31.12.19 - 30. Silvesterlauf Heddesheim

Sonne und Kälte beflügelt die Sportler - ein letzter Lauf im alten Jahr

von Birgit Schillinger 

"Einfach ein schöner Jahresabschluss" - so die Einschätzung der Teilnehmer beim Heddesheimer Silvesterlauf. Die Sonne trug zu der guten Laune auch bei - und trotz Kälte gab es hervorragende Zeiten bei der 30. Auflage des traditionellen Wettkampfes in der ehemals größten Tabakgemeinde Badens. Die krummen Strecken sind beliebt - die 4,3 Km bei der Minimeile und die 7,5 Km bei der Heddesheimer Meile dienen mehr der Standortbestimmung als einem offiziellen Wettkampfergebnis bei glatten Streckenlängen.

Am Start war es recht eng für die über 500 Starter über die Heddesheimer Meile Zwei Runden um den Badesee waren zu absolvieren
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2012 hatte der Verein OBM (Odenwälder-Bike-Marathon) die Organisation des Silvesterlaufes übernommen, weil der Skiclub nach 22 Jahren abgesprungen war. Gemeinsam mit Sponsoren konnte Orga-Chef Markus Kunkel damals die Veranstaltung retten. Mit zunehmendem Erfolg. Wieder konnte sich Markus Kunkel über fast 800 Starter freuen. Neben der Heddesheimer Meile (etwa 7,5 Kilometer) gibt es die Minimeile (4,3km) und Schüler- sowie Bambiniläufe.

 
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Schülerlauf über 1,4 km - von Anfang an wird gesprintet... Schnellster Schüler im 1,4 km langen Schülerlauf, Luca Kohl vom TSV Amicitis Viernheim in 4:36 min Schnellste Schülerin in 4:52 min Stina Lösch von der MTG Mannheim

Für Michael Chalupsky (engelhorn sports team) aus Neckargemünd war es der erste Start über die Heddesheimer Meile. "Eigentlich wollte ich mit Steffen Ulmrich einen schnellen Trainingslauf absolvieren." Aber dann musste der Vorjahrssieger und Streckenrekordhalter Steffen krankheitsbedingt passen und Michael musste alleine vorneweg laufen.

Er siegte in 24:07,5 Minuten mit 46 Sekunden Vorsprung vor Philipp Weng. Michael war zufrieden: "Nach dem Grundlagentraining nun ein erster Tempotest. Schöne Strecke, netter Jahresausklang." Der 36jährige Bankbetriebswirt trainiert seit Herbst in der Gruppe von Christian Stang: "Da fühle ich mich super wohl." Der Sieger des diesjährigen Heidelberger Halbmarathons hat für 2020 ein Ziel vor Augen: Seine 10km-Bestzeit von 31:08 Minuten auf eine 30er Zeit verbessern!

 
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Ein einsamer Tempolauf für Michael Chalupsky Philipp Weng (525) gewinnt "Silber" vor Julius Ott Oliver Fischer, der Jüngere, kommt auf Platz vier auf der Heddesheimer Meile über 7,7 km -im Trikot des Valencia-Marathons, wo er 2h48 lief

Auch die Siegerin Merle Brunée (ebenfalls engelhorn sports team) schwärmt von der Stang-Trainingstruppe. "Ich bin so froh, dass ich damals zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und Christian mich in seine Trainingsgruppe eingeladen hat." Das war am 1. Mai 2018 beim Neckarlauf. Auch sie war zum ersten Mal in Heddesheim: "Und es war mein erster Silvesterlauf überhaupt."

 
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Jara Geissler noch vor Merle Brunnée, am Ende ist es umgekehrt Bei ihrer Heddesheim-Premiere auf Rang drei - Laura Opt-Eynde Vorjahressiegerin nun auf Rang vier - Juliana Böhm

Sie kam 2014 aus Bremen zum Medizinstudium nach Heidelberg. Erst seit zwei Jahren trainiert das Marathontalent richtig. Und nach dieser kurzen Zeit ist sie schon bei 2:51 Stunden - gelaufen beim Frankfurter Marathon. "Das war mein Highlight 2019." Für das nächste Jahr hat die 25jährige Studentin die deutschen Marathonmeisterschaften - auch im Team unter anderem mit Fabienne Königstein (geb. Amrhein) - im Blick. Merle verbesserte den Streckenrekord ihrer Vereinskameradin Lea Düppe auf nun hervorragende 27:55,2 Minuten.

Merle Brunée gewinnt mit neuem Streckenrekord Kein Blick für die Bandenwerbung... Erwin Hube gewinnt die M80 Mit 84 Jahren älteste Teilnehmerin - aber nicht letzte - Erika Krüger

Spannender war der Kampf um Platz zwei bei den Männern. Philipp Weng (TSG 78 Heidelberg) hatte in Julius Ott einen starken Mitstreiter. Durch einen Endspurt konnte der 24jährige Heidelberger drei Sekunden herauslaufen und wurde in 24:53,5 Zweiter vor dem zwei Jahre jüngeren Weinheimer. Philipp beschließt damit eine gute Saison - in der er seinen persönlichen 10km-Rekord auf 32:37 schraubte.

Bei den Frauen war Jara Geißler (Laufteam Weinheim) mit ihrem Rennen ebenfalls zufrieden. Sie hatte in Heddesheim auch schon vor drei Jahren gewonnen. Dieses Jahr hat sie sich durch den zweiten Rang in Heddesheim ebenfalls beim Bergstraßen-Cup auf Platz zwei geschoben. Denn der Silvesterlauf ist auch dieses Jahr das Finale des Bergstraßen-Cups - einer regionalen Laufserie.

Omar Jammeh allein in Front bei der Minimeile Oliver Fischer (vorne), der Ältere, - bei der Minimeile auf Platz zwei und später bei der Heddesheimer Meile auch wieder flott dabei Platz drei für Kolja Meßmer bei der Minimeile

Über die Minimeile (4,3 Km) konnte Omar Jammeh (MTG Mannheim) seinen Vorjahressieg in der gleichen Zeit wie 2018 wiederholen. Der 24jährige Mittelstreckler kam vor drei Jahren aus Gambia nach Deutschland. Dahinter verbesserte Oliver Fischer seine Leistung vom Vorjahr um 40 Sekunden. Wie auch schon vergangenes Mal startete er gleich nach der Minimeile noch beim Hauptlauf: "Sonst lohnt es sich ja nicht, die Laufschuhe anzuziehen." Dort wurde der 29jährige Doppelstarter dann 14. Und ein namensgleicher Läufer kam im Hauptlauf auf Rang vier: Der 21jährige Oliver Fischer trug stolz sein Trikot vom Valencia Marathon, denn dort war er vor vier Wochen starke 2:48 Stunden gelaufen.

Souverän gewann die erst 16jährige Triathletin Annika Leineweber (TSV Amicitia Viernheim) in 16:37,5 Minuten die Frauenwertung der Minimeile. Vereinskollegin Raja Neumann (Vorjahresdritte) konnte sich zwei Sekunden vor Antonia Seitz (MTG Mannheim) ins Ziel retten.

Schnellste Minimeilen-Starterin Annika Leineweber Raja Neumann läuft auf Rang zwei bei der Minimeile Antonia Seitz wird Dritte über die Minimeile

Sowohl bei der großen Meile als auch bei der Minimeile war erst eine Auftaktrunde über den Trimmdich-Pfad zu laufen, dann ging es über die Felder um den See. Das Nette an der Strecke in Heddesheim ist, dass man mehrmals am Ziel vorbeikommt: Nach der Auftaktrunde hat sich das Feld schon auseinandergezogen. Dann kommen die Meilenläufer bei zwei großen Runden um den See noch zwei Mal in den Zielbereich, wo viele Zuschauer klatschten. Die meisten Starter kommen aus der Region, die Minimeile ist für jüngere Athleten, Anfänger, Kurzstrecken-Liebhaber und Walker attraktiv. Da hier die Zeiten nicht so schnell sind, sollte der Zeitplan angepasst werden. Was auch für die Startzeit der Minimeile gilt, weil die Siegerehrung der Schüler und Bambini auch länger dauert.

Links die Zieleinläufer, rechts haben die Läufer noch eine Runde - und in der Mitte Cheforganisator Markus Kunkel Immer wieder bewundernswert stark - Jochen Wier - mit zwei Beinprothesen und einem Arm Der Honigverkäufer rannte auch wieder mit und war gleich nach dem Lauf wieder an seinem Honigstand anzutreffen - Imker Hermann Doll
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Keinen Zeitdruck machte sich die älteste Läuferin. Die 84jährige Erika Krüger (LSG Karlsruhe) lief etwas langsamer als sonst: "Ich musste zwei Monate wegen einer schlimmen Erkältung aussetzen." Die diesjährige Senioren-Landesmeisterin im Halbmarathon hat schon Pläne für das nächste Jahr: "Halbmarathon ist meine Lieblingsstrecke. Da will ich bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Toronto starten."

Bericht von Birgit Schillinger
Fotos von Hendrik & Birgit Schillinger

Ergebnisse www.br-timing.de - Info www.heddesheimer-sl.de

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