29.12.19 - 41. Spiridon Mainova Silvesterlauf in Frankfurt

Aaron Bienenfeld bricht 30jährigen Streckenrekord

von Jörg Engelhardt 

Direkt zu den Ergebnissen des 41. Spiridon Mainova Silvesterlauf in Frankfurt HIER

Als in Frankfurt der Tag anbrach, setzten sich nach und nach die Sonnenstrahlen gegen die noch vorhandenen grauen Wolkenschleier durch. Zwar war es mit -3 Grad Celsius passend zur winterlichen Jahreszeit gegen 7:00 Uhr morgens doch noch ziemlich kalt, dennoch konnte das Thermometer bis zum Start des kleinen Schülerlaufs über 2-Km um 11.00 Uhr nochmals exakt auf die Nulllinie steigen.

Zudem blieb es bei fortdauernd leichtem Sonnenschein durchgehend trocken, was den jüngsten Protagonist*innen im Teilnehmerfeld nahezu beste Laufbedingungen bescheren sollte. Lediglich an den beiden Wendepunkten war für die jüngsten Teilnehmer der beiden Schülerläufe Vorsicht geboten. Denn ausgerechnet zur 25. Jubiläumsauflage der Nachwuchswettbewerbe, die seit 1995 fester Bestandteil des Veranstaltungsprogramms sind, befanden sich die glattesten Stellen im gesamten Streckenverlauf.

 
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Neben dem 10 km Hauptlauf wurde für Nachwuchsathletinnen und -athleten Strecken über 2 und 4 Kilometer geboten
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Carsten Goldhammer, der dieses Jahr innerhalb des Organisationsteams für den Einsatz der Streckenposten verantwortlich war, erklärte dazu: "Das ist schon verrückt, ich bin die gesamte Strecke jetzt nochmals mit dem Rad abgefahren, aber ausgerechnet an diesen beiden Wendepunkten, wo es auch noch am engsten ist, herrscht die größte Glätte auf dem gesamten Parcours." Ergänzend dazu meint Werner Bohr, der ebenfalls eine langjährige Erfahrung als Streckenposten bei dieser Veranstaltung vorweisen kann: "Das dumme daran ist, dass wir das jetzt nicht mehr ändern können, denn durch die Bauarbeiten für die neue S-Bahn-Station "Gateway Gardens" sind die breiteren Fuß- und Fahrradwege, die als Wendepunkte besser und sicherer für die teilnehmenden Kinder wären, nicht mehr zugänglich. Es kann deshalb auch in Zukunft hier an diesem Streckenverlauf nichts mehr verändert werden um den Teilnehmenden einen größeren Wenderadius zu ermöglichen."

Doch trotz dieser nicht mehr korrigierbaren Unannehmlichkeit ist es zu keinen Stürzen gekommen. Die meisten Kinder nahmen die Zurufe durch die anwesenden Streckenposten sehr ernst und nahmen einen weiteren Bogen um die kennzeichnenden Fahnen in der Mitte des Weges, sodass sich nach anfänglichen Schwierigkeiten trotz der unvermeidbaren Glätte alle Schüler*innen letztlich ungefährdet an diesen beiden kritischen Stellen auf den Beinen halten konnten.

Jennifer Price, die innerhalb des Organisationsteams für die Durchführung des Schülerlaufs verantwortlich ist, hat mit ihren Mitstreitern allen Grund zum Strahlen. Die heutige Jubiläumsauflage brachte wiederum einen neuen Teilnehmerrekord und trug somit dazu bei, dass es trotz eines geringfügigen Rückgangs im Hauptlauf, dann hinterher doch zu einem Anstieg der Finisherzahl insgesamt gekommen ist Wichtige Arbeit bei diesem Laufsportereignis leisteten vor allem die Streckenposten, mit viel Spaß an ihrer Aufgabe und hoher Konzentration bei der Arbeit, sorgten sie diesmal mit dafür, dass es vor allem an den kritisch glatten Stellen an den Wendepunkten der Schülerläufe zu keinen Stürzen kam. Auch Fehlleitungen, die zu einer Streckenverkürzung beim großen Schülerlauf hätten führen können, bleiben diesmal aus

Auch sonst, war die diesjährige Jubiläumsauflage der Nachwuchskonkurrenzen ein voller Erfolg. Nachdem schon im Vorjahr die Teilnehmeranzahl auf über 200 angestiegen war, gab es diesmal nochmals einen Anstieg an aktiven Starter*innen zu verzeichnen. Die Gesamtzahl aller Finisher stieg nochmals von 204 auf 232 an. Dies führte am Ende dazu, dass die Teilnehmerzahl der gesamten Veranstaltung aus dem Vorjahr, die damals schon einen neuen Rekord bedeutete, in diesem Jahr, wenn auch nur sehr geringfügig, sogar nochmals nach oben ging. Zwar kamen im 10-Km-Hauptlauf diesmal " nur" 2301 Frauen und Männer ins Ziel, was im Vergleich zum letzten Jahr einem Finisherrückgang von 24 Teilnehmenden entsprach, doch sorgten die jüngsten Läufer*innen mit ihrem Zuwachs dafür, das am Ende des Tages statt der 2529 Finisher vor 12 Monaten in den drei angebotenen Wettbewerben diesmal 2533 Zielankünfte zu vermelden waren.

Auch die kleineren Pannen der letztjährigen Auflage sollten sich nicht wiederholen. Weder gab es einen Engpass an für Teilnehmer zugedachten Präsenten, noch kam es zu einer ungewollten Streckenverkürzung beim 4-Km-Schülerlauf. Am Ende des Tages gab es nur positive Stimmen, sowohl aus dem Teilnehmerkreis, als auch von den verantwortlichen Machern der Veranstaltung zu hören. Dies umso mehr, als das auch die sportlichen Leistungen, vor allem der Männer im 10-Km-Hauptlauf, passend zum schönen Wetter, ebenfalls aufhorchen lassen konnten. Denn der heute aufgestellte neue Streckenrekord, wird ebenfalls seinen Ehrenplatz im Geschichtsbuch dieser traditionsreichen Veranstaltung finden.

Die Flughafenstraße wird von den jungen Laufathleten in Besitz genommen Während der kurzen Moderationspausen muss der Vorsitzende des veranstaltenden Vereins Dr. Thomas Rautenberg den zahlreich vorhandenen Medienvertretern immer mal wieder Rede und Antwort stehen

Ansonsten blieb auch diesmal wieder alles beim Altbewährten. Los ging es wie immer mit dem kleinen Schülerlauf über 2 Kilometer, dem anschließenden großen Schülerlauf über 4 Kilometer, sowie dem großen 10 Kilometer langen Hauptlauf, der vor allem sportlich zum absoluten Höhepunkt dieses unverwüstlichen Laufklassikers im Schatten der Commerzbank-Arena geraten sollte. Eine passende Dramaturgie zum Ablauf eines Laufspektakels, das am Ende des Tages keine Wünsche unerfüllt ließ und auch atmosphärisch rundum gelungen war.

2-Km-Schülerlauf

Die erste Entscheidung des Tages brachte zwar bei den Jungs eine langsamere Siegerzeit als im letzten Jahr hervor. Dafür war aber der Rennverlauf im Kampf um die Podestplätze deutlich spannender. An der Spitze des Feldes kristallisierte sich schnell ein Trio heraus, das der übrigen Schar der jüngsten Läufer*innen des Tages schnell enteilen sollte. Wie an der Perlenkette aufgereiht demonstrierten Marlon Kreutz (TSG Nieder-Erlenbach), Nouh Tidjani (LG Eintracht Frankfurt) und Emilian Huber (LLG Wonnegau) von Beginn des Rennens an ihre Vormachtstellung im Vergleich zum Rest des Feldes. Vom Startschuss weg bildeten die 3 eben genannten die uneinholbare Spitze in dieser Konkurrenz und kamen auch im jeweiligen Abstand von einer Sekunde in dieser Reihenfolge ins Ziel.

Marlon Kreutz musste sich bis zuletzt seiner Haut erwehren um seine Führung, die er von Anfang an inne hatte, bis ins Ziel zu verteidigen. Nach 7:46 min. konnte er erleichtert aufatmen und den Sieg bei den Jungs im kleinen Schülerlauf für sich in Anspruch nehmen. Nouh Tidjani, der im letzten Jahr gerade mal auf Platz 9 ins Ziel kam, konnte zwar den heutigen Gewinner nicht mehr einholen, sich dafür aber um 7 Plätze steigern und seinen 2. Platz gegen einen ihn bis zum Schluss sehr stark fordernden Emilian Huber verteidigen. Er erzielte eine Endzeit von 7:47 min. und verwies seinen hartnäckigen Konkurrenten auf den letzten freien Podestplatz. Nach 7:48 min. war auch dieser ungefährdet für den Läufer aus Rheinhessen reserviert.

Marlon Kreutz von der TSG Nieder Erlenbach hat in diesem Jahr schon einige Siege und Podiumsplätze bei Schülerläufen im Rhein-Main-Gebiet gewonnen. Auch diesmal kann er seinen denkbar knappen Vorsprung auf der 2 Km Strecke bis ins Ziel retten Seine ärgsten Verfolger Nouh Tidjani (vorne) von der LG Eintracht Frankfurt und Emilian Huber (LLG Wonnegau) folgen ihm kurz darauf auf die Podestplätze 2 und 3. Obwohl Helena Groumpas (202) beim 2 Km Schülerlauf der Mädchen den allerletzten Platz belegt, lässt sie sich den Spaß an ihrer Teilnahme nicht nehmen und läuft mit einem strahlenden Lächeln ins Ziel

Nachdem ihr jüngerer Bruder Nouh sich bei den Jungs den zweiten Platz gesichert hatte, konnte seine ältere Schwester Heba (ebenfalls LG Eintracht Frankfurt) bei den Mädchen sogar den Tagessieg erringen. Schon vor 12 Monaten kam sie auf Platz 2 ein, konnte sich diesmal um den ersehnten einen Platz steigern und nach 8:08 min. einen komfortablen Vorsprung vor dem Rest des weiblichen Feldes ins Ziel bringen. Es vergingen weitere 6 Sekunden ehe sich Luise Brzoska (SG 1877 Frankfurt-Nied) Platz 2 nach 8:14 min. sichern konnte. Der letzte freie Platz auf dem Treppchen verblieb dann ausnahmsweise nicht im Frankfurter Stadtgebiet und wurde durch Liona Kramer (Hünfelder SV) nach Osthessen entführt. Nach 8:17 min. konnte sich die junge Nachwuchsläuferin aus dem Landkreis Fulda für ihre rund 100 Kilometer lange Anreise mit dem 3. Platz belohnen. 60 Mädchen und 76 Jungs fanden in diesem Wettbewerb den Weg ins Ziel.

4-Km-Schülerlauf

Die längere Schülerstrecke für die Jahrgänge 2004 bis 2007 sah im Kampf um die vorderen Plätze bei Mädchen und Jungs weit weniger spannende Entscheidungen als die kürzere Strecke für die späteren Jahrgänge. Paulina Poggendorf (Spiridon Frankfurt) war bei den Mädchen heute nicht zu schlagen und holte nach 16:18 min. unangefochten den Tagessieg in diesem Wettbewerb für sich und auch den veranstaltenden Verein. Es sollten recht lange 13 Sekunden vergehen, ehe mit Elena Sigl (TG Traisa) eine Läuferin aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg Rang 2 belegen konnte. Nach 16:31 min. hatte sie ihr Rennen beendet und sich ohne eine echte Chance auf den Tagessieg dennoch ebenso ungefährdet ihren Silberrang gesichert. Mit Natalie Scrivener (SV Funball Dortelweil) ergatterte sich dann eine Laufathletin aus der Wetterau den noch sehr begehrten 3. Platz. Nach 16:45 min. hatte sie den Zielbogen durchquert und das Podium vervollständigt.

Geschafft: Daniel Ellis (Eintracht Frankfurt) hat den diesjährigen Schülerlauf über 4 Km mit großem Vorsprung gewonnen Tristan Kaufhold vom SSC Hanau Rodenbach, der im Vorjahr auf der unbeabsichtigt verkürzten Strecke den Sieg davon trug, landet diesmal auf dem 2. Platz Jonas Trauth (TuS Griesheim Triathlon)folgt ihm auf den 3. Platz

Bei den Jungs gelang es dem Südafrikaner Daniel Ellis (Eintracht Frankfurt) das Feld von Anfang an zu beherrschen und seine Führung Zug um Zug sogar noch auszubauen. Nach 14:10 min. war sein Tagessieg perfekt und Vorjahressieger Tristan Kaufhold (SSC Hanau-Rodenbach) auf den 2. Platz verwiesen. Der Rückstand des entthronten Titelverteidigers betrug 14 Sekunden, sodass dieser nach 14:24 min. seinen Lauf ins Ziel gebracht hatte. Um diesen 2.Platz musste er sich allerdings keine Sorgen machen, da Triathlet Jonas Trauth (TuS Griesheim) weitere 11 Sekunden Rückstand hatte und sich mit einer Endzeit von 16:45 min. nur noch den 3. Platz erlaufen konnte.

Im Zieleinlauf konnten 39 Mädchen und 47 Jungs von Veranstaltungsmoderator Dr. Thomas Rautenberg, der zudem auch Vorsitzender des gastgebenden Vereins ist, namentlich angekündigt werden.

 
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Paulina Poggendorff (Spiridon Frankfurt) sorgt mit ihrem Tagessieg dafür, das heute in 2 von 3 angebotenen Wettbewerben, die Läuferinnen des gastgebenden Vereins ganz oben stehen Elena Sigl (TG Traisa) folgt ihr auf den 2. Platz Natalie Scrivener (SV Funball Bortelweil) hat sich den 3. Platz gesichert

10-Km-Hauptlauf

Traditionell ist dieser Wettbewerb immer mit Eliteläufern aus dem In- und Ausland besetzt gewesen. Gerade in den 90er Jahren des vergangenen 20. Jahrhunderts zierten Spitzenläufer*innen aus der deutschen, aber auch osteuropäischen oder afrikanischen Spitzenklasse die Siegerlisten. Einige von ihnen spielen auch heute noch eine Rolle. Da wäre beispielhaft Rekordsiegerin Petra Wassiluk zu nennen, die sich bei den Frauen 4mal zur Siegerin des Frankfurter Silvesterlaufs krönen konnte. Sie war heute nicht nur am Infostand ihres Marathonprojektes aktiv, sondern lief auch anschließend, mittlerweile der Altersklasse W50 angehörend, mit einer Endzeit von 37:41 min. auf den 5. Platz. Damit lag sie in ihrer Altersklasse vorn. Wegen des zu hohen Aufwands und der mangelnden Resonanz der Läufer*innen wird auf die Ehrung der Altersklassensieger verzichtet und die Vergabe von Altersklassenpreisen wurde schweren Herzens abgeschafft. Ein anderes Beispiel ist Kurt Stenzel, der gemeinsam mit seinem Bruder Helmut 1985 diesen Lauf gewonnen hat. Heute trainiert er die Spiridon Leistungsgruppe und fungierte auch diesmal wieder als Zugläufer für alle Teilnehmenden, die eine Endzeit von unter 40 Minuten anvisieren wollten. Auch ganz wichtig für die heutige Auflage, der 2-fache Tschechische Staatsmeister Ivan Uvizl, der im Wendejahr 1989 den bis heute gültigen Streckenrekord von 29:42 min. aufgestellt hatte. Eine Marke, von der nicht wenige Kenner des Laufsports glaubten, sie wäre für die Ewigkeit gemacht.

Aaron Bienenfeld (SSC Hanau Rodenbach) hat sich mit kraftvoller Leichtigkeit schon uneinholbar vom Rest des Feldes abgesetzt Dejen Atanaw im blauen Shirt und Demeke Wosene dicht hinter ihm, versuchen gemeinsam zum späteren Dritten Marius Lau aufzuschließen. Am Ende belegt Wosene den 4. Platz vor Atanaw, der 5. werden wird Tania Moser hat sich hinter Km 6 bereits uneinholbar abgesetzt und so den Grundstein für ihren Sieg gelegt

Dass dem ab sofort nicht mehr so ist, liegt an Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach), der sich erst kurzfristig zur Nachmeldung für die heutige Auflage entschlossen hatte. Gerade mit einer Mannschaftsbronzemedaille mit der deutschen U23-Mannschaft bei den Cross-Europameisterschaften in Lissabon dekoriert, wo er als 14. im Einzelrennen ebenfalls eine sehr überzeugende Vorstellung bot, wollte er mit einem Angriff auf diesen scheinbar nicht zu brechenden Streckenrekord dieses für ihn sehr erfolgreiche Jahr mit einem weiteren Erfolgserlebnis in einem auch überregional sehr bedeutenden Silvesterlauf ausklingen lassen. Dass ihm dieses geglückt ist, machte den heutigen Tag umso denkwürdiger. Von Anbeginn bestach er mit einer kraftvollen Leichtigkeit, die schon beim ersten Anblick deutlich werden ließ, dass der heutige Tagessieg einzig und allein über ihn führen sollte. Ob es für einen neuen Streckenrekord reichen würde, war zwar bis zu seiner Zielankunft nicht sicher, dass er aber mit einer Endzeit triumphieren würde, die deutlich unter der Vorjahresmarke von Marcel Krieghoff liegt, das stand wohl schon sehr früh fest.

Selbst beim kurzen Anstieg unmittelbar hinter der 6-Km-Marke am Gleisdreieck, schien er die Steigung nicht hinauf zu laufen, sondern fast schon hoch zu sprinten. Mit nach vorne gebeugter Brust, die eher der Körperhaltung eines 100-Meter-Läufers kurz vor dem Zielstrich glich, schien er den künstlich erschaffenen Hügel hinauf zu federn. Auch in der Folge zeigte er keine Schwächen und mobilisierte auf den letzten 200 Metern alle Kräfte um die Dreijahrzehnte alte Bestmarke endlich zu unterbieten. Tatsächlich gelang ihm das am Ende mit einem Polster von 7 Sekunden recht eindrucksvoll. Als nach 29:35 min. die Uhr für ihn stehen blieb, hatte er ein Ergebnis erzielt, das für die weitere Entwicklung dieser Veranstaltung eine positive Signalwirkung haben könnte. Vielleicht könnten sich auch andere Läufer aus der deutschen Spitzenklasse künftig an dieser Marke versuchen. Eine zumindest sportliche Aufwertung dieses Silvesterlaufs könnte die Folge sein.

Trotz seines ungefährdeten Sieges bleibt Aaron Bienenfeld hoch konzentriert um den seit 30 Jahren bestehenden Streckenrekord von Ivan Uvizl am Ende um 7 Sekunden zu unterbieten Auch sein Vereinskamerad Dirk Busch hat allen Grund zur Freude und landet für den bei diesem Lauf traditionell immer sehr erfolgreichen SSC Hanau Rodenbach auf dem 2. Platz Tania Moser von Spiridon Frankfurt vollzieht eine Punktlandung und gewinnt die diesjährige Auflage in der exakt gleichen Endzeit, wie ihre Vorgängerin Lisa Oed Ihre Vereinskameradin Anna Herzberg belegt mit knappem Rückstand auf den 2. Platz, dieses Mal Rang 3

Zumindest hatte dieser "Husarenritt" auf seinen Vereinskameraden Dirk Busch schon einmal eine ansteckende Wirkung. Denn auch er lief im Sog seines für ihn unerreichbaren Klubkollegen eine absolute Klassezeit. Mit einer Endzeit von 30:58 min. hatte er zwar keine reale Siegchance an diesem Tag, dennoch war auch er in einem Tempo unterwegs, das im letzten Jahr noch zu einem eindrucksvollen Sieg gereicht hätte. Der Dritte im Bunde der heute auf das Podest steigen konnte war Marius Lau (Eintracht Frankfurt), der mit einer Endzeit von 32:11 min. immer noch genauso schnell war, wie der Sieger dieses Rennens im vergangenen Jahr. Demeke Wosene (LG Rüsselsheim) lief als 4. zwar schneller als im letzten Jahr, schrammte aber dennoch, anders als vor Jahresfrist, um 5 Sekunden am Podium vorbei. Dejen Atanaw, der lange Zeit mit dem diesjährigen Viertplatzierten Seite an Seite lief, errang nach 32:32 min. den 5. Platz.

Bei den Frauen errang Tania Moser (Spiridon Frankfurt) den zweiten Tagessieg für den veranstaltenden Verein. Mit einer Siegeszeit von 35:50 min. bestätigte sie die letztjährige Marke ihrer Vorgängerin Lisa Oed punktgenau. Die junge Frau, die sowohl die deutsche als auch bolivianische Staatsbürgerschaft besitzt, zählt in Bolivien zur absoluten Spitze und wurde von ihrem Frankfurter Verein erst jüngst zur Sportlerin des Jahres gekürt. Diese vereinsinterne Auszeichnung, die von ihrem Klub jedes Jahr kurz vor Weihnachten verliehen wird, teilt sie sich übrigens mit der Italienerin Clara Costadura, die in diesem Jahr mehrere Hessische und auch einen Süddeutschen Meistertitel sammeln konnte und bei den Italienischen Meisterschaften über 3000 Meter Hindernis den undankbaren 4. Platz belegt hat. Sie war übrigens nicht am Start, sondern als Streckenposten im Helferteam aktiv.

Das Männerpodium im 10 Km Hauptlauf von links nach rechts: 2. Dirk Busch, Gewinner Aaron Bienenfeld und 3. Marius Lau Das Siegerpodest der Frauen im gleichen Lauf von links nach rechts: 2. Hindiyaa Mohamed, Siegerin Tania Moser und die 3. Anna Herzberg

Die Zweitplatzierte Hindiyaa Mohamed, die im rheinhessischen Alzey zuhause ist, hatte mit einer Endzeit von 37:01 min. über eine Minute Rückstand auf die heutige Siegerin. Dabei bekam sie viel Druck von der letztjährigen Zweiten Anna Herzberg (Spiridon Frankfurt) die sich im Kampf um den erneuten Silberrang nach 37:03 min. zwar knapp geschlagen geben musste, aber mit sehr klaren 27 Sekunden Vorsprung den 3. Platz gegen Nadja Heininger (TSG Kleinostheim - 37:30 min.) verteidigen konnte.

Am Ende waren nicht nur die Teilnehmer voll des Lobes über den gelungenen Verlauf der Veranstaltung. Auch Vereinsvorsitzender Thomas Rautenberg und seine Ehefrau Sybille, die ebenfalls über das ganze Jahr hinweg sehr umfangreich in die Organisationsarbeit dieses Dauerbrenners eingebunden ist, zogen ein positives Resümee. Doch zufrieden zurücklehnen können sich beide damit nicht. Schon in etwas mehr als 2 Monaten steht die nächste vereinseigene Mammutveranstaltung auf dem Programm. Der 18. Spiridon Mainova Halbmarathon mit Start und Ziel in der Commerzbank-Arena wird am 8. März 2020 über die Bühne gehen. Dann werden über 6000 Teilnehmer aus Nah und Fern in der Mainmetropole erwartet. Eine Herausforderung, die auch diesmal wieder einzig und allein auf den Schultern des Vereinsvorstands, des dazugehörigen Organisationskomitees, sowie einer über 100 Köpfe zählenden Schar von Mitarbeiter*innen im Helferstab lasten wird, ohne Inanspruchnahme einer professionellen Eventagentur. Auch dann soll alles wieder so gut funktionieren wie heute, ohne Pannen und andere unangenehme Zwischenfälle und möglichst auch wieder mit ähnlich starken sportlichen Leistungen. Der Verlauf der heutigen Veranstaltung hat zumindest die Hoffnung geweckt, dass dies im kommenden Frühjahr wieder gelingen kann.

Die 10 schnellsten Männer des 41. Spiridon Mainova Silvesterlauf in Frankfurt 2019
Name AK Verein Zeit
Bienenfeld, Aaron
HK
SSC Hanau Rodenbach
29:35
Busch, Dirk
M40
SSC Hanau Rodenbach
30:58
Lau, Marius
HK
Eintracht Frankfurt
32:11
Wosene, Demeke (ETH)
HK
LG Rüsselsheim
32:15
Atanaw, Dejen
HK
ohne
32:32
Mrochen, Bastian
MU18
LG Reinhardswald
32:51
Mcclymont, Scott
HK
Spiridon Frankfurt
33:13
Unger, Marc
M30
SC Neukirchen
33:15
Dessil, Fasil
MU20
ohne
33:16
Hempel, Karl
M30
Spiridon Frankfurt
33:21
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Die 10 schnellsten Frauen des 41. Spiridon Mainova Silvesterlauf in Frankfurt 2019
Name AK Verein Zeit
Moser, Tania
HK
Spiridon Frankfurt
35:50
Mohamed, Hindiyaa
HK
ohne
37:01
Herzberg, Anna
W30
Spiridon Frankfurt
37:03
Heininger, Nadja
W30
TSG Kleinostheim
37:30
Wassiluk, Petra
W50
Team Main Lauf Cup
37:46
Behrens, Jule
WU18
ASC Darmstadt
37:41
Martin, Laura
HK
Multisport Academy
37:44
Schoppe, Friederike
W40
LSG Goldener Grund Selters/ Ts.
37:49
Pohl, Anna-Lena
HK
Mainover
38:47
Jansohn, Eva
WU20
Hünfelder SV
38:59
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Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse www.spiridon-silvesterlauf.de

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