22.6.22 - 44. Darmstädter Stadtlauf

Die Fortsetzung des Laufspektakels durch Darmstadts Einkaufsmeilen

von Constanze & Walter Wagner

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Wahrlich eine lange Geschichte schreibt der Darmstädter Stadtlauf, der als Cup da Franco berühmt gewordene Feierabendlauf mitten durchs Herz der Wissenschaftsstadt, dessen 45. Kapitel 2023 aufgeschlagen werden wird. In den Aufzeichnungen spiegelt sich die Entwicklung des Volkslaufs ebenso, wie aktuelle politische und gesellschaftliche Einflüsse. Besonders groß waren diese in der jüngsten Vergangenheit.

 

Da 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nur eine virtuelle Variante ausgerichtet werden konnte, wird diese nicht mehr mitgerechnet. So blieb es bei der 44. Austragung. Anders die Hybrid-Veranstaltung im Vorjahr, bei der mit erheblichem Aufwand ein immens abgespeckter realer Lauf angeboten wurde.

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Es läuft wieder bei Deutschlands zweitältestem Stadtlauf
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Einen gewaltigen Schritt zur neuen Normalität leistete sich der Darmstädter Stadtlauf 2022. Von Corona-Maßnahmen weitgehend verschont, blieb Raum für die seit 30 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit Darmstadts ukrainischer Schwesterstadt Uzhgorod. Ein Emblem beider Städte zierte das Finisher-T-Shirt und symbolisierte die Solidarität mit der westukrainischen, an der Grenze zu Ungarn liegenden Stadt.

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Geblieben ist der publikumsfreundliche kurze Rundkurs durch die Einkaufsstraßen, mit der Durchquerung des Carrees und der berüchtigten Treppenpassage kurz vor dem Ludwigsplatz. Vergangenheit ist der Lauf der Asse mit internationalen Berufs- und Leistungsläufern, der die ersten Jahrzehnte des Stadtlaufs prägte. Schon bei der Premiere 1978 präsentierte man mit Domingo Tibaduiza einen kolumbianischen Sieger, der 1982 den Berlin Marathon gewann. Im Wechsel mit ausländischen Sportfreunden aus der Türkei, Österreich und Belgien feierte man auch deutsche Sieger und Siegerinnen, ehe die Dominanz afrikanischer Berufsläufer zum unüberwindbaren Hindernis wurde.

Christian und sein Team erfreuten mit der Revival-Idee Stadtlauf-Initiator Wilfried Raatz

Die goldene Ära in der Stadtläufe wie Pilze aus der Erde schossen, sieht Organisationsleiter Wilfried Raatz für abgeschlossen. Zeiten mit an die 2000 Finisher bei seinem Lauf gehören der Vergangenheit an. Eine vierstellige Teilnehmerzahl bleibt realistisches Ziel, mit den großen Startgruppen bei den Kinder- und Schülerläufen. Verständlich, dass ohne die flinken Gazellen aus Ostafrika auch etwas Publikumsinteresse auf der Strecke geblieben ist. Nun sind es "Regiostars", die eine noch immer große Bühne für sich beanspruchen können. Treue Teilnehmer, Helfer und Sponsoren sind die tragenden Pfeiler des Traditionslaufs. Sichtlich erfreut zeigte sich Wilfried Raatz von der Revival-Aktion "Running for Pizza" des Asphaltgold Stores am Ludwigsplatz, die mit einer Pizza-Fete und eigens erstellten T-Shirt an die Anfänge des Stadtlaufs als Cup da Franco erinnerten.

Lange Schlange an der Startnummernausgabe in den Verkaufsräumen von Sport Hübner

Bei der Startnummernausgabe im Untergeschoss von Sport Hübner bildete sich eine lange Schlange und ließ Stadtlauf-Feeling aufkommen. Vor dem Geschäft wurde derweil die Laufstrecke abgesperrt. Shopping wich nach und nach Running. Etwas Schwüle blieb in den Häuserzeilen erhalten, es würde wieder ein Stadtlauf ohne Jacke werden. Eine gewisse Gewitterneigung war angekündigt, dabei blieb es aber auch. Nach den Hitzerekorden der letzten Tage gab es in Darmstadt keine Klagen hinsichtlich der Bedingungen. Gut frequentiert war der Erfrischungspoint vor Sport Hübner dennoch und auch die Wasserhähne im Ziel standen bald nicht mehr still. Während sich erwachsene Sieganwärter auf den sich zunehmend lichtenden Streckenabschnitten mit Spurteinlagen Eindruck verschafften und ihre Muskulatur lockerten, begaben sich die Jüngsten teils noch zögerlich zur Startaufstellung auf den Ludwigsplatz.

Der Darmstädter Fahrrad-Fabrikant Riese & Müller stellte einmal mehr nicht nur die Führungsradfahrer, sondern nahm mit großer Teilnehmerzahl per pedes am Stadtlauf teil. Das freute alle und besonders Abteilungsleiter Uwe Lehnert (im linken Bild beim Anstieg zur Kuppelkirche St. Ludwig)

Entega Bambiniläufe über 1300 Meter: Mädchen

Um 19.00 Uhr legten die Mädchen auf der Originalrunde vor. Entschärft wurde die Startphase mit einem angeleiteten Übergang von Marsch in Trab. Die Distanz ließ genug Zeit entsprechendes Lauftalent richtig in Szene zu setzen. Schon ins Guinnessbuch der Rekorde schaffte es Johanna Bertsch mit ihren Geschwistern im Babyjogger und flott geschoben von Mutter Kerstin. Jetzt demonstrierte das Persönchen des Jahrgangs 2013, wie gut sie auf eigenen Beinen vorwärts kommt. Nach 6:17 Minuten eröffnete sie den Zieleinlauf des 44. Darmstädter Stadtlaufs für den Familienbetrieb IBB Ingenieursgesellschaft Brandschutz. Dahinter lieferten sich Vivian Wiegand (DSW 1912 Darmstadt) und Johanna Gebhardt vom ASC Darmstadt ein Kopf an Kopf Finale. Vivian, Jg. 2014, hatte in 6:28 min das bessere Ende, die zweite Johanna im Ziel - und ebenfalls Jahrgang 2013, wurde eine Sekunde danach Dritte der WK U10. Der Jahrgang 2015 beherrschte den Einlauf der WK U8 mit Hanna Schulte (TG Traisa) in 7:00 min gefolgt von Nele Sulzmann (ASC Darmstadt) in 7:10 min und Meike Wißmann in 7:18 min, die noch keine Zugehörigkeit in einen der vielen leichtathletikaffinen Vereinen der Region angab.

Gestartet wurde mit diversen Kinderläufen - vom Vorschulalter bis zur Sekundarstufe I

Entega Bambiniläufe über 1300 Meter: Jungen

Ein mahnendes Wort an die Jungs verhinderte vielleicht das übermütige Losstiefeln. Ob es zu Stürzen gekommen wäre, lässt sich im Nachhinein nicht belegen. Geschadet hat der geordnete Antritt jedenfalls auch den Knaben nicht, wenngleich die Abstände geringer ausfielen. In der MK U10 blieben die Jahrgangsteilnehmer 2013 an der Spitze unter sich. Julian Muik vom TV Seeheim setzte sich in 5:45 min durch. Knapp dahinter Michel Weißmantel vom TV Eberstadt in 5:47 min und Levi Schmidt (TSG Marxheim) in 5:48 min. Der Jahrgang 2015 setzte sich in der U08 durch. Angeführt von Nils Weißmantel (TV Eberstadt) in 6:41 min komplettierten Henri Vandersande vom TV Seeheim in 6:42 min und Emil Bertsch, wiederum für das besagte Familienunternehmen und gleichfalls Babyjogger-Rekordler, in 6:46 min. Mit Jahrgang 2017 noch unbedingt zu erwähnen ist Jiaxu Li, der 10:50 min lang seinen Beifall genoss und U6-Klassensieger wurde.

Sport Hübner Schüler-Challenge I über eine erweiterte Runde

Die Schülerinnen und Schüler gingen in zwei nach Alter getrennten Läufen an den Start der erweiterten Runde, also ging es erstmals die Wilhelminenstraße hinauf zur St. Ludwig Kirche. Hier kam es allerdings zu einem Missverständnis bei der Streckenmarkierung, denn nicht wie üblich war dort der Wilhelminenplatz zu umrunden, sondern es ging im Anblick des Obelisken zum Gedenken an Alice Großherzogin von Hessen und bei Rhein nach einer Kehre gleich wieder hinunter zum Luisenplatz. Gute 200 Meter der vorgesehenen 2 Kilometer werden somit eingespart worden sein.

Mika Siebenborn (Jg. 2007) vom ASC Darmstadt gewinnt die Schüler-Challenge I in 5:39 min Fynn Hamman (Jg. 2007) von der TG Traisa läuft in 5:57 min auf Rang 2 Schnellste Schülerin wird Viktoria Trautmann (Jg. 2008) von TEC Darmstadt in 6:16 min Den 2. Platz holt sich Lillith Müller (Jg. 2009) vom Schuldorf Bergstraße in 6:50 min. Neben ihr Mitschüler Kyan Hermann (170), der 4. der U14 wird

Es begann mit den Älteren. Und diesmal mit echtem Start. Prompt gab es Stürze, die glimpflich verliefen. Überragend war die Vorstellung vom Mika Siebenborn, Jahrgang 2007. Der Nachwuchsläufer des ASC Darmstadt überragte seine Konkurrenten nicht nur an Körpergröße. Nach 5:39 min war sein ungefährdeter Sieg unter Dach und Fach. Gefordert schien er nicht. Auch Fynn Hamann von der TG Traisa blieb in 5:57 min unter sechs Minuten. Dies gelang dem Drittplatzierten der MJ U16, alle gleicher Jahrgang, in 6:10 min nicht mehr. Schnellster der MJ U14 war Tim Nikel in 6:14 min vor Arda Durak vom Schuldorf Bergstraße in 6:30 und Johannes Heldmaier (TV Seeheim) in 6:31 min.

Bei den jungen Damen dominierte Viktoria Trautmann (TEC Darmstadt) das Geschehen in 6:16 min. Ihr folgte Elsa Wolf vom ASC Darmstadt in 7:01 min, beide Jahrgang 2008. Jahrgang 2007 ist die Drittplatzierte, Jonna Siri Hoppe vom Triathlon Team DSW Darmstadt, die eine weitere Sekunde oder 7:02 min benötigte. Ziemlich schnell waren die Teilnehmerinnen des Jahrgangs 2009 unterwegs. Lilith Müller vom Schuldorf Bergstraße siegte in 6:50 min, eine Sekunde vor Nia Horn (TV Eberstadt) und ihrer Schulkameradin Lena Wagemann in 6:54 min.

H+ Hotel Darmstadt Schüler-Challenge II

Selbstverständlich kamen auch die jüngeren Schülerklassen nicht ganz auf die vorgesehenen zwei Kilometer. Bei den Jahrgängen 2010 waren es wieder zwei Vertreter des Schuldorfs Bergstraße, die mit Platz 1, Julius Lieblang in 6:00 min, und Ben Linder als Drittem in 6:29 min, den Zweitplatzierten, Leo Massimo Stoerkle vom ASC Darmstadt quasi in die Zange nahmen. Dieser dürfte dies freilich kaum bemerkt haben, den in 6:11 min waren die Abstände eindeutig und es lagen weitere Sportler dazwischen. Etwa Alexander Ivanov von der LG VfL/SSG Bensheim, Jahrgang 2011 in 6:13 min, der seine Klasse vor Fynn Lay vom TV Seeheim in 6:25 gewann. Es folgte Levi Poorhossaini von der TG Darmstadt in 6:31 min.

Julius Lieblang (Jg. 2010) vom Schuldorf Bergstraße ist mit 6:00 min Schnellster der Schüler-Challenge II Auf den 3. Platz läuft mit Alexander Ivanov (LG VfL/SSG Bensheim) der Schnellste des Jahrgangs 2011 in 6:00 min Marlene Lemelson (Jg. 2010) vom Schuldorf Bergstraße gewinnt bei den Mädchen in 6:26 min Martha Behrens vom ASC Darmstadt ist mit 6:58 Schnellste des Jahrgangs 2011

Schnellste des Jahrgangs 2010 war Marlene Lemelson (Schuldorf Bergstraße) in 6:26 min. Leni Angermeier in 6:36 min und Hanna Schmid (ASC Darmstadt) in 6:43 min folgten auf den Plätzen. Beim Jahrgang 2011 schaffte es mit Martha Behrens wieder eine Nachwuchsläuferin in die erfolgreichen Fußstapfen der Mutter, Alex Rechel, zu treten. Wobei diese sich erstmals aufs Zuschauen verlegt hatte, während sie im Vorjahr noch an gleicher Stelle ihre im Triathlon international erfolgreiche Tochter Jule Behrens ein paar Kilometer begleitet hatte, ehe diese richtig aufdrehte und den Stadtlauf gewann. Martha siegte für den ASC Darmstadt in 6:58 min vor Zoe Edel (Schuldorf Bergstraße) in 7:11 min. Dritte wurde mit Jahrgang 2012 Miriam Schneider von der Talentschmiede ASC Darmstadt in 7:17 min.

Braustübl Men's-Challenge (5000 m)

Es maßen sich die Jahrgänge 1983 und jünger über 3 erweiterte Runden. Richtig, da fehlte die Mathildenparkrunde drei Mal. So in etwa 4200 bis 4300 Meter waren es dennoch, die es herunter zu spulen galt. Freilich wurde gemunkelt, ein seine Zeit kontrollierender Athlet wäre zu einer vierten Runde aufgebrochen, wohlwissend, dass ihm noch was zu den 5 Kilometern fehlen müsse. So weit wie man das Rennen als Beobachter verfolgen konnte, entstand der Eindruck, dass die Podiumsplatzierten sich nicht irritieren ließen. Die Kräfte schienen bestens portioniert in die Waagschale geworfen und zum Ende hin waren die Körner aufgebraucht.

Kräftiger Tritt in die Pedale der Riese & Müller-Führungsradfahrer zum Start der "jungen Männer" in der Braustübl Men's-Challenge

Absetzen konnten sich Marek Spriestersbach und Jonas Uster. Die bekannt schnelle bergabführende Schlussphase macht die Rennausgänge oft nochmals spannend, denn rasch sind verlorene Meter wieder aufgerollt. Der 3000m Hindernisläufer Marek Spriestersbach vom Diezer TSK Oranien mit einer PB von 9:22 min ließ einfach nicht mehr locker und siegte in 13:07 min. Für den 26jährigen Maschinenbaustudenten, der vor dem Abschluss des Masterstudiums in Darmstadt steht, war es die erste Teilnahme beim Stadtlauf.

Von Beginn an bilden Marek Spriestersbach (757) vom Diezer TSK Oranien und Jonas Uster (LG Odenwald) ein Führungspaar ... ... von dem sich Marek Spriestersbach vor dem Zieleinlauf erfolgreich trennt

Die Stimmung war gut und seinen Schatten Jonas Uster, ebenfalls Student in Darmstadt, kennt er jetzt. Man könne ja mal zusammen trainieren, darüber waren sich die Beiden gleich einig. Jonas Uster, 2019 beim letzten "richtigen" Darmstädter Stadtlauf Dritter, folgte für die LG Odenwald in 13:11 min auf Rang 2. Ganz frisch hat es sich für den 24jährigen Triathleten nicht angefühlt. Nach seinem Bachelorabschluss in Maschinenbau ist er derzeit Masterstudent in Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und sportlich für den DSW Darmstadt in der Triathlon-Bundesliga an beiden vorangegangen Wochenenden eingespannt.

Nicht mehr ganz auf Tuchfühlung, konnte Christian Bock für den TV Alzey den dritten Rang recht unbedrängt nach Hause bringen. 14:02 min war die Zeit des in Frankfurt ansässigen 30-Jährigen. Anspruchsvoll und abwechslungsreich wertete er den Kurs. Seine 10 km Bestzeit steht bei 32:22 h und über Halbmarathon hat er 1:13:53 h stehen. "Alles schon ein paar Jahre her", relativiert er seine Leistungen.

Auf Platz 3 läuft M30 Sieger Christian Bock vom TV Alzey 4. und 2. M30 wird Thomas Arnold vom Läuferherz Darmstadt Der 5. Rang geht an den 3. der Hauptklasse Maximilian Rusam Giuseppe Troia (701) und Bastian Liewig vom Triathlon Team DSW Darmstadt kämpfen um Platz 6 und 7 und damit um den Sieg in der M35, den sich Giuseppe Troia sichert

Vier weitere Ergebnisse unter 15:00 Minuten wurden erbracht. Als Vierter kam Thomas Arnold für Läuferherz Darmstadt/ON Running in der Zeit von 14:14 min auf Rang 2 der M30. Maximilian Rusam wurde als Gesamtfünfter Dritter der Hauptklasse in 14:31 min. Giuseppe Troia startete für das "Revival"-Team Asphaltgold und siegte als Einlaufsechster in 14:51 min der M35. Schließlich gelang es noch dem für das Triathlon Team DSW Darmstadt startenden M35er Bastian Liewig in 14:53 min unter 15 Minuten zu bleiben.

Mit 140 Zielerfassungen war dieser Wertungslauf der teilnehmerstärkste.

Riese & Müller Women's Challenge

Ein nahtloser Übergang zum nächsten Hauptereignis und noch keine zwei Stunden sind seit dem ersten Start vergangen. Die Entscheidungen aller Altersklassen fallen in einem Rennen, das von der W30 beherrscht wurde und selbstverständlich wieder über 5000 Darmstadt-Meter, also so in etwa 4,3 Kilometer führte. Nach einer Runde war der Ausgang noch nicht auszumachen, doch hatten sich die Favoriten klar herausgebildet.

Nicht verwandt waren sie sich bis zu diesem Zeitpunkt und auch nicht bekannt. Zweimal Hock mit gleichem Vornamen nämlich Stefanie. Deshalb kam der Zeitnehmer wohl durcheinander und ordnete beide in die Klasse W40 ein, obwohl Stefanie mit der Startnummer 509 der AK W55 angehört und in dieser Klasse auch als Zweitplatzierte das Ziel erreichen wird. Stefanie Hock Nr. 678 wurde als 6. der W40 gewertet. Dass da noch eine ist, war schon aufgefallen und jetzt ist klar, es ist kein Phantom Zweimal Zehnder, verwandt und mit unterschiedlichen Vornamen: Tochter Emily (516) und Mama Tanja. Emily hatte mit 15 Jahren das Alter für den Schülerlauf überschritten und musste daher im Frauenlauf starten. Sie wird das Ziel als 3. der U18 erreichen, Tanja als 2. der W45

Zunächst war es Sarah Overington vom TuS Griesheim, die sich mit Franziska Baist (SGK Bad Homburg) leicht absetzen konnte. Dahinter bildeten Nadja Heininger und Kerstin Bertsch (beide SSC Hanau-Rodenbach) ein starkes Verfolgerduo. Im weiteren Verlauf fiel Sarah Overington jedoch auf Rang vier zurück. Nach sechs Jahren beim TuS Griesheim saß sie bereits auf gepackten Koffern und war vom Umzugsstress ziemlich platt. "Morgen geht es zurück nach England", klingt es glücklich. Zurück zur Familie und dann die ganzen Brexit-Änderungen, da entschied sie sich für die Rückkehr, wird aber berufsbedingt immer mal wieder in der Region auftauchen, denn der Arbeitgeber bleibt. "Ich habe zu schnell angefangen", räumt sie zum Rennverlauf ein. Für diese Renntaktik ist sie nicht unbekannt und die kämpferisch sympathische Sportlerin mit leichtem Akzent wird man vermissen.

Noch Dankensworte von Veranstaltungschef und Stadtlaufinitiator Wilfried Raatz an Heiko Müller, Mitinhaber des Darmstädter Fahrradherstellers Riese & Müller, bevor dieser den Startschuss zur Riese & Müller Women's Challenge geben wird

Franziska Baist nutzte die erste Runde um sich zu orientieren. 2019 war sie schon einmal beim Stadtlauf dabei und kam über den achten Rang nicht hinaus. Zwei Kontrahentinnen, denen sie sich damals beugen mussten, waren zudem wieder dabei. Allerdings hat sich Franziska Baist, die von Petra Wassiluk trainiert wird, enorm verbessert. Zwar schien eine echte Vorentscheidung nicht gefallen zu sein, doch kamen die Verfolgerinnen nicht mehr auf Schlagweite heran. Nach 15:22 min überlief sie als Siegerin die Zeitmessung. Mit dem Rennen zeigte sie sich sehr zufrieden. Am vorausgegangenen Samstag war sie noch 3000m in Pfungstadt bei 36 Grad in 10:08 gelaufen. Ihre Bestzeit steht bei 9:54 min. Am ersten Sonntag im Juli wird sie beim Citylauf Wiesbaden über 10 km starten. Ihr Saisonziel ist der Mainova Frankfurt Marathon. Dort will sie bei ihrem vierten Marathon unter drei Stunden bleiben. 2015 begann sie beim Marathonprojekt unter der Anleitung von Petra Wassiluk, die sie in Darmstadt stark angefeuert hat, für Marathon zu trainieren. Ihre Entwicklung von 3:40 über 3:20 auf 3:01 Stunden spricht für sich.

Franziska Baist führt das Feld der Frauen an vor ... ... der späteren 4. Sarah Overington vom TuS Griesheim, Kerstin Bertsch und ... ... Nadja Heininger

Hinter ihr entbrannte ein Zweikampf der Läuferinnen, die 2019 noch vor ihr ankamen. Kerstin Bertsch, vor neun Monaten zum vierten Mal Mutter geworden, zeigte ungebremsten Ehrgeiz. Nadja Heininger rechnete sich gegen die Vereinskollegin einiges aus, befürchtete aber einen Angriff der ehemaligen Deutschen Berglaufmeisterin auf der ansteigenden Wilhelminenstraße. Doch die Attacke kam überraschend erst bergab. "Hat wieder total Spaß gemacht", attestierte die keinesfalls unglückliche Dritte in 15:36 min., die nach 10 km und Halbmarathonrennen im Sommer auch wieder 3000er auf der Bahn laufen will. Eine Sekunde eher war Kerstin Bertsch im Ziel und bald umringt von ihren Vieren. Der Jüngste hatte das tolle Comeback der Mama verschlafen und strahlte sie beim Erwachen an, als sei nichts geschehen. Da auch Sarah Overington in der W30 klassiert ist, und in 16:13 h Vierte wurde, waren alle anderen Klassen noch offen.

Beste Läuferin vom Challenge Namensgeber Riese & Müller wird Anna-Lena Burk mit Platz 6 Auf Rang 7 läuft W45 Siegerin Marina Lefort von Merck Ganz links Maike Baldus vom TuS Griesheim (5. gesamt), daneben Tanja Zehnder vom TSV Pfungstadt (2. W45), ganz rechts Helena Lieblang (692), die U18 Siegerin

Als Fünfte in 17:27 min siegte Maike Baldus vom TuS Griesheim in der Hauptklasse vor Anna-Lena Burk von Riese & Müller in 17:30 min. Der W45-Siegerin in 17:47 min Marina Lefort von Merck folgte Tanja Zehnder im Zieleinlauf direkt, die in 18:22 min W45-Zweite wurde. Helena Lieblang schaffte es als U18-Siegerin in 18:29 min gerade noch in die Top-Ten.

Franziska Baist von der SGK Bad Homburg gewinnt die Riese & Müller Women's Challenge Kerstin Bertsch vom SSC Hanau-Rodenbach wird knapp vor Vereinskollegin Nadja Heininger Zweite

Weitere Altersklassensiege gingen an Frauke Hübner (W40, SG Arheilgen-Triathlon) in 18:39 min, Karin Sommer (W60, Not My Monkeys) in 18:42 min, Maren Grimm vom Triathlon Team DSW Darmstadt war die W55-Schnellste in 19:23 min. Esther Achenbach siegte in der W50 in 20:46 min und Marlies Spiegel in 25:40 min in der W65. Mit 99 Zieleinträgen endete diese Liste.

Zu guter Letzt die Sparkasse Masters-Challenge. Noch einmal wird die Laufstrecke von den Radvorausfahren für die Athleten gesichert Bei den voran gegangenen 6 Rennen Startmoderator, läuft Jürgen Zanger (301) vom Running Team Bad Ems zum Abschluss über den Parcours aus und erreicht das Ziel als 7. der M65

Sparkasse Masters-Challenge der Jahrgänge 1982 und älter

Es ist immer wieder faszinierend, wenn sich die Junggebliebenen über drei erweiterte Runden messen, die vielen deutlich jüngeren am Rande des Geschehens an Fitness weitaus überlegen sind. Für Jürgen Zehnder, Sieger der letztjährigen Hybrid-Austragung, in der M45 startend, wurde es eine einsame Angelegenheit. Ihn wurmte der nicht mögliche Vergleich mit der richtigen Strecke, doch mit den Resultaten der Men's Challenge kann er sich vergleichen.

Start- Zielsieg für Jürgen Zehnder vom TSV Pfungstadt Stefan Unger vom SSC Hanau- Rodenbach freut sich über Rang 2

Und Druck macht er sich selbst, räumt aber ein, dass ein ebenbürtiger Gegner mehr herauskitzeln kann. Nach 14:30 min war er als letzter Tagessieger ermittelt. Zweiter wurde Stefan vom SSC Hanau-Rodenbach in 15:31 min und mit Sascha Boxheimer von ASC Darmstadt war nach 15:42 min der Dritte des Gesamteinlaufs sowie der M45 ermittelt.

Sascha Boxheimer vom ASC Darmstadt holt sich den 3. Podiumsplatz 4. und 1. M40 wird Kai Trukenmüller vom Borener SV Tobias Hegmann (4. M45) Riese & Müller wird 5. Auf den 6. Platz läuft Christoph Schwarz (2. M40) vom Triathlon Team DSW Darmstadt

Auf Rang vier kam der Sieger der M40 in 15:47 min ins Ziel, Kai Trunkenmüller vom Borener SV. Tobias Hegmann lief für Riese & Müller in 16:04 min auf Rang fünf, ein weiterer der starken M45er. Hinter Christoph Schwarz (2. W40, Triathlon Team DSW Darmstadt) in 16:11 min folgte M50-Sieger Michael Obst vom TuS Griesheim in 16:15 min.

7. und M50 Sieger wird Michael Obst vom TuS Griesheim Jörg Haase von der TSG Wehrheim gewinnt die M55 Klaus Hofmann vom TuS Griesheim siegt in der M70 souverän

Weitere Altersklassensiege gingen an M55-Läufer Jörg Haase von der TSG Wehrheim in 17:09 min. Christian Noack vom Schulzentrum Marienhöhe zeigte in der M60 mit 18:14 min beste Fitness und Manfred Glassl von SV St. Stephan war in der M65 in 20:31 min bestens unterwegs. Klaus Hofmann vom TuS Griesheim führte in 21:06 min ein komplettes Podium leistungsstarker M70er an.

Alle super gelaufen: Familie Zehnder v.l.: Papa Jürgen, die 15jährige Emily, der 9jährige Philipp, Mama Tanja und die 12jährige Lucie Einen Darmstädter Stadtlauf ohne Herbert Siefert (Startnummer 2022) hat es noch nie gegeben. Der 1. Vorsitzende der LG Odenwald wird bei seiner 44. Teilnahme 3. der M65 Stark nachgefragt war wieder die Entega-Wassertankstelle im Ziel. Jeder Tropfen, jedes Stück der Leitung wurde vorab beanstandungslos kontrolliert

Kaum war der letzte Recke von der Bühne, ging das Gewusel im Zentrum Darmstadts weiter. Michael Heist, 2. Vorsitzender des ASC Darmstadt räumte ein, es sei nicht leicht immer wieder die HelferInnen zu finden, die alles in drei Stunden auf- und wieder abbauen. Denn eins darf so ein Stadtlauf natürlich nicht, das tägliche Geschäft des Einzelhandels stören. Der beschwerliche Rückweg nach zwei Jahren Pandemie hat begonnen. Manches Gesicht suchte man nach den vielen Monaten vergeblich in den Startfeldern. So ist es aber derzeit überall.

Mit insgesamt 664 Zielerfassungen wurde das Ziel erreicht ... ... und die Schnellsten des 44. Darmstädter Stadtlaufs auf fahrbarer Bühne von ASC Moderator Michael Heist präsentiert
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Der Restart in Darmstadt ist geglückt. Das kleine Jubiläum 2023 kann kommen und der Weg zum 50. Darmstädter Stadtlauf scheint geebnet.

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

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