2.5.26 - Deutsche Meisterschaften Langstrecke in CelleBravo Blanka! |
| Bericht und Fotos von Wilfried Raatz |
Direkt zum Auszug Ergebnisliste der Langstrecken DM in Celle HIER
![]() |
Mit dieser beeindruckenden Solovorstellung dürfte wohl kaum einer gerechnet haben. Mit viel Mut setzte sich nämlich vom Start weg mit Blanka Dörfel eine junge Läuferin resolut an die Spitze eines von den Namen her illustren Starterfeldes - und gab diese Führung auch in der späteren Rennphase nicht mehr ab. 3:03,77 Minuten wies das Ergebnisprotokoll für die ersten 1000 m aus, natürlich zu schnell für so manche im Feld der dreißig gestarteten Läuferinnen. Wie sich zeigen sollte, auch im weiteren Verlauf für so leistungsstarke, favorisierte Läuferinnen wie die Titelverteidigerin Elena Burkard oder 10 km-Meisterin Eva Dieterich oder das Marathonass Fabienne Königstein. Doch zum eigentlichen Höhepunkt der Langstreckenmeisterschaften im weiteren Textbeitrag. |
|
|---|---|---|
| Banner anklicken - informieren LR Info zum Mainova Frankfurt Marathon HIER |
![]() |
| Deutsche Meisterschaften Langstrecke 2026 im Celler Otto-Schade-Stadion |
| |
Ausführliche und einladend präsentierte
Laufankündigungen im LaufReport HIER
|
|---|
![]() |
Während die beiden 10.000 m-Läufe eher unter erträglichen Temperaturen gestartet wurden, litten die Mastersläufer und auch der U20-Nachwuchs unter der ungewohnten Hitze mit fast 30° Celsius, wenngleich man vor Ort versucht hatte, mit einer Wasserstation auf der Gegengerade etwas Abhilfe zu schaffen. |
|
|---|---|---|
| Banner anklicken - informieren LaufReport-Info Westenergie Marathon Essen HIER |
Zum Auftakt des ersten Meisterschaftstages (am Sonntag folgten die Langstaffeln) sorgte Caterina Schneider im Wettbewerb der Masters-Frauen W55 - W90 für einen Soloauftritt. Nach 20:46,17 Minuten war der Auftritt der W55-Meisterin im Trikot des LT Ennert Bonn wahrlich meisterhaft, dahinter schob sich die W60-Siegerin Grit Dorczok auf Rang zwei. Lilo Hellenbrand löste in der W70 mit 23:15,93 die Seriengewinnerin Margret Göttnauer (24:16,96) an der Spitze dieser Altersklasse ab. Den meisten Beifall im Auftaktrennen erhielt gewiss aber die W85-Siegerin Waltraud Bayer (mit Jahrgang 1939) von der LG Bremen-Niord für ihre 12½ Runden, die sie in 39:52,03 absolvierte.
Spannend wurde es bei den jüngeren Mastersfrauen, da hier mit Annika Börner, der Titelverteidigerin Katka Wenzler und der angriffsfreudigen Kerstin Bertsch drei schnelle W35-Läuferinnen aufeinandertrafen. Im Spurt setzte sich Annika Börner in 17:35,19 knapp gegen Katka Wenzler (17:36.08) und Kerstin Bertsch durch. Elina Gradl (W45) und Simone Raatz (W50) hießen die erwarteten Siegerinnen der nächsten AK-Wertungen.
Bei den Männern gefiel einmal mehr Danny Schneider als M45-Sieger in 15:21,68 Minuten, der den großen Vorsprung gegen die um die Plätze spurteten zum Teil zehn Jahre jüngeren Konkurrenten wie Sebastian Elvers (15:30,49), Michael Eder und Philipp Sprotte etwas einbüßte. Tim Gollisch gewann das nicht minder spannende Rennen der M50-M60 vor Carsten Hülss und dem M55-Sieger Mario Mahn, der diesmal dem sieggewohnten Allrounder Markus Mey den Titel wegschnappte.
Helmut Strobl holte sich mit seiner vielfältigen Routine den Titel der M65, weiterhin gefielen Wolfgang Leonhard (M70), Dietmar Schmidt (M75) und zudem Alfred Hermes als M80-Sieger.
Von den Ältesten zu den Jüngsten. Die Berglauf-Welt- und Europameisterin Julia Ehrle wäre im 5000 m-Rennen der weiblichen U20 fast ein Opfer ihrer eigenen Renntaktik geworden. Denn die 19jährige, ohnehin inmitten der Abiturprüfungen unter Dauerstress ("Am Montag schreibe ich Reli, dann kommt Englisch "), stürmte los wie in einem klassischen Mittelstreckenrennen, durcheilte die ersten 1000 m in 3:10 Minuten, um dann mit zunehmender Streckenlänge mit ordentlich Laktat in den Oberschenkeln kräftig büßen zu müssen. So kam es wie es kommen musste, eingangs der Schlussrunde schlossen die zunächst klar abgeschlagenen Gloria Herold und Ada Werner auf, ehe Julia mit letzter Kraftanstrengung und einer schmerzhaften Endphase doch noch mit 16:36,68 zum sicheren Sieg vor der drei Sekunden dahinter einlaufenden Gloria Herold (16:39,80) kam. Für Ada Werner blieb bei diesem "heißen Tanz" nur Rang drei. Auch wenn alle drei Erstplatzierten ohne WM-Quali (16:25) die Heimreise von Celle antreten werden, sie sollten in den kommenden Wochen sicherlich noch die eine oder andere Chance erhalten, diese Hürde zu meistern.
Völlig anders hingegen das Rennen der Männlichen U20-Jugend. Der sich mit herausragenden Rekordzeiten vor allem auf der Straße ins Rampenlicht gelaufene 3000 m-Hallenmeister Benjamin Klonowski vom TuS Lichterfelde (mit u.a. dem U20-Halbmarathonrekord von 1:04:47) zog in einem packenden Finale gegen den erst 17jährigen Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) in 14:38,17 zu 14:36,86 knapp den Kürzeren. Wie der Sieger gehört auch der Dritte Jonathan Albustin (14:39,66) noch der U18-Klasse an. Die beiden im Berglauf so dominierenden Tim Völker und Tom Knauer im Trikot des SSC Hanau-Rodenbach kamen in der flotten Endphase in Rückstand und wurden Vierter bzw. Fünfzehnter.
Kommen wir nun aber zum absoluten Highlight des frühen Abends: "Ich bin mit keinem Ziel in das Rennen gegangen. Wollte einfach ein rundes Rennen laufen", erklärte die 24jährige Blanka Dörfel von Berlin Athletics, zu diesem sie vom SC Charlottenburg Berlin für 2026 gewechselt ist. Und gab allerdings unumwunden zu: "Es war hart, vor allem auf der zweiten Rennhälfte!"
Aber Runde um Runde wuchs ihr Vorsprung auf die verbliebenen Konkurrentinnen, von denen sich sowohl Elena Burkard als auch Eva Dieterich schon vorzeitig verabschiedet hatten. Nach 31:53,60 Minuten jubelte sie ober der um zwei Minuten verbesserten Hausrekordmarke - und der Norm für die Europameisterschaften in Birmingham. Und schlug im nächsten Augenblick immer wieder ungläubig die Hände vor das Gesicht. Dieser Coup hat wahrlich gesessen! Und goss sich voller Emotionen einen ganzen Eimer Wasser über den Kopf!
Für Blanka Dörfel, die übrigens seit Jahren von Dieter Hogen trainiert wird, ein Meilenstein in ihrer jungen, aber mit zahlreichen Unterbrechungen dennoch erfolgreichen Karriere. Und der nächste könnte vielleicht schon in einer Woche beim Gutenberg-Halbmarathon folgen, hier steht ihre bisherige Bestmarke von 1:09:46 auf dem Prüfstand. Und im weiteren Saisonverlauf auch ihre 5000 m-Bestmarke auf der Rundbahn. Offenbar hat Blanka ihren Spaß auch für das Kunststoffterrain gefunden.
Die aktuelle DLV-Jahresbeste Lisa Merkel ließ freilich nichts unversucht, um möglichst lange an Blanka Dörfel dran zu bleiben. Im März war die 23jährige Tübingerin in Kalifornien starke 31:32,25 gelaufen. Davon war sie in Celle jedoch um einiges entfernt, als Zweite schaffte sie 32:36,03 Minuten und lag dabei mit ähnlich großem Abstand zu Fabienne Königstein, die drei Wochen nach DM-Silber bei den Marathon-Titelkämpfen in Hannover mit 33:03,27 Minuten Bronze gewann.
![]() |
![]() |
![]() |
| Blanka Dörfel kann es nicht fassen! Titel und EM-Norm! | ||
Im 10.000 m-Rennen der Frauen ging es zugleich auch um den U23-Tteil der Juniorinnen. Dank einer starken zweiten Hälfte sicherte sich diesen die letztjährige R5K-Seriensiegerin Carolina Schäfer als Gesamtvierte in 33:14,94 Minuten vor der Cross-EM-Vierten Pia Schlattmann (33:48,33) und Johanna Ewert (35:24,89). Doch dieses Resultat wurde kurze Zeit später korrigiert, da Pia Schlattmann wegen orthopädisch verordneter Einlegesohlen in den Spikes disqualifiziert wurde. "Diese Regel ist weder uns als Trainer, noch den verantwortlichen Bundestrainern bekannt. Wir hätten diese Einlagen bei World Athletics über ein Formblatt genehmigen lassen müssen!" schimpfte Coach Jens Riethues von der LG Brillux Münster. "Pia ist natürlich sehr geknickt. Eine Aufklärung vom DLV wäre hier gewiss wünschenswert gewesen!"
![]() |
![]() |
| Jonathan Dahlke führt die Männerspitze in die nächste Runde, hier gefolgt von Jona Bodirsky (158), Tom Förster (107) und Nick Jäger | Endlich Meister: Nick Jäger! |
| |
Ausführliche und einladend präsentierte
Laufankündigungen im LaufReport HIER
|
|---|
Bei den Männern blieb das 10.000 m-Rennen bis in die Schlussrunde hinein offen. Und am Ende jubelte alleine Nick Jäger - über seinen ersten Einzeltitel bei deutschen Meisterschaften. Zu oft schon war der zu Jahresfrist vom TSV Höchstadt/Aisch zu Franconia Athletics gewechselte Hindernis-Spezialist schon Zweiter oder Dritter geworden, im Otto-Schade-Stadion in Celle schlug nun seine Stunde. In 29:17,45 Minuten sicherte er sich durch eine schnelle Schlussrunde die Goldmedaille vor den beiden Leverkusenern Jonathan Dahlke (29:20,20) und Jona Bodirsky (29:24,87). "Es war vielleicht nicht die feine Art, dass ich nur mitgelaufen bin und keine Führungsarbeit gemacht habe. Aber so sind Meisterschaftsrennen halt!" so Nick Jäger.
Am Folgetag flitzte der 10.000 m-Meister als Startläufer von Franconia Athletics 2 über 1000 m, als Vierter verpasste das Team allerdings eine weitere Medaille. Gold ging übrigens an Franconia Athletics 1 mit Jakob Dieterich, Maximilian Berger und Florian Bremm.
Schnellster U23-Läufer war als Gesamtfünfter der Erfurter Anton Saar in 29:43,21, die weiteren Medaillengewinner Lars Franken und Christopher Dahlmann blieben zumindest noch unter der 30-Minuten-Marke.
|
Deutsche Meisterschaft Langstrecke 2026 in Celle - das Podium |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Frauen 10.000 m | Männer 10.000 m | |||||
| Pl. | Name | Verein | Zeit | Name | Verein | Zeit |
|
1
|
Blanka DÖRFEL | Berlin Athletics Capital Club | 31:53,60 | Nick JÄGER | Franconia Athletics | 29:17,45 |
|
2
|
Lisa MERKEL | LAV Stadtwerke Tübingen | 32:36,03 | Jonathan DAHLKE | TSV Bayer o4 Leverkusen | 29:20,20 |
|
3
|
Fabienne KÖNIGSTEIN | Hannover 96 | 33:03,27 | Jona BODIRSKY | TSV Bayer o4 Leverkusen | 29:24,87 |
|
|
U23 10.000 m | U23 10.000 m | ||||
|
1
|
Carolina SCHÄFER | TG Schwalbach | 33:14,94 | Anton SAAR | Erfurter LAC | 29:43,21 |
|
2
|
Johanna EWERT | Hannover 96 | 35:24,89 | Lars FRANKEN | LG Olympia Dortmund | 29:53,18 |
|
3
|
Leonie KRUSE | LG Brillux Münster | 35:30,76 | Christopher DAHLMEYER | TSV Bayer o4 Leverkusen | 29:58,08 |
|
|
U20 5.000 m | U20 5.000 m | ||||
|
1
|
Julia EHRLE | LG farbtex Nordschwarzwald | 16:36,68 | Maximilian RATH | LG Stadtwerke München | 14:36,86 |
|
2
|
Gloria HEROLD | RACE Erfurt | 16:39,80 | Benjamin KLONOWSKI | TuS Lichterfelde | 14:38,17 |
|
3
|
Ada WERNER | SCC Berlin | 16:44,99 | Jonathan ALBUSTIN | LG Brillux Münster | 14:39,66 |
| Deutsche Meisterschaft Langstrecke 2026 in Celle - Altersklassen Siegerinnen und Sieger | ||||||
| Frauen 5.000 m | Männer 5.000 m | |||||
|
35
|
Annika BÖRNER | Ayyo-Team Essen | 17:35,19 | Sebastian ELVERS | TuS Sulingen | 15:30,49 |
|
40
|
Alexandra MÜLLER-SCHOLZ | LG Göttingen | 18:29,71 | Philipp SPROTTE | Hamburg Running | 15:49,27 |
|
45
|
Elina GRADL | SC Kemmern | 18:25,17 | Danny SCHNEIDER | TSG Schwäbisch Hall | 15:21,68 |
|
50
|
Simone RAATZ | ASC Darmstadt | 18:42,68 | Tim GOLLISCH | LG Göttingen | 16:41,35 |
|
55
|
Caterina SCHNEIDER | LT Ennert Bonn | 20:46,17 | Mario MAHN | SV Unterwössen | 16:46,35 |
|
60
|
Grit DORCZOK | Sportfreunde Neukieritzsch | 21:21,62 | Ingo WISSMANN | SV Brackwede | 17:31,74 |
|
65
|
Belinda WILKE | TG Neuss | 23:22,81 | Helmut STROBL | LG Allgäu | 19:45,26 |
|
70
|
Lilo HELLENBRAND | DJK Gillrath 1911 | 23:15,93 | Wolfgang LEONHARD | LG Allgäu | 20:16,57 |
|
75
|
Claire SCHADECK-GRESSEL | STV Hünxe | 27:30,00 | Dietmar SCHMIDT | TuS 06 Waldbröl | 23:26,13 |
|
80
|
-
|
-
|
-
|
Alfred HERMES | TV Huchem-Stammeln | 25:57,92 |
|
85
|
Waltraud BAYER | LG Bremen-Nord | 39:52,03 | Ernst Dieter SCHMIDT | Unterländer LG | 29:31,73 |
![]() |
Bericht und Fotos von Wilfried Raatz Ergebnisse & Infos ergebnisse.leichtathletik.de Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
![]() |
© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung
oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de
Redaktion (Adresse im IMPRESSUM)
unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes
ergibt.