3.12.23 - 30. Schmachtendorfer Nikolauslauf in Oberhausen

Läufer aus dem gesamten Ruhrgebiet waren dabei

Hannes Piffko gewinnt Jubiläumsausgabe des beliebten Cross- und Volkslaufes in Oberhausen

von David Bieber 

Wie im vergangenen Jahr hat Hannes Piffko sowohl die fünf als auch die zehn Kilometer beim Schmachtendorfer Nikolauslauf für sich entschieden. Der Läufer des SC Rot-Weiß Oberhausen gewann die fünf Kilometer durch den Wald "Dunkelschlag" in sehr guten 16:28 Minuten.

 

Nur eine Stunde später startete der 39-Jährige auf den zehn Kilometern. Auch hier dominierte er das Feld nach Belieben und gewann souverän in 34:27 Minuten. Piffko gelang damit die doppelte Titelverteidigung, auf einer seiner Lieblingsstrecken. Und das bei der Jubiläumsausgabe. Denn der beliebte Crosslauf der Spvgg Sterkrade-Nord 1920/25 im Norden der Ruhrgebietsstadt Oberhausen feierte seine 30. Auflage. Insgesamt waren knapp 600 Läuferin und Läufer dabei. Wie immer wurden neben Bambini-, Jugend- auch Walking- und Nordic Walking-Wertungen angeboten. Größter Beliebtheit erfreute sich aber der fünf Kilometer Lauf. Hier starten 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Viele Teilnehmer haben sich also nicht von den frostigen Temperaturen abhalten lassen, zu starten. Läufer aus dem gesamten Ruhrgebiet waren dabei.

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Motiviert von zahlreichen Nikoläusen - auch im Feld - und am Streckenrand, setzte sich Hannes Piffko bereits nach wenigen Hundert Metern vom Feld ab. Dominic Nef konnte ihm nicht mehr folgen. Der junge Läufer des LC Adler Bottrop finishte letztlich auf dem zweiten Rang. Er brauchte für die fünf Kilometer gute 17:50 Minuten. Kevin Engler von RWO Endurance Team wurde mit neun Sekunden Abstand Dritter. Die Strecke war nicht einfach, hatte enge Kurven, einen schwierigen Belag, der mal steinig und mal Waldboden war, und einige knifflige Steigungen parat.

Für die Oberhausenerin Stephanie Breitkreutz vom ASV Duisburg war es ein Heimspiel. Sie siegte konkurrenzlos in 18:10 Minuten. Vorjahressiegerin und Dauerrivalin Katharina Wehr, ebenfalls ASV Duisburg, war nicht am Start. Breitkreutz wird Gerüchten zufolge im kommenden Jahr nicht mehr für den ASV Duisburg starten. Sie soll es weiter nach Essen ziehen. Zweite wurde Lise Emmendörfer von Marathon und Triathlon Mülheim in 21:14 Minuten. Hauchdünn mit nur zwei Sekunden dahinter kam die Dritte, Saskia Hettkamp, vom LC Adler Bottrop in 21:16 Minuten ins Ziel auf der modernen Platzanlage am Buchenweg 30.

Der Hauptlauf bei der Jubiläumsausgabe war gut besetzt Der teilnehmerstärkste Lauf war der fünf Kilometer-Lauf

Der Duisburger Jannis Franzen, der den Fünfer zum Saisonausklang locker lief, zeigte sich mit der Organisation des Laufes zufrieden. "Es ist eine rundum nette Veranstaltung hier in Oberhausen. Ich bevorzuge solche kleinen Volksläufe. Die großen Laufevents sind nichts Besonderes." Mit dieser Einschätzung ist der 38-Jährige nicht alleine. Auch Senior Dieter aus Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen stieß ins selbe Horn. "Ich bin sehr gerne hier." Dieter sprach von einem "familiären Umfeld", das man sonst selten vorfinde. Es stimmt, dass große Laufveranstaltungen, oftmals kommerziell betrieben, gerade im Ruhrgebiet in letzter Zeit die Mehrheit waren. Klassische Volksläufe sind aufgrund von organisatorischen und personellen Engpässen und (zu?) strengen behördlichen Auflagen mittlerweile fast schon die Ausnahme, hat man das Gefühl.

Es war freilich nicht die einzige Laufveranstaltung an diesem ersten Adventssonntag. Mehr als 2000 Kilometer südlicher, in Valencia, liefen um die gleiche Zeit viel schnellere Läufer um den Weltrekord im Marathon. Der Moderator des Laufes schaffte es, immer wieder eine Verbindung zwischen dem Marathon in der spanischen Großstadt und dem kleinen Nikolauslauf im eisigen Oberhausen herzustellen. Dass letztlich der Marathon-Weltrekord und die magische Schallmauer von unter zwei Stunden nicht gefallen sind, dürfte der Motivation der Läufer, die dann auf die abschließenden zehn Kilometer durch den Forst gingen, keinen Abbruch getan haben.

Der Nikolaus lief natürlich auch selbst mit

Zweiter über die mit 179 Teilnehmern besetzten zehn Kilometer wurde hinter dem mehrfach angesprochenen und erwähnten Tagessieger Hannes Piffko, für den es gilt, im kommenden Jahr den Hattrick zu schaffen, der Duisburger Lukas Ehrentraut in 35:18 Minuten. Damit endet für den 29-jährigen Läufer in Diensten vom ASV Duisburg eine sehr erfolgreiche Saison. Ehrentraut gewann etwa die Duisburger Stadtmeisterschaften über 10.000 Meter, lief erstmalig in seiner Karriere unter 17 Minuten auf 5000 Meter und stellte Bestzeiten auch im Halbmarathon auf. Im kommenden Jahr dürfte der dann in der M30 startende Ehrentraut weiter für Aufsehen sorgen.

Nach dem Lauf am Sonntagmittag sagte er gegenüber LaufReport: "Es war ein anstrengender Lauf über Stock und Stein, der dennoch viel Spaß gemacht hat. Die Anstrengungen waren es wert." Dritter im Bunde ist Jörn Hansen aus Alpen geworden. Der 50 Jahre alte Niederrheiner lief den Zehner in 35:20 Minuten, er verlor äußerst knapp den Schlussspurt um Rang zwei gegen den gut 20 Jahre jüngeren Ehrentraut. Dennoch: Chapeau vor dieser Leistung mit 50 Jahren. Ines Kluth, TSV Viktoria Mülheim, siegte bei den Frauen in 46:43 Minuten. Zweite wurde Joanna Bobbenkamp aus Oberhausen in 48:23 Minuten. Dritte wurde Sabine Schenk von den Lauffreunde HADI Wesel in 48:31 Minuten.

Der Nikolaus ist der Namensgeber des beliebten Laufs im Norden von Oberhausen. Das Bild entstand nach dem Lauf, als er wieder sein bischöfliches Gewand trug
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Schöne Tradition: Nicht nur die Sieger, sondern alle Athleten wurden mit einem Stutenkerl, einem Weckmann, nach den jeweiligen Läufen belohnt. Ausgegeben von zwei netten jungen Damen aus Mexiko und den USA. Letztere sei hierher umgesiedelt, weil sie Angst vor einer Wiederkehr an die Macht Donald Trumps habe.

Eine Gruppe von Aktivistinnen hatte am Waldrand einen kleinen Aktionsstand aufgebaut, an dem alle Läufer vorbeikommen mussten. Der Wald, auch "Sterki" bezeichnet - immerhin mehr als 200 Hektar groß - soll bleiben, lautete eine Forderung der Aktivistinnen, geschrieben auf Plakaten. Nicht nur der Hambacher Forst im Rheinischen Revier, sondern auch der "Sterki" ist bedroht. Die Motivlage ist aber eine andere. Im "Sterki" geht es nicht um den Abbau von einem endlichen Energieträger, Braunkohle. Sondern um eine Erweiterung einer dort liegenden Autobahn, für die der Wald partiell weichen soll. Konkret: Für den Ausbau des Autobahnkreuzes Oberhausen (A2/A3/A516) sollen rund elf Hektar Wald, laut Webseite der Aktivistinnen rund 5.000 Bäume, und 22 Hektar Gehölzstrukturen und Böschungen dem Abrissbagger zum Opfer fallen.

Mal sehen, ob es den Nikolauslauf mit dieser Streckenführung noch im nächsten Jahr gibt.

Bericht und Fotos von David Bieber

Ergebnisse my.raceresult.com
Info www.sterkrade-nord.de/nikolauslauf

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