16.9.20 - 9. Paracelsuslauf in Bad Liebenzell

Erste offizielle Laufveranstaltung im Kreis Calw unter Coronabedingungen

Katrin Ochs und Viktor Luft gewinnen die 10 Kilometer

Der Kurpark bietet eine Runde mit besonderem Flair

von Günter Krehl 

 

Günther Henne und Fritz Sander hatten in der Vergangenheit schon manche Deutsche Meisterschaft in die Kurstadt im Nagoldtal geholt. 2021 sollen die 10 Kilometer - allerdings zum wirklich letzten Mal (?) als Deutsche Titelkämpfe - auf der superschnellen Strecke ausgetragen werden.

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Nun ist es den beiden gelungen, unter tatkräftiger Mitarbeit der Stadt Bad Liebenzell, mit einem ausgeklügelten Konzept die erste offizielle Laufveranstaltung unter Coronabedingungen im Kreis Calw durchzuführen.

Zwei Mädchen auf ihren Einrädern sind die ersten, die außer Konkurrenz auf die Strecke gehen Keine Menschenmassen im romantischen Kurpark - ein echter Coronalauf
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Inoffiziell, mit selber gestoppten Zielzeiten, gab es während der Pandemie schon kleinere Bergläufe, von denen LaufReport teilweise berichtet hat.

 

Nun also startete der Versuch zu ein wenig Normalität im weitläufigen Kurpark der Bäderstadt. Schon beim Coronasprint vor einigen Wochen signalisierte Bürgermeister Fischer, dass die Stadt hinter dem Hygienekonzept des Veranstalters steht und die Sportler willkommen heißt. Unverständlicherweise standen dann nur 142 Läufer und 13 Walker in den Ergebnislisten, 500 waren in der Ausschreibung erlaubt gewesen.

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Auf mehreren Runden ging es durch den durch Kur- und Sophipark Manfred Fritz (89) und Philipp Henne (90) sind als schnellste von 13 Walkern schon bald in Führung

 

Die Sportler konnten in der Zeitspanne von 17 bis 19 Uhr ihren Start frei wählen. Meistens begaben sie sich alleine auf die Runde, seltener wurde in erlaubten Kleingruppen oder im Familienverband gestartet. Obwohl die Läufer durch die Hitze der vergangenen Wochen gut angepasst waren, floss bei Temperaturen um 25° der Schweiß in Strömen. Erschwerend kam für viele hinzu, dass aus Sicherheitsgründen keine Getränke auf der Strecke gereicht wurden.

Für den offiziell vermessenen Kurs mussten 6 Runden durch Kur- und Sophipark zurückgelegt werden. Dazu kam noch eine kleine Zusatzschleife von 280 Metern, die am Anfang oder am Ende anzuhängen war. Bedauerlicherweise nahmen nur 56 Athleten die Möglichkeit war, nach monatelanger Zwangspause ihren Trainingszustand auf exakter Streckenlänge zu testen.

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Souveräne Siegerin über 10 Kilometer: Katrin Ochs, die in den letzten Wochen schon fleißig Wettkämpfe gesammelt hat Elegant unterwegs: Tamara Schütz ist derzeit auf Platz zwei "programmiert"

Tamara Schütz vom VfL Ostelsheim ging frühzeitig ins Rennen und beeindruckte mit einem gleichmäßigen Sololauf in 42:38 als Gesamtsiebte und zweite Frau. Die junge Mutter hatte im März bei den deutschen Crossmeisterschaften überraschend die Bronzemedaille in der Klasse W35 gewonnen. Wie so manche andere Mama war sie in der Coronazeit besonders gefordert. Nachdem alle anderen Pläne eine Absage erfuhren, will sie am 3. Oktober bei der 1. Baden-Württembergischen Meisterschaft im Traillauf Erfahrung in einer neuen Disziplin sammeln.

Claudia Waidelich (4. Frau/1. W50) wird von Volker Held (3. M50) begleitet Die schnellste Jugendliche Vivien Bott wird 5. Frau

Katrin Ochs (LG Filder/1. W40) hatte in den letzten Wochen schon ein gewaltiges Wettkampfprogramm absolviert. Erst letzte Woche gelang ihr in der Schweiz mit 1:24 eine neue Halbmarathonbestzeit, diese erzielte sie trotz Maskenpflicht beim Loslaufen. Vor 4 Tagen belegte sie bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften über 3.000 Meter den 4. Platz in 10:58,16. So war ihre Favoritenrolle in Bad Liebenzell vorprogrammiert und am Ende konnten sich nur 4 Männer vor ihr platzieren. Mit herausragenden 40:43 dominierte sie die Frauenklasse auf der zwar flachen aber trotzdem relativ langsamen Strecke. Auf den Splittwegen lief es sich zwar schön aber weniger schnell. Trotzdem schwärmte die Siegerin in den höchsten Tönen von der herrlichen Naturrunde.

Peter Kaupp (4. M50) überquert die Nagold Klaus Ziller (4. M60), seit Jahrzehnten erfolgreich auf Mittel- und Langstrecke

Platz drei ging an die 59jährige Topathletin Regina Vielmeier (SV Oberkollbach/ 47:15/ 1. W55). Man darf gespannt sein, was die allseits bekannte und beliebte Sportlerin in der neuen Altersklasse 2021 leisten wird. In der Vergangenheit konnte sie sich jeweils in den ersten Jahren der neuen Altersklasse auf nationaler Ebene ganz vorn platzieren. Auch Claudia Waidelich (SZ Calmbach) zählt zu den erfolgreichen Läuferinnen im Kreis Calw und ist als Langzeittriathletin für ihre Vielseitigkeit bekannt. Sie erzielte 47:39 und gewann damit die W50. Mit der Jugendlichen Vivien Bott (LG Enz 72/ 48:26/ 1. WU20) und Nadine Schneider-Vejsada (Streckenkönigin/49:47/2. W40) blieben noch zwei weitere Athletinnen unter der begehrten "50er Marke".

Daniela Kohler, die erfahrene Marathonläuferin vom SV Rotfelden sicherte sich den Sieg in der W45 mit 53:15 und Petra Szarke (Streckenkönigin/ 57:51) konnte sich über Platz eins in der W30 freuen.

Gesamtsieger Viktor Luft startet zusammen mit Daniel Kirchenbauer, der sich erst auf der zweiten Hälfte deutlich geschlagen geben muss
Der schnellste Feuerwehrmann, Lukas Ostrowski (Jugendsieger und Gesamtsechster), könnte unterwegs auch auf dem Handy alarmiert werden

Sich richtig eingeschätzt hatten Viktor Luft (LG Nordschwarzwald/ 1. M45) und Daniel Kirchenbauer (VfB Pfinzweiler/ 1. M35). Sie gingen als letztlich schnellste Läufer gemeinsam auf die Strecke. Die ersten Runden blieben sie dicht beisammen, dann setzte sich der frühere Rotfeldener vom früheren Oberkollbacher deutlich ab. Drei Tage nach seinem Altersklassensieg beim Sindelfinger Triathlon überzeugte Luft mit 37:13 und einem überraschend großen Vorsprung als Gesamtsieger.

Kirchenbauer hatte im Vorfeld intensiv mit dem Rad trainiert und musste auf der zweiten Streckenhälfte sein Tempo deutlich reduzieren. Mit 38:11 war Platz zwei jedoch nicht gefährdet. Erfreulich war der dritte Rang von Gunther Moll (VfL Ostelsheim/ 2. M45), der mit 39:03 bemerkenswert deutlich vor seinem Teamkameraden Armin Gotsch (39:42/ 1. M50) ins Ziel kam. Der Jugendliche Lukas Ostrowski (41:04/ 1. MU20) von der Feuerwehr Bad Liebenzell zeigte als 5. Mann, dass es genug Talente gibt, man müsste sie nur entdecken und fördern können.

Der Althengstetter Schultes Clemens Götz lag nicht nur 9 Sekunden hinter seinem Liebenzeller Kollegen… … er musste auch seiner schnellen Tochter Judit mit 16 Sekunden den Vortritt lassen

Sieger der M60 wurde Andreas Vielmeier (SV Oberkollbach/ 45:02), Jörg Burkhardt (LG Calw/ 45:53) gewann die M55. Horst Liebing (LT Altburg) blieb zwar über 6 Minuten über seinem Kreisrekord, den er im Vorjahr auf der schnellen Strecke in Calw aufgestellt hatte, mit prächtigen 63:49 war der Sechsundachtzigjährige wieder ein Vorbild für mehrere Generationen von Ausdauerathleten. Der Hesselauf in Calw wurde zwar vom März in den Oktober verschoben, kann aber als Innenstadtlauf 2020 nun nicht durchgeführt werden.

Meike Hess, später die Zweite über 5 km, coacht das Team JESUS.läuft… … während Ehemann Sebastian schon mal als siebtschnellster Mann seine 3 Runden dreht

Der 8. Bad Liebenzeller Firmenlauf wurde dieses Jahr nicht als eigenständige Veranstaltung durchgeführt, sondern in den Paracelsuslauf integriert. Hier hatten die 86 Teilnehmer 3 Runden ohne Zusatzschleife zurückzulegen. Der Oberkollbacher Christian Dihlmann startete für die Kinderklinik Schömberg und war mit 17:30 mehr als 3 Minuten vor dem Neubulacher Uli Ohngemach, der 20:35 benötigte und für "JESUS.läuft" am Start war. Auch der Drittplatzierte Michael Aichele (20:49) startete für "Gottes Sohn".

Christian Dihlmann gewinnt mit mehr als 3 Minuten Vorsprung den Lauf über 5 Kilometer Hanna Müller wird von Hannes Pleyer begleitet und siegt auf der Kurzstrecke

Das christliche Team war mit mehr als 40 Teilnehmern die dominierende Mannschaft der Veranstaltung. Für viele Starter war dies der Einstieg in die Laufszene und deshalb sah man auch ein große Anzahl begeisterter Menschen, die hoffentlich im Oktober in Neuhengstett einen zweiten Anlauf wagen. Die ansonsten für den VfL Ostelsheim laufenden Meike und Sebastian Hess coachten ihr Team JESUS.läuft und überzeugten als 2. Frau (21:19) und Gesamtfünfte beziehungsweise als 7. Mann (22:35) und Gesamtzwölfter. Frauensiegerin wurde Hanna Müller vom Team Eichhörnchen in 20:54. Die Plätze drei und vier belegten die Jesusläuferinnen Clara (22:19) und Martina (22:21) Kugele vor Kerstin Joos-Läpple (LG Calw/ 22:34). Bei den Männern feierte Manfred Heiland (LG Calw/ 21:41) als 4. Mann ein erfreuliches Comeback, mit 22:00 folgte Hannes Pleyer (Team Eichhörnchen).

Das Team JESUS.läuft war mit mehr als 40 Teilnehmern am Start Horst Liebing (M85) umrahmt von jugendlichen Sportlern

Eine wichtige Arbeit hatte wieder Hermann Kauffeld mit der Zeitnahme zu vollbringen. Als einziges Haar in der Suppe könnte man finden, dass im Vorfeld nicht genau kommuniziert wurde, dass nur die Zehner die Zusatzrunde zu laufen hatten und wann diese zu absolvieren war. So liefen doch einige Kurzstreckler, auch der Laufreporter, die Minirunde zu viel. Da die Chips jedoch alle Runden registrierten, konnte Kauffeld im Nachhinein die zu viel gelaufene Zeit abziehen und die Liste korrekt ausdrucken. An dieser Stelle herzlichen Dank für die vermeidbare zusätzliche Arbeit.

Die erfahrene Bergläuferin Uta Groeper begnügt sich dieses Mal mit 5 Kilometer Manfred Heiland feiert als 4. Mann über 5 Kilometer ein beeindruckendes Comeback, dicht dahinter folgt seine Teamkameradin Kerstin Joos-Läpple als 5. Frau Janne Waidelich (168) und Noah Haag (160) liefen für die Schneeberger Lineartechnik aus Höfen an der Enz

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Sogar Landrat Helmut Riegger (31:36) und sein Stellvertreter Frank Wiehe (27:18) waren am Start und sicherlich angetan von den Vorsichtsmaßnahmen der Organisatoren. Alle Teilnehmer beachteten in vorbildlicher Weise die Coronaregeln und so konnte sich auch Dietmar Fischer für seine Stadt über eine gelungene Veranstaltung freuen. Das spannende Bürgermeisterduell gewann er übrigens mit 24:54 äußerst knapp gegenüber seinem Althengstetter Kollegen Clemens Götz (25:03), der sicher dieses Konzept für den Waldenserlauf am 17. Oktober in Neuhengstett begeistert übernehmen wird.

Bericht und Fotos von Günter Krehl

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