4.12.21 - 41. Rodgauer Winterlaufserie in Rodgau-Jügesheim

Ein Stück Normalität in Jügesheim (Zweiter Wertungslauf)

Willkommen zurück in Jügesheim. Willkommen zurück bei der Winterlaufserie, die uns einst jedes Jahr von November bis Februar durch die kalten, dunklen Tage brachte. An jedem ersten Samstag dieser Monate war 15 Uhr die festgeschriebene Uhrzeit, zu der 10 vermessene Kilometer gelaufen wurden. Als Formcheck, als Angriff auf die persönliche Bestzeit oder schlicht als Laufen mit anderen. Schließlich entstehen einfach nur durch das gemeinsame Laufen mitunter die besten Freundschaften. So kehrte mit dem Start der Winterlaufserie in die Saison 2021/22, nach einer Pause, die sich deutlich länger anfühlte, schließlich am ersten Novembersamstag 2021 ein kleines Stück Normalität zurück. Schon einen Monat später steht fest: die Veranstaltung nur mit einem 2G-Nachweis durchzuführen, war genau die richtige Entscheidung. Andernfalls stünde sie wohl schon jetzt wieder vor dem Aus. So scheint die Durchführung auch weiterhin im Freien vertretbar zu sein.

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Je nach der aktuellen Entwicklung könnte beim nächsten Durchgang sogar ein 2G+-Nachweis von Nöten sein. Orga-Chef Detlev Gumbmann ist sich aber sicher: "Läufer sind leidensfähig, die machen auch da mit!" - und er hat Recht. Noch vor dem Start hört man immer wieder Dankesbekundungen, einfach nur darüber, dass es im Rodgau die Möglichkeit gibt, an den Start gehen zu dürfen. Man merkt es außerdem sowohl an den Anmelde- und Teilnehmerzahlen- die Winterlaufserie ist in diesem Jahr sehr gut besucht (die Tagesstarts waren für den zweiten Durchgang ausverkauft, zusätzlich zu etwa 300 Serienstarter*innen) - als auch an den Ergebnissen: trotz der schlechten Witterungsverhältnisse dankte man es dem Veranstalter nicht nur durch Worte, sondern auch durch schnelle Zeiten. Wer Anfang Dezember 36 Minuten lief, wurde im Gesamteinlauf gerade einmal 24.

Das Novemberwetter schlägt im Dezember zurück

Während die Auftaktveranstaltung bei Kaiserwetter begangen wurde und die trockenen und harten Waldwege zu sehr schnellen Zeiten einluden, hielt das richtige Novemberwetter zum Ende des Monats Einzug: viel Wind und viel Regen spielten dem inneren Schweinehund in die Karten und weichten obendrein noch die Strecke auf. Immerhin ist endlich wieder die alte Strecke durch den Wald freigegeben.

 

Nach dem Sturm im Spätsommer des Jahres 2018 war dieser für eine lächerlich lange Zeitdauer offiziell gesperrt, sodass die letzten Rennen auf freiem Feld hatten stattfinden müssen. Im Wald selbst sind die Läuferinnen und Läufer dem Wind weit weniger ausgesetzt.

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Schlechtes Wetter - für Luca Otten (35'16) und alle anderen 262 Tagesstarter*innen Ein Kunststück: Clemens Ostrowskis Schuhe leuchten immer noch rot Auf den letzten Metern geht es um jede Sekunde und jede Platzierung. Hier zwischen Christian Trunk (vorne) und Tim Schrader (beide 34'24)

In der Nacht zum Rennsamstag schneite es dann sogar. Und zwar so viel, dass man sich als Läufer*in zunächst Sorgen machen musste, auf rutschigem Schneematsch laufen zu müssen. Doch Regen und Temperaturen um 5 °C verhinderten zumindest das. Dennoch war es auf dem Jügesheimer Feld eher unangenehm, wenn man nicht garstig sagen möchte. Richtig unangenehm wurde es dann etwa eine Viertelstunde nach dem Startschuss, als das komplette Feld von eisig kaltem Regen durchnässt wurde. Vielleicht wusch er zumindest ein wenig Schlamm von Kleidung und Beinen.

Die Schnellsten des Tages ließen sich wie bereits erwähnt davon nicht beirren. Julian Beuchert (LAZ Mosbach-Elztal), mit der Startnummer 020 als Serienstarter erkennbar zimmerte eine 31:18 min auf die schlammigen Waldwege, womit er sich prompt zum Favoriten für den Seriensieg machte. Bei der letzten Durchführung der Winterlaufserie war der junge Triathlet schon mit schnellen Zeiten über die 5 km aufgefallen.

Nicht weit zurück und ebenfalls noch unter 32 Minuten blieb Sebastian Hauf vom TV Trebur. Noch im November nicht glücklich über seinen Wiedereinstieg in die neue Saison und vor dem Start betonend, dass es sich weder um sein Lieblingswetter noch -bodenverhältnisse handele, war jetzt schon ein Trainingslauf mit 31'55 möglich. Im Vergleich zu seinen Konkurrenten schützte Sebastian die Muskulatur mit langer Kleidung vor der Kälte.

Julian Beuchert gewinnt den Lauf nach 31:18 min Sebastian Hauf (31'55) wird Zweiter U20-Sieger Paul Weigand (33'15) erläuft sich Rang 5 M55-Sieger Matthias Winnhauer im Schlussspurt

Auf Rang drei folgte dann schon der Auftaktsieger Björn Dollmann (DZ Bank runners/TV Waldstraße Wiesbaden). Auch er hatte Bedenken ob der Witterungsverhältnisse, meinte aber, dass eigentlich eine Steigerung im Vergleich zum ersten Durchgang möglich sein sollte. Vor Monatsfrist war er die zweite Hälfte deutlich schneller gelaufen als die erste. Beim zweiten Durchgang machte er seine Sache besser: zwei Hälften von 16'09 und 16'08 hätten perfekter kaum sein können und endeten mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 32'17. Ob bei besseren Bedingungen noch die 32 Minuten fallen. Es müsste doch eigentlich möglich sein!

Tobias Erbacher (TSG Kleinostheim), beim Auftakt Zweiter, lief erneut unter 33 Minuten (32'51) und diesmal auf Rang vier. Die weiteren Plätze belegten Paul Weigand (ESV Gemünden, 33'15), Rik van der Sterren (LG Eintracht Frankfurt, 33'38) und Robert Unger von Spiridon Frankfurt (33'42).

Auch die Frauen liefern schnelle Zeiten

Während sich die Siegerin der Auftaktveranstaltung Franziska Baist auf Fuerteventura von der Sonne bescheinen ließ, erkämpften sich ihre Konkurrentinnen starke Zeiten. Allen voran lief Nadja Heininger vom SSC Hanau-Rodenbach, die zuletzt lange von Verletzungssorgen geplagt war und 14 Monate nicht laufen konnte zu einer starken 38:13 min. Willkommen zurück, Nadja!

Wieder Zweite wurde die für das engelhorn sports team/MTG Mannheim startende Sylvie Müller. Etwa 39 Minuten hatte sie geplant, 39'20 wurden am Ende für sie gestoppt. Mittlerweile läuft es wieder besser für Sylvie. Sie zählt sich zu jenen Sportlerinnen, denen das amerikanische Uni-Sportsystem, das andere deutlich nach vorne bringt, eher geschadet hat. Sie konnte dort keine Fortschritte machen.

Nadja Heininger wird erste Frau (38'13) Sylvie Müller wird zweite Frau (39'20) Um Rang drei und die weiteren Platzierungen wird es eng bei den Frauen
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Als Dritte blieb weiterhin Lena Becker (TGV Schotten) mit 39'59 unter der magischen 40-Minuten-Marke. Kurz hinter ihr wurde es dann sehr eng: Tatjana Euler (TV Dieburg) lief zeitgleich mit Wiebke Boden (Spiridon Frankfurt, 40'08) ein, nur weitere sieben Sekunden länger brauchte Zane Grike (Lübbers-mpt). Auch Irina Haub und Veronika Ulrich liefen noch unter 41 Minuten.

Wie gesagt, die Rodgauer Winterlaufserie ist heuer wieder einmal sehr dicht besetzt. Wir sind gespannt, wie sich die Platzierungen entwickeln, wie das Wetter mitspielt und vor allem, wie viele Worte noch das Virus mitredet, das schon für so viel Unheil gesorgt hat. Es bleibt aber dabei: Läufer*innen sind leidensfähig und unternehmen alles, um sicher ihren Sport treiben zu dürfen.

Bericht von Markus Heidl - Fotos von Svenja Heidl

Ergebnisse maxx-timing.de & Infos www.jskrodgau.de

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