7.11.21 - 38. Goldbacher Winter-Crosslaufserie - 1. Lauf

Günther Wenzel und dem gesamten Orga-Team des TV Goldbach sei Dank:
es wird wieder gelaufen an der Edelweißkapelle!

von Thomas Disser 

625 Voranmeldungen und davon 475 am Start beim ersten Lauf. Ein großartiger Neustart nach einem Jahr Wintercross-Pause. Das Konzept des Veranstalters wurde mit 2G-Bedingung geplant und professionell umgesetzt. Dies löste zwar auch Reaktionen aus, die unter die Rubrik "unschön" fallen. Letztlich aber die beste, vernünftig umsetzbare und vor allem für die an den Start Gehenden sicherste Variante. Auch im Hinblick auf die aktuellen Zahlen hat der TV vorausschauend alles richtig gemacht.

 

Im Vorfeld gab es vieles zusätzlich zum üblichen Aufwand zu regeln. Das lief, und zwar immer zum Besten der Athleten. Wie gehabt nur Online-Voranmeldungen mit Überweisung durch den Teilnehmer. Dazu mehrere Termine zum persönlichen Abholen der Startnummer und Vorzeigen des 2G-konformen Zertifikats. Startern mit weiter Anreise wurde auf Wunsch die Nummer zugesendet und das Zertifikat digital verlangt. Das Konzept des Orga-Teams sollte ohne Nachmeldungen auskommen, was Günther Wenzel einerseits bedauert. In den vergangenen Jahren hatten sich jeweils bis zu 100 Einzelmelder pro Lauf etabliert. Darauf musste man nun verzichten.

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Die Planung und Durchführung hätte das allerdings deutlich verkompliziert. Es ist eben nicht nur ein Lauftag, sondern eine ganze Serie. Und wer weiß schon, wie sich das in nächster Zeit weiterentwickelt?

Traditionelles Feuerwerk vor dem ersten Lauf Kein ernsthaftes Duell zwischen Reinhold Eser und dem späteren 4. Niklas Lentzkow kurz vor dem Startschuss
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Andererseits bestätigt sich durch vergangene Läufe wie Mitte Oktober in Offenbach, wo bei der Kontrolle eine erfreulich hohe Impfquote von 96 % ermittelt wurde, dass sich auch für ein Konzept unter 2G ein akzeptabel hohes Teilnehmerfeld einfinden wird.

 

Jedenfalls fühlt es sich wie vor der Pandemie an. Schon frühzeitig fährt man nach Goldbach, um noch einen Parkplatz in Startnähe zu ergattern. Schon eine Stunde vor dem Start ist schon vieles belegt. Klar, die zahlreichen Starter der Walking-Wertung sind schon 50 Minuten früher dran. Viele Einheimische kommen allerdings zu Fuß, in Sportkleidung mit Startnummer auf der Brust sind sie schon im Ort erkennbar. Der Anstieg hinauf zur Edelweißkapelle ist ohnehin das beste Aufwärmtraining. Dazu noch Experten, die parken gleich bei der TV-Halle, wo nach dem Lauf Duschmöglichkeiten bestehen. Und vor allem, um danach beim Aprés-Cross das Kuchenbuffet zu plündern. Zur aktuellen Serie wird es heute und am ersten Advent angeboten. Und natürlich zur Siegerehrung am letzten Lauftag.

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Alle Infos in großer Schrift, so kann die Lesebrille zuhause bleiben In letzter Sekunde: mit dem Fahrrad an die Startlinie und noch schnell die Stöcke zusammen gesteckt und los geht's zum Walking Heinrich Schwind mit Hündin Smilla: sie ist die einzige Teilnehmerin ohne 2G. Dafür zum zehnten Mal am Start

Das Start-Areal ist wie immer gut gefüllt mit der bunten Läuferschar. Man freut sich über den Neustart und bedauert gleichzeitig die nicht nur gefühlt verlorene Fitness. Weiter gelaufen ist trotz Pandemie zwar jeder, aber häufig für sich und vor allem ohne Wettkampf-Motivation. Dann lässt man es überwiegend ruhig angehen. Damit ist jetzt Schluss, es gibt keine Ausreden mehr zum flotten Trainingslauf. Also ist heute auch eine Art von Fitness-Test. Die alten Goldbach-Zielzeiten im Kopf, ist man gespannt, wie es nun laufen wird.

Meine letzten Runden auf dieser Strecke waren beim UCC, der Ultra-Cross-Challenge, die vom TV Goldbach in diesem Sommer an den drei jeweils letzten Wochenenden von Mai bis Juli auf gleicher Strecke stattfanden. Ein völlig anderes Bild damals, das grüne Blätterdach schützte vor der Sommerhitze. Nun ist alles in herbstliche Farben getaucht. Dazu die passenden Temperaturen, also nasskalte 6, immerhin über Null, anstatt Sonne und 20 Grad mehr. Vor allem war die Streckenlänge anders, Marathon anstatt 10 km. Dann sind mir heute die flotten 10 km sehr recht und das Wetter dazu perfekt.

Streckenrekorde für die Ewigkeit? Abwarten… Die Schnellen unter sich: Julia Hoff (11) im Arm mit Noah Blandamura (9), Nicolas Kesselstatt (169) und Niklas Lentzkow (6). Links im blauen TSG-Shirt der spätere Sieger Felix Kern von der TSG Kleinostheim

Laut Günther Wenzel ist die Strecke heute "staubtrocken". Wer ihn kennt, weiß natürlich, wie ironisch das gemeint ist: Wir haben richtige Wintercross-Bedingungen! Wäre sie nicht so schön crossig, müsste man die Strecke genauso modellieren. Entweder rauf oder runter, dazu ordentliche Matschpassagen, die gute Konzentration fordern. Auch im Angebot sind wirklich schnell laufbare Bergabpassagen, auf denen man es richtig krachen lässt. Natürlich auch die verhasste Steigung bei km 9, die locker die aktuell höchstmögliche Pulsfrequenz ermittelt. Das ist Wintercross!

Nachdem der Nebel des traditionellen Begrüßungs-Feuerwerkes verzieht, wird auch schon der Countdown zum Start heruntergezählt und das Feld setzt sich in Bewegung. Die Spitzengruppe macht das, was von ihr erwartet wird, sie setzt sich gleich mit ordentlichem Vorsprung ab. Gelegenheit für das große Feld der Teilnehmer, auf dem Begegnungsstück die Local Heroes anzufeuern. Wie schön ist das lange bunte Band der fast 500 Teilnehmer anzusehen, das sich nun über die Waldwege und Pfade schlängelt.

Spitze bei km 2, der spätere Sieger Felix Kern von der TSG Kleinostheim bereits in Führung Endlich begegnet man wieder Läufern mit Startnummer auf der Brust

Auf der Strecke sind keine unerwarteten Hindernisse zu überwinden. Günther Wenzel warnt schon vorab von einem querliegenden Baum, der allerdings farbig markiert und im Laufschritt locker zu überspringen ist. Überhaupt, jeder Teilnehmer weiß genau, dass er zusehen muss, nicht in der Matschepampe auszurutschen. Sonst wird neben den Schuhen auch die Kleidung in Cross-Optik verwandelt. Die Schuhe sind nach der Cross-Serie sowieso reif für die Entsorgung, zumindest sehen sie jetzt schon danach aus.

Aus einer umgestürzten Buche mit ordentlichem Durchmesser wurde ein Stück passend herausgeschnitten, um den Weg zu befreien. Dieser Stamm liegt nun neben dem Weg und unweigerlich fällt mir der heimische Kachelofen ein. Wie lange man wohl mit diesem Brocken heizen könnte, und vor allem: wie bekomme ich den nach Hause?

Auch die dicksten Hindernisse wurden beseitigt Die verhasste Steigung vor km 9: Da musst du hoch!

Die Brennholz-Idee wird aufgrund mangelnder Transport-Möglichkeiten verworfen und sich auf das zu überwindende rutschige Wurzelwerk auf der Strecke konzentriert. Ist das überstanden, kommen die letzten Kilometer auf denen man - sollten die Körner noch nicht völlig verbraucht sein - es nochmal richtig krachen lassen kann. Bis zur bereits erwähnten Ekel-Steigung vor km 9 läuft es prima, und im Ziel ist die Freude groß, dass die Zielzeit doch gar nicht so schlecht im Vergleich zu den Vorjahren ist. Man sollte ja nicht nur die fehlenden Wettkämpfe seit Frühjahr 2020 sehen, man ist schließlich ja auch mehr als ein Jahr älter geworden und darf auch diesen Aspekt berücksichtigen.

Viele bestreiten nun im November den ersten Wettkampf in einer neuen Altersklasse. Eigentlich unvorstellbar. So wie Beate Münch von der LG Seligenstadt, normalerweise auf allen Volksläufen in der Region zu sehen. Beispielhaft für viele, die nach der langen Wettkampfpause mit unsicherem Gefühl wieder an den Start gehen. Und wie lief es dann? Prima! In 54:01 Minuten den ersten Platz in der W55 erreicht, mit einer halben Minute Vorsprung auf die Zweitplatzierte im Ziel. Da scheint doch nicht viel von der Fitness verloren gegangen zu sein.

Ziel erreicht! Läuferplausch bei heißem Tee
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Von mangelnder Fitness kann bei den Siegern keine Rede sein. Felix Kern von der TSG Kleinostheim gewinnt in 37:25 Minuten vor Yann-Moritz Gentil vom LuT Aschaffenburg in 37:34 Minuten. Dritter wird Noah Blandamura vom Team Paradieschen/SSC Hanau-Rodenbach in 37:49 Minuten.

Bei den Damen war die Lokalmatadorin vom TV Goldbach, Julia Hoff, nicht zu schlagen. In 39:02 Minuten gewann sie den ersten Lauf und hatte nur vier Herren im Ziel vor sich. Zweite wurde Krista King (Balance Triathlon Club Sydney) in 45:58 Minuten. Auf den dritten Platz kam Dauerstarterin Lena Amberg von BikeCalor Frammersbach in 46:26 Minuten.

Nach dem heißen und gut schmeckenden Finisher-Tee geht es in die TV-Halle zum Aprés-Cross. Heißhunger nach Kuchen habe ich immer. Dazu auch den lange nicht mehr benutzten Wettkampf-Kuchen-Tupperbehälter dabei. Eine win-win-Situation: die Gattin freut sich doppelt, wenn der laufende Ehemann zurück ist.

Bericht und Fotos von Thomas Disser

Ergebnisse www.wintercross.de

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