24.5.26 - 13. Bergedorfer Citylauf in Hamburg

Ein Volkslaufvergnügen mit Ecken und Kanten

von Jörg Engelhardt 

Bergedorf, im Südosten der Hansestadt Hamburg, an der Grenze zu Schleswig-Holstein gelegen, zählt seit 1938 zum Hamburger Stadtgebiet. Vorher war es eine eigenständige Stadt und in der Tat besitzt Bergedorf auch heute noch ein eigenes Stadtzentrum, das mit seiner großen Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten und auch gastronomischen Einrichtungen selbst schon einen innerstädtischen Charakter offenbart. Der Stadtteil liegt am Geesthang und auf dem Geestrücken, was dazu führt, dass er anders als andere Stadtteile Hamburgs keine topfebene Siedlungsfläche aufweist.

 

Deshalb gibt es im Rahmen dieses Laufs durchaus Steigungen und Gefälle, obwohl der Stadtteil selbst, der von nahezu 38.000 Menschen bewohnt wird, keinen einzigen Berg enthält.

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Der Hamburger Stadtteil Bergedorf hat viele schöne Parklandschaften zu bieten
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Auf einem Rundkurs von 2,5 km, der von den Teilnehmenden am 10 km-Lauf viermal und von den Teilnehmenden am 5 km-Lauf zweimal zu durchlaufen ist, gibt es an einigen Stellen eine durchaus ansehnliche Zuschauerkulisse, die die teilnehmenden Läuferinnen und Läufer mit viel Beifall und aufmunternden Transparenten ins Ziel treibt. Dazu gibt es durch die Bergedorfer Anwohnerschaft viele kreative Ideen, die mit dafür Sorge tragen, dass es am Streckenrad nicht langweilig wird.

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Allein zwei Hofmärkte wurden auf dem bereits erwähnten Rundkurs ausgemacht und eine Familie bot dem anwesenden Publikum sogar selbstgemachte Crepes und ebensolche Limonade an. Die Erlöse wird die Familie nicht für sich selbst behalten, sondern an die Kinderkrebshilfe spenden. Überhaupt ist das Bergedorfer Publikum auf seine Art und Weise in den Streckenverlauf integriert. Gefrühstückt wird am Streckenrand und der Gartenschlauch, der sonst zur Wässerung des Rasens sowie des Vorgartens dient, wird schnell mal zur Läuferdusche umfunktioniert. Bei strahlendem Sonnenschein tat das auch gut, zeigte doch das Thermometer schon beim ersten Startschuss um 10.00 Uhr auf gut 24 Grad.

Stadtteil und Bergedorfer Schlossgarten werden auf einem Rundkurs durchlaufen

 

Viel zu warm, um von den schnellsten Frauen und Männern im Teilnehmerfeld neue Bestzeiten erwarten zu können. Zu neuen Streckenrekorden kam es heute also nicht, wohl aber zu einem neuen Teilnehmerrekord.

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Denn in den insgesamt fünf angebotenen Distanzen des heutigen Tages kamen 1372 Läuferinnen und Läufer ins Ziel. Hinzu kamen 69 Staffeln, die im zuerst gestarteten 10-km-Lauf mit an den Start gegangen sind. Der nun folgende Bericht beschränkt sich auf die beiden Hauptläufe über 5- und 10-km. Die Ergebnisse der Kinder- und Jugendläufe sowie des Staffelwettbewerbes können über den Link am Ende der Reportage abgerufen werden.

Urban 10

Obwohl der Bergedorfer Citylauf ein durchweg lokales Laufspektakel ist, war diesmal eine Teilnehmerin im Feld, die auch schon überregional aufgefallen ist. Justyna Kwiatkowska von der gastgebenden TSG Bergedorf belegte beim Essener Westenergie-Marathon im Oktober des vergangenen Jahres den vierten Platz.

Justyna Kwiatkowska bei ihrem ersten Sieg des Tages Paula Frederike Böttcher auf dem Weg zu Platz 2

Damals fiel sie dem Publikum im Ruhrgebiet schon dadurch auf, dass sie zahlreiche Unterstützer aus Bergedorf mit an den Baldeneysee brachte. Zu einem Sprung auf das Siegerpodest reichte ihre Leistung damals erwartungsgemäß nicht aus, da Deutschlands älteste Marathonveranstaltung doch eher mal die eine oder andere Läuferin aus der deutschen Leistungsspitze anzieht. Eine so starke Konkurrenz wie damals in Essen war im heutigen Frauenfeld nicht zu finden, so dass ihr im Kampf um den Tagessieg im 10-km-Lauf keine andere Teilnehmerin gefährlich werden konnte.

Sonia Isabel Goebel belegt Platz 3 Emma Loontjens wird Fünfte und 3. W30

Justyna Kwiatkowska, die in Bergedorf Stammgast ist, hatte auf gleicher Strecke in den letzten beiden Jahren schon deutlich schnellere Siegeszeiten vorzuweisen. Dennoch war sie in der für ihre Verhältnisse eher schwachen Zeit von 41:21 min. zum dritten Mal in Folge nicht zu schlagen. Selbstverständlich lag sie damit auch in ihrer Altersklasse W35 vorn. Es dauerte über eine Minute bis die zweitplatzierte Paula Frederike Böttcher (TSV Großenkneten) ins Ziel kam. Für die Gewinnerin der Altersklasse W30 wurde eine Endzeit von 42:24 min. ermittelt. Das Podium komplettieren konnte eine Läuferin aus dem Rheinland. Sonia Isabel Goebel aus Euskirchen kam nach 43:58 min. als Dritte ins Ziel und errang mit dieser Endzeit auch in der W35 den zweiten Platz. Weiter ging es im Minutentakt. Den undankbaren vierten Platz belegte in 44:56 min. Marie Habermann, die damit wenigstens in ihrer Altersklasse W30 den zweiten Platz erobern konnte. Emma Loontjens aus Hamburg kam als Fünfte mit 45:29 ins Ziel und machte damit den dritten Platz in der Altersklasse W30 perfekt.

Lennart Jordan auf dem Weg zum dritten Sieg in Folge Alexander Fierenz wird Zweiter

Bei den Männern hatte ebenfalls ein langjähriger Abonnent auf den Tagessieg im 10 km-Lauf den Rest des Feldes klar im Griff. Lennart Jordan vom Hamburger SV, der der Altersklasse M35 angehört, gewann den Lauf auch schon 2024 und 2025. Auch heute ließ er keinen Zweifel daran, dass er seinen dritten Erfolg in Serie auf dieser durchaus profilierten Strecke perfekt machen würde. Schon nach der ersten Runde hatte er den Rest des Feldes uneinholbar abgehängt. Ganz zufrieden mit dem neuerlichen Tagessieg schien er dennoch nicht zu sein. Denn seine Siegeszeit von 33:39 min. war doch erheblich langsamer als seine Zeiten der vorangegangenen Jahre. Im letzten Jahr hatte er auf dieser Strecke in 32:32 min. eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt. Dass er aber wiederum gewann, hatte auch mit dem Umstand zu tun, dass die schnellsten Läufer hinter ihm gleichfalls den warmen Temperaturen Tribut zollen mussten.

Im Duell: 4. und M40-Sieger Yannis Pantel im gelben Trikot) sowie 5. und 1.MU20 Finn Langfeld Ausdauertraining in Rettungsmontur - die Freiwillige Feuerwehr Bille beim Staffellauf (4 x 2,5 km)

Der zweitplatzierte Alexander Fierenz (Hamburg Running) lag nach 36:04 min. schon sehr weit zurück. Dennoch war ihm in seiner Altersklasse M30 der Sieg nicht zu nehmen. Den dritten Podestplatz nahm ein Läufer vom veranstaltenden Verein TSG Bergedorf ein. Glenn Kochmann machte nach 37:15 min. auch den Sieg in der Altersklasse M20 perfekt. Auf Rang 4 kam der Altersklassensieger in der M40 ins Ziel. Yannis Pantel (Minneapolis) hatte seinen Lauf nach 37:25 min. ins Ziel gebracht. Mit Finn Langfeld lief ein weiterer Läufer der TSG Bergedorf und der Schnellste der U20 nach 37:56 min. durch den Zielbogen.

126 Frauen und 277 Männer kamen beim längsten Lauf des Tages ins Ziel.

Urban 5

Justyna Kwiatkowska (ganz rechts in Grün) wird auch über 5 km gewinnen. Beim Urban 5 starteten auch zahlreiche Nachwuchsathleten ab Altersklasse U10 Sandra Begerow wird Zweite über 5 km Die WU18 Siegerin Jonna Fischer läuft auf Platz 3

Der zeitliche Ablauf der Veranstaltung machte Doppelstarts über 5- und 10-km durchaus möglich. Und die den Frauen über 10 km siegreiche Justyna Kwiatkowska lag auch auf der kürzeren 5-km-Distanz wieder vorn. Nach 20:48 min. hatte sie erneut keine Konkurrenz zu fürchten. Den zweiten Platz belegte eine Läuferin aus der Nachbarstadt Reinbek. Sandra Begerow hatte nach 23:06 min. auch den zweiten Platz in der W35 erzielt. Jonna Fischer (Hamburger Sparkasse) konnte nach 24:01min. das Podium vervollständigen und in der Altersklasse WU18 den Sieg perfekt machen. Mit der auf Platz 4 einlaufenden Pia Kober aus Wentorf hatte dann nach 24:36 min. eine weitere Altersklassensiegerin (W20) ihr Ziel erreicht. Fünfte wurde Charlene Enkelmann aus Hamburg, die in 25:27 min. in der W30 nicht zu besiegen war.

Start zum 5 km Lauf: 1. Christoph Albers (5189), 3. Christoph Bues (leicht verdeckt) und 4. Halidou Koudougou. Noch zurück: 2. Jakob Hinze (in dunkelgrünem Shirt)

Bei den Männern konnte Christoph Albers einen ungefährdeten Sieg über 5 km erzielen. In 16:18 min. hatte er auch die Altersklasse M30 fest im Griff. Jakob Hinze, der ebenfalls keinem Verein angehört und aus Hamburg kommt, blieb ebenfalls noch unter der 17-Minuten-Schallmauer und machte nach 16:56 min. den Sieg in der Altersklasse M35 perfekt. Christoph Bues vom Laufteam Hamburg erlief sich in 18:05 min. den dritten Podestplatz sowie den zweiten Rang in der M35. Halidou Koudougou (Philips LG) verpasste zwar den Sprung auf das Siegerpodest der Gesamtwertung um einen Platz, konnte sich aber nach 18:21 min. als Sieger in der Altersklasse M45 feiern lassen. Florian Zietz, der auf Gesamtplatz 5 einkam und eine Endzeit von 19:28 min. ins Ziel brachte, erzielte ebenfalls einen Altersklassensieg. Er war in der MU18 nicht zu schlagen.

141 Frauen und 184 Männer nahmen an diesem Wettbewerbsangebot erfolgreich teil.

Hofmärkte am Streckenrand Versorgungsmarkt im Ziel
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Der Bergedorfer Citylauf ist ein atmosphärisch stimmungsvoller Straßenlauf, den man aufgrund seiner Anstiege durchaus als anspruchsvoll bezeichnen kann. Um persönliche Bestzeiten zu erzielen, gibt es in der Stadt wie auch in der Metropolregion Hamburg sicher geeignetere Läufe. Dennoch besticht der Bergedorfer Stadtlauf durch ein tolles Publikum und eine ebenso tolle Stadtlandschaft. Das Bewirtungsangebot ist sehr abwechslungsreich, die Zielverpflegung top und auch das Ambiente im Bergedorfer Schlossgarten lädt zu einem längeren Verweilen nach dem Laufen ein. Der Lauf ist zwar nicht der schnellste seiner Art, aber einer der schönsten, das ist er sicherlich und dies nicht nur in Hamburg, sondern weit darüber hinaus.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse my.raceresult.com
Infos tsg-bergedorf.de/bergedorfer-citylauf

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