30.06.19 - 36. Internationaler Trierer Stadtlauf

"Hitze" war das unfreiwillige Motto der 36. Austragung

Viele Nationen schafften es auf die Siegerbühne
von Constanze & Walter Wagner

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Sehr international präsentierte sich der Trierer Stadtlauf in diesem Jahr. Dies ist nahe Luxemburg, einem Schmelztiegel der Nationen, nicht wirklich überraschend, doch kamen Läuferinnen und Läufer zudem direkt etwa aus Belgien oder Frankreich. Bestimmendes Thema war die derzeitige Hitze, die am Donnerstag mit der Aufforderung des Leichtathletik-Verbandes, keine Starts nach 10:00 Uhr und nicht vor 18.00 Uhr und den des Halbmarathons nicht nach 9:00 Uhr anzuberaumen, der Organisation eine Fleißaufgabe verschaffte. Schon am Dienstag hatte man sich aufgrund der Wetterprognose mit den Ordnungs- und Rettungsdiensten beraten und entschieden alles so zu belassen wie geplant. Wären die Auflagen des Landesverbands bereits bekannt gewesen, hätte dies den Organisatoren die Durchführung wesentlich erleichtert. So musste nach Eingang des LVR-Emails am Donnerstagnachmittag alles mit heißer Nadel gestrickt werden. Dank eines umfangreichen E-Mail-Verteilers unter Hinzunahme der Presse dauerte es wie zu erwarten nicht lange und aus der Luft gegriffene Gerüchte von einer im Raum stehenden Absage des Trierer Stadtlaufs sorgten für erhöhte Klickraten und Bewegung in den sogenannten sozialen Medien.

Die geschichtsträchtige Laufstrecke durch Trier führt vorbei an Sehenswürdigkeiten wie Porta Nigra, über den Hauptmarkt im historischen Stadtkern mit St. Gangolfkirche und immer wieder im Blick der Trierer Dom (Bild rechts). Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands
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Dass landauf, landab Laufveranstaltungen im gesperrten Zeitfenster erfolgten, interessierte dabei nicht. Jeder zuständige Leichtathletiklandesverband entscheidet selbst, ob die Schutzbestimmungen des § 14 der DLO eingehalten werden müssen oder gar weiterführende Auflagen erteilt werden. Keineswegs herrscht Unvernunft in Trier. So hatte man früh den Plan begraben, einen Marathon zur 2000-Jahr-Feier der ältesten deutschen Stadt auszutragen. Beratend hatte der Trierer Laufexperte und Herausgeber des Spiridon Magazins, Manfred Steffny, zur halben Distanz geraten, nicht zuletzt wegen der klimatisch problematischen Kessellage der Stadt an der Mosel.

Gut 300 Helfer*innen stemmen gemeinsam mit den Organisationsleitern Nicolas Klein (links) und Andreas Rippinger die Veranstaltung. Vor dem ersten Start findet ein ausführliches Helfer-Briefing statt

Eine Absage des 36. Trierer Stadtlaufs war kein Thema, die Ablaufänderungen aber massiv. So erfolgte jetzt der erste Start für die Halbmarathon-Läufer, die sonst mit fast einer halben Stunde Rückstand den Zehnern hinterher gejagt waren. Mehr noch mussten die weiteren Programmpunkte zeitlich vorrücken, denn nach 10 Uhr durfte ja kein Start erfolgen, und die Startpunkte und -zeiten so gewählt werden, dass es zu keinen Behinderungen kommen würde und die absehbar größte Dichte im Zieleinlauf zu bewältigen war. Alles war soweit durchdacht, Punkt 8:50 Uhr sollte der Startschuss in der Treviris-Passage die Halbmarathonis auf den Weg schicken. Da sich an der Porta Nigra, am Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung, bereits die 10 km Läufer versammelten, war es einer Handvoll Halbmarathonis wohl erst sehr spät gedämmert, dass sie zu ihrem Startort aufbrechen mussten. Denen kam nun ein Umstand entgegen, der das fragile Zeitmanagement plötzlich gefährdete.

Führungsradfahrer begleiten jedes Rennen und führen die Schnellsten sicher durch das Laufgemenge Charmante Streckenposten lotsen an der Weiche gekonnt Halbmarathonläufer in ihre 2. Runde und 10 km Läufer zum Ziel vor der Porta Nigra

Der Start des eröffnenden Hafen-Trier Halbmarathon konnte um 8:50 Uhr nicht freigegeben werden, weil auf der Strecke ein Umzugslastwagen postiert worden war. Den Platz zu räumen, dazu zeigte man sich nicht gewillt, doch dank des zielorientierten Einsatzes eines Krad-Polizisten war man sich einig, den Umzug um zwei Stunden aufzuschieben. Die Läuferinnen und Läufer brachen um 8:55 Uhr unter Einhaltung der Schutzbestimmungen des Paragrafen 14 auf. Den uniformierten Kolleginnen und Kollegen des rasenden Motorradpolizisten wurde es auch nicht langweilig, denn zwischenzeitlich aufgefallene herrenlos abgestellte Koffer an der Ecke Paulinstraße Theodor-Heuss-Allee, also unmittelbar neben der Laufstrecke gegenüber der Porta Nigra, gefährdeten den Ablauf obendrein. Ein leichtsinniges Ärgernis, das sich zum Glück als harmlose Unachtsamkeit herausstellte.

Aufgrung der Hitze gingen die Halbmarathonis dieses Jahr als erstes auf die Strecke Gut einen Kilometer nach ihrem Start in der Treviris-Passage biegen die Langstreckler an der Porta Nigra vorbei auf ihre erste Laufrunde ab

Da der Halbmarathon nach dem ersten Kilometer den 10 km Start passiert, musste auch dieser Startschuss um fünf Minuten verschoben werden und erfolgte gegen 9:10 Uhr. Gerechnet hatte man bei all der aufgezwungenen organisatorischen Improvisation mit einem Ansturm Ummeldewilliger Halbmarathonis auf 10 Kilometer. Letztendlich war deren doch eher geringe Zahl an den Meldeschaltern leicht zu bewältigen und auch Nachmeldungen wurden noch angenommen. Insgesamt hatten sich über 3500 Läuferinnen und Läufer für alle Bewerbe angemeldet.

Kaum ist das Halbmarathonfeld vorbei, verabschieden sich die 10 km Läuferinnen und Läufer vor dem Trierer "Markenzeichen", der imposanten Porta Nigra, auf eine Stadtrunde - Wasserdusche inklusive

10 km alwitra Lauf

Auf der bekannt flachen Strecke, die beim Halbmarathon mit einer minimalen Abweichung auf eine Doppelrunde mit einem Kilometer Anlauf hinaus läuft, waren die schnellsten 10-km-Läufer nach drei Kilometern aufgelaufen, holten im weiteren Verlauf aber nicht die Männerspitze ein. Auch die ersten drei Frauen schafften es noch bis zur Weiche, doch dann kam schon Yonas Kinde von Celtic Diekirch. Die Einbürgerung des äthiopischen Asylanten scheitert am Sprachtest, der wäre für ihn in Französisch längst erledigt, aber mit dem Lëtzebuergesch tut er sich schwer und braucht einen dritten Anlauf.

Nach ca. 10 km kurz vor der Weiche passieren die Halbmarathonführenden Roger Königs (links) und Martin Müller noch gleichauf den Budenzauber des immer zeitgleich stattfindenden Altstadtfestes Die Weichen sind gestellt. Für Halbmarathonläufer geht es in die zweite Runde, die Jugendläufer und 10 km Läufer laufen geradeaus ins Ziel

Das Rennen lief er von vorne und siegte kontrolliert in 31:29 min. Erst am Abend zuvor war er ein Rennen über 10 km in Luxemburg gelaufen. Ihm Asylantenteam startete er über Marathon in Rio de Janeiro und hofft auf eine erneute Nominierung bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020. Seine Marathon-Bestzeit von 2:17:31 h lief der 39jährige 2015 in Frankfurt, wo er gern im Oktober erneut starten will. Über Halbmarathon ist seine PB 1:03:22 h und über 10 km lief er diese in 30:01 min in Langsur.

Yonas Kinde von Celtic Diekirch siegt über 10 km Habtom Tedros aus Neuss wird Zweiter Biemnet Kfle Msazgi vom TV Wattenscheid läuft auf Rang 3

In kurzen Abständen folgten ihm Habtom Tedros aus Neuss in 31:38 und Biemnet Kfle Msazgi vom TV Wattenscheid in 31:52 (beide starten in der Hauptklasse). Als Vierter kam der Luxemburger Christophe Kass nach 32:36 min ins Ziel (2. M35 - CA Fola). "Nach ein paar Kilometern waren die Afrikaner weg. Es war warm, aber auf 80 Prozent der Strecke war es schattig", so der Vorjahreszweite, der diesen Rang auch gerade beim Night-Marathon Luxembourg in 1:11:30 h über Halbmarathon errungen hatte. Starke Leistung des M50-Siegers Kamel Daouadji, Rang fünf in 32:47 min. Als bester Deutscher folgte in 32:53 min Lokalmatador Tim Dülfer von Tri Post Trier / PST als Sechster ins Ziel.

Der Luxemburger Christophe Kass (CA Fola) läuft auf Rang 4 Der Fünftplatzierte Kamel Daouadji aus Frankreich gewinnt in 32:47 die M50 Schnellster vom PST Trier wird Tim Dülfer mit Platz 6

Dagna Sztykiel (Capa Ettelbruck) war in 38:50 min schnellste Frau. Die 32jährige Polin aus Bytom hat seit 2015 ihren Wohnsitz in Luxemburg, wo sie im Finanzbereich eines amerikanischen Unternehmens arbeitet. Ihre Bestzeit über die 10 km Distanz lief sie 37:11 min auf der Bahn. Nach der Geburt des Sohnes begann sie erst am Jahresanfang Jahres wieder mit dem Training, berichtete der stolze, deutschsprechende Ehemann aus Serbien. Nach etwa fünf Kilometern in 19:23 min ging sie vor und verteidigte bis ins Ziel den ersten Rang. Einmal ist sie Marathon gelaufen und war in Toleda/Ohio 3:07 Stunden schnell.

Chiara Bermes vom PST Trier, die in Trier Mathematik studiert, wurde in 39:19 min Zweite. Tags zuvor war die 25jährige in St. Wendel bei den Süddeutschen Meisterschaften über 1500 m in 4:35,91 persönliche Bestzeit gelaufen und Siebte geworden. Im letzten Jahr war sie hinter Jessica Schaaf, von der noch zu lesen sein wird, in 38:56 min Fünfte geworden. Etwas an Leistungseinbuße war sicher auch den Temperaturen geschuldet.

Einlauf der 10 km Siegerin Dagna Sztykiel aus Polen inmitten der Jugend Chiara Bermes vom PST Trier wird 2. Karin Schank wird für den luxemburgischen CA Schifflange 3. und gewinnt die W45 Die Französin Louiza Belhadad läuft auf Rang 4

Karin Schank wurde für den luxemburgischen CA Schifflange in 39:48 Dritte, eine weitere herausragende Altersklassenläuferin und Siegerin der Klasse W45. Ihr folgte die Französin und W35-Erste Louiza Belhadad in 39:57 auf Rang vier. Lea Sanwald vom LV Merzig behielt als Fünfte in 40:04 min um drei Sekunden die Oberhand vor Nicole Lendvai (2. W45). Auf Rang sieben finishte für den Silvesterlauf Trier Dorothee Teusch als W40-Siegerin in 41:10 min.

Mit 893 Zieleinläufen behauptete der Zehner seinen Rang als teilnehmerstärkste Distanz.

TV Jugendlauf (Jungen + Mädchen) über 1,6 km

Im Zieleinlauf war zunehmend Aufmerksamkeit gefragt, denn es mischten sich nach und nach weitere Sieger in den bunten Reigen. Beim Jugendlauf ging es über 1,6 km und er war bereits noch vor 10 Uhr für den schnelleren Nachwuchs beendet. Julius Maximini vom PST Trier, 1. U16, blieb als einziger unter sechs Minuten und siegte in 5:56 min. Vor den schnellsten U14ern landete Jonas Teusch (Silvesterlauf Trier), der ungeachtet seines Alters und somit Zugehörigkeit in die AK U12 in 6:04 min Gesamtrang zwei behauptete. Dritter wurde Sebastian Mattern von der TG Konz in 6:08 min, zeitgleich wurde Benjamin Wacht (TuS Fortuna Saarburg) als Vierter gelistet (beide U14). Zweiter der U12 wurde Maximilian Schneider für die Lebenshilfe Tier in 6:20 min. und in der U8 war Emil Johann Schmidt vom TV Hermeskeil in 6:54 min Schnellster.

Schnellster Jugendläufer auf der 1,6km langen Strecke ist Julius Maximini (U16) vom PST Trier in 5:56 Minuten Die U12 dominiert der Zweitplatzierte Jonas Teusch vom Silvesterlauf Trier e.V. in 6:04 Minuten Hauchdünn war das Finish bei den Jugendläuferinnen. Maren Spang (6449) vom TuS Fortuna Saarburg gewinnt mit einer Sekunde Vorsprung vor der Luxemburgerin Sarah Piech von Trispeed Mamer in 6:15 Minuten

Mit 163 der 313 Zielerfassungen übertrafen die Jungs knapp die Mädchen. Nur eine Sekunde war Maren Spang von TuS Fortuna Saarburg (U16) vor Sarah Piech aus Luxemburg (U14 - Trispeed Mamer). 6:15 bzw. 6:16 lauteten die Zeiten der schnellsten Mädchen. Es folgten Hannah Schwind (6:20) und Greta Sonnenberg (6:25), beide U14 und für PST Trier startend. Erste in der U12 wurde Emma Regina Schmidt in 6:33 (TV Hermeskeil) gefolgt von Friederike Mattern 6:54 (Der TV bewegt). Die ersten beiden der U10 liefen für die TG Konz. Giovanna Engel aus Luxemburg in 7:02 min und Julie Vandenbussche aus Frankreich. Die wurde zeitgleich Zweite, wie ihre Schwester Emie in 7:16 min in der U8, die sich knapp Lilly Förster (7:13) beugen musste.

Hafen Trier Halbmarathon

Mit 612 Finishs hält sich der 21,1 km lange Lauf recht wacker, vergleicht man mit anderen Veranstaltungen, die zum Halbmarathon auch kürzere Distanzen anbieten. Die Waage zum Zehner hält er nicht, aber bleibt beständig auf Tuchfühlung. Oft ist es mangelnde Fitness oder das Tribut zollende Alter, welches zur Kurzstrecke zwingt. Allerdings bricht es einem längst nicht mehr einen Zacken aus der Krone, wählt man nicht zwanghaft das längste Angebot. Dass ein schneller 10 km Lauf durchaus mehr Qualität abverlangt, als eine gejoggte Endlosschleife, das ist unzweifelhaft. Bei den schweißtreibenden Temperaturen sprach allerdings einiges für einen kürzeren Aufenthalt in der Sonne. Roger Königs hatte sich spontan zur Teilnahme entschlossen und seine Frau mit den drei Söhnen im deutschsprachigen Teil Belgiens zurück gelassen. Keine Frage, dass er es eilig hatte. Eine One-Man-Show mit der er 2011 im Alleingang zum überlegenen Sieg in 1:10:49 h lief, nur vom Radvorausfahrer durch die 100.000 Einwohner zählende kreisfreie Universitätsstadt an der Mosel begleitet, die konnte der mittlerweile 41-Jährige nicht wiederholen. Dass er noch ganz gut dabei ist, zeigte er zuletzt in Düsseldorf mit einer 2:25er Marathonzeit, womit er in seiner Altersklasse deutscher Meister geworden wäre.

Zieleinlauf auf der zuschauergesäumten Simeonstraße Die Lebenshilfe Trier www.lebenshilfe-trier.de ist beim Stadtlauf seit Jahren fest integriert, beispielweise bei der Medaillenübergabe im Ziel. Eine große Stütze ist auch die zahlreich helfende Jugendfeuerwehr bei der Zielverpflegung

Zum Radvorausfahrer gesellte sich in dieser Auflage Martin Müller vom LG Meulenwald Föhren, Vorjahresdritter und 12 Jahre jünger, als weiterer Begleiter. Für den für Celtic Diekirch startenden Belgier keine leichte Aufgabe. Dramatisch wurde es nach Kilometer 18, als Königs mit Krämpfen stehen blieb und Martin Müller an die Spitze ging. Doch kämpfte sich der 41jährige zurück, gestand im Ziel: "Brutal waren die letzten drei Kilometer." Der 29jährige Martin Müller blieb immer auf Sicht, konnte den Sieg von Roger Königs in 1:15:02 h aber nicht abwenden. Königs: Nach dem Düsseldorf Marathon habe ich nicht mehr richtig trainiert. Ich lief mit minimalem Aufwand. Wir waren für jeden Wasserschlauch dankbar, der uns über den Kopf gehalten wurde."

Der Belgier Roger Königs siegt für Celtic Diekirch beim Halbmarathon Martin Müller von der LG Meulenwald Föhren wird Zweiter Markus Wolff vom LT Schweich wird Dritter beim Halbmarathon

In 1:15:12 h wurde Müller, im Krankenhaus angestellter Koch, Zweiter. Seine Bestzeit von 1:12:19 h ist er im April in der Partnerstadt Monéteau gelaufen. Markus Wolff vom vielzählig vertretenen LT Schweich, vermutet wurden 30 Vereinsmitglieder beim Zehner und 10 beim Halbmarathon, komplettierte in 1:17:04 h als M35-Sieger das Podium. Kai Merten lieferte als Vierter in 1:17:23 h eine weitere Zeit unter 1:18 Stunden ab, lobte die super Stimmung: "Gerne wieder!"

Bei den Frauen siegte die 31jährige Bau-Ingenieurin Jessica Schaaf vom luxemburgischen Team Citabel. Sie lief anfangs auf Rang vier und verbesserte nicht nur ihre Position, sondern auch ihre persönliche Bestzeit um vier Minuten. Drei Mal lief sie den Zehner, war im Vorjahr in 37:42 min vor Chiara Bermes Vierte geworden. Ihre bisherige Bestzeit von 1:27 h blieb bei der Aufholjagd auf der Strecke. Bei Kilometer 18 ging sie in Führung und war nach 1:23:27 h als Erste im Ziel. "Es waren sehr gute Bedingung. Es gab viel zu trinken, alles war okay", so die Siegerin aus dem Süden von Luxemburg, unweit von Frankreich. Nur 14 Männer waren den Halbmarathon schneller gelaufen als Jessica Schaaf und genauso erging es Zsanett Móczó, denn die zwei Jahre ältere Ungarin folgte der Siegerin in 1:23:49 h direkt ins Ziel. Dritte und W50-Erste wurde Nathalie Tavernier (A.J. Monéteau) aus Frankreich in 1:25:05 h.

"Es war meine dritte Teilnahme", so die 53jährige, die bei ihrer letzten Teilnahme vor einigen Jahren ihre Bestzeit von 1:22:25 h gelaufen war. Mit 1:22:31 kam sie erst vor einem Monat bei einem Halbmarathon in Frankreich dicht an ihre persönliche Bestzeit heran. Die Hitze, das war okay, es gab ja genug Wasser, berichtete die erfahrene Läuferin, die seit 35 Jahren läuft und eine Marathonbestzeit von 2:55:32 h hat. Monéteau ist die Partnerstadt von Föhren (Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg). Der Trierer Stadtlauf fördert die deutsch-französische Freundschaft. Der Partnerschaftsverein kommt seit 26 Jahren zum Trierer Stadtlauf. Diesmal waren es 14 Teilnehmer, jeweils 7 beim Halbmarathon und beim 10k-Lauf.

Die Luxemburgerin Jessica Schaaf gewinnt mit PB das Halbmarathonrennen der Frauen Zsanett Móczó aus Ungarn wird 2. Nathalie Tavernier (A.J. Monéteau) aus Frankreich wird 3. und gewinnt damit die W50

Auf Rang vier und fünf liefen die Luxemburgerin Isabelle Hoffmann in 1:30:16 h und die US-Amerikanerin Sabrina Ostrom in 1:30:28 h. Zeitgleich mit 1:31:59 h folgten die Läuferinnen des LT Schweich, beide Jahrgang 1991, Marina Wierz und Isabel Schönhofen, als beste Deutsche auf den Rängen 6 und 7. Marina Wierz war gerade beim Halbmarathon des Night-Marathon Luxembourg in 1:33:05 h Fünfte geworden, lief bei den Deutschen Halbmarathon Meisterschaften im April in Freiburg ihre Bestzeit von 1:25:42 h und landete dabei mit dem Frauenteam in den Top-ten.

Konnten die ersten 50 nach etwa anderthalb Stunden aus der Sonne, waren die letzten Läufer über drei Stunden unterwegs. Ein paar Einsätze hatten die Rettungsdienste zu leisten, über einen Sonnenstich hinaus wurden aber keine Vorfälle bekannt.

400 m Wochenspiegel Bambini

Für die jüngsten Läuferinnen und Läufer war im gerafften Ablauf kein Zeitfenster auf der Simeonstraße frei, wo ein ungefährdeter Lauf möglich gewesen wäre. Man zog kurzerhand auf eine Straße entlang einer Parkfläche neben der Porta Nigra und entging so dem Gewusel und den dann doch viel zu spät einsetzenden Spurteinlagen. 353 Bambini, darunter auch die Kinder des Organisationsleitungsduos, liefen mal mehr, mal weniger eifrig um die Wette.

Lucas Meyer vom 1. FC Kaiserslautern läuft auf Rang 6 im 5,4km langen Publikumslauf. Der Sieger von 2017 und 2. von 2018 gewann auch schon in jungen Jahren den damals 1,8km langen Jugendlauf. Der 21jährige Mittelstreckler hat PBs über 800m von 1:59,24 und 10:12 über 3000 Hi Der PST Trier stellte die schnellsten Publikumsläufer über 5,4 Kilometer mit v.l. Abraham Wirtz, Johannes Hein, Jakob Hering und Abdi Nimaan-Abib. Nur Jonas Westermann vom Silvesterlauf Trier e.V. (nicht auf dem Bild) konnte als 4. in die Phalanx der Postsportler eindringen Jana Kirst läuft hinter Peter Kimmlinger vom FSV Trier-Tarforst als schnellste Publikumsläuferin ins Ziel

5,4 km beim SWT-Firmenlauf und beim Sparkasse Publikumslauf

Auf der Mittelstrecke erfasste die Zeitnahme 273 Publikumsläufer und 587, die für ihre Firma gestartet waren. Flotter waren die Publikumsläufer, angeführt von Jakob Hering, Jahrgang 2000, der für den PST Trier die Spitzenposition behauptete, gefolgt von seinen PST-Vereinskameraden und Jonas Westermann vom Silvesterlauf Trier. Sechster wurde der 21jährige Lucas Meyer vom 1. FC Kaiserslautern in 18:57 netto, der schon früher beim Jugendlauf mitmachte. 2017 gewann er für die TG Konz den Publikumslauf, im Vorjahr war er Zweiter. Als Mittelstreckler mit einer 800m BZ von 1:59,24 min und über 3000 Hindernis 10:12 min, liegen ihm die 5 km. Schnellste Frau war Jana Kirst (Jg. 2003) in 22:52 netto.

Das umfangreiche Trierer Stadtlaufprogramm lädt ein zum Familienausflug: Dorothee Teusch lief den 10km Lauf und siegte in der W40, Sohn Jonas wurde Gesamtzweiter und 1. der U10 beim 1,6 km langen Jugendlauf ... ... Nathalie Tavernier aus Monéteau in Frankreich gewann als 3. die W50 im Halbmarathon. Ihre Söhne Adrien (links) und Axel liefen 10km. Dabei erreichte der 22jährige Adrien in 35:28 den 11. Platz, sein 18jähriger Bruder Axel wurde mit 38:41 Zweiter der U20 Der Trierer Stadtlauf fördert die deutsch-französische Freundschaft: Monéteau ist die Partnerstadt von Föhren, einer Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg. So kommt der Partnerschaftsverein A.J. Monéteau schon seit 26 Jahren zum Trierer Stadtlauf. Heute nahmen 14 von ihnen teil, 7 beim Halbmarathon wie Nathalie Tavernier und 7 beim 10 km Lauf wie Laetitia Gauvin und Jean Jacques Ploton

Was noch…

Bei der 36. Austragung löste die erwartete Hitze ein wenig Hysterie aus. Die trainierten Sportler hatten sich längst an die Temperaturen gewöhnt. Es sei zu 80 Prozent schattig gewesen, viel Wasser gereicht worden, was aber nötig gewesen sei, war zu hören. Die gute Stimmung an der Strecke wurde immer wieder gelobt und beflügelte die laufenden Gladiatoren in der ehemaligen Hauptstadt des Weströmischen Reichs. 3031 schafften es bis über die jeweilige Ziellinie. Nicolas Klein und Andreas Rippinger ließen sich von den organisatorischen Änderungen bei dem zum 13. Mal unter ihrer Leitung durchgeführten Stadtlauf nicht aushebeln und veranstalteten mit ihrem erfahrenen Helferstab und hunderten Helferinnen und Helfern, unterstützt von Freiwilliger Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und weiteren Organisationen einen Stadtlauf, der garantiert mit viel Lob und Dankbarkeit bedacht werden wird. An eine beinahe herbeigeredete Absage mag man gar nicht denken.

Die Schnellsten des 36. Trierer Stadtlaufs, die Vereinskameraden von Celtic Diekirch Yonas Kinde (links) und Roger Königs. Der in Luxemburg lebende Äthiopier Kinde siegt über 10 km, der Belgier Königs über Halbmarathon Triers Bürgermeisterin Elvira Garbes führte gemeinsam mit dem stellvertretenden Schatzmeister des Trierer Stadtlauf e.V. Dietmar Bier durch das Siegerehrungsprogramm. Am Abend wird Guido Horn & die Orthopädischen Strümpfe das mehrtägige Altstadtfest-Programm auf der Porta Nigra Bühne beschließen Artur Schmidt moderierte und interviewte einmal mehr im Schatten der Porta Nigra auf heißem Pflaster. Der HM-Zweite Martin Müller aus Föhren lief im April in der Partnerstadt Monéteau seine persönliche Bestzeit über Halbmarathon in 1:12:19 Minuten
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Ein Lob ist aber auch jenen zu zollen, die auf eine Teilnahme bei 35 Grad lieber verzichteten. Eigenverantwortung kann man trainierenden Läuferinnen und Läufern durchaus zusprechen. Wer sich im Alltag fit hält, braucht keine Schutzparagraphen, keine Funktionärsratschläge und schon gar keine Verbote. Marathonläufe bei großer Hitze, die sehr wohl die Gesundheit der internationalen Spitzenathleten gefährden, die erleben wir freilich selbst bei Olympischen Spielen.

Für den 37. Trierer Stadtlauf 2020 sei zu einer Teilnahme geraten. Man weiß ja nie, wie lange der Klimawandel noch ein Zeitfenster offen lässt.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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