29.8.26 - 28. Maare-Mosel-Lauf in GillenfeldLaufend durch die Vulkaneifel |
| von Holger Teusch |
Viel Natur und Eifellandschaft bietet seit 1998 der Maare-Mosel-Lauf. Bei der 28. Auflage konnten sich die Teilnehmer über beste Laufbedingungen freuen.
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Der Schirm von Schirmherrn Thomas Scheppe, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, konnte zusammengeklappt bleiben. Zumindest bis zur Siegerehrung. Aber dass ein Hauch von Herbst am letzten August-Samstag über der Eifel lag, tat der guten Stimmung beim 28. Maare-Mosel-Lauf keinen Abbruch. Nach den langen Hitze-Wochen bekamen die rund 1000 Teilnehmer beim größten Laufevent in der Vulkaneifel mit knapp 20 Grad beste Lauf-Bedingungen serviert. |
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Das freute besonders die Teilnehmer des Halbmarathons, des mit 456 gemeldeten Läufern größten Einzelwettbewerbs.
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Und der hochkarätigste! Seika Swoboda knackte als schnellste Frau mit 1:29:23 Stunden die 90-Minuten-Schallmauer. Schneller war bei der Premiere der neuen Maare-Mosel-Lauf-Strecke 2023 nur die Aachenerin Susan Stead mit überragenden 1:26:41 Stunden gewesen. |
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Sogar Streckenrekord lief Alois Ebel. Der 33-Jährige, der bei Meisterschaften für Milers Colonia 2020, bei Volksläufen aber in der Regel für seinen Arbeitgeber Westnetz startet, hatte bereits 2024 und 2025 gewonnen. Die 21,1 km durch die Vulkaneifel waren für den Läufer mit einer Halbmarathon-Bestzeit von 1:08:48 Stunden (in Köln 2025) ein Vorbereitungsrennen für die gleiche, aber flache Distanz in Köln Anfang Oktober. Er sei kontrolliert gelaufen, sagte Ebel, der seine eigene Streckenbestzeit um knapp vier Minuten auf 1:12:56 Stunden verbesserte, im Ziel: "Das war eine echt tolle Trainingseinheit, bei der ich ein paar ordentlich schnelle Kilometer machen konnte. Die Bedingungen waren überragend. Sogar der Wind war im Rahmen."
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| Eine lange Schlange von Halbmarathonis nach dem Start auf der sanften Steigung von Gillenfeld nach Ellscheid |
Ebenfalls noch unter Ebels alter Streckenrekordzeit von 1:16:46 Stunden blieb Eric Naumann. Der ehemalige Außenbahnspieler des SV Oberzissen, der sich seit gut zwei Jahren aufs Laufen konzentriert, lief 1:14:50 Stunden und distanzierte den Miesenheimer Johannes Rennecke (LG Rhein-Wied/1:19:15) und Robert Plath (LG Rhein-Wied/1:21:54) klar. Dass die drei Erstplatzierten alle unter 80 Minuten blieben, zeigt die guten Bedingungen. Das hatte es auf der mit immer noch rund 240 Höhenmetern gespickten Strecke seit der Neukonzeption 2023 noch nicht gegeben.
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Auch bei den Frauen war es der schnellste Maare-Mosel-Lauf der letzten drei Auflagen. Swoboda verpasste zwar den Streckenrekord, aber mit der Zweitplatzierten Sissy Schultz (RSC Untermosel/1:31:01) und der Niederländerin Vivienne Wesselink (GAC Hilversum/1:33:02) blieben zwei weitere Läuferinnen nur knapp über 90 Minuten. Nur 2023 liefen die drei ersten Frauen schneller. |
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Auch vor dem Neu-Konzeptionierung des Maare-Mosel-Laufs gab es wahrscheinlich keinen schnelleren Halbmarathon bei den Frauen als vor drei Jahren. Vor der Corona-Pandemie wurde der Lauf in den Hauptwettbewerben auf Punkt-zu-Punkt-Strecken mit Ziel in Gillenfeld durchgeführt. Start für die 21 km war in Daun. Über den Maare-Mosel-Radweg ging es mit einigen Abstechern beispielsweise zum Schalkenmehrener Maar und zum Naturschutzgebiet Mürmes, die beide auch auf der neuen Strecke zu sehen sind, tendenziell abwärts ins Ziel. Das hatte natürlich seinen Reiz, aber auch Nachteile. Der Bustransfer war ebenso eine Herausforderung, wie die Startnummern-Ausgabe. Manche Läufer ließen sich beispielsweise von Familienangehörigen oder Freunden direkt zum Start nach Daun fahren und wollten dort ihre Startnummer abholen. Andere wieder in Gillenfeld. Die stark gestiegenen Preise für Bus-Anmietungen in den letzten Jahren, aber auch der Umweltaspekt sind letztlich starke Argumente für den zentralen Start-Ziel-Ort Gillenfeld. |
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Noch schneller als der alte Halbmarathon war der alte Zehner, der vom Schalkenmehrener Maar nach Gillenfeld über den auf diesem Abschnitt doch spürbar bergab führenden Maare-Mosel-Radweg. Ähnlich wie beim Boston-Marathon galt aber auch da: wegen zu viel Gefälle und zu viel Differenz zwischen Start und Ziel nicht bestenlistenkonform! Für Rekorde geeignet ist auch die neue Strecke nicht. Dafür führt der Parcours mit rund 100 Höhenmetern gerade auf den ersten drei Kilometern zu sehr bergauf.
Das zeigt sich auch an den Siegerzeiten. Wobei Theresa Böttels 39:51 Minuten schon eine Hausnummer sind. Schneller war auf diesem Kurs in den beiden vergangenen Jahren nur Emma Thein (SSV Ulm) mit 38:45 und 39:44 Minuten. Lokalmatadorin Michelle Trumm aus dem nahen Steiningen folgte mit 41:55 Minuten, bevor sich zur drittplatzierten Eva Eiserloh (46:44) eine größere Lücke auftat. Zu einem Duell zwischen Böttel und Trumm kam es aber zu keinem Zeitpunkt.
Die 36-jährige Trumm, 2025 Deutsche Marathon-Meisterin mit dem Team des LT Schweich, absolvierte einen kontrollierten 10-km-Tempolauf, während die elf Jahre jüngere Athletin vom Verein Silvesterlauf Trier mit dem Maare-Mosel-Lauf ein schlechteres Resultat im 4-Regio-Cup, zu dem auch der Maare-Mosel-Lauf als einer von zwölf Wertungsrennen zählt, ausgleichen konnte.
Von 117 Männern über 10 km war nur Tobias Drath schneller als Böttel. Der vereinslose Läufer siegte in 39:07 Minuten vor dem Radfahr-Spezialisten Florian Crump (SP Cycling Squad/40:59) und Hendrik Michels (41:52).
Guten Zuspruch erhält beim Maare-Mosel-Lauf die 5-km-Strecke. Zwar sind alle Wettbewerbe mit Firmenwertung ausgeschrieben, aber die Kurzdistanz ist natürlich bestens geeignet, um mit der Bewegung einzusteigen. Die Strecke bietet zudem Zuschauern die Möglichkeit, mit einem kurzen Fußweg die Läufer zweimal anzufeuern. Denn als einziger Wettbewerb führt die Strecke über zwei Runden durch das Laubachtal. 30 Höhenmeter werden angegeben. Das dürften in der Realität allerdings ebenso ein paar weniger sein, wie die angegebene Distanz von 5300 Metern, die wohl noch von der Premiere dieses Parcours rühren. Damals ging es zweimal über exakt die gleiche Runde. Der Nachteil damals: Die 5-km-Läufer liefen auf einem Abschnitt den 10-km- und Halbmarathonläufern während dessen Endspurts entgegen. Deshalb wird dieser Gefahrenpunkt mittlerweile mit einer Anbindung der zweiten Runde über einen anderen Querweg umgangen.
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Die Jugendliche Katharina Tröndlin (Nürburg Quelle & Friends/21:51) und Sascha Szuka (Triathlon-Werkstatt Bonn/17:24) waren diesmal die schnellsten. Wichtig war aber gerade in diesem Wettbewerb wie auch auf der sogenannten GesundLand-Strecke über gut 7 km, aber ohne Zeitmessung und Wettkampfcharakter, dass sich die Menschen mit Freude bewegen. Das ist gelungen!
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Bericht und Fotos von Holger Teusch Ergebnisse www.br-timing.de - Info www.maaremosellauf.de Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
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