9.7.22 - 5. Reischmann Apotheke Bahnstadtlauf in Heidelberg

Kleines Jubiläum belegt die große Akzeptanz

Im Zeichen der Fünf: 5. Bahnstadtlauf mit 556 Gesamtteilnehmern

von Anette Judith Scholl 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Endlich war es wieder so weit: Der Heidelberger Turnverein 1846 e.V. veranstaltete den mittlerweile bekannten Bahnstadtlauf in Kooperation mit dem Stadtteilverein Bahnstadt e.V. Den Stadtteilverein gibt es seit 10 Jahren, der HTV feiert sein 175-jähriges Bestehen (eigentlich 175+1), und das Laufevent konnte auch ein kleines Jubiläum begehen: den 5. Reischmann Bahnstadtlauf. Trotz der - wie so oft - hohen Temperaturen kamen viele Laufwillige in den modernen Stadtteil Heidelbergs, um auf einer der angebotenen Distanzen entlang der meist geraden Strecken durch die Straßen der Bahnstadt zu laufen. Dieses Mal wurde die 500 geknackt, und obwohl am Ende nicht alle der 556 Starter ins Ziel liefen, bedeutete diese Zahl einen deutlichen Teilnehmerrekord.

Ob von Klein oder Groß, beim 5. Reischmann-Bahnstadtlauf in Heidelberg wurde reichlich Ausdauerfähigkeit dargeboten
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Ein toller Erfolg für die Veranstalter und ein Zeichen der hohen Akzeptanz dieser besonderen Laufveranstaltung. Wie immer fand der Lauf am späten Nachmittag bis in die Abendstunden statt und war eingebettet in das Bahnstadtfest mit Festbetrieb am Gadamer Platz. Dort, am Puls des Geschehens, waren dieses Mal auch Start und Ziel, und von hier aus konnte man die Atmosphäre des jungen Stadtquartiers laufend erleben. Die Bahnstadt hat sich gemausert, es gibt weniger Baustellen, dafür deutlich mehr Geschäfte, Cafés und Restaurants. Die 125 zusätzlichen Bäume, die 2021 auf der Pfaffengrunder Terrasse gepflanzt wurden, wecken zwar noch nicht die Assoziation einer "Grünanlage", wie es städteplanerisch gedacht ist, aber die Optik des Stadtteils hat sich verändert. Mehr Grün, mehr Gewachsenes, mehr Menschen auf den Straßen, wo Bänke, Springbrunnen, Spielplätze, bunt bemalte Begrenzungen und "Knotenpunkte" für Begegnungen zum Verweilen einladen.

Viel Andrang beim Bahnstadtfest Das Helferteam für Anmeldung und Nachmeldung bei der Startnummernausgabe in der Sporthalle

Ein deutliches Plus an jungen Läufer*innen

Nach Verweilen sah es beim ersten Start des Nachmittags nicht gerade aus, denn unter dem Startbanner von de-timing wimmelte es geradezu von Mädchen und Jungs im Alter von 6 bis 9 Jahren, die ungeduldig auf ihren 1,1 km-Lauf warteten. Das Gewusel und die gespannte Aufregung der vielen Kinder passten genau ins Bild, denn die Bahnstadt ist ein junger Stadtteil. Vor ziemlich genau zehn Jahren sind die ersten Bewohner in Heidelbergs damals neuen, 15. Stadtteil eingezogen, heute leben bereits über 5.500 Menschen dort. Jeder fünfte Bahnstädter ist ein Kind oder ein Jugendlicher, und so ist es vielleicht gar nicht so verwunderlich, dass gerade die Finisherzahlen beim Kinder- und Schülerlauf sich seit der zweiten Austragung fast verdoppelten: Während beim zweiten Bahnstadtlauf 2017 noch 101 Kinder ins Ziel liefen, waren es heuer 197.

Organisation und Moderation durch Martin Brandel, Wolfgang Wagner und Verena Beatrice Bröstl Aufwärmübungen durch KISS Leiterin Kirsten Lord

Doch so weit waren wir noch nicht, denn zur Einstimmung gab es für die jungen Sportler*innen zunächst mal gemeinsames Aufwärmen unter der Anleitung von Kirsten Lord, der Leiterin der Kindersportschule (KISS) und Leichtathletik-Trainerin des HTV.

 

Die Übungen wurden mit Begeisterung aufgenommen und ausgeführt, und so musste Wolfgang Wagner, als Moderator eine kompetente und wortgewandte Konstante in dieser Veranstaltung, nur noch wenige Minuten bis zum Rückwärtszählen und anschließendem Startschuss überbrücken.

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Erster Start des Tages, der Kinderlauf U8, U10 über 1,1 km Eine Viertelstunde später folgte der Schülerlauf U12, U14 über 2,2 km

Pünktlich um 17.45 Uhr rannte die Meute los. Auch hier mussten aufgeregte und mitfiebernde Eltern hinter einem rotweißen Absperrband zurückgehalten werden, weil der Impuls, das beste und unmittelbarste Foto oder Video vom laufenden Nachwuchs aufzunehmen, kaum unterdrückt werden konnte. Von den 129 Kindern kam nach 4:15min Arthur von der Bahnstadt Grundschule als Erster ins Ziel, nur sechs Hundertstel vor Jonathan, während Jona knapp sieben Sekunden später Platz 3 belegte. Bei den Mädchen war es ähnlich knapp, Luisa gewann in 4:27min, gefolgt von Nele (4:30min) und Adél Szofia in 4:33min.

Der schnellste Schüler David Hug gehört der Altersklasse U12 an Zweiter wird U14-Starter Axel Eestermans vom Ausrichterverein Heidelberger Turnverein 1846 e.V. Bei den Schülerinnen liegt die U14 mit Paula Barnbeck (Reischmann Apotheke) vorn Während die Zweitplatzierte Chiara Ernst ebenfalls für den HTV 1846 e.V. in der U12 startet

Die Altersklassen U12 und U14 hatten mit dem Schülerlauf-Start um 18 Uhr 2,2km vor sich und standen schon etwas "profimäßiger und erwachsener" an der Startlinie, mit 68 Startern in dieser Kategorie auch ein deutlicher Zuwachs gegenüber 42 laufenden Schülern beim letzten Bahnstadtlauf. Hier machte David in 8:27min das Rennen, vor Axel (8:42min) und Jonte (8:47min), während bei den Schülerinnen Paula in 9:50min vor Chiara (9:56min) und Eva (10:16min) siegte. Für alle gab's am knallgrünen Bändel eine eigens kreierte Medaille aus Holz mit Aufdruck des Hauptsponsors "Reischmann-Apotheke"- ob diese Art von Medaille ein Symbol für mehr Nachhaltigkeit ist, wissen wir nicht, auf jeden Fall war die Holz-Variante eine fantasievolle Abwechslung zu der ansonsten üblichen Metall-Version.

Die Führung auf dem Fahrrad übernahm Tim Posawatz, Geschäftsführer des Heidelberger Turnverein 1846 e.V. Medaillen aus Holz gab es nach dem Lauf u.a. aus den Händen von KISS Leiterin Kirsten Lord (re.)

Gemeinsam schwitzen über 5km oder 10km

Als um 18.30Uhr der Startschuss für den 5 km Einsteigerlauf und 10 km Hauptlauf fiel, standen knapp 360 Läuferinnen im Startbereich neben dem B³ - dem Gebäudekomplex am zentralen Gadamerplatz, der die drei Komponenten Bildungs-, Betreuungs- und Bürgerhaus unter einem (Flach-)Dach beherbergt. Das einzigartige und wegweisende B³-Konzept besteht in der Verknüpfung aus Schule mit Sporthalle und Mensa, einer Kita und einem Bürgerzentrum und gilt als Vorzeigeprojekt für die ganze Region. Die Temperaturen lagen bei schwülen ca. 27°C, die Sonne beschien das Areal des Bahnstadtfestes: Welch ein Glück mit dem Wetter für alle Festbesucher, während die Sportler*innen wussten, dass ihnen zwei oder vier schweißtreibende Runden bevorstanden.

Die als Rundlauf konzipierte Strecke war weiter optimiert worden: Vom Gadamerplatz ging es auf der Galileistraße im Uhrzeigersinn rund um den Zollhof wieder zurück zum Gadamerplatz mit Blick auf den Festbetrieb. Über eine Linkskurve lief man an der Pfaffengrunder Terrasse vorbei bis zu Promenade und dort ein langes, gerades Stück weiter in nord-westlicher Richtung entlang der Promenade am Feldrand. Entlang der zur Rechten liegenden Balkonsilhouetten des neuen Stadtteils ging es bis zur Maria-Baum-Straße, wo man die letzte mit Schotter aufgefüllte Kurve nahm, um an der nächsten Abzweigung und einem weiteren Schwenk nach rechts schließlich neben dem Langen Anger zurück zur Pfaffengrunder Terrasse und dem Start-/Zielbereich auf dem Gadamer Platz zu laufen.

5 km- und 10 km Läufer gingen gemeinsam auf die Strecke - die einen 2 Runden, die andern 4 Runden durch die Bahnstadt

Bei der Startaufstellung war die Farbe Blau vorherrschend, nicht nur, weil es eine beliebte Laufshirt-Farbe ist, sondern weil die Schnellen sich selbstredend weit vorne im Starterfeld platzieren. Hier fiel neben anderen Blau-Trägern das 24 mal vertretene Trikot der TSG 78 Heidelberg ins Auge, und das sollte sich später auch in der Ergebnisliste widerspiegeln.
Eine TSG-lerin allerdings war heute nicht in Blau, sondern in Pink zu bewundern: Verena Beatrice Bröstel, die den Bahnstadtlauf 2017 im Trikot der TSG 78 Heidelberg gewonnen hatte, war heute als charmante Unterstützung bei der Moderation im Einsatz.

quod erat demonstrandum

Der Veranstalter hatte mit der optimierten, noch schnelleren Strecke des Reischmann Apotheke-Bahnstadtlaufs geworben, zumal die 2,5km Runde fast durchgängig asphaltiert war und hier wirklich keine Höhenunterschiede zu erwarten waren. "Das Charakteristische in der Bahnstadt sind lange, gerade Strecken, die an die ehemaligen Bahngleise erinnern sollen." Dennoch ließ sich nicht leugnen, dass es eine Menge Kurven zu nehmen galt, um nicht zu sagen: pro Runde 8mal eine ca. 90° Kurve. Dieser Umstand schien sich allerdings nicht grundsätzlich geschwindigkeitsreduzierend auszuwirken. Schon nach 16:03min lief Lars Tapken (TSG 78 Heidelberg) als Erster ins Ziel. Ihm folgte Thomas Jörder (SV 1902 Altneudorf) in 17:05min, bevor Christoph-Johannes Pucher (TSG 78 Heidelberg) nach 17:08min das männliche Siegerpodest komplettierte. Vierter wurde - ebenfalls von der TSG 78 Heidelberg - Etienne Sollier in 17:12min, gefolgt von Oliver Maier (Laufschule Oliver Maier) in 17:17min, der beim 4. Bahnstadtlauf in 17:18min den 5km Lauf gewonnen hatte.

Lars Tapken von der TSG 78 Heidelberg gewinnt den 5 km Lauf Thomas Jörder vom SV 1902 Altneudorf wird Zweiter Auf Platz 3 folgt Christoph-Johannes Pucher (TSG 78 Heidelberg)

Bei den Frauen siegte Lisa Marie Kohl (TSG 78 Heidelberg) in 19:12min, 2019 war die Siegerzeit der schnellsten Frau 20:45min gewesen. Für Lisa Marie Kohl, die sonst eher auf 10km-Strecken oder mehr zu Hause ist, waren die 5km ganz ungewohnt. "Ich fand es richtig merkwürdig, nach so kurzer Zeit schon im Ziel zu sein. Und trotzdem fand ich den Lauf anstrengend, wobei ich mich riesig über den Sieg freue. Es war anspornend mit den vielen Vereinskollegen auf der Strecke - wo man hinguckte, Läufer in Blau." Zweite wurde ihre Vereinskollegin Anna Schultz-Coulon (TSG 78 Heidelberg) in 19:56min, gefolgt von Sarah Schönbrodt (TSG Heidelberg), nach 20:18min und übrigens in schwarzem Shirt. Bleibt noch anzumerken, dass unter den ersten 30 gelisteten Finishern des 5km Einsteigerlaufs exakt die Hälfte Läufer*innen der TSG Heidelberg waren.

Auch den 5km-Sieg bei den Frauen heimst die TSG 78 Heidelberg mit Lisa Marie Kohl ein Vereinskollegin Anna Schultz-Coulon (611) wird Zweite. Mit der Nr. 117 10 km Läuferin Alice Montalto vom Athletic Club Belluno, die in ihrem Rennen den 5. Platz erreichen wird Sarah Schönbrodt (TSG Heidelberg) holt sich den letzten Podestplatz

Die Ansage des HTV, wonach die Strecke noch schneller geworden sei, hatte sich also für den 5km Lauf bewahrheitet.

Wassertropfen von Balkonen und purzelnde Rekorde

Als das große Läuferfeld losrannte, war ganz vorne Philipp Weng auszumachen, und wer den Überblick bewahrte, konnte verfolgen, dass Philipp ein hohes Tempo vorlegte. Er hatte 2016 und 2018 den Bahnstadtlauf gewonnen und kam nun quasi zum Auslaufen von den Deutschen Hochschul- Meisterschaften im 10km-Straßenlauf, wo er am 24.06.2022 im Rahmen des jährlich stattfindenden "Kölner Zoolaufs" in einem spannenden Rennen nach 33:37min Dritter geworden war. Nun in der Bahnstadt hatte aber Oliver Fischer (engelhorn sports team/TV Schriesheim) die Führung übernommen, und dass Oliver 10km auch bei Hitze in hohem Tempo abspulen kann, hatte er vor einer Woche beim Sommerlauf in Edingen bewiesen, wo er in 34:02min mit neuem Streckenrekord im Hauptlauf gesiegt hatte.

Das 10 km Rennen gewinnt Oliver Fischer (engelhorn sports team/ TV Schriesheim) Philipp Weng von der TSG Heidelberg wird Zweiter vor ... ... Jakob Breinlinger vom Team Rennwerk

Auf den vier Runden boten die Häuserzeilen teilweise Schatten, und einige Bewohner entlang der Promenade ließen es nicht dabei bewenden, die Läufer*innen anzufeuern, sondern hatten einen Gartenschlauch parat, um die Vorbeilaufenden mit sanftem Wasserstrahl zu erfrischen. Trotzdem herrschte drückende Schwüle, dieser Lauf war nicht das reine Vergnügen. Philipp Weng machten die Wärme und der stellenweise Wind zu schaffen, und Oliver Fischer konnte seine Versuche, zu ihm aufzuschließen, abwehren. Er lief mit drei Sekunden Vorsprung nach 32:58min als Sieger über die Ziellinie. Philipp Weng finishte in 33:01min, ein sehr gutes Ergebnis in der Aufbauphase zur DM am 18.09.2022 in Saarbrücken und zweieinhalb Minuten schneller als bei seinen früheren Bahnstadt-Siegen. Für Oliver Fischer war es ein weiterer neuer Streckenrekord, denn mit seinem Ergebnis toppte er die Siegerzeit von Kim Abel aus 2019 um drei Sekunden. Dritter wurde Jakob Breinlinger (Team Rennwerk), der auch auf dem Fahrrad eine gute Figur macht und beim SAS Halbmarathon am 1. Mai in Heidelberg in 1:16:21std U23- Klassensieger geworden war. In der Bahnstadt brauchte er für die 10km nur 34:05min.

Julia Bongiovanni vom TV Schriesheim gewinnt den 10 km Lauf mit über 2 Minuten Vorsprung bei den Frauen. Neben ihr der 3. der M40 Jens Müller von der TSG 78 Heidelberg Katharina Mühlhoff aus Valencia (C.A. Els Sitges Burjassot) läuft auf Rang Zwei. Neben ihr 5km Läufer Robin Schäfer von Body Attack Viernheim Sarah Ziem erreicht auf Rang 3 das 10 km Ziel

Mit Abstand schnellste Frau war Julia Bongiovanni (TV Schriesheim), die mit 37:54min den bisherigen Streckenrekord von 40:00min (Merle Brunnée 2019) geradezu pulverisierte und selbst ganz erstaunt über ihr Ergebnis war. "Ich bin im Moment eigentlich gar nicht soo in Top-Form. Irgendwie scheinen die Schuhe doch noch einige Sekunden rauszuholen." Die Rede war von den optisch eher gewöhnungsbedürftigen Laufschuhen mit Carbonfaserplatte in der Mittelsohle, die Julia zum ersten Mal trug und vor dem Lauf noch als befremdlich empfunden hatte. "Man läuft wie auf einem Trampolin." Aber an den Schuhen allein wird's wohl nicht gelegen haben. Julia Bongiovanni, die man fast schon als "Grande Dame" des Laufsports bezeichnen mag, lief schon allen anderen davon, als sie noch Julia Wagner hieß. Wer nun beim Lesen dazu ansetzt, die Nase zu rümpfen, dem sei gesagt, dass der Begriff "Grande Dame" nichts mit (hohem) Alter zu tun hat, sondern für eine Dame steht, die in einem bestimmten Bereich Maßstäbe gesetzt hat. Dies gilt ganz gewiss für Julia Bongiovanni, denn wie viele Frauen knapp vor der Vierzig gibt es, die wie Julia eine "laufende" Partnerschaft, drei Kinder, ihren Beruf als Ärztin und eine derart erfolgreiche Laufkarriere unter einen Hut bringen kann - und dabei ganz bescheiden bleibt?

M40-Sieger wird der Viertplatzierte Thomas Longerich (107), Max Leible von der TSG 78 Heidelberg wird 5. Bei den Frauen gewinnt die Sechstplatzierte Inga Neumüller die W40 Marcus Imbsweiler von der TSG 78 Heidelberg siegt souverän in der M50 In der W60 ist die LaufReport-Journalistin Anette Judith Scholl vom TSV 05 Rot die Schnellste

Die Zweite Frau über 10km trug übrigens den gleichen Laufschuh, resp. dasselbe Modell, auch erst vor kurzem erworben. Katharina Mühlhoff (C.A. Els Sitges Burjassot-Valencia) kommt aus Heidelberg, lebt aber in Spanien. Mit 40:03min bei ihrem ersten Lauf in ihrer deutschen Heimat war sie sehr zufrieden. "Der Lauf hier war für mich eine Ausnahme, eine Unterdistanz. Ich laufe ansonsten ein Vielfaches dieser Strecke und habe gerade an der Spanischen Meisterschaft über 50km teilgenommen. Die 50km bin ich in 4:08std gelaufen." Dritte Frau Sarah Ziem war beim letzten Bahnstadtlauf nach drei Runden nicht mehr im Rennen gesichtet worden, dieses Mal überquerte die Triathletin nach 40:47min die Zielmatte.

Theresia Bauer und Peter Wagner auf der Bahnstadtlauf-Strecke bis ins Ziel gemeinsam unterwegs

Langsam oder schnell

Auch die Ergebnisse im 10km Hauptlauf waren also "noch schneller", und eine Reportage über einen Laufwettbewerb bringt es nun einmal mit sich, dass man über schnelle Zeiten berichtet. Dabei geht es gar nicht unbedingt um Schnelligkeit, sondern wie hier beim Bahnstadtlauf vielmehr um den Spaß am Laufen, das Miteinander und das gemeinsame Erleben. Und man konnte auch langsam laufen, so wie die GRÜNEN-Politikerin und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, deren Teilnahme auch dieses Mal Ehrensache war. "Ich laufe langsam und will damit ein Zeichen setzen, dass man nicht unbedingt ein super Sportler sein muss, sondern dass hier jeder mitlaufen kann, einfach aus Spaß an der Bewegung und aus Freude an einer gemeinsamen Aktivität."

Große Bühne auf dem Gadamer Platz für 5km Siegerehrung ... ... und 10km Siegerehrung

Das öffentliche Bild im Stadtteil Bahnstadt hatte sich nicht verändert: Laut Presse ist jeder zweite Bewohner jünger als 30 Jahre alt, dementsprechend sah man viele Kinder, Kinderwagen-schiebende Väter und Schwangere, dabei einen interessanten Mix unterschiedlicher Herkunfts-Kulturen. Das Team um Martin Brandel vom HTV hatte das perfekte Drumherum geboten für das Lauf-Erlebnis, dem Stadtteilverein Bahnstadt war auch dieses Mal ein belebtes Fest gelungen, mit Würstchen, Fritten, Sushi und Japanischer Suppe bei Salsa-Performance und Live Musik.

Bei der Altersklassen-Siegerehrung war die Bühne voll gefüllt ... so war´s beim 5. Reischmann-Bahnstadtlauf ´22 ... bis zum Startschuss ´23
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Wer am Ende noch Kraft hatte oder dem Trubel und der Passivhaus-Architektur der Neuzeit in Richtung (deutscher) Romantik enteilen wollte, der konnte sich noch zur Nepomuk-Terrasse, dem Neckarufer oder dem Philosophenweg aufmachen, um die legendäre Heidelberger Schlossbeleuchtung zu bewundern. Die Läufergemeinde erwartet mit Vorfreude den sechsten Bahnstadtlauf, wobei manche auch diesmal auf kühlere Temperaturen hoffen, um die versprochene Bestzeit laufen zu können.

Bericht von Anette Judith Scholl
Fotos von Ekkehard Gübel & Anette Judith Scholl

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Ergebnisse www.de-timing.de - Infos heidelberger-tv.de
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