9.8.25 - 28. Güttersbacher Volkslauf

Ob über 10,5 km oder Halbmarathon - im Mossautal wird´s anspruchsvoll

Der Ausnahmezustand hat in Güttersbach einen Namen: Volkslauf

von Constanze & Walter Wagner 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

 

Der Güttersbacher Volkslauf hat treue Anhänger und die sportliche Herausforderung mit einer Familientour zu verbinden hat Tradition. Manche kommen von weit her. Im kleinen Ausflugsdorf der Gemeinde Mossautal gibt es ein Schwimmbad, unweit entfernt lädt auch der Marbach Stausee zum Schwimmen ein und wandern kann man ohne Ende, denn der Ort, mitten im Mittelgebirge Odenwald, ist umgeben von Natur. Daran hat sich in all den Jahren seit der Niederschrift dieser Zeilen vor über zwei Jahrzehnten nichts geändert.

Banner anklicken - informieren
LR-Info Marathon Deutsche Weinstraße HIER

Güttersbach im Odenwald, umgeben von herrrlicher Natur und ausgestattet mit einer anspruchsvollen Laufveranstaltung Laufen mit Genuss: die Kleeblatt LG erstürmte 3 Podestplätze beim Halbmarathon. Famile Kreiß mit v.l.n.r. Lina, 1. W30, Bernd (5.M65), Doris (1.W60) und Michaela Slabon (1.W55)
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Unverändert ist auch der Charakter der Laufstrecken beim Güttesbacher Volkslauf, die mit langen Steigungen ihren Tribut fordern und an einem richtigen Sommertag mit hohen Temperaturen bis in den Spätnachmittag zur echten Herausforderung werden können. Bereits um 15 Uhr eröffnen die Bambini die Laufwettbewerbe, gefolgt von zwei Schülerläufen über 1,35 Kilometer. Bis zum Start des Hauptlaufs um 17 Uhr vertreibt sich nicht nur der Nachwuchs auf dem Start-Ziel-Areal die Zeit, der unermüdlich unter der Läuferdusche hindurch läuft oder sich die Füße im Morsbach kühlt. Das Fließgewässer speist auch eine auf der Grünfläche befindliche Kneippanlage.

Die Streckendusche ist schon vor dem Start in Betrieb ... ... und wird beim Rundendurchlauf gern genutzt

Die Biertischgarnituren werden schon am Mittag rege in Anspruch genommen und Kaffee und Kuchen, Grillgut mit Pommes, aber auch Kichererbseneintopf und belegte Brötchen verzehrt. Neben erfrischenden heimischen Produkten der Schmucker Brauerei und der Kelterei Krämer muss niemand auf amerikanische Süßgetränke verzichten. In Güttersbach ist am Volkslauftag der ganze Ort für die Besucher eingespannt und überzeugt als empfehlenswerte Urlaubsdestination. Die Zeiten, als ein Skilift oberhalb der Ortschaft Wintersportler anlockte sind in Güttersbach jedoch vorbei. Die Anlage kostspielig einsatzbereit zu halten schien bei permanentem Schneemangel nicht sinnvoll. Die Aktiven des Skiclubs Güttersbach trifft man im kommenden Winter voraussichtlich im österreichischen Schladming.

Die Ortsmitte von Güttersbach bilden Start, Durchlauf und Ziel ... ... und den vor, während, und nach dem Wettkampf rege in Anspruch genommenen "Schlemmerplatz"

Der 2,5 Kilometer lange Güttersbach gibt dem Ort den Namen, doch gleich nach dem Start im Grasellenbacher Weg biegt der Kurs scharf rechts in die Hüttentaler Straße und in einer Kehre bergauf um die Quellkirche des Güttersbachs und das Hotel Zehntlinde herum an den Ortsrand. Dort verlässt die Strecke die Verkehrsstraße und führt weiterhin ansteigend auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg durch Felder und Weiden in den schattigen Wald.

Zusammen mit dem Hauptlauf gingen neun Startläufer der 3er-Staffeln ins Rennen, die jeweils eine 3,5 km lange Runde absolvieren mussten. Für die Hauptläufe stand diese Runde als Abschluss im Programm, doch zunächst liefen diese eine 7 km lange Runde, sammelten bis zum Kulminationspunkt auf 488 m üNN erste Höhenmeter, denen auf der zweiten Runde aus der 314 m hohen Talsohle bis nun nur noch 420 Metern Höhe noch weitere folgten.

Start des 10,5km Hauptlaufs. Der letztjährige 2. Joshua Müller stürmt nun als Staffelläufer für LuT Aschaffenburg vorne weg

Der letzte Startschuss fiel um 17.10 Uhr und entließ die Halbmarathonläufer und Walker auf die Strecke. Während die bereits genannte 7 km Runde gewalkt wurde, führte die Eingangsrunde der Langstreckler über 14 Kilometer auf 541 Meter üNN, der nach dem Festplatz die bekannte 7km-Runde folgte. Dabei soll nicht verheimlicht werden, dass der jeweilige Zielschuss in die Ortsmitte ausgedehnt und mit einer gewissen Steilheit durchaus wintersporttauglich wäre. Bei über 30 Grad am Volkslauftag nur so ein verirrter Gedanke als Hinweis auf die topografischen Anforderungen an die Läuferinnen und Läufer.

Halbmarathon kurz vor km 1 mit der führenden Frau Simone Raatz Die Walker werden kurz nach dem Halbmarathonfeld auf die Strecke entlassen

Für die Laufszene des Odenwaldkreises sind Läufe mit Anstiegen und Gefälle normal und derlei Erschwernisse befinden sich zwangsläufig meist auch in den alltäglichen Trainingsstrecken. Mit Punktesammeln für den Odenwaldcup hält der HLV Odenwald Kreis seine Schäfchen übers Jahr in Bewegung. In Güttersbach endete quasi die Sommerpause des mit Volk- und Meisterschaftsläufen ausgeschriebenen Cups, dem nach Güttersbach der Waldlauf in Hetzbach und der Reichelsheimer Michelsmarktlauf folgen und der traditionell beim Adventslauf in Reichelsheim mit letzter Punktevergabe und der Überreichung der Pokale abschließt.

Zielschuss in die Ortsmitte mit dem M65-Sieger im Hauptlauf, Jürgen Sandmaier vom LT Reinhessen-Pfalz ... ... und M75-Sieger Ernst Schröder (264) vom LC Michelstadt, gemeinsam mit Ralf Klink Richtung 10,5 km Ziel

Zurück nach Güttersbach - der Nachwuchs

Mit einer 350 Meter langen Schleife ums Schwimmbad eröffneten die Jahrgänge 2018 bis 2023 das sportliche Treiben. 34 Zielzeiten erfasste das Profiteam von R.S.T. Volkslauf.de. Innert einer Sekunde war das Podium besetzt. Angeführt von Julius Cipa aus Erlensee in 1:36 min kamen Lars Hippler (SG Karlstein) und Maris Siefert (TSV Erbach) nach 1:37 min ins Ziel. Sofia Winkler (SSG Steinbuch) war in 1:52 min schnellste Bambina, eine Sekunde vor Mara Pürsing (LG Odenwald/TSG Bad König) und vier Sekunden vor Sophie Bernhard aus Erbach.

Die Siegerehrungen der Kinder- und Schülerläufe werden im Anschluss des jeweiligen Laufs vorgenommen Homo faber - von wegen Pokale taugen nur zum Hinstellen, in Kinderhänden wird dieser sogleich zum Spielzeug umfunktioniert

Im ersten Schülerlauf mit 18 erfolgreichen Teilnahmen für die Jahrgänge U16/U14 siegten U16-Läufer Julius Haag in 4:43 min und U14-Läuferin Sophia Imgrund (LuT Aschaffenburg) in 5:04 min. Klassensiege gingen in der U14 an Leonard Schmidt vom TSV Höchst in 5:02 min sowie in der U16 an Nynke Brouwer (LuT Aschaffenburg) in 5:22 min.

Der Schülerlauf der Jahrgänge U12/U10 sah Jonas Siefert von der U12 als Gesamtsieger. Für LG Odenwald/TSG Bad König siegte er in 5:04 min vor den U10-Zwillingen des SC Beerfelden, Emil Wolf in 5:30 min und Anton Wolf in 5:32 min. Eine Sekunde später war Ida Walter, die W12-Siegerin des SV Mörlenbach im Ziel. Ihr dritter Sieg in Folge. Nach besonderen Vorkommnissen befragt, sagte sie: "Eis war aus, es wurde aber Nachschub geholt." Die Klasse U10 sah Lena Balles von der LG Odenwald/TSG Bad König als Schnellste in 6:24 min. Mit weiteren 34 Erfassungen in diesem Lauf kamen insgesamt 86 der 112 gemeldeten Kinder ins Ziel.

W12-Siegerin Ida Walter vom SV Mörlenbach. Ihre Mutter Sandra Walter, Hauptlauf-W45-Siegerin im Vorjahr, wird anderthalb Stunden nach dem letzten Kinderlauf erneut auf die 10,5 km lange Strecke gehen Familien Imgrund/Brouwer von der LuT Aschaffenburg nahm in Güttersbach an den Schülerläufen und dem Hauptlauf teil. Eva Brouwer (3.W45, 10,5km), Nynke Brouwer (1.U16), Sophia Imgrund (1.U14), Andreas Imgrund (4. gesamt, 10,5km) und Elisa Imgrund (2.U12), v.l.n.r. Nicht auf dem Bild, der Jüngste Hektor Imgrund (4.U10), war mit Interessanterem als Portraitstehen beschäftigt(?)

Hauptlauf

Carlayl Wenz von der LGO/SC Beerfelden hatte ohne Zweifel die Favoritenbürde zu tragen. Vor zwei Jahren Dritter und Vorjahressieger dominiert er oftmals die Läufe im Odenwald und liegt verdientermaßen auch im Odenwaldcup zur Halbzeit in Führung. Zwischenzeitlich vierzig geworden, kam er eine Woche zuvor aus dem 10tägigen Aktivurlaub zurück, war in und um Davos aber nur Rad gefahren. Dass er dabei das Laufen nicht verlernt hatte, demonstrierte der Sozialarbeiter vom ersten Meter an, beendete die Einführungsrunde bereits außer Sichtweite seiner Verfolger und ließ auch auf der folgenden kürzeren Runde nichts mehr anbrennen. In 38:59 min war er schneller als im Vorjahr, als er noch in der M35 startete.

Vorstand Achim Schmidt (re.), lässt die Schlussrunde für den führenden Hauptläufer Carlayl Wenz einläuten

Rang 2 ging an den 29jährigen David Büchner aus Breuberg. Der Chemie-Ingenieur lebt derzeit in London, läuft für die Victoria Park Harriers und arbeitet an seinem Doktortitel. "Das hat Spaß gemacht", meinte der sonst bei Trails startende Wissenschaftler nach seiner ersten Teilnahme am Güttersbacher Lauf, zwei Wochen nach seinem 100km Lauf in Wales. Führungswechsel mit dem Drittplatzierten endeten nach 41:10 min zu seinen Gunsten.

Tobias Hahn komplettierte als M45-Sieger das Männerpodium als Einlaufdritter nach 41:36 min. Der 49jährige vom SV Ladenburg war vor einem Monat Zweiter beim Kerwelauf Halbmarathon in Wilhelmsfeld geworden und Ende Juli Vierter beim Weinheim Trail über 13 Kilometer. Andreas Imgrund von LuT Aschaffenburg verpasste in 41:54 min als Vierter das Podium und wurde in der M45 Zweiter. Fünfter wurde M35-Sieger Martin Wilck in 43:58 min.

David Büchner läuft auf Rang 2 Tobias Hahn gewinnt als 3. die M45 ... ... gefolgt von Andreas Imgrund

Weitere Altersklassensiege gingen an den herausragenden Thomas Kaufmann vom SC Güttersbach, der in 45:30 min zur unlösbaren Aufgabe für den zwei Jahre älteren Achim Schumacher vom LAZ Mosbach/Elztal (47:32) im Kampf um den Sieg in der M60 wurde. Frank Lauser holte den M55-Pokal in 47:10 min zum KSV Reichelsheim. Jürgen Bleiholder aus Eichenbühl war Schnellster in 48:58 min in der M50.

Thomas Kaufmann im grünen Trikot des SC Güttersbach gewinnt die M60 2. M60 Achim Schumacher hinter M50-Sieger Jürgen Bleiholder und M55-Sieger Frank Lauser (251)

Jürgen Sandmaier vom teilnehmerstarken LT Reinhessen-Pfalz entführte den Pokal für den M65 Sieg in 54:03 min ins hessische Nachbarland. In den hohen Altersklassen siegten Olaf Berger in der M70 für den KSV Reichelsheim in 61:53 min, in der M75 setzte sich Ernst Schröder vom LC Michelstadt in 69:37 min an die Spitze. Wolfgang Decker siegte in der M80 für den LT Karlstern auf dem nicht leichten Kurs in 1:15:49 h, musste sich aber dennoch dem M85-Sieger Werner Broß vom TV Sinsheim, Jahrgang 1939, in 1:15: 02 min geschlagen geben. Ältester Teilnehmer war wie im Vorjahr Karl "Kalli" Flach vom TV Bad Orb, der nach 2:04:55 h die ihm folgende Besenläuferin wohlbehalten ins Ziel brachte.

Der 86jährige Werner Broß vom TV Sinsheim gewinnt nach 2024 erneut die M85 Ältester Teilnehmer, der 87jährige Karl "Kalli" Flach vor der mit unverkennbarem Rot markierten "Besenläuferin"

Schnellste Frau des 10,5 km Hauptlaufs war Natalia Keil, die für den Heizungs- und Klimatechnik-Betrieb Keil in Aglasterhausen nach 46:16 min den Sieg unter Dach und Fach gebracht hatte. Ihre Bestzeit über 10 km liegt im Bereich zwischen 40 und 41 Minuten. Die 32jährige ist in Russland geboren und kam vor 10 Jahren nach Deutschland, arbeitet im Büro des Familienunternehmens. "Das war fast ein Traillauf", urteilte sie nach dem Rennen gut gelaunt.

Natalia Keil gewinnt den Hauptlauf über 10,5 km bei den Frauen Zweite wird W45-Siegerin Sandra Ripper

"Das war schon anspruchsvoll", meinte auch Sandra Ripper vom TV Groß-Zimmern nach ihrer Erstteilnahme. "Sonst war ich immer im Urlaub", so die W45-Siegerin in 48:08 min und zweitplatzierte Frau. Sie läuft erst seit fünf Jahren und in diesem Jahr in Frankfurt ihren bisher schon vierten Marathon. Dreimal hat sie, Jahrgang 1976, den Haspa Marathon Hamburg von 2023 bis 2025 gefinisht und lief in der Hansastadt 2024 in 3:28:26 h ihre Bestzeit.

Alexandra Reeg vom SC Güttersbach läuft auf Rang 3 Ebenfalls vom SC Güttersbach komt W60-Siegerin Manuela Etzrodt (links), zu Beginn des Rennens noch begleitet von der Schnellsten der WU20 Carina Wagner aus Langendorf

Ein Jahr jünger, W45-Zweite und drittplatzierte Frau in 52:51 min, so die Fakten zur immer gut aufgelegten Alexandra Reeg vom SC Güttersbach, die an ihrem Wohnort die Führung im Odenwaldcup 2025 ausbauen konnte. Die Altersklasse W45 war wie keine weitere bestens vertreten, denn auch die folgenden drei ins Ziel einlaufenden Frauen waren dort klassiert. Eva Brouwer (LuT Aschaffenburg) in 54:00 min, Sarah Sayed Hamed (SKG Sprendlingen) in 55:05 min und Sandra Walter (SV Mörlenbach) in 57:22 min.

Zweitbeste der W60 wird Anette Judith Scholl Die 77jährige Regina Braun vom SV Rohrbach siegte als älteste Teilnehmerin einmal mehr in ihrer AK W75

Altersklassensiege feierten Manuela Etzrodt in der W60 in 58:04 min und Sarah von Kutzleben in der W50 in 59:29 min, hinter der unmittelbar die U20-Beste Carina Wanger in 59:44 min folgte. Anette Judith Scholl setzte sich für LaufReport als Zweitbeste der W60 in 63:39 min gegen die W55-Siegerin Julia Kunz (63:49) und W65-Siegerin Ute Krawietz-Arnold (63:57) durch. Alexandra Schmidt aus Rodgau kann man zum W20-Sieg in 69:05 min gratulieren und keinen Vorwurf machen, dass sich jüngere Teilnehmer bei Frauen und Männern leider immer rarer machen. Regina Braun vom SV Rohrbach, Jahrgang 1948, siegte als älteste Teilnehmerin in ihrer Altersklasse W75 in 1:12:37 h. Nach ihr gingen noch die Altersklassen W40 in 1:12:48 h an Stephanie Nickl und die W35 in 1:18:35 h an Oana Roth.

Die schnellsten Hauptläufer mit Sieger Carlayl Wenz, dem 2. David Büchner (296) und dem 3. Tobias Hahn (272) im Ziel Natalia Keil, Gewinnerin des Hauptlaufs, an der Empfangsstelle der Siegtrophäen

97 Finisher verzeichnete der Hauptlauf, davon 29 Frauen.

Staffel 3 x 3,5 km

9 Staffeln, aufgeteilt in die Kategorien Mixed (mind. 1 Frau), Frauen- und Männertrios, waren im Rennen und belebten mit den Wechseln vor dem Festplatz das Geschehen. Am schwersten war es für die reinen Frauenstaffeln aufs Podium zu laufen, denn hier klassierten sich vier Teams, die wurden angeführt von "Die Hillarys I" in 46:51 min. Es folgten auf den Plätzen die Krüger-Schwestern in 50:53 und "Die Hillarys II" in 52,13 min. Am längsten hatte die LuT Aschaffenburg Frauenstaffel Spaß, die in 60:57 min gute Vierte wurde.

Für die schnellste Frauenstaffel sorgte das Team "Die Hillarys I" mit Franziska Brandenburger, Jennie Haag und Katharina Siefert

Das Mixed-Team der Sommerbiathleten des SV Hüttenthal war bereits nach 48:04 min dreimal rum. Die WG-Runners benötigten 60:42 min.

Bei den Männern stellte die LuT Aschaffenburg mit dem Vorjahreshauptlaufzweiten Joshua Müller, Stephan Neu und Manfred Schott in 37:06 min und dem Kilometerschnitt von 3:31,9 min alles in den Schatten. Tolles Team Til TTT in 43:31 und WG-Runners II in 64:04 min verkauften sich bestens.

Die schnellste Männerstaffel der LuT Aschaffenburg beim 3. und letzten Wechsel von Stephan Neu auf Manfred Schott Das siegreiche Mixed-Team der Sommerbiathleten des SV Hüttenthal mit Manfred Schubart, Celina Lang und Torben Stutzer

Halbmarathon - der lange Lauf seit dem Jahr 2000 im Programm

Zieht man die Corona-Ausfalljahre ab, müsste es die 24. Austragung gewesen sein. Dies könnte dann im nächsten Jahr als besonderer Anlass gefeiert werden und wäre ein gutes Herausstellungsmerkmal für den Nachfolger an der Organisationsspitze des SC Güttersbach und beim Volkslauf. Achim Schmidt, Vorstand seit Vereinsgründung im Jahr 1986, wird die Zügel in jüngere Hände geben. Matthias Gerlach, 2. Vorsitzender im Verein und für besondere Verdienste im Sport vom HLV bereits im Vorjahr mit dem "Käthe und Heinz Rettig Preis" ausgezeichnet, wird gleichfalls Platz machen. Nachwuchskräfte gehen längst in die Lehre um den Fortbestand auf erreichtem hohem Niveau zu gewährleisten.

Start zum Halbmarathon Kurz danach sterten die die Walker auf eine 7 km Runde

Sebastian Zang, Sieger der beiden Vorjahre für Läuferherz Darmstadt stand nicht am Start. Allerdings war mit Julius Selig der Vorjahreszweite wieder dabei, doch sollte er erneut seinen Meister finden und der war erneut von Läuferherz Darmstadt. Timo Korthemeyer war noch schneller als sein Clubkamerad im Vorjahr und wurde nach 1:24:14 h als Halbmarathonsieger im Zielareal gefeiert. Der 27jährige kam vor drei Jahren aus Osnabrück, wohnt in Roßdorf und nennt als Bestzeiten Marathon 2:39:35 h, im Frühjahr in Hannover gelaufen, und 1:14:18 h über Halbmarathon. Neben weiteren Starts bei Läufen in der Region hat er den Mainova Frankfurt Marathon mit Ziel 2:35 h geplant.

Timo Korthemeyer gewinnt das Halbmarathonrennen Julius Selig wird wie 2024 Zweiter

Julius Selig aus Grasellenbach war in 1:27:24 h eine gute Minute schneller als im Vorjahr, obwohl es wohl diesmal wärmer war. Mit Wärme kennt sich der 31jährige aus, betreibt das Unternehmen Rewatherm in Oberzent für regenerative Energie mit Wärmepumpen und Photovoltaik. Von Hause fährt er Rennrad und Mountainbike, läuft eher Trails bis 70 km. Dass er noch oft versuchen kann, den Lauf zu gewinnen, dafür ist Günter König von der TSG Weinheim Beleg. Dr. med. Günter König ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Praxis in Weinheim und mit Jahrgang 1968 noch unglaublich schnell zu Fuß. Nach 1:29:36 h wurde er Gesamtdritter und Erster in der M55. Wettläufe bestreitet er erst seit drei Jahren und bevorzugt dabei Bergläufe.

Der drittplatzierte Günter König siegt in der M55 Ben Reichert gewinnt als 4. die M40

Auf den beiden folgenden Rängen gingen die Altersklassensiege der M40 in 1:32:36 h an Ben Reichert vom TV Kleinwallstadt und in der M45 an Axel Karst aus Hirschberg in 1:33:29 h. Sven Löschengruber wurde für LT Hanau/Bruchköbel Zweiter M55er Gesamtsechster in 1:34:00 h. Wieder nutzt der Deutschlehrer den Sommerurlaub zusammen mit Hang An für viele Laufstarts in Deutschland. Erstmals waren sie in Güttersbach, diesmal ihr letzter Lauf vor dem Rückflug nach China. Noch zu nennen sind die Altersklassensiege von Thomas Schiller vom MTV Kronberg in der M60 in 1:38:50 h. Holger Hoche siege für Zukunft Bad König in 1:40:12 h in der M50. Die M65 ging in 1:43:53 h an Ulrich Amborn (ELT Großheubach).

Sven Löschengruber wird 2. M55 Ulrich Amborn (blaues Trikot) gewinnt die M65

Mit Simone Raatz vom ASC Darmstadt an der Startlinie war die Favoritin sogleich ausgemacht. Die amtierende Deutsche Meisterin der Altersklasse W45 über Halbmarathon und 5000 m auf der Bahn, eine international und national erfolgreiche Bergläuferin und schon als Jugendliche fürs Nationalteam eingesetzt (siehe Portrait im LaufReport), war nach gesundheitlichen Problemen mit einem starken zweiten Platz beim Reschenseelauf wieder zurückgekehrt. Der Ausflug nach Güttersbach galt der Vorbereitung für die Teilnahme am Jungfrau-Marathon. Nach 1:35:29 h war ihr Sieg im letzten M45-Jahr mit großem Vorsprung eingetütet.

Die erfahrene Bergläuferin Simone Raatz gewinnt den Halbmarathon souverän Das Trio vom TSV 05 Rot mit der Zweitplatzierten Elisa Helferich, Papa Gernot Helferich (53), 3. M55 und Sebastian Eckert, 2. M20

Erst 22 Jahre alt ist Elisa Helferich vom TSV 05 Rot. In die vereinsinterne Cup-Wertung wurde Güttersbach aufgenommen, was drei Läufer des Vereins zum Punktesammeln nutzen. Elisa, die derzeit in den USA Grundschullehramt mit den Fächern Sport und Englisch studiert, lief mit ihrem Vater Gernot und Vereinskamerad Sebastian Eckert zunächst zusammen, war nach 1:41:54 h letztlich aber Erste des Roter Trios, zweite Frau im Ziel und W20-Siegerin. In den Staaten hat sie sich über 800 m auf 2:23 min und über 1500 m auf 4:52 min gesteigert. Dritte wurde Isabelle Czerny für das Team PH Germany und W45-Zweite in 1:42:50.

Isabelle Czerny läuft auf Rang 3 Hang An aus China wird 4.

Der Altersklassensieg in der W35 ging an Hang An von den Monsterbabies China, die in 1:46:11 als vierte Frau das Ziel erreichte. Am Start wurde Chinesisch gesprochen, denn Hang traf dort auf eine Landsfrau. Den Güttersbacher Volkslauf wollten auch zwei Japaner kennen lernen. Langsam gewinnt der Lauf im Odenwald an weltweiter Bekanntheit. Etliche Podiumsplätze jenseits der 2-Stunden-Marke bescherten unerwartet die Teilnahme an den Siegerehrungen mit Pokalübergabe und leckeren Preisen der Hüttenthaler Molkerei und weiterer Sponsoren.

Der in China tätige Deutschlehrer Sven Löschengruber und seine Lebensgefährtin Hang An nutzen gern ihren regelmäßigen Deutschland-Urlaub um wie es scheint an so vielen Wettkämpfen wie möglich teilzunehmen. Güttersbach stand das erste Mal auf ihrer Agenda ... und "der hatte es ganz schön in sich" (Sven), "aber die Streckenlandschaft war sehr sehr schön" (Hang). Mit ihrem heutigen 9. Wettkampf endet ihr 8 Wöchiger Aufenthalt in Deutschland. Am Monat geht es zurück nach China Die in Frankfurt tätigen Japaner Tsubasa Saito (Nr.6/ Tokyo Yatai Frankfurt) und Masatoshi Endo erfuhren bei einem ihrer letzten Wettkämpfe vom Güttersbacher Volkslauf. Sogleich meldeten sie sich an, als sie in der Auschreibung lasen, die ersten 200 vorangemeldeten Teilnehmer erhalten ein T-Shirt. Masatoshi Endo wurde mit der Startnr. 7 Siebter der M55 in 1:52:17, Tsubasa Saito kam sogar als 3. der M35 in 1:55:25 aufs Podium. Es war ein schöner Landschaftslauf, aber auch schwer, betonten die zwei Marathon-erfahrenen Läufer

342 Anmeldungen waren insgesamt abgegeben worden, inklusive 71 Nachmeldungen. Die Ausfallrate fällt gegenüber früher deutlich geringer aus, als es noch keine Zahlungspflicht gab. Aber nicht alle nehmen ihre zweite Runde in Angriff, lassen es gut sein, wenn es nicht läuft. Mit 52 Zieleinträgen beim Halbmarathon zählte der SC Güttersbach und Michael Dorsch Ziel- und Zeiterfassung in der Summe 285 erfolgreiche Teilnahmen.

Walking

Am Ende des Halbmarathonfeldes starteten 23 Walker auf die 7 km Runde und fanden im M65er Stephan Dochler von Sport-Walking Karlsruhe ihren mit 48:32 min den Schnellsten, dem Claudia Pflästerer (W55) von den Woinemer runners in 55:58 min ins Ziel folgte. Gar so schnell wollten aber nicht alle wieder ins Ziel und dehnten den genussreichen Waldausflug auf fast eineinhalb Stunden aus.

Stephan Dochler gewinnt den Walkingbewerb vor... ... Claudia Pflästerer Das Ehepaar Martin Weyrauch (508) und Hannelore Rexroth (1.W60 /509) aus Heppenheim mit der in den USA lebenden Schwester von Martin, Annette Weyrauch (1.W65 /510), auf der 7 km langen Walkingstrecke nach 1:14 h im Ziel. Bei einem Volkslauf in Wersau wurde erzählt: "...geht mal nach Güttersbach, ist das Beste was es gibt". Hinterher gaben sie den Aussagen recht: "Eine wunderschöne Strecke, super zu walken!"

Was noch?

Bei bester Stimmung wurde unter freiem Himmel noch lange gefeiert. Typisch für den Güttersbacher Volkslauf. Den rund 100 Helfern gelang die reibungslose und ordnungsgemäße Durchführung der genehmigten Läufe, einschließlich der Versorgung der Läufer auf der Strecke, die Verköstigung der Aktiven und aller Begleiter sowie der Zufallsgäste. Übrigens, die Steigerung des Wohlbefindens setzt in der Ferienregion Mossautal flugs ein.

Beste Stimmung auch bei der Ehrung der ältesten Starter, dem 87jährigen Karl Flach vom TV Bad Orb und der 77jährige Regine Braun vom SV Rohrbach durch den Vorstand des SC Güttersbach Achim Schmidt
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Wohlfühlen und die Seele baumeln lassen, das geht in Güttersbach das ganze Jahr und im August 2026 wieder beim 29. Volkslauf. So viel Vorschuss für die neue Organisationsleitung darf sein.

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.volkslauf.de - Info sc-guettersbach.de
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.

Datenschutzerklärung