30.7.22 - Duisburger Rheinuferlauf

Beliebter Volkslauf vereint wieder Laufszene am Niederrhein

Trotz hohen Temperaturen am Samstag gute Ergebnisse beim Rheinuferlauf in Duisburg-Homberg

von David Bieber 

Duisburg. Es sind genau diese Veranstaltungen, die den Laufsport ausmachen und bereichern: Volksläufe im Stadtteil. Große Laufereignisse - die freilich auch ihre Berechtigung haben - in allen Ehren. Aber der Volkslauf bleibt der originäre Treff der Laufszene. Dort treffen sich alte Hasen wieder, es wird geplaudert, junge Athleten können sich ohne Druck vor einem überschaubaren Publikum ausprobieren und dahinter steht ein oftmals kleiner Verein, der mit viel Leidenschaft die Veranstaltung auf die Beine stellt.

 

Kurzum: Volksläufe sind nach wie vor ein extrem wichtiger Bestandteil der Laufszene. Leider hat sich bereits vor der Coronavirus-Pandemie seine Anzahl reduziert - auch in der früheren Laufhochburg Duisburg.

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Der Volkslauf "Rheinuferlauf" im linksrheinischen Duisburger Stadtteil Homberg ist nach drei Jahren Coronapause zurück. Er ist der Pandemie nicht zum Opfer gefallen wie andere Läufe in der Stadt (Huckinger Angerlauf oder Sommernachtslauf). Am vergangenen Samstag stand der 28. "Rheinuferlauf" und der 43. internationale Jedermannlauf mit Halbmarathon, veranstaltet und ausgerichtet vom Homberger TV, wieder an.

Der Volkslauf "Rheinuferlauf" im linksrheinischen Duisburger Stadtteil Homberg ist nach drei Jahren Coronapause zurück
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Attraktiv ist der Lauf vor allem, weil er am Rhein entlang führt. Die Läufer laufen auf dem Rheindeich und blicken in der Abendsonne auf den Fluss, von dem ein Teil unweit von dort, im bekannten Hafenstadtteil Ruhrort, in die Ruhr fließt.

 

Da macht es auch nichts, dass die Strecke sehr eckig und "langsam" ist. Zudem ist er in Duisburg einer der wenigen Läufe, die im Hochsommer stattfinden. Viele, namhafte, Läuferinnen und Läufer testen in Homberg ihre Form für die zweite Hälfte der Laufsaison.

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Eine der bekanntesten Läuferinnen der Laufszene am Niederrhein und im Ruhrgebiet siegte erwartungsgemäß über die 5 Kilometer beim Jedermannlauf. Duisburg-Marathonsiegerin Katharina Wehr vom ASV Duisburg setzte sich in 17.59 Minuten durch. Hinter ihr folgten Lea Brückner aus Münster in 18:11 und Sonja Beba von der LG Mönchengladbach in 19:57.

Der Hauptlauf führt über die 10 km Distanz Die meisten Teilnehmer standen für den Halbmarathon an der Startlinie

Bei den Männern gewann mit Dennis Breuer auch ein Läufer vom wieder stark vertretenen ASV Duisburg. Er lief in 16:44 Minuten vor Vereinskollegen Jan Neuens in 16:58 sowie vor Pascal Naben (Vereinslos) in 17:52 ins Ziel. Insbesondere beim Jedermannlauf am späten Nachmittag waren die Temperaturen noch hoch, sodass nicht wenige Athleten mit der Hitze zu kämpfen hatten. "Wären die Temperaturen ein wenig niedriger gewesen, wäre ich definitiv schneller gelaufen", ist sich etwa Jens Bordihn vom ASV Duisburg sicher. Bordihn brauchte dieses Mal 23:38 Minuten für die 5 Kilometer.

Die meisten der insgesamt 479 "gefinishten" Läufer beim Homberger Volkslauf liefen die Halbmarathonstrecke. Kurz nachdem die letzte Jedermannsläuferin ins Ziel auf dem Sportplatz am gut besuchten Friesenplatz trottete, gingen die 215 Läufer an den Start. Tanja Karnofka (vereinslos) gewann bei den Frauen (1:34:23) vor Marinja Niggemann (1:40:49) von der Ausdauerschule bunert Team und Romina Dubbi (1:41:01) vom Team LaufStil Sinn.

Daniel Pugge (382) gewinnt den Halbmarathon

Daniel Pugge von "pugge.coach", der wie auch Sebastian Schär vom Laufladen Endspurt Paderborn vielleicht als die Favoriten bei den Männern im Vorfeld gehandelt worden waren, stand auch nach den 21,1 Kilometern ganz oben auf dem Siegerpodest. Pugge siegte in 1:13:27 Stunden vor Philipp Keil von Laufsport Jäkel in 1:15:08. Dritter wurde der angesprochene Sebastian Schär in 1:16:39.

Beim Hauptlauf über 10 Kilometer waren die Zeiten deutlich langsamer als gewöhnlich über diese Distanz. Das Wetter und der eckige Streckenverlauf waren wohl hier die Gründe. Denn der frühere Duisburg-Marathon-Sieger Karsten Kruck vom ASV Duisburg kann normalerweise immer noch problemlos unter 34 Minuten auf 10 Kilometer laufen. Kruck lief am Samstag aber "nur" eine Zeit von 36:37 Minuten und kam damit auch nicht auf das Podium; allerdings wurde er Zweiter in seiner Altersklasse, der M40.

Kurz nach dem 10 km Start führen der spätere 6. Bastian Nitz (955) vom TV Voerde und Karsten Kruck (919) vom ASV Duisburg das Feld aus dem Stadion hinaus. Dahinter der spätere Sieger Dennis Hirsch (872)

Anders machte es Isabell Mayer vom LA-Team Saar. Sie lief als erste bei den Frauen über die Ziellinie (42:40 Minuten) und gewann folglich auch ihre Altersklasse (W30). Dahinter platzierten sich Anita Regenkiewicz (vereinslos, 46:40) und Martina Gaspercic vom ASV Duisburg in 46:41.

Dennis Hirsch (vereinslos) siegte über die gleiche Distanz bei den Männern in 36:03. Zweiter wurde Michael Grysko von der LG Wuppertal in 36:10. Maximilian Jakobs von der erst kürzlich neu gegründeten SG Duisburg-Süd wurde in 36:16 Dritter.

Nach dem Verlassen des Stadions führt die Strecke auf dem Rheindeich am Fluss entlang
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Am früheren Nachmittag waren zuvor noch 26 tapfere Walker über eine Distanz von 7,5 Kilometer gestartet. Hier siegte Ulla Warnecke von Marathon Dinslaken in 54:59 Minuten bei den Frauen. Bei den Männern walkte Ronald Peter aus Wuppertal in 53:13 Minuten als erster über die Ziellinie.

Wie bei jedem Volkslauf der vergangenen 30 Jahre war auch Urgestein Willi Plückelmann, Jahrgang 1948, von TuS Hamborn-Neumühl am Start. Er brauchte für die Walking-Strecke 1:15:51 und kam als Letzter ins Ziel. Das war ihm aber "völlig egal." Denn: "Hauptsache ich bewege mich noch ein wenig in meinem Alter und habe Spaß", sagte er später bei seinem obligatorischen "Laufbier". Genau das macht den Charakter eines Volkslaufs aus: Geselligkeit gepaart mit guten und lustigen Gesprächen nach der sportlichen Anstrengung.

Bericht und Fotos von David Bieber

Ergebnisse my.raceresult.com & Infos www.rheinuferlauf.de

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