10./11.6.22 - Bieler Lauftage - 100 km Lauf von Biel

Willkommen zurück auf der Originalstrecke!

von Thomas Disser 

Die wichtigste Entscheidung des OK wurde positiv aufgenommen. Die Strecke ziert sogar die 2022er Medaille, und das zu Recht.

 

Über Biel lässt sich diskutieren, letztlich aber nur über nebensächliche Dinge. Bis 2010 sind wir draußen am alten Eisstadion gestartet. 2011 am See. 2012 bis 2019 war Downtown Biel für Start und Ziel bereit und durch die Esplanade-Halle für Läufer sehr praktisch. Die moderne Tissot-Arena ist seit 2021 Start/Ziel. Bei der letztjährigen 100er-Sonderausgabe ging es dann vom Start weg nach draußen in die Botanik. Nun führen die ersten Kilometer wieder durch die Stadt.

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Gut so. Viel Publikum ist garantiert, auch dank extra eingerichtetem Versorgungsstand für Zuschauer am Zentralplatz, dem Hotspot in der Stadt. Wäre aber aufgrund der Gastronomie mit Außenmobiliar nicht nötig. Jedenfalls fühlt man sich auf den ersten Kilometern wie bei einem abendlichen Stadtmarathon. Toll!

100 km-Lauf von Biel - ein Lauf durch die Nacht bis der Morgen erwacht
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

542 Teilnehmer nehmen diesmal den Hunderter unter ihre Füße. Sehr gut! Klar wäre mehr drin, nur zeigt es sich auch bei vielen Läufen in diesem Jahr, dass aktuell mit halber Teilnehmerzahl kalkuliert werden muss. Hoffentlich überstehen die Veranstalter das dann auch aus wirtschaftlicher Sicht. Im Gespräch mit Hubert Beck vom Taubertal100, der wieder für die Biel-Taubertal-Challenge wirbt, zeigt sich, dass auch Experten nicht hellsehen können, aber weiterhin voll motiviert sind und die Hoffnung auf bessere Zeiten da ist.

Internationalität ist in Biel noch immer gegeben. Stand 4. Juni bei 555 Anmeldungen waren es 188 Ausländer aus Nachbarstaaten, davon 156 Deutsche.

 

Wie sehr freue ich mich wieder auf die Originalstrecke! Die 20-km-Runden von 2021 haben nicht nur mir zugesetzt und die Auffassung bestätigt, dass Biel nur mit der 100 km großen, seit 1959 gelaufenen Runde eine Chance für die Zukunft hat. Die ebenso vorhandenen Stimmen, aus welchen Gründen auch immer eine "Neue Strecke" zu präsentieren, sollten hoffentlich verstummt sein.

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Schmecken gut, die Eistee-Variationen des Hauptsponsors Hubert Beck wirbt für die Biel-Taubertal-Challenge

Das zum zweiten Mal verantwortliche OK, die Eventra GmbH, stand nun vor großen Herausforderungen. Die Pandemie ist längst nicht vorbei und lässt momentan nur leichtes Durchatmen zu. Vorbereitungen verschlingen Geld und Zeit. Viele Helfer für 17 Verpflegungspunkte und 8 Sanitätsposten werden gebraucht und müssen gefunden werden. Und dann vor allem die Strecke. 100 Kilometer sind jedes Mal neu zu vermessen. Irgendwas ist immer im Bau oder aus verschiedensten Gründen gesperrt. Diesmal trifft es die Innenstadt von Aarberg. So dürfen wir nicht über die 400 Jahre alte Brücke und die schöne, immer mit vielen Fans gefüllte, Altstadt um die Mitternachtszeit. Dafür kommt erstmals eine andere, ähnlich schöne Brücke in Büren an der Aare dazu. Ein Grund mehr, bis dorthin durchzuhalten? Freuen wir uns eben darauf.

 

Dank frühzeitig vom OK erstellter Datei lässt sich die gesamte Strecke auf die Uhr laden. Damit sollte ein Verlaufen zumindest von technischer Seite verhindert werden. Trotz guter - analoger - Beschilderung passierte mir das Missgeschick 2019 gleich zweimal beim Handy-daddeln. Zum Glück fiel das den hinter mir Laufenden auf und sie pfiffen mich zurück.

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Trix Käch und Markus Camenzind moderieren professionell Die Velocoaches (Radbegleiter) bekommen 30 Minuten Vorsprung

Diesmal kein Eisenbahner-Streik, dafür volle Bahnhöfe und Züge dank 9-Euro-Ticket. Diese Billig-Monatskarte wäre allerdings völlig unbrauchbar für die zu fahrende Strecke aus dem Hessenland bis nach Basel. Es dauert schon ohne Verspätungen einfach zu lange und ist nicht entspannt. Die Energie wird später zum Laufen gebraucht. Das ICE-Ticket bis zur Schweizer Grenze ist sowieso schon gekauft. Verspätung bis Basel gab es sowieso, natürlich knapp unter der möglichen Erstattungsgrenze. Nur noch ein paar Minuten mehr, dann hätte es Geld zurückgegeben. Egal, weiter mit der SBB und gratis mit dem Swiss Runners Ticket. Dazu noch pünktlich! Ab Bahnhof Biel fährt alle paar Minuten ein Bus zum neuen Stadion, der Tissot-Arena. Dort gibt es zwar auch eine Einkaufsmöglichkeit und in diesem Jahr auch einiges zur Stärkung. Wer Zeit hat, kann noch kurz in der Stadt verweilen und beim Italiener eine große Portion verdrücken. Auch so sind die Speicher für den Lauf gefüllt.

Der Autor freut sich auf Biel Vollmond wurde bestellt, wurde aber 3 Tage zu früh geliefert

Einmal an der Tissot-Arena angekommen, sind die Wege kurz. Infopoint, Garderobe, Beutelabgabe und alles was man sonst noch in den Stunden vor dem Lauf braucht, ist vorhanden. Platz ist sicher auch für größere Teilnehmerzahlen vorhanden, daher müsste aus diesem Grund nicht woanders hin umgezogen werden. Trotzdem gibt es einige Stimmen, die den Start wieder zurück in der Innenstadt wünschen. Wie dem auch sei, wir werden die Bieler City auf den ersten Laufkilometern erleben.

Wie viele Starter werden nach Biel kommen? Und wer kommt? Die Stammkunden, die dem Lauf schon seit Jahrzehnten die Treue halten? Nicht nur. In Gesprächen vor und nach dem Lauf sind auch Erststarter oder welche, die nach der Sonderausgabe 2021 nun wegen der Originalstrecke nach Biel gereist sind, auszumachen.

Ein perfektes Beispiel für die Verbundenheit zu diesem Lauf ist Ursula Dinges aus Frankfurt. Die W80-Starterin ist angemeldet, verletzt sich aber nur wenige Tage vor dem diesjährigen Lauf. Das hält sie aber nicht davon ab, trotzdem nach Biel zu reisen und ihre verdiente Auszeichnung für bisher 10 erfolgreiche Teilnahmen entgegenzunehmen. Wobei Biel nicht mal ihre längste Distanz ist. Da stehen auch die 100 Meilen von Berlin und diverse 24-Stunden-Läufe, allesamt in den letzten Jahren absolviert, in der DUV-Statistik! Da kann man nur den Hut ziehen.

Werner Höhl wird für 50 Teilnahmen geehrt und kommt auch heuer ins Ziel Ursula Dinges aus Frankfurt wird für 10 Teilnahmen geehrt Peter Camenzind hält mit 6:37 den Streckenrekord seit 1996 Oberstleutnant Michael Schoch im Interview mit Markus Camenzind

Unglaublicher Willi Fürst. Er müsste eigentlich zum König von Biel gekrönt werden. Zum 54. Mal steht er am Start. Begonnen hat seine Leidenschaft für den Hunderter mit 18 Jahren. Seit 1968 ist er dabei. Im gleichen Jahr startete Werner Höhl aus Speyer erstmals in Biel und wird diesmal für 50 Teilnahmen geehrt. Beide kommen wieder ins Ziel. Beeindruckende Läufer-Lebensleistungen!

In der Tradition des Bieler Hunderter ist der Bezug zum Schweizer Militär seit den Anfängen des Laufes vorhanden. Besonders durch den Begründer und langjährigen OK-Chef, Hauptmann Franz Reist. Heuer sind verschiedene Formate für Militärangehörige im Programm. Das gute Verhältnis zu unserer Bundeswehr zeigt sich hier auch durch die Teilnahme sehr sportlicher Landsleute. Allen voran Oberstleutnant Michael Schoch, der zum 20. Mal in Biel teilnimmt und wie seine Kameraden nicht auf überteuerte Laufschuhe, sondern auf Stiefel zurückgreift. Die Vorteile davon erklärt er mir später beim Plausch in Kirchberg. Man spürt keine Steine, nur bei Matsch werden die gut profilierten Schuhe schon etwas schwerer. Matsch haben wir dieses Jahr nicht.

Das erste Jahr Biel ohne Werner Sonntag, der leider im letzten Jahr verstorben ist. Ich bin sehr dankbar über die Begegnungen 2010 und 2011 hier in Biel. Er hat entscheidend dazu beigetragen, dass ich hier bin und heute zum zehnten Mal starte. In Gedanken ist er dabei.

Warten auf den Startschuss und die Biel-Hymne "Tage wie diese" Stimmungsvoller Zentralplatz

Apropos Start: Die Stimmung vor jedem Start des Bieler Hunderters um Punkt 22 Uhr ist immer besonders. So auch dieses Jahr in eindrucksvoller Weise. Es sind viele hundert Zuschauer, die die tribünenartige Außentreppe der Tissot-Arena in eine grandiose Kulisse verwandeln. Beim Abspielen der Bieler Hymne "Tage wie diese" von den Toten Hosen setzt sich der Läuferschar in Bewegung, der Jubel grenzenlos. Sowohl die Fans als auch das lauf-erfahrene Moderatorenteam, Trix Käch und Markus Camenzind, machen einen prima Job und verabschieden die Läufer Richtung Innenstadt.

Übrigens, Markus ist nicht mit Peter Camenzind, der den Streckenrekord in unfassbaren 6:37 Stunden seit 1996 hält, verwandt. Eine Frage, die er gefühlt schon hundertmal beantwortet hat. Dabei wäre er lieber selbst gestartet, anstatt zu moderieren. 2019 wurde er Vierter in weniger als 8 Stunden. Hatte zuletzt leider mit Verletzungen zu kämpfen und muss seinen ersten Biel-Sieg noch etwas hinausschieben.

Nur wenige Minuten später sind wir auf dem Zentralplatz und werden von vielen Zuschauern mit kräftigem Applaus begleitet. Besser kann die Stimmung eines abendlichen Laufes nicht sein.

Verpflegungsposten für Zuschauer mit anderem Angebot… … als die offiziellen

Nach dem Verlassen der Innenstadt kommt die erste Steigung. Der Blick zurück über die Lichter der Stadt Biel beeindruckt. Ab jetzt leuchtet der Beinahe-Vollmond und die Stirnlampe braucht noch nicht angeschaltet zu werden. Überhaupt, die technische Entwicklung bei diesem Laufutensil ist enorm. Die Leuchtkraft der LEDs scheint jährlich stärker zu werden. Obwohl es weniger Leuchten, also Teilnehmer sind, kommt einem die Lichterkette heller vor als sonst.

Aarberg wird aus bekanntem Grund umlaufen und schon steht Lyss vor der Tür. Fahrradbegleiter sind ab hier dabei. Auch deren Beleuchtung ist deutlich besser als ich das bei meinem ersten Start 2010 erlebt habe. Klar, damals gab es weder LEDs noch E-Bikes. Mein damaliger Radbegleiter musste noch ohne Hilfsmotor strampeln. Dafür war sein Rad top-geölt, was er mir stundenlang erzählte, wohl um mich wachzuhalten.

Die Nacht kühlt nun deutlich ab und der Mond verzieht sich ebenfalls. Wohl dem, der kleidungstechnisch dafür gerüstet ist. Hinterher waren einige Stimmen zu hören, die mehr auf die Wärme des Tages eingerichtet waren. Auch das hat wohl einige zum frühzeitigen Ausstieg bewogen.

Der Sonne entgegen Alain mit persönlichem Coach und Laufshirt finisht auch heute in 17:46 Stunden

Zum Thema Ausstiegsquote war ich gespannt, wie es dieses Jahr laufen wird. 20 bis 25 Prozent ist üblich in Biel und der Rücktransport wurde bisher an den drei großen Etappenzielen Oberramsern, Kirchberg und Bibern mittels Shuttlebus und Extra-Fahrplan sichergestellt. Nun wird dies an allen Verpflegungs- und Sanitätsposten per Anruf organisiert, wenn auch mit nicht vorhersehbarer Wartezeit. Ein logistischer Kraftakt. Der wurde aber bestens gemeistert.

Bis Oberramsern bei km 38 geht es mir gut. So wie eigentlich jedes Jahr. Liegt auch daran, dass ich mich freue, den dortigen Sanitätsposten aufzusuchen. Für einen Plausch mit bekanntem Personal. Diesmal brauche ich aber etwas Zuspruch, da es sich irgendwie nicht so gut anfühlt wie erwartet. Mental gestärkt und mit von Schweizern erfundenen Bonbons versorgt geht es weiter.

Wenn der Morgen erwacht … … ist es in Biel am schönsten, diesmal mit Blick auf die Berner Alpen

Die Zeit bis zum Erreichen von Kirchberg bleibt unvergesslich. Aufgrund meiner Langsamkeit erlebe ich den schönsten Moment des Bieler Hunderters besonders intensiv: Der morgendliche Sonnenaufgang und damit die gefühlt zurückkehrende Energie in den Körper. Nach einem Waldstück öffnet sich ein beindruckendes Panorama. Die Sonne wird bald aufgehen, alles färbt sich mehr und mehr rot. Die schneebedeckten Berner Alpen werden von der Morgensonne beleuchtet. Für einen einheimischen Mitläufer nichts Besonderes, er sähe das bei schönem Wetter jeden Tag. Für mich Flachländer einfach schön!

Kirchberg, km 56. Zweimal musste ich hier aufgeben. Dank Teilstreckenwertung hat es sich aber nicht nach einem DNF angefühlt. Schade, dass diese Wertungen 2019 abgeschafft wurden. Zumindest werden die sub100-Finisher in der Teilnehmerliste unter Angabe der letzten Zeitmessung aufgeführt.

Ho-Chi-Minh-Pfad: was gibt es hier zu renaturieren? Der Autor wird an sein Tempo erinnert

Nun geht es auf dem Uferweg der Emme entlang. Wegen der Änderung, dass wir nicht mehr auf den Ho-Chi-Minh-Pfad dürfen. Aufgrund Renaturierung steht er nicht mehr zur Verfügung. Die Radbegleiter mussten früher außen rum, ein mentaler Vorteil, wenn man sich nach rund einer Stunde wieder begegnet ist. Ein Etappenziel mehr, das gut für den Kopf eingebaut werden konnte. Die parallel verlaufende Strecke, die wir jetzt unter die Füße nehmen, ist breit genug und Fahrrad-tauglich. Bei Gerlafingen wird die Emme überquert.

Erstmals gehen vor mir die Schranken zu bei km 72 in Lohn-Lüterkofen. Der Zeitverlust ist minimal und interessiert sowieso nicht. Die Freude steigt auf die bald erreichte Bäckerei, die den besten Kaffee und Gipfeli der Welt im Programm hat.

Schranke zu, Zeitverlust aber nicht relevant Verpflegungsstelle außer Konkurrenz

Auf nach Bibern, die nicht enden wollende, langsam ansteigende Straße entlang. Ein knatterndes Militärmotorrad mit Fahrerin und geschultertem Karabiner überholt. Wie schon vor ein paar Jahren findet wieder ein Schiesswettbewerb statt, der den Athleten eine zusätzliche Steigung durch den Wald aufzwingt. Warum eigentlich, hat man so wenig Vertrauen in die Treffsicherheit der Schützen?

Nicht, dass ich die an jeder Verpflegungsstelle oder Sanitätsposten mögliche Ausstiegsoption unbedingt ausprobieren wollte. In Arch bei km 83 war dies allerdings nötig und hatte nichts mit einer naheliegenden Verquickung meines Zustandes und dem Ortsnamen zu tun. Die ehrenamtlichen Helfer waren zu jeder Tages- und Nachtzeit immer zur Stelle und hilfsbereit, auch nach vielen Stunden Dienst. Dafür muss größter Dank ausgesprochen werden! Also wähle ich die angeschriebene Nummer und erreiche den Rücktransport-Service. Der ist für mich schneller als erwartet nach wenigen Minuten da.

Einfach nur genießen, auch wenn's den Füßen schwerfällt Klaus Pfister ist gut gelaunt und wird nach 18:16 Stunden das Ziel erreichen

Ich bin sehr froh, Biel gesund erreicht zu haben, wenn auch anders als geplant. Die Tissot-Arena bietet wankenden Gestalten - wie heute mir - einen Aufzug zur Infrastruktur auf dem Place Publique. Von dort aus sind die Kleiderbeutel und alles Weitere gut erreichbar. Die Dusche weckt Lebensgeister und man will gar nicht wieder raus. In der Umkleide braucht man keine Interviews machen, einfach nur hinhören und die Stimmung einfangen. Die ist sehr gut. Ultraläufer sind glückliche Menschen.

Wie lief es denn an der Spitze?

Den vor dem Start begrüßten Favoriten wie die Vorjahressieger und Platzierten ging es wohl so, wie ich einmal vom 2017er Biel-Sieger Rolf Thallinger gelernt habe: "Es ist keine Frage, ob eine Krise kommt, sondern wann". Vielleicht ist mit diesem Zitat zu erklären, dass von den drei ersten Herren aus 2021 nur einer finisht. Und zwar Matthias Schmidig, Jahrgang 1984 aus Schwyz, der in 7:31:57 als Einziger unter 8 Stunden bleibt und in diesem Jahr den Hunderter gewinnt. Mit 8:05:31 Stunden wird Daniel Rhyner Zweiter vor Tiziano Marchesi aus Bergamo, der als schnellster Nicht-Schweizer in 8:13:21 Stunden einen Podestplatz erreicht. Bester Deutscher ist Manuel Laub aus Waakirchen in 8:54:11 Stunden auf Gesamt-Platz 6.

Bei den Frauen siegt Nicole Berner, die bei ihrem dritten Start über 100 km eine Zeit von 9:23:23 Stunden erreicht. Janine Frei, Dritte aus 2021, kann sich auf den zweiten Platz verbessern. Ihre Zeit ist diesmal 9:43:40 Stunden. Bettina Grünig debütiert über 100 km und wird Dritte Frau in 9:46:13 Stunden. Beste Deutsche auf Gesamt-Platz 6 wird Vanessa Schlemmer aus Neckargemünd in 10:47:34 Stunden.

Auf nach Bibern Mein 2022er Finisher-Schild

623 Anmeldungen werden über 100 km gezählt. 542 davon starten und 425 kommen in Biel als Finisher an. Die nackten Zahlen zu einem Lauf, der definitiv mehr Teilnehmer verdient. Die zusätzlichen Wettbewerbe über Halbmarathon mit 293 Zielankömmlingen, 53 Staffeln über 100 km, 9 Partnerlauf-Teams und 159 Teilnehmer beim 11 km-Erlebnislauf erhöhen natürlich die Gesamtstatistik. Nicht zu vergessen die Militärwertungen mit 22 Einzelläufern, 4 Patrouillen und 4 Staffeln. Dazu noch die Kinderläufe am Vortag mit über 450 Starts.

Im Vergleich zu 2021 haben die Bieler Lauftage deutlich gewonnen. Allem voran wegen der Rückkehr zur Originalstrecke. Der Start/Ziel-Bereich an der Tissot-Arena hat sich bewährt. Nicht nur wegen der Infrastruktur selbst, sondern auch, weil hunderte Fans beim Startschuss waren. Dann die stimmungsvolle Runde durch die Stadt und hinaus in die Nacht. In die Nacht der Nächte. Läuferherz, was willst Du mehr?

Ständchen im Ziel Trix Käch gratuliert Jörg Hunziker (66) und Markus Kernen (262) zu 40 Teilnahmen
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Klar gibt es eine Wunschliste, die aber dafür da ist, die Veranstaltung weiter voranzubringen. Entgegen meiner Erwartung hat die Änderung bezüglich des Rücktransports im Falle eines Abbruches gut funktioniert, zumindest aus meiner eigenen leidlichen Erfahrung. Es könnte allerdings bei einer erhofften deutlichen Zunahme der Teilnehmerzahl schwierig werden, dies noch gleichermaßen umzusetzen. Also vielleicht doch wieder Bus, zumindest ab Kirchberg?

Die Wiederbelebung der Teilstreckenwertungen, die faktisch nichts kostet und technisch nur eine bessere Ansicht auf die Ergebnisliste darstellt, wäre eine Option für die Zukunft. Auch die Rückkehr zum zusätzlichen Ultramarathon über 56 km könnte erwogen werden. Der Aufwand hierfür dürfte sich in Grenzen halten und hatte zuletzt 170 Teilnehmer. Das OK wird bei seiner Nachbetrachtung sicher vieles diskutieren und bestimmt einiges neu machen. Allem voran können sie aber stolz auf das sein, was sie in diesem Jahr geleistet haben.

Die Schweizer haben eben nicht nur das berühmte Bonbon erfunden. Sondern auch den wegweisenden 100 km-Lauf in Europa.

Bericht und Fotos von Thomas Disser

Infos & Ergebnisse www.100km.ch

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