10.5.26 - 24. Heilbronner Trollinger Marathon

Ein sonniges Laufwochenende rund um Heilbronn mit über 9500 Finishern

von Thomas Disser 

Schon vor dem ersten Startschuss am Samstagnachmittag haben die Verantwortlichen des 24. Trollinger Marathon Grund zur Freude.

 

Zum einen sehr gute Anmeldezahlen, die einen neuen Teilnehmerrekord bedeuten. Zum anderen die Wettervorhersage, die zwar frühlingshafte, aber nicht zu heiße Bedingungen erwarten lassen. Die beiden längsten Distanzen sind bereits ausgebucht, so dürfen kurzentschlossene Schönwetterläufer zuhause bleiben.

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Per Anhalter gilt nicht! Einfach schön, durch die Hölderlinstadt Lauffen zu laufen
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Für die 800 Helfer ist ebenso wie für die Athleten Frühaufstehen am Sonntag angesagt. Auf 8:30 Uhr ist die Startzeit des Marathons festgelegt, und das ist gut so. Um 9:45 Uhr sind die Halbmarathonis an der Reihe. Es folgen noch der 10 km-Lauf, Zehnteleslauf mit 4,2 km und die Walker mit 8,7 km Strecke. Volles Programm für Aktive und die Organisatoren samt Helferschaft.

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Achim Seiter steht wieder als Stimme an Start und Ziel bereit. Seine flotte Moderation gehört einfach zum Trollinger Marathon dazu. Pünktlich werden die Laufhelden auf die Marathonstrecke geschickt. Über die Badstraße und die Götzenturmbrücke geht es ein Stück beidseitig des Neckars entlang, bevor wir die schöne Landschaft rund um Heilbronn erkunden. Inklusive sonniger Anstiege auf asphaltiertem Untergrund. Nur auf einem Umleitungsstück zwischen Talheim und Lauffen, was heuer durch einen Felssturz nötig wird, weichen wir kurz auf einen Feldweg aus.

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung:
Ruhe vor dem Läufer-Ansturm im Frankenstadion
Orga-Chef Holger Braun (li.) begrüßt seinen Stammgast Marco Diehl, der Gesamt-7. im Marathon wird und die M55 gewinnt

Die vorhergesagte Bewölkung bleibt aus. Die Faktor-50-Creme wurde nicht umsonst aufgetragen. Ein leichter Wind kühlt, ohne zu stören, so lässt es sich wunderbar laufen. Sicher auch durch das schöne Wetter sind viele gut gelaunte Zuschauer in den Dörfern und feuern uns bis zum letzten Finisher an.

 

Dazu noch viele Musikgruppen mit einem Repertoire von Blasmusik oder rockigen Klängen. Schön, dass die Musiker auch die "Top-Ten der umgedrehten Ergebnisliste" noch würdig empfangen. So komme ich in Dürrenzimmern gar in den Genuss eines persönlichen Ständchens. Wieder einmal alleine unterwegs, wird die Kapelle von meinem Erscheinen informiert und als ich ums Eck komme, stimmt man extra für mich "We are the Champions" an. Wenn das nicht motiviert!

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Trotz Lärmschutz wird uns schön der Marsch geblasen Tolle Stimmung in Flein inklusive Klavierbegleitung

 

Die seit vergangenem Jahr gelaufene Route über die Weinberge bei Kilometer 30 ist auch diesmal wieder dabei und sorgt für zusätzliche Höhenmeter. Aber auch mit einer tollen Aussicht, für die man trotz aller Anstrengung noch einen Blick übrighaben sollte. Aber es freut dann schon, wenn es wieder locker abwärts geht.

Es macht mir zwar nichts aus, bei längeren Läufen für mich zu sein. Dann freue ich mich doch umso mehr, bekannte Läuferinnen oder Läufer zu treffen, mit denen man gemeinsam einige Kilometer erlebt. So auch diesmal wieder in netter Begleitung auf dem letzten Drittel, das so nicht im Flug, aber dennoch kurzweilig ist und sich weniger anstrengend läuft. Danke dafür!

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Gehört schon zum Trolli-Inventar: Moderator Achim Seiter Schon vor dem Startschuss müssen die Schnellsten nach vorne: Bettina Englisch (380, in Rot) wird den Marathon gewinnen, links daneben die Zweite Frau Antonia Seeger (169, in Schwarz); dahinter der Sieger Dickson Kurui (weißes Trikot), rechts daneben der Dritte Maciek Miereczko (291). Ganz rechts der 5. Mann Patrick Rhein (132)

Das schnelle Dutzend an der Spitze des 24. Trollinger Marathons

Der Kenianer Dickson Kurui (M35) aus Schöneck war schon mehrfach beim Trollinger Marathon erfolgreich am Start und holte sich auch bei seinem letzten Auftritt 2024 den Sieg. Diesmal in 2:26:20 Stunden. Ein enges Rennen, da der Zweitplatzierte Vasilii Leminski bei den gemessenen Zwischenzeiten, zuletzt bei km 28,5 gleichauf mit dem späteren Sieger ist. Am Ende trennen die beiden nur 14 Sekunden, was eine Zielzeit des russischen MHK-Starters von 2:26:34 Stunden bedeutet. Auch Vasilii ist kein Unbekannter beim Trolli. Er gewann im vergangenen Jahr den Marathon und wurde 2024 Zweiter.

Es geht los für rund 700 Marathonis… … über die schattige Badstraße

Platz Drei für den Vorjahres-Zweiten Maciek Mierecko von der LG Donatus Erftstadt in 2:43:01 Stunden, der damit auch seine AK M45 souverän gewinnt. Unter den zehn Läufern, die eine Sub3-Zeit schaffen, ist auch Marco Diehl. Der M55-Vielstarter vom DVAG-Marathon-Team wird heute in 2:54:19 Stunden auf der Ziellinie gestoppt. Das reicht für den 7. Gesamt-Platz der Männer und einen starken Sieg seiner Altersklasse.

Zu den zehn Herren unter 3 Stunden gesellen sich auch zwei schnelle Frauen. Und zwar keine Geringeren als die beiden Siegerinnen der letzten 2 Jahre.

Über die Götzenturmbrücke mit gleichnamigem Turm…
… am Neckar entlang, schön!

Bettina Englisch, W45-Starterin der TSG 1845 Heilbronn, gewinnt den 24. Trollinger Marathon in 2:49:30 Stunden. Dies mit einer ordentlichen Zeit-Verbesserung gegenüber ihrem letzten Trolli-Sieg 2024, bei dem sie knapp 3:01 Stunden unterwegs war.

Die Vorjahres-Siegerin Antonia Seeger (W30) vom Team Audi verbessert sich um rund 7 Minuten und läuft damit auf Rang zwei in 2:49:39 Stunden. Interessant dabei ist der etwa zehn Sekunden kleine Abstand zwischen Bettina und Antonia, der auch bei den Zwischenzeiten gleichbleibt. Die beiden hatten sich praktisch das gesamte Rennen immer im Blick. Auf den dritten Platz der Frauenwertung läuft Mareike Hetzer, W40-Starterin aus Ilsfeld in 3:24:45 Stunden.

Mamo Topyürek (171) ist wieder mit Baumstamm unterwegs Private Verpflegungsstelle nicht nur für den 5h-Pacemaker

687 Finisher werden bis zum Zielschluss nach 6 Stunden in der offiziellen Ergebnisliste geführt. Zwar ist der Baum-Läufer Mamo Topyürek diesmal nicht darunter, dennoch läuft er die Marathonstrecke samt 25-Kilo-Baumstamm zu Ende. Allerdings hat er als zusätzliche Schwierigkeit die Marathonstrecke bereits in der Nacht zuvor ohne Holzmitnahme gemeistert. Irgendwie verrückt, aber ein sympathischer Geselle ist er trotzdem.

Der einzige Laufverrückte bleibt er nicht an diesem Tag. Martin Eitel vom 100 Marathon Club war tags zuvor beim 70 Kilometer langen und mit 4000 Höhenmetern gespickten Mountainman in Nesselwang, bei dem auch die Ultratrail-DM durchgeführt wurde, dabei. Den Trollinger-Marathon am Sonntag nimmt er mal eben zum lockeren Auslaufen mit. Ein Doppeldecker der besonderen Art.

Raus aufs Land Auf geht's zur ersten Bergwertung

Wie läuft es beim Halbmarathon?

Bereits in den letzten Jahren der teilnehmerstärkste Lauf beim Trolli, legt er ganz im Trend liegend nochmals kräftig zu. Exakt 3501 Läuferinnen und Läufer werden von der datasport-Zeitmessung erfasst. Erneut eine Steigerung der Finisherzahl, die aber von den Organisatoren und der Infrastruktur rund um das Frankenstadion gut verkraftet wird.

Zwar werden an der Spitze des Feldes die Vorjahres-Siegerzeiten nicht ganz erreicht, aber dennoch können sich die Resultate sehen lassen. Der Gesamt-Sieger heißt diesmal Patrick Mugur aus Frankfurt. Der M35-Starter läuft nach 1:14:38 Stunden ins Frankenstadion ein und wird von Moderator Achim Seiter begrüßt. Auch aus Frankfurt, zumindest für den dortigen Laufverein Spiridon am Start, kommt der Zweitplatzierte Pascal Kohpeiß (M30) kurz nach dem Sieger in 1:14:45 Stunden ins Ziel. Florian Dinse (M35) von der TSG Schwäbisch Hall wird Dritter in 1:15:03 Stunden.

Es wird laut und bunt angefeuert Heute nur ein ganz kleines Schlückchen am Ortseingang von Talheim

Bei den Frauen setzt sich Sophia Wunsch von der LG Region Karlsruhe durch. Die W30-Starterin gewinnt mit rund zweieinhalb Minuten Vorsprung in 1:20:53 Stunden. Die Plätze zwei und drei gehen an Starterinnen des LAZ Ludwigsburg. Sandra Burkhardt (W30) wird Zweite in 1:23:28 Stunden vor ihrer Vereinskameradin Sophia Salzwedel (W35), die nach 1:29:13 Stunden Dritte wird und als letzte Frau unter der 1:30-Stunden-Marke bleibt.

1727 Finisher beim 10-Kilometer-Lauf

Auch der Zehner legt eine Schippe drauf und gewinnt erneut mehr als 200 Laufhelden hinzu. Dabei gewinnt der Vorjahres-Zweite Johannes Vohn, MHK-Starter der Sport-Union Neckarsulm, in leicht verbesserter Zeit von diesmal 33:24 Minuten. Platz Zwei für Andreas Honecker (M30) von der TSG 1845 Heilbronn in 34:06 Minuten vor dem Drittplatzierten Mehran Eshagi Nejad (MHK), der nach 34:59 Minuten das Ziel erreicht.

Höchstgelegene Verpflegungsstelle des Tages

Isabel Leibfried, W35-Starterin der TSG 1845 Heilbronn, gewinnt in neuer Streckenrekordzeit von 37:15 Minuten. Sie verbessert damit ihren eigenen Rekord um sechs Sekunden. Zweite Frau wird Marlena Götza (W30) vom Teinacher Team Genuss in 38:10 Minuten. Rang drei geht an Natalia Keil (W30) von der Keil GmbH in 41:11 Minuten.

Weitere Startschüsse werden für den Zehnteleslauf mit über 400 Teilnehmern und für die 8,7 km lange Walking/Nordic Walking-Distanz mit 550 Teilnehmern abgefeuert. Dazu 23 Marathon-Staffeln á 3 Läufer sowie 22 Duo-Marathonis.

Laufgenuss pur durch die Natur

7000 Teilnehmer am Sonntag, dazu das Samstags-Angebot für 2500 Bambinis, Minis, Schüler und die ältesten Teilnehmer, die beim Rollatoren-Trolli das Stadion umrundet haben. Alles dabei vom Ersten bis zum 94. Lebensjahr.

Bis zum offiziellen Zielschluss um 14:30 Uhr, der den Marathonis nun 6 Stunden Laufzeit ermöglicht, ist das Angebot der Zielverpflegung reichlich, wie auch zu jeder Zeit an der Strecke. Die überall freundlichen Helfer, und natürlich die motivierenden Zuschauer in der Stadt und auf dem Land sorgen dafür, dass es den Läuferinnen und Läufern an nichts fehlt. Außer vielleicht an der Kondition, wenn es die Weinberge hinauf geht. Dafür ist am höchsten Punkt der Strecke der Versorgungposten wie eine Belohnung, ähnlich einer Oase in heißer Wüste.

Privat-Ständchen für den alleine laufenden Autor: We are the Champions! Vom Heilbronner Käthchen lässt man sich gerne die Medaille überreichen
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Apropos heiß: nach ebensolcher Dusche wird die Heimreise angetreten. Die über 800 Helferinnen und Helfer geben am Ende ihres langen Arbeitstages nochmal richtig Gas. Sie haben ganze Arbeit geleistet und sind sicher froh, dass alles so gut gelaufen ist. Die Verantwortlichen um Holger Braun können stolz auf ihre Mannschaft sein.

Gut gelaufen ist es auch beim Autor, der an Papa's 88. Geburtstag seinen 99. Marathon finisht und sich auf die anschließende Geburtstagsfeier freut.

Der Termin für den nächsten Trolli steht auch schon fest: 25.04.2027. Passt doch perfekt für die 25. Jubiläums-Ausgabe!

Bericht und Fotos von Thomas Disser

unter

go4it-foto.de
Ergebnisse & Info www.trollinger-marathon.de
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