17.10.20 - 29. Herbstlauf der DJK Feudenheim in Mannheim

Danke - die Läufer schätzen das Engagement der Feudenheimer

von Birgit Schillinger 

 

Dürfen die das? Oder muss das abgesagt werden? Als wenige Tage vorher Mannheim zum Risikogebiet erklärt wurde, stand der Feudenheimer Lauf auf der Kippe. Viele Teilnehmer rechneten mit einer kurzfristigen Absage. Aber die Mannheimer Behörde hat dann doch dem Ausrichter (am Vortag noch einmal explizit) grünes Licht gegeben: Denn der Lauf sei eine reine Freiluft-Veranstaltung, für die die neuen Maßnahmen nicht gelten, und dank des (lange vorher erarbeiteten) Hygiene-Konzepts werde kein Teilnehmer besonders gefährdet.

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Alles im Freien - auch die Startnummernausgabe Am Eingang des Geländes gab es einen Spielchip pro Läufer, am Ausgang wurde er wieder abgegeben. So war die Gesamtzahl der Personen auf dem Sportplatz unter Kontrolle
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Die 29. Auflage des Herbstlaufes der DJK Feudenheim war durch die Corona-Problematik ein besonderer Wettkampf: langgezogene Startaufstellung, Wellenstarts, auf dem Platz keine Zuschauer, keine Siegerehrung.

 

Abstandhalten und Masken haben ihre Corona-Funktion (außerdem ist es so auch geruchsmäßig erträglich, dass es keine Duschen gibt …).

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Und trotz der Einschränkungen: Die Teilnehmer waren äußerst dankbar, dass die DJK diese Startgelegenheit angeboten hat. Fast alle lobten den Mut und die Nerven des Veranstalters. "Alle Achtung: so ein Riesenaufwand und dann nicht wissen, ob der Lauf nicht am Tag vorher abgesagt wird und alles umsonst war", bewunderte eine Läuferin den Einsatz und Optimismus.

Diese Wege musst du gehen - Markierungen für die Startschlange Startaufstellung - alle vier Sekunden ging ein Pärchen auf die Strecke

Der Wellenstart wird teilweise bei Triathlons angewendet, um die Teilnehmerdichte im Wasser oder auf der Radstrecke zu verringern. Bei Laufveranstaltungen ist er noch ungewohnt. In Feudenheim stellten sich die Starter zu zweit auf, alle vier Sekunden durfte ein Pärchen auf die Strecke. "Das war genial - kein Geschubse nach dem Startschuss, dennoch immer was los auf der Strecke, aber auch genug Platz", schwärmt ein Teilnehmer und ein anderer ergänzt: "Das schont Nerven, man kann sich auf sein eigenes Lauftempo konzentrieren."

Statt Zuschauern feuern die anderen Läufer beim Zielsprint an Finisher-Shirts gab es im Zielbereich

Die Feudenheimer 10km-Strecke besteht aus drei Runden, teilweise über Feldwege, eine Brücke ist insgesamt sechs Mal zu überlaufen. Daher gilt sie als nicht superschnell. Durch die geänderte Startaufstellung war sie dieses Jahr noch gut 200 Meter länger.
"Ist natürlich schade, dass beim Zieleinlauf dann noch nicht die Sieger und Siegerin sichtbar sind", bedauert Lore Mair, die nun im dritten Jahr die Organisationsleitung übernommen hat. Aber da Zeitnehmer Bernd Rollar von BR-Timing sofort die Ergebnisse ins Netz stellte, konnte auf dem Handy die Platzierung gleich nachgeschaut werden. Die drei Ersten jeder Altersklasse bekommen später ihre Preise - Gutscheine von Engelhorn - zugeschickt.

Sie starteten als erstes Pärchen - Michael Chalupski (gelbes Shirt), der Zweiter wird und Maximillian Walter, am Ende Vierter Das zweite Pärchen startete vier Sekunden später - Nico Steißlinger (rotes Trikot) hatte am Ende die um eine Sekunde schnellere Endzeit als der vor ihm gestartete Michael, Tobias Balthesen gewann als 3. die M40

Problematisch ist die Nettozeit, wenn es um Platzierungen geht. Michael Chalupski (Engelhorn Sport/TV Schriesheim) lief den gesamten Lauf hinter dem Fahrrad als Führender voraus. Im Ziel folgte Nico Steißmüller (ABC Ludwigshafen) drei Sekunden später. Da dieser aber vier Sekunden nach Michael gestartet war, gewann er den Lauf mit einer Sekunde Vorsprung in 33:39 Minuten. Zurecht ist daher die Nettozeit bei Meisterschaften nicht maßgebend (weil der vorne Laufende keine Chance hat, den sich nähernden Hintermann zu bemerken und zu reagieren).

Eirini Tsoupaki wurde ihrer Favoritenrolle als schnellste Frau gerecht, daneben Panagiotis Kollias-Pityrigkas (14. gesamt) Merle Brunnée (dritte Frau) und Bent Estler (21. gesamt) starten gemeinsam

Eirini Tsoupaki (Engelhorn Sport/MTG Mannheim) war dagegen in 37:41 Minuten eindeutige Siegerin. Katharina Grabinger (Nikar Heidelberg) folgte in 38:17 Minuten. Sonja Deiß (LC Bad Dürkheim, W40-Siegerin in 41:15 min) freute und ärgerte sich zugleich: "Das wäre eine neue Bestzeit gewesen" - Doch die Streckenverlängerung um ca. 200 Meter kostete ihr den persönlichen Rekord.

Alicia Kossmann wird fünfte Frau, Bernd Mürb 6. in der M50 Im Paar-Team gestartet - Uwe Hartmann gewinnt die M60, Nicole Best die W50

Eine besonders starke Leistung zeigte die 52jährige Nicole Best (TV Groß-Gerau), die in 41:47 die W50 gewann. Die Ex-Profi-Triathletin hat schon sehr viele Sportarten gemacht. Außer im Triathlon (mit starken Ironman-Platzierungen) war und ist sie im Bahngehen (!) erfolgreich - sie gewann hier nationale und internationale Titel.

Ihm schmeckt auch der Tee im Ziel - Winzer Ludwig Mesel, mit 85 Jährchen ältester Teilnehmer Mittendrin im Zielbereich - Erwin Hube (links in Rot) , Sieger der M80 Mädchen für alles - Triathletin Lore Mair hat zum dritten Mal die Gesamtleitung des Laufes
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"Ich bin nicht so schnell, mir fehlen die Wettkämpfe!", erklärte Ludwig Mesel aus Bad Dürkheim, "virtuell Laufen ist nicht dasselbe." Der mit 85 Jahren älteste Teilnehmer freute sich über den "echten" Wettkampf. Noch im Frühjahr war er bei den Crossmeisterschaften deutscher Vizemeister der M85 geworden. Der fitte Winzer trainiert noch drei- bis viermal in der Woche - ob Corona oder nicht.

Bericht und Fotos von Birgit Schillinger

Ergebnisse www.br-timing.de
Infos www.djk-feudenheim.de/Herbstlauf/

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