29.9.19 - 46. Int. Adelholzener Hochfelln-Berglauf in Bergen

Andrea Mair gewinnt zum zehnten Mal

Eritreischer Doppelsieg bei den Männern

Sarah Kistner als Dritte beste Deutsche

von Winfried Stinn 

Den 46. Internationalen Hochfelln-Berglauf, den der SC Bergen in Bergen/Chiemgau veranstaltete, gewannen die mehrfache Berglauf Welt-und Europameisterin Andrea Mayr (Österreich) und der Weltmeister von 2012 Petro Mamo aus Eritrea. Andrea Mayr erreichte, nach ihrem ersten Sieg 2008, zum zehnten Mal als Siegerin das Ziel unterhalb des Hochfelln-Gipfels. Die deutsche Berglaufmeisterin von 2018 Sarah Kistner (MTV Kronberg) wurde als beste Deutsche Dritte.

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Bei schönem, spätsommerlichen Wetter, mit viel Sonnenschein und blauem Himmel, stellten sich rund 250 Läuferinnen und Läufer dem Starter, um die 8,9 km lange Strecke, die einen Höhenunterschied von 1074 Meter aufweist, zu bewältigen.

Vom Start bei der Hochfellnbahn führte die anspruchsvolle Strecke vorbei an der Mittelstation und Bründlingalm zum Ziel knapp unterhalb des 1674 Meter hohen Hochfelln-Gipfels. Wie im Vorjahr wurden die Läuferinnen und Läufer wieder mit einem traumhaften Blick auf die Alpen und den Chiemsee belohnt.

Der 1674 Meter hohe Hochfelln vom Start aus gesehen

Das mit Spannung erwartete Duell bei den Frauen zwischen der seit Jahren weltbesten Bergläuferin Andrea Mayr und der Berglauf Weltmeisterin von 2018 Lucy Wambui Murigi (Kenia) fiel aus, da die Kenianerin krankheitsbedingt absagen musste. So fiel die alleinige Favoritenrolle, wie so oft, an die Österreicherin. Wie nicht anders zu erwarten, wurde sie der Favoritenrolle erneut gerecht und passierte nach 49:51 Minuten zum zehnten Mal als Siegerin die Ziellinie.

"Die Zeit spielte heute für mich keine Rolle. Ich hatte gar keine Uhr an. Ich wollte den Lauf einfach nur genießen. Einen so bedeutenden Lauf zehnmal zu gewinnen, macht mich natürlich stolz. Beim Hochfelln-Berglauf stimmt einfach alles, ein einmaliges Panorama, eine gute Stimmung, tolle Atmosphäre und gute Organisation", so die nun zehnfache Hochfelln-Berglaufsiegerin unmittelbar nach dem Rennen. Zudem habe sie, aufgrund ihrer Facharztprüfung, weniger trainieren können als üblich.

Auf der Strecke Bründlingalm mit Chiemsee

Mit einem Rückstand von rund dreieinhalb Minuten kam, wie schon beim Kitzbühelerhorn-Berglauf Sintayehu Kibebo aus Äthiopien auf Platz zwei. "Gegen Andrea Mayr habe ich mir keine Chance ausgerechnet, deshalb muss ich mit Platz zwei zufrieden sein. Es war ein sehr harter Lauf", so die Äthiopierin.

Dritte und beste Deutsche wurde die mehrfache Medaillengewinnerin bei Welt- und Europameisterschaften bei den Juniorinnen Sarah Kistner in 54:18 Minuten. "Mit dem dritten Platz bin ich sehr zufrieden, mit der Zeit nicht, da war ich vor zwei Jahren um einiges schneller", sagte Sarah Kistner, die vor einer Woche bei der deutschen Berglaufmeisterschaft in Breitungen/Thüringen auf eine mögliche Titelverteidigung verzichtete. "Mir waren zu viele und zu lange Abwärtspassagen auf der Strecke. Da ich erst seit einigen Wochen wieder verletzungsfrei bin, wollte ich nichts riskieren."

Die Siegerin Andrea Mayr aus Österreich mit der passenden Startnummer. Sie gewann zum zehnten Mal Sintayehu Kibebo aus Eritrea wird 2. Die Deutsche Sarah Kistner läuft auf Rang 3

Auf Platz vier kam Melanie Noll (TuS 06 Heltersberg) vor Waltraud Berger (TG Salzachtal) und Nadia Dietz (LG Brandenkopf). Christin Kirst (Bergen) und Manuela Hilscher-Bittmann (DAV Oberland) errangen die Plätze sieben und acht.

Auch bei den Männern gab es durch Petro Mamo einen Favoritensieg. Mamo siegte in 43:41 Minuten und feierte seinen vierten Sieg in Bergen. "Ich wollte gewinnen, das war mein Ziel. Ich laufe gerne beim Hochfelln-Berglauf. Das Panorama im Ziel war wunderbar", schwärmte der Sieger. Den zweiten Platz belegte Filmon Abraham. So kam es zu einem Doppelsieg für die Läufer aus Eritrea. Bis zur Bründlingalm, kurz vor Kilometer sechs, liefen beide zusammen, dort forcierte Mamo das Tempo.

Petro Mamo aus Eritrea gewinnt zum vierten Mal Sein Landsmann Filimon Abraham wird Zweiter Der 6. Simon Lechleitner ist schnellster Österreicher Jonas Lehmann wird als 7. bester Deutscher

Abraham wollte nicht kontern, um seinen zweiten Platz, wie er später erzählte, nicht zu gefährden. Filmon Abraham, der seit fünf Jahren in Traunstein lebt und für die LG Festinia Rupertiwinlkel startet, bestätigte mit seinem zweiten Platz seine bislang guten Saisonergebnisse. So gewann er u.a. den Großglocknerlauf und wurde beim Drei Zinnenlauf dritter. In der Weltcupwertung liegt er derzeit auf Platz zwei. Am Abend vorher hatte er Ambitionen auf eine Siegchance abgewehrt "Gegen Petro Mamo habe ich keine Chance. Ich will einen Podestplatz", sagte er selbstbewusst. So war er, nach vierten Plätzen 2017 und 2018 mit dem zweiten Platz und seinem ersten Podestplatz mehr als zufrieden. "Das war ein tolles Rennen, ich bin glücklich."

Nur noch 200 Meter das liest man gerne

Dritter wurde Timotej Becan (Slowenien) vor Jan Janu (Tschechien). Andrzej Dlugoszs (Polen) und Simon Leichleitner (Österreich) belegten die Plätze fünf und sechs, ehe auf den Plätzen sieben und acht mit dem deutschen Berglaufvizemeister von 2016 Jonas Lehmann (TuS Heltersberg) und dem Vierten der diesjährigen deutschen Berglaufmeisterschaft Marc Schulze (Running Citylauf Dresden) die beiden besten deutschen Läufer folgten.

Siegerehrung auf dem Hochfelln Siegerehrung im Festsaal

Erst auf Platz neun kam Vorjahressieger Antonio Toninelli (Italien) ins Ziel. Auf den Plätzen elf und zwölf platzierten sich mit Felix Grammelsberger (SC Ainring) und Bruno Schumi (LG Brandenkopf) zwei weitere deutsche Läufer. Die Chiemgauwertung gewannen Filmon Abraham (LG Festini Rupertiwinkel) und Waltraud Berger (TG Salzachtal).

Die Streckenrekorde von Jonathan Wyatt (1999/41:12,9) und Andrea Mayr (2008/47:28,2) blieben unangetastet.

Blick in die Alpen unmittelbar nach dem Zieleinlauf
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Für den Veranstalter SC Bergen zog OK-Chef Jürgen Schmid eine positive Bilanz: "Wir hatten erneut Glück mit einem Super-Wetter. Das ist gerade bei einem Berglauf besonders wichtig. Trotz attraktiver Parallelveranstaltungen, u.a. die Masters-WM in Italien, waren rund 250 Läuferinnen und Läufer am Start. Damit sind wir sehr zufrieden. Die Teilnehmerfelder waren in der Spitze gut besetzt. Organisatorisch lief alles gut. Es gab zwar kleine Ungereimtheiten, die Außenstehende kaum merken, aber die Organisatoren ins Schwitzen bringen." Wie es weiter geht, ob der SC Bergen wieder bei der Weltcupserie teilnehmen wird, oder auch mal wieder eine deutsche Meisterschaft durchführt, müsse im Organisationsteam besprochen werden. "Ob Weltcup oder Meisterschaft, das bedeutet immer einen zusätzlich hohen organisatorischen Aufwand. Das muss gut überlegt werden."

Bericht und Fotos von Winfried Stinn

Ergebnisse www.hochfellnberglauf.de

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