31.12.25 - 36. Bitburger 0,0%-Silvesterlauf in TrierErster Schweden- und zweiter Ruanda-Sieg beim deutschen Sao Paulo |
| von Holger Teusch |
Nur beim Jubiläum 2019 kamen mehr Teilnehmer ins Ziel beim Bitburger 0,0%-Silvesterlauf durch Trier. Vanessa Mikitenko und Samuel Fitwi waren diesmal die besten Deutschen.
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Auch wenn er nach seiner Verletzung nicht derjenige sein würde, der dafür sorgen würde, der Vorjahreszweite Max Thorwirth hatte es sich am vorletzten Tag noch gewünscht: Den ersten deutschen Sieg beim Trierer Silvesterlauf nach einem Dutzend Jahren. Auch wenn der letzte deutsche Sieger Homiyu Tesfaye wieder dabei war (der Läufer des TSV Pfungstadt stieg aber nach 4 km aus), daraus wurde auch bei der 36. Auflage des wegen seiner Stimmung "deutsches Sao Paulo" getauften Silvesterlauf in der Moselmetropole nichts. |
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Bei den Frauen setzte sich wie im Vorjahr eine Läuferin aus Ruanda durch. Florence Niyonkuru lag nach 5 km in 15:26 Minuten vor der Vorjahresgewinnerin Emeline Imanizabayo (15:27). |
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Ihren vierten Podestplatz in Folge feierte als Drittplatzierte Lisa Rooms (15:45). 2023 hatte die Belgierin ganz oben auf dem Podium gestanden. Bei den Männern gab es durch den Schweden Emil Danielsson den ersten Sieg für ein skandinavisches Land. Der 28-Jährige setzte sich in 13:38 Minuten gegen Harbert Kibet aus Uganda, Pieter Sisk aus Belgien und Vorjahressieger Mike Foppen aus den Niederlanden durch. Alle drei werden mit 13:39 Minuten in der Ergebnisliste notiert. Der 36. Asselauf in Trier war einer der spannendsten der Geschichte.
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Insgesamt kamen während des gut fünfstündigen Laufprogramms im Herzen von Deutschlands ältester Stadt knapp 2300 Läufer ins Ziel. Das ist das zweitbeste Ergebnis bei der seit 1990 ausgetragenen Veranstaltung. Nur im Jubiläumsjahr 2019, der 30. Auflage, waren es rund 300 mehr. Mit Temperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt war der 36. Trierer Silvesterlauf aber auch einer der frostigsten. |
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An den kältesten kann sich keiner der aktuellen Spitzenläufer erinnern. 1996 lagen die Temperaturen nahe minus zehn Grad. Zu kalt für die Afrikaner, die in den meisten Jahren gewannen.
Stattdessen setzte sich vor drei Jahrzehnten mit dem damals für Bayer Dormagen startenden Thorsten Naumann ein Läufer aus der Eifel (gerne auch mal preußisch Sibirien genannt) durch. Es war einer von bisher nur drei deutschen Siegen im Männer-Asselauf. 2013 gelang das dem Frankfurter Homiyu Tesfaye.
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Bei der Premiere 1990 besiegte der Rostocker Olaf Dorow mit der Bond-Nummer "007" auf der Brust den Vizeweltmeister und damals amtierender deutscher 10.000-Meter-Rekordler (27:24,95 Minuten) Werner Schildhauer. Bei strömenden Regen hatten damals die Afrikaner keine Chance. |
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Bei der 36. Auflage halfen weder Fritz-Walter-Wetter noch klirrender Frost einem Teutonen auf den Silvesterlauf-Thron. Max Thorwirth entschuldigte sich im Nachhinein via Instagram, dass er einen Wettkampf in langer Hose bestritt: die Wade! Nach achtwöchiger Laufpause wollte der Hallen-WM-Finalist, der seinen letzten Start für den SFD Düsseldorf bestritt (jetzt LAV Tübingen), nichts riskieren. Aquajogging und Alternativtraining konnten nicht reichen, um den Vorjahreserfolg zu wiederholen. Das war klar. In 14:36 Minuten belegte der dreimalige Deutsche Hallenmeister den 25. Platz.
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| Beim Start der Asse stand Max Thorwirth als einziger in langer Hose noch in der ersten Reihe. Nach seiner Verletzungs(lauf)pause konnte der Vorjahreszweite diesmal aber nicht ganz vorne mitlaufen |
Das zeigt, wie stark der Lauf mit knapp 100 Assen (Qualifikationszeit war 17:30 Minuten über 5 km) besetzt war. Die deutschen Farben an der Spitze des Feldes präsentierte diesmal Samuel Fitwi. Der Deutsche Marathonmeister vom Ausrichterverein Silvesterlauf Trier nutzte seinen Heimvorteil bestmöglich und zeigte sich den geschätzt 10.000 Zuschauern am Streckenrand oft an der Spitze des Feldes. "Wenn man zu Hause läuft, ist es einfach immer schön, vorne dabei zu sein", sagte er wenige Tage vor seinem 30. Geburtstag.
Erst als die rund 20-köpfige Spitzengruppe nach 4 km vom Hauptmarkt auf die letzte Runde abbog, konnten Fitwi und auch Amanal Petros nicht mehr folgen. Nun übernahmen die Spezialisten und Mittelstreckler endgültig das Kommando. Der abschließende Kilometer wurde trotz rutschigem Pflaster und einer scharfen 90-Grad-Kurve in 2:30 Minuten absolviert. Die deutschen Marathon-Spezialisten waren zehn Sekunden langsamer. Auf der Zielgerade revanchierte sich Fitwi aber für die erst dreieinhalb Wochen zuvor erlittene Niederlage gegen Petros beim Valencia-Marathon. In Spanien hatte sich der 30-Jährige von Hannover 96 in 2:04:03 Stunden den nationalen Rekord zurückgeholt.
Nur der ehemalige Europarekordler Sondre Moen konnte von den Marathon-Spezialisten die Tempoverschärfung mitgehen. Der 34 Jahre alte Norweger belegte am Ende in 13:40 Minuten den fünften Platz. Für die große Überraschung sorgte aber Emil Danielsson. Für den Schweden war der Sieg aber nicht ganz so überraschend. Schon 2018 war er beim Trierer Silvesterlauf dabei. Auf der damaligen 8-km-Distanz belegte er den 14. Platz. Die seit 2024 auf 5 km verkürzte Strecke kommt dem ehemaligen schwedischen 1500-Meter-Hallenmeister mehr entgegen. "Ich wollte schon unter die besten Fünf kommen. Auf der letzten Runde habe ich mich richtig stark gefühlt", erzählt er. Das Ausdauergen hat er sowieso. Sein Vater Jonny Danielsson nahm 1988 und 1992 über 5000 Meter an den Olympischen Spielen teil. Sein Onkel schaffte es im Skilauf zweimal zum weltgrößten Sportereignis.
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| Toller Endspurt vor großem Publikum: Emil Danielsson gewann als erster Schwede das Asserennen beim Trierer Silvesterlauf |
Eine besondere Beziehung zu Trier hat der Zweitplatzierte Harbert Kibet. Der 20 Jahre alte U20-WM-Fünfte von 2024 wird von Moses Kipsiro in Uganda betreut. Der Silvesterlauf-Rekordsieger kam 20 Jahre vor seinem Schützling erstmals nach Trier und gewann den Silvesterlauf in den Jahren 2005 bis 2007, 2012 und 2014. Mittlerweile unterstützt der 39-Jährige den Nachwuchs im von ihm gegründeten Kipsiro Moses Foundation Athletic Club. Gut ein Dutzend Athleten leben in einer Unterkunft direkt am Kipsiro Top Hill Resort Hotel am Mount Elgon nahe der Grenze zu Kenia in über 2000 Meter Höhe. Wie sehr Kipsiro Trier verbunden ist, zeigt sich bei der Vergabe für die sechs Zimmer seines Hotels: Trier wird hier in einer Reihe genannt mit New York, Monaco, Berlin, Osaka und Neu Delhi. Auch wenn es seinem Silvesterlauf-Debüt nicht wie bei seinem Mentor direkt zum Sieg gereicht hat, vielleicht startet Harbert eine ähnliche Trier-Karriere wie Moses Kipsiro.
Eine beeindruckende Silvesterlauf-Bilanz kann auch Gesa Krause vorweisen. Zum 13. Mal war die zweimalige Hindernislauf-Europameisterin und WM-Bronzemedaillengewinnerin dabei. Die Zahl brachte ihr Glück. Dreieinhalb Wochen nach ihrem missglückten Marathon-Versuch in Valencia, als ihr um 30. Kilometer herum die Energie ausging, so als ob jemand den Stecker gezogen hätte, präsentierte sich die ebenfalls für den Verein Silvesterlauf Trier startende Läuferin ausgeruht schon wieder in toller Verfassung. Nach Urlaub und mit nur wenig Vorbereitung ging sie vorsichtig an, ordnete sich trotz des nicht sehr hohen Anfangstempos der Spitzen in der Verfolgergruppe ein. "Ich bin sehr konservativ angelaufen, weil ich nicht wusste, wie es sich wenige Wochen nach dem Marathon anfühlt", erklärte Krause. Umso mehr freute sie sich, dass in der letzten Runde wieder ihre Spurtstärke aufblitzte. "Der letzte Kilometer in 2:59 Minuten war schon sehr akzeptabel. Das macht wieder Lust auf mehr. Jetzt bin ich gespannt, was 2026 bringt."
Bevor sie selbst an der Startlinie stand, hatte Gesa Krause zusammen mit Partner Robert Blumentritt (der später auch im Asselauf antrat) ihre zweieinhalbjährige Tochter Lola im Bambinilauf begleitet.
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Beste Deutsche im Elitelauf der Frauen war wie im Vorjahr als Fünfte Vanessa Mikitenko. Die Tochter der deutschen Marathon-Rekordlerin und ehemaligen Trierer Silvesterlauf-Gewinnerin (2000) Irina Mikitenko musste sich außer dem Ruanda-Duo und Rooms nur noch der Niederländerin Amina Maatoug (15:56) geschlagen geben. Seit Jahresbeginn 2026 startet Mikitenko genauso wie Krause und Olivia Gürth für den Silvesterlauf-Verein.
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Bericht von Holger Teusch |
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