23./24.7.22 - 79. Deutsche Meisterschaft U23 in Bochum

Was für ein 5000-Meter-Rennen der Juniorinnen

von Jens Priedemuth 

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Mittel- und Langstrecken bei hochsommerlichen Temperaturen sind nicht gerade das reine Vergnügen. Auch bei den deutschen Meisterschaften der Altersklasse U23 in Wattenscheid drückten Temperaturen im Bereich von 30 Grad teilweise doch etwas auf die Leistungen bzw. Zeiten.

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79. Deutsche Meisterschaft U23 in Bochum - die Laufbewerbe Mittelstrecken
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Mittelstrecken der Junioren bei der U23 DM

800 Meter

Vergleichsweise gut kamen da noch die Athleten und Athletinnen über 800 Meter weg. Doch bereits nach wenigen Metern war klar, dass es kein schnelles Rennen geben würde. Die Entscheidung musste also im Spurt fallen. In der letzten Kurve zog Felix Wittmann (Leichtathletik SG Eschweiler) den Spurt an, hielt die Konkurrenz bis ins Ziel in Schach und holte sich unter dem Jubel seiner mitgereisten "Fan-Gruppe" in 1:50,32 Minuten den DM-Titel. "Ich habe überall meinen Namen gehört. Ich konnte auch Motivation davon schöpfen, dass ich bei der DM in Berlin auf der Zielgeraden die Finalteilnahme verloren habe. Jetzt habe ich das Rennen auf der Zielgeraden gewonnen", so Felix Wittmann im Sieger-Interview.

Felix Wittmann (349) gewinnt das 800m Rennen vor Lorenz Herrmann (vor Wittmann im roten Trikot) Emil Meggle läuft auf Rang Drei

Top-Favorit Lorenz Herrmann (LG Region Karlsruhe), er war mit einer Bestzeit von 1:46,90 Minuten angereist, lief lange vorne im Wind. In der entscheidenden Phase konnte der US-Student jedoch nicht kontern, sicherte sich aber mit 1:50,63 Minuten die Vizemeisterschaft. Das Podium komplettierte nach 1:51,59 Minuten Emil Meggle (LAC Freiburg/1:51,59 min.).

1500 Meter

Noch gemächlicher ging es über 1500 Meter zur Sache. Die 800 Meter wurde deutlich jenseits der zwei Minuten passiert. Erst nach 1000 Metern war die Bummelei beendet, und das Tempo wurde durch Artur Beimler (SC DHfK Leipzig) merklich angezogen. Auf der letzten Gegengeraden startete dann Tim Assmann (TV Villingen) eine Attacke, die auf den letzten Metern aber noch gekontert wurde. Artur Beimler hatte noch eine Reserve im Tank und holte mit 3:57,35 Minuten den Titel nach Sachsen. Bei Tim Assmann standen 3:58,08 Minuten auf der Urkunde und Oliver Kreisel machte als Dritter (3:58,08 min.) die Zweite Medaille für den SC DHfK Leipzig klar.

1500m Artur Beimler (457) siegt vor Tim Assmann (50), dahinter Maximilian Sluka vom T Wattenscheid 01, der auf Platz 4 läuft Oliver Kreisel, hier hinter dem 6. Sven Wagner vom Königsteiner LV gewinnt die Bronzemedaille

3000 Meter Hindernis

Mit lediglich fünf Startern hatten die 3000 Meter Hindernis nicht unbedingt "DM-Format". Gleich nach dem Startschuss stürmte Robin Müller vom LC Top-Team Thüringen nach vorne und hatte schnell einen größeren Vorsprung herausgearbeitet. Doch auf den letzten Metern schwanden dann langsam die Kräfte. Müller hatte ein wenig überpaced und wurde am vorletzten Wassergraben noch von Florian Zittel (LG Region Karlsruhe) überholt. Der lief das Rennen dann kontrolliert heim und konnte in 9:04,99 Minuten den Titel bejubeln.

Florian Zittel gewinnt das 3000m Hindernis Rennen Robin Müller gewinnt Silber Auf Platz 3 springt Marco Sietmann

"Ich hatte vor dem Start ein bisschen Bauchkrämpfe und wusste nicht, wie fit ich bin. Deswegen habe ich erst einmal abgewartet und bin nicht gleich vorne mitgegangen. Ich hatte gehofft, Bronze angreifen zu können, deswegen bin ich gerade sehr glücklich", berichtete Zittel im Siegerinterview. "Frontrunner" Müller rettete mit 9:19,25 Minuten die deutsche Vizemeisterschaft. Die Bronzemedaille ging nach 9:25,78 Minuten an Marco Sietmann (LG Brillux Münster).

5000 Meter

Titel statt Tempo lautete auch die Devise bei den 5000 Metern. Hier war es Tom Förster (LG Vogtland), der versuchte, ein wenig Fahrt ins Feld zu bringen. Das klappte auch, so dass sich eine Vierergruppe biIdete. Nach einer weiteren Verschärfung des Tempos blieben dann nur noch Tom Förster und Florian Bremm (TV Leutershausen) übrig. Letztgenannter startete dann in der Zielkurve seinen Endspurt, der nach insgesamt 14:14,88 Minuten mit der Goldmedaille belohnt wurde. Tom Förster konnte auf den letzten Metern nicht Gegenhalten und wurde nach 14:18,55 Minuten Zweiter. Bronze holte sich Felix Friedrich (Dresdner SC), der mit 14:33,30 Minute schon einen größeren Rückstand hatte.

Florian Bremm (187) gewinnt das 5000m Rennen vor Tom Förster (450) Felix Friedrich holt sich Bronze Marius Abele vom SSC Hanau-Rodenbach verpasst mit 14:40,99 als 4. das Podium

Mittelstrecken der Juniorinnen bei der U23 DM

800 Meter

Bei den Mädels machte Lucia Sturm (TSV Moselfeuer Lehmen) der Konkurrenz schnell klar, dass sie die Favoritin über 800 Meter ist. Mit einem knackigen Antritt ging die Rheinländerin gleich einmal in Führung. Daran änderte sich dann auch nichts mehr und Sturm lief von der Spitze weg in 2:03,51 Minuten zum Titel. Die Vizemeisterschaft ging durch Sophia Volkmer (TV Wetzlar/ 2:05,86 min) nach Hessen, die auch erfolgreich die Schluss-Attacke von Alina Schönherr (LSV Schmölln/ 2:06,70 min.) abwehren konnte.

Das 800m Rennen der Juniorinnen gewinnt Lucia Sturm Vizemeisterschaft wird Sophia Volkmer (li.245). Neben ihr Laura Wilhelm (LAV Stadtwerke Tübingen), die 4. wird. Dahinter die 5. Xenia Krebs vom VfL Löningen Alina Schönherr läuft auf den 3. Platz

1500 Meter

Nach den beiden ersten Runden im 1500-Meter-Finale lagen alle FF Finalistinnen in einer kompakten Gruppe noch dicht zusammen. Mittendrin Verena Meisel, die Favoritin im Trikot der LG Olympia Dortmund. Meisel, die auch eine gute 800 Meter Läuferin ist, hatte dann beim Spurt die "besten Beine" und trug sich 4:24,69 Minuten in die Liste der Siegerinnen ein. Nur wenig später überquerten dann Fabiane Meyer (TV Westfalia Epe/ 4:25,58 min.) sowie Rahel Brömmel (LG Olympia Dortmund/ 4:26,81 min.) die Ziellinie im Lohrheide-Stadion.

1500m: Verena Meisel gewinnt vor ... Fabiane Meyer und ... Rahel Brömmel

3000 Meter Hindernis

Mit einem klaren Sieg der Favoritin endeten die 3000 Meter Hindernis. Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien) schlug ein flottes Tempo an und hatte als einzige "Mitläuferin" Kim Bödi (VfL Sindelfingen) im Schlepptau. Als es dann auf den letzten Kilometer ging, schaltete Gürth einen Gang hoch und löste sich von der Sindelfingerin. Auf der Zielgeraden konnte die U20-Europameisterin dann nochmals leicht beschleunigen und lag mit starken 9:59,13 Minuten als einzige Athletin unter der 10-Minuten-Schallmauer. Kim Bödi holte sich nach 10:14,49 Minuten die Vizemeisterschaft. Inken Siebert (SSC Berlin/10:20,94 min.) lief auf den Bronzerang.

Olivia Gürth (vorn) gewinnt vor Kim Bödi über 3000m Hindernis Inken Siebert vom SCC Berlin springt zum Bronzeplatz

5000 Meter

Was für ein 5000-Meter-Rennen. Carolina Schäfer (TG Schwalbach/ 1. Jahr U20), eine der jüngsten Teilnehmerinnen im Feld, überrumpelt mit einem tollen Finish die Favoritinnen und holte sich den Titel. Zweifelsfrei eine der größten Überraschungen des Tages. Doch der Reihe nach. Schäfer reiste mit einer Bestzeit von 16:52,74 Minuten, aufgestellt beim Gewinn des Hessentitels in Darmstadt, zu den Titelkämpfen im Ruhrgebiet an. Mit ihrer HM-Zeit rangierte sie auf Position vier der Meldestatistik. Angeführt wurde das Ranking von Emma Heckel (LG Telis Finanz Regensburg), die mit überragenden 15:52,78 Minuten die absolute Top-Favoritin war.

Gruppe um die die spätere 3. Emma Heckel (177 ) im 5000m Rennen. Mit der Nr. 401 die 5. Jessica Keller von der TG Worms und mit der 471 die 6. Sophie Kretschmer vom LAC Aschersleben Auf Rang 2 läuft Kiara Nahen, hier noch hinter Linn Lara Kleine (550; LG Olympia Dortmund), die 4. wird

In einem typischen DM-Finale wurde nicht auf Zeit, sondern auf Sieg gelaufen. So lag das achtzehnköpfige Feld anfangs auch noch dicht zusammen. Mit 3:35 Minuten war der erste Kilometer eher locker absolviert. Auch die 6:56 Minuten an der 2000er Marke waren nicht übermäßig schnell. Mit zunehmender Renndauer bildeten sich dann doch mehrere Pulks. Die junge Hessen-Kader-Athletin agierte jedoch taktisch klug, behielt immer die Übersicht und rollte in der Top-Gruppe mit. In der letzten Runde löste sich dann ein Trio und bog auf die Zielgerade ein. Caroline Schäfer startete auf den letzten 50 Meter einen harten Spurt und stürmte in der neuen persönlichen Bestzeit von 16:52,45 Minuten zum Titel und dem bisher größten Erfolg in ihrer noch jungen Karriere. Die weiteren Medaillen gingen an Kiara Nahen (LC Paderborn/ 16:53,23 min.) und Favoritin Emma Heckel (LG Telis Finanz Regensburg/ 16:53,39 min.).

Carolina Schäfer (TG Schwalbach) überraschte als U20erin bei den Deutschen Meisterschaften der U23 die deutlich ältere Konkurrenz mit einem harten Spurt auf den letzten Metern und holte sich über 5000 Meter in 16:52,45 Minuten den DM-Titel
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79. Deutsche Meisterschaft U23 in Bochum - das Podium

  Frauen 5.000 m Männer 5.000 m
Pl. Name Verein Zeit Name Verein Zeit
1
Schäfer Carolina TG Schwalbach 16:52,45 Bremm Florian TV Leutershausen 14:14,88
2
Nahen Kiara LC Paderborn 16:53,23 Förster Tom LG Vogtland 14:18,55
3
Heckel Emma LG TELIS FINANZ Regensburg 16:53,39 Friedrich Felix Dresdner SC 1898 14:33,30
Frauen 3.000 m Hindernis Männer 3.000 m Hindernis
1
Gürth Olivia Diezer TSK Oranien 9:59,13 Zittel Florian LG Region Karlsruhe 9:04,99
2
Bödi Kim VfL Sindelfingen 10:14,49 Müller Robin LC Top Team Thüringen 9:19,25
3
Siebert Inken SCC Berlin 10:20,94 Sietmann Marco LG Brillux Münster 9:25,78
Frauen 1.500 m Männer 1.500 m
1
Meisl Verena LG Olympia Dortmund 4:24,69 Beimler Artur SC DHfK Leipzig e.V. 3:57,35
2
Meyer Fabiane TV Westfalia Epe 4:25,58 Assmann Tim TV Villingen 3:58,08
3
Brömmel Rahel LG Olympia Dortmund 4:26,81 Kreisel Oliver SC DHfK Leipzig e.V. 3:58,53
Frauen 800 m Männer 800 m
1
Sturm Lucia TSV Moselfeuer Lehmen 2:03,51 Wittmann Felix Leichtathl.-SG Eschweiler 1:50,32
2
Volkmer Sophia TV Wetzlar 2:05,86 Herrmann Lorenz LG Region Karlsruhe 1:50,63
3
Schönherr Alina LSV Schmölln 2:06,70 Meggle Emil LAC Freiburg 1:51,59

Bericht und Fotos von Jens Priedemuth

Alle Ergebnisse ergebnisse.leichtathletik.de

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