wahrlich nicht mehr.

Zu ihren Favoriten zählt der 50 km Ultramarathon von Rodgau-Dudenhofen, den sie dank unserer Pläne und Tipps als einen ihrer Lieblingsläufe entdeckt hat. Dort hat sie bereits dreimal teilgenommen und wurde in diesem Jahr in 3:59 h Dritte. Ab Bibern fiel es ihr heute schwer, obwohl das Wetter genial war, wie sie fand. Als ehemalige Reiterin ist sie wetterfest, gesteht die 37-Jährige, ebenfalls im achten Laufjahr. Ihre Marathonbestzeit steht bei 3:09 h, doch als Ziel hat sie unter drei Stunden zu laufen. 2006 lief sie ihren ersten Marathon, im letzten Jahr spulte sie bei einem 12-Stunden-Lauf 120 km ab. Noch in diesem Jahr soll nun auch ein 24h-Lauf auf dem Programm stehen, obwohl ihr daran nicht so richtig passt, dass man da so langsam für trainieren muss: "Da muss man sich ja so zurückhalten, um nicht schneller als 6er-Schnitt zu laufen."

Das neue Ziel am Hafen im Expo-Park ist erreicht

Die 31-jährige Deborah Balz sichert sich nach dem Sieg 2009 und dem zweiten Platz im Vorjahr nun den fehlenden Podestplatz in 8:50:12 h. Mit einer Marathon-Bestzeit von 2:55 h hat sie das Potential um in Zukunft auf dem Siegertreppchen wieder nach oben zu steigen. Denise Zimmermann wiederholte ihren Vorjahresplatz als Vierte, verbesserte aber ihre Zeit in 8:54:30 h um über eine Viertelstunde. Über ihr Rennen in 9:08:40 h und damit Rang fünf berichtet Antje Krause in ihrem Erlebnisbericht im Folgenden ausführlich, die mit ihrer erstaunlichen Zuverlässigkeit auch einen festen Platz im Ultramarathon-Nationalteam inne hat.

Wie beim Rennsteiglauf wurde Marion Braun zunächst als Siebte falsch platziert aufgerufen, schnell war dieser Lapsus in Biel korrigiert und Marion Braun mit brutto als Sechste geehrt. Ihre ausgewiesene Nettozeit war 9:28:07 h, im Vorjahr beendet die Läuferin des Jahrgangs 1957 nach 9:09:46 h als Dritte die Ziellinie. In der Top Ten landete noch Andrea Rauer in 9:29:12 h sowie Beatriz Hess (9:42:29), Simone Durry (9:46:39) und mit Rosi Hausner aus Staufenberg in 9:55:39 h eine weitere Deutsche auf Rang 10.

Geschafft - Jakob Etter empfängt Dieter Baumann nach zwanzig gelaufenen Fünftausendern im Ziel "Ich hab doch schon eine Goldmedaille?" Beat Müller, Präsident des Bieler Lauftage Vereins, führt den Olympiasieger zur Medaillenzeremonie Glückwunsch an Jürgen Hofmann aus D-Eisenberg (3. M60/9:45:44), der auf den letzten Metern dem aufkommenden Olympiasieger Paroli bot

Mit 2265 Startern, davon hatten sich 1430 zum 100 km Lauf gemeldet, können die Bieler nicht zufrieden zu sein. Im Ziel wurden 1051 Finisher, davon 163 Frauen registriert. Ein weiterer Rückgang, der mit 298 Teilstreckenläufern auf 1349 und somit in den Bereich der Vorjahre rückt. Von den irregulären Distanzen waren 177 Nachtmarathon- und 511 Halbmarathon-Finisher betroffen. 17 Paare bewältigten als Sie + Er, Er + Er oder Sie + Sie die 100 Kilometer, dazu 8 Militär-Patrouillen gemeinsam die Gesamtdistanz.

Einen echten Zuwachs lieferten 160 Stafetten mit je 5 Läuferinnen oder Läufern. Bei der Männer-Stafette lief Support Bayasgalant in 9:27:25 h mit Läufern aus Südamerika und der Mongolei und dem Sohn von Ex-Chanal 3 Moderatorin Jäggi auf Rang 42, in der Besetzung Tim Jäggi, Daniel Victor, Suira Altamirano, Daan Van Uum und Beat Strüby für das Hilfswerk http://kinderhilfemongolei.blogspot.com. Auch hier fruchtet die Nacht der Nächte.

Siegerehrung dieses Jahr ohne Nationalhymne, v.l.: 2. David Girardet, 1. Walter Jenni, 3. Rolf Thallinger und 2. Gabriele Werthmüller, 1. Daniela Sommer, 3. Deborah Balz

Am Morgen setze erneut heftiger Regen ein, kaum waren die Sieger geehrt. Für OK-Präsident Jakob Etter und Vereinspräsident Beat Müller und ihre Helfer wird eine Krisenintervention bevorstehen. Doch es gibt nicht nur Klagen nach der 53. Edition. Viele sehen auch im Wetter den Grund für die Schwierigkeiten bei den einschneidenden Neuerungen.

Jakob Etter mit einer persönlichen Biel-Bestzeit von 7:46 h hatte am Freitag eine Woche zuvor zum zehnten Mal im Alleingang die Strecke unter zehn Stunden absolviert, da war der Emmendamm noch mit hohem Gras zugewachsen und voller tief hängender Äste. Dass Biel auch 2012 wieder stattfinden wird, darum werden viele bangen, aber nun kann es ja nur besser werden.

Mit dem Ziel am Bielersee und dem Start im Zentrum ist man auf dem richtigen Weg. Etwas Kosmetik und mehr Wetterglück sollten hier rasch überzeugen. Die langjährigen Helfer hätten ein Ende der Bieler Lauftage nach 2011 wirklich nicht verdient. Und fast fühlt man sich als Biel-Veteran aufgefordert, notfalls doch wieder selbst die Laufschuhe zu schnüren und 2012 beim 54. Hunderter zur Ergebniskosmetik wenigstens quantitativ einen Beitrag zu leisten.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

Infos www.100km.ch

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17.6./18.6.11 - Bieler Lauftage

100 km Biel - ein Erlebnis

von Antje Krause

Vor vier Jahren habe ich meinen ersten 100-Kilometerlauf absolviert, natürlich in Biel, wo sonst. Im Jahr darauf war ich wieder am Start, doch danach hatte es terminlich einfach nicht gepasst. Nach zwei Jahren Pause wäre es eigentlich wieder einmal Zeit, nach Biel zu fahren, so meine spontanen Überlegungen, als es an die Jahresplanung für 2011 ging. Zugegeben, ich war auch ein bisschen neugierig auf die diesjährige Auflage, da es ja vor allem im Start/Ziel-Bereich grundlegende Veränderungen gab.

Der Startbereich war neu, aber das Laufen durch die Innenstadt von Biel über den Zentralplatz gab es die letzten Jahre auch schon

Die Anfahrt war nicht ganz stressfrei, durch zahlreiche Baustellen und Staus dauerte es doch um einiges länger als geplant, so dass das Zelt, gedacht für eine Schlaf- bzw. Erholungspause vor dem Rennen, eingepackt blieb. Kurz vor sieben waren wir da, fuhren auf gut Glück Richtung Zentrum und fanden auch irgendwann ein Schild, das zum Standort am See führte. Glück gehabt beim Parkplatz, denn wir landeten direkt neben dem Zelt, wo Anmeldung etc. lokalisiert waren. Es regnete, die Lust, in drei Stunden an den Start zu einem 100 Kilometerlauf zu gehen, ging direkt Richtung Null. Doch es half ja nichts, man war ja nun einmal da.

Was mich mehr störte, war die Tatsache, dass das Ersatzgelände für die Eishalle bzw. die Örtlichkeit überhaupt nicht für einen Lauf dieser Größenordnung ausgelegt war. Zwei Zelte waren aufgebaut, davon eines für die Verpflegung/Gastronomie gedacht. Im anderen Zelt waren Anmeldung, Startnummernausgabe und ein paar Stände untergebracht, der Rest diente für alle Läufer als Umkleide und Aufenthaltsraum. Es war bereits sieben Uhr sehr voll, die Läufer drängten sich im Zelt, manche versuchten, sich auf dem mit Rindenmulch ausgelegten Boden noch etwas auszuruhen, die Luft war stickig. Auch wir hatten eigentlich geplant, uns noch etwas auszuruhen vor dem Lauf, doch dafür war schlichtweg keine Möglichkeit vorhanden, also gingen wir Richtung Stadt, suchten uns ein Café, wo wir noch etwas Zeit verbrachten. Umgezogen und für den Lauf fertig gemacht wurde sich dann am Auto, noch mal in die Toilettenschlange eingereiht und schon ging es Richtung Start.

Heftige Regengüsse begleiteten dieses Jahr die Läufer der Bieler Lauftage - aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung

Dieser erfolgte im Zentrum von Biel, der Fußmarsch dahin war mit einer Viertelstunde angegeben. Das war auch in Ordnung, relativ entspannt trabten die Massen einhellig zum Start, der pünktlich erfolgte. Eine Schleife von etwa drei Kilometern war im Zentrum zu laufen, bevor es auf der "Originalstrecke" stadtauswärts ging. Eine schöne Sache, denn so präsentierte sich das Feld einerseits den Zuschauern, andererseits waren der Start und die ersten Kilometer für die Läufer recht stimmungsvoll, bevor es in die Einsamkeit der Nacht hinausging. Als die Schleife absolviert war, geriet das Feld der 100-Kilometerläufer kurzfristig in Verwirrung, denn von links bog auf einmal eine Horde von Halb- und Marathonläufern ein. Es wurde kurz gerätselt, was die "Sprinter" denn schon so früh bei uns zu suchen hätten, normalerweise wurde man von diesen erst viel später eingeholt.

Antje Krause auf der Brücke in Aarberg bei km 17,4, gerade bei schlechtem Wetter ein Zuschauermagnet

Für ein paar Kilometer war es relativ dicht, doch die Befürchtung, dass es an der Verpflegungsstelle eng werden könnte, bewahrheitete sich nicht, zumindest nicht für mich. Bereits nach dem ersten längeren Anstieg hatte sich das Feld etwas sortiert, in Jens am ersten Verpflegungspunkt genügend Raum. Mehr machten mir die Bedingungen Sorgen. Pünktlich nach dem Start war der Regen wieder stärker geworden. In Aarberg, wo nach der berühmten überdachten Holzbrücke der Staffelwechsel erfolgte, regnete es Bindfäden. Da half auch die Regenjacke nicht viel. Dafür waren meine Bemühungen, die Füße so lange wie möglich halbwegs trocken zu halten, erfolgreich. Während viele von Beginn an resignierten und die zahlreichen Pfützen durchliefen, übte ich mich im Pfützenspringen. Erst nach etwa vierzig Kilometern waren dann auch meine Füße von oben so durchnässt, dass ich ernsthaft über trockene Socken nachdachte. Zusätzlich zum Regen erschwerten die teilweise aufgeweichten Wege das Rennen und auch der Wind war an einigen Stellen recht unangenehm.

Gute Laune in Büren bei den Schweizern Daniel Fürer, der 9. in 8:13:26 wird und dem 10. Matthias Zingg dahinter (8:18:54) Flussidylle in der Morgendämmerung bei Büren a.A.

Den widrigen Bedingungen war es wohl auch geschuldet, dass die Zuschauer nicht so zahlreich und ausdauernd wie gewohnt an der Strecke waren. Zwar war zumindest bis ein, zwei Uhr in den Ortschaften durchaus etwas los, aber, so mein Eindruck, wesentlich weniger als bei meinen vorherigen Teilnahmen. Aber ein bisschen Glück hatten wir dann doch. Der Regen ließ nach vier bis fünf Stunden nach, hörte schließlich ganz auf, so dass viele den Rest der Strecke zumindest im Trockenen zurücklegen konnten. Pech hatten die Läufer, die länger als zwölf Stunden unterwegs waren, denn da ging es wieder los, zumindest in Biel selbst.

Stafettenläufer und Antje Krause in Büren

Wer Biel schon einmal gelaufen ist, weiß, dass der Lauf nicht nur von der Streckenlänge her fordert, sondern auch vom Profil und vom Untergrund. Der Kurs ist wellig, mit zahlreichen, teilweise lang gezogenen Anstiegen. Zusätzlich wechselt das Geläuf immer wieder zwischen Asphalt und feinschotterigen Feldwegen, vom Weg auf dem Emmendamm ganz zu schweigen. Dem ersten Anstieg aus Biel heraus folgte nach Lyss ein zweiter, überwiegend ansteigender längerer Abschnitt von etwa sieben Kilometern bis Großaffoltern. Erholung dann bis Oberramsern, dem ersten großen Versorgungspunkt und gleichzeitig Ziel für die Marathonläufer, wo es anschließend aber wieder für ca. sechs Kilometer langsam aber stetig nach oben ging. Ab jetzt wurde es ruhig für die Ultraläufer. Den einen war´s recht und willkommen, den anderen weniger. Zwar bringen zusätzliche Läufer auf der Strecke durchaus Abwechslung, aber gleichzeitig oft auch Unruhe, weil der Laufrhythmus aufgrund der kürzeren Strecke eben doch ein anderer ist. Aufpassen musste man plötzlich mehr, denn der Abstand zum Vordermann konnte nun ganz schnell 100 oder mehr Meter betragen, so dass es mit dem gewohnten "einfach ohne groß zu denken hinterherlaufen" nicht mehr getan war.

Wasser wohin man blickt in Büren - nur von oben gab es auch mal eine Pause

Obwohl ich nun bereits zum dritten Mal in Biel war, schaffte ich es dieses Mal, mich gleich zweimal zu verlaufen. Eine kleine Unachtsamkeit, und schon war´s passiert. Nicht für lange, nach jeweils 100-200 Metern bemerkte ich den Irrtum, aber blöd ist so was eben doch. Dafür hatte ich dieses Mal mehr Abwechslung beim Lauf, vor allem auf dem schier endlosen Abschnitt zwischen Oberramsern und Kirchberg. Schon nach 20, 30 Kilometern war ich mehr oder weniger allein gewesen. Ab und zu überholte ich jemanden oder wurde überholt. Aber ein Mitläufer ergab sich nicht, einen Radfahrer hatte ich nicht gewollt.

Denise Zimmermann (CH) wird 4. Antje Krause stärkt sich bei km 86,5 für den 5. Platz Marion Braun (D) wird 6. und 1. W50 Andrea Rauer (D) wird 7.

Aber ich hatte mich entschlossen, dieses Mal etwas Neues auszuprobieren. Nachdem ich noch nie mit Musik gelaufen bin, auch nicht im Training, aber inzwischen so ein kleines praktisches Abspielgerät habe, dachte ich mir, wo bietet sich das mehr an, es auszuprobieren, als in Biel. Ich muss sagen, ich war angenehm überrascht und kann nachvollziehen, dass Musik bei Meisterschaften etc. als unerlaubtes Hilfsmittel verboten ist. Zudem hatte mir Heiko eine super Mischung aufgespielt, die manchmal wie die Faust auf´s Auge zur Strecke passte. Während ich mich von Accept, Judas Priest, Kreator, Helloween und Co. auf den endlos langen Asphaltstücken beflügeln ließ, musste ich direkt schmunzeln, als pünktlich am Ho-Chi-Minh-Pfad "Baby I´m your Nightmare" von Rage aus den Kopfhörern klang. Ruhiger wurde es dann auf den letzten 20 Kilometern entlang der Aare. Am letzten Kilometer schließlich eine schöne Ballade von Stratovarius, die vom Heimkommen erzählt, was will man da mehr?

Die letzten Kilometer geht es flach am Nidau-Büren-Kanal entlang

Apropos Ho-Chi-Minh-Pfad: Der ist jedes Mal wieder fies, aber glücklicherweise kam ich auch dieses Mal wieder gut drüber. Zuerst ein kurzes Stück über einen Wiesenweg, danach mehrere Kilometer über einen buckligen, mit groben Steinen versehenen Pfad (Weg kann man das nicht wirklich nennen). Und wenn die Steine dann endlich weg sind, kommen Wurzeln. Füße heben und Koordination sind auf diesem Stück angesagt, ohne Lampe ist man verloren. Aber es hat auch sein Gutes. Auf diese Weise fällt einem durch die Konzentration nicht so auf, dass man eigentlich schon kaputt ist und die "kritischen" Kilometer zwischen 57 und etwa 67 gehen schnell vorüber (so jedenfalls meine Erfahrung).

In Kirchberg, dem zweiten großen Versorgungspunkt, hatte ich mich dieses Mal nicht lange aufgehalten. Die neun Stunden hatte ich noch im Kopf, doch in Gerlafingen wusste ich, dass es eng werden würde und bis zum Umfallen wollte ich mich nicht schinden, schließlich sind die Saisonhöhepunkte andere. Dass ich bis Bibern trotzdem noch einen recht schnellen Abschnitt lief, lag daran, dass mir unterwegs gesagt wurde, dass es vielleicht noch Chancen nach vorn Richtung Treppchen gäbe. Also habe ich noch mal rangehalten, um den Abstand zu verringern. Doch die Dritte, die in Gerlafingen schon eine längere Gehpause gemacht hatte, fing sich wieder und auch die Vierte brach nicht richtig ein.

Beatriz Hess am Hafen vorbei auf Platz 8 Johannes Kohl aus D-Hemsbach (9:40:50) und Andy Dyrtz (links) aus D-Bensheim (9:40:51) kurz vor der Zielgeraden Das letzte Stück durch den Wald für Karsten Pippig aus D-Reichenbach/Vogtland (9:38.07)

Für viele wird der Abschnitt zwischen Gerlafingen und Bibern zum Knackpunkt. Diese fünf Kilometer ziehen sich den leichten Anstieg hoch, bis endlich der letzte große Versorgungspunkt bei Km 76 auftaucht, dahinter wartet die letzte, aber dafür knackige Steigung. Am Ende dieser Steigung habe ich meine Aufholjagd auch aufgegeben, da ich weit und breit keine Frau sah und merkte, dass mir nun auch die Beine richtig schwer wurden. Dafür freute ich mich wie eine Schneekönigin über einen ganz anderen Sieg. Es war mir zum ersten Mal gelungen, Biel ganz durchzulaufen (abgesehen von kurzen Gehpausen am Verpflegungsstand). Nachdem ich auch beim zweiten Lauf in Biel noch regelmäßig an den Steigungen hatte längere Stücke gehen müssen, schaffte ich es dieses Mal ohne Probleme, jede Steigung laufend zu bewältigen, selbst die letzte bei Bibern. Das fand ich für mich richtig klasse, vor allem, weil ich zum ersten Mal erlebte, dass Biel in der zweiten Hälfte nicht nur Quälerei ist.

Gemeinsamer Zieleinlauf als Stafette oder als 100 km Laufgruppe

Nach Bibern geht es erst einmal runter, und danach folgen 20 (wieder) endlose Kilometer an der Aare nach Biel. Die Strecke wurde gegen Ende entschärft, während früher nach Kilometer 90 noch einmal ein Gefälle mit anschließender Steigung auf einem schlecht zu laufendem Waldweg folgte und auch die letzten fünf Kilometer nicht richtig flach waren, ging es nun schnurstracks immer am Fluss entlang. Der Vorteil liegt ganz klar darin, dass es flach ist. Nachteilig wird es, wenn man nicht mehr ganz so gut drauf ist, denn dann zieht es sich ganz schön. Die Stadt selbst wird auf den letzten Kilometern kaum wahrgenommen, denn bis kurz vor Schluss geht es am Fluss entlang. Dann noch ein kleiner Schwenker durch das Wäldchen am See, und schon geht es auf die Zielgerade. Und wieder einmal hat man es geschafft, ich muss sagen, das Ziel in Biel ist emotional schon was anderes, als bei einem Rundkurs. Schade nur, dass das Hinterher der Veranstaltung nicht angemessen war. Ich hatte mich schon vor dem Lauf gefragt, wo denn die Duschen und Umkleiden sind. Nun, umziehen konnte man sich im Zelt vor aller Augen, unter den Füßen Rindenmulch, sofern man einen freien Quadratmeter ergattern konnte. Auch wenn man nicht zimperlich ist, geht das schon an die Grenze, vor allem wenn dann für alle Läufer bzw. Läuferinnen jeweils nur zwei klitzekleine Duschkabinen vorhanden sind, in denen man sich kaum drehen kann, der Boden schon völlig schmutzig ist und man erstmal im Kopf sortieren muss, wie man es denn jetzt von der Reihenfolge her am besten anstellt, sauber und trocken wieder rauszukommen. Ich hatte noch Glück, da ich relativ früh im Ziel war. Während die Männer schon Schlange standen vor ihrem Wägelchen, kam ich noch recht schnell rein. Allerdings war eine halbe Stunde später die Schlange bei uns genauso lang, viele verzichteten auf die Dusche und zogen sich nur kurz um. Was bei einem kürzeren Lauf ja auch kein Problem ist, nach 100 Kilometern möchte man sich aber schon zumindest den Dreck von den Beinen waschen können.

Peter Nusseck und Torsten Knesebeck laufen gemeinsam nach 9:44:47 Stunden ins Ziel Das muss sein: ein Finisherfoto mit Dieter Baumann Biel ist nach wie vor eine besondere Herausforderung und mit keinem anderen 100-Kilometerlauf zu vergleichen

Nun ja, die Organisatoren werden dieses Manko sicherlich bemerkt haben und im nächsten Jahr hoffentlich darauf reagieren. Ich werde wahrscheinlich trotzdem wiederkommen, denn Biel ist nach wie vor eine besondere Herausforderung und mit keinem anderen 100-Kilometerlauf zu vergleichen.

Anm. der Redaktion: Antje Krause wurde bei ihrer dritten Teilnahme beim 100 km Lauf von Biel 5. Frau in 9:08:40 (2008 lief sie als 7. 9:27:58 und 2007 als 5. 9:53:44)
Ihre persönliche Bestzeit lief sie 2010 mit 8:17:54 h. Dieses Jahr wurde sie Deutsche Vizemeisterin im 100 km Lauf.

Bericht von Antje Krause
Fotos von Constanze & Walter Wagner

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