8.5.26 - 29. CityLauf Aschaffenburg

Dabeisein lautete die Devise auf und am Altstadt-Rundkurs

Streckenrekorde von Fabienne Königstein und Yihun Gezahign Fantahun

5005 Zieleinläufe over all
von Constanze & Walter Wagner 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

 

Eine kurze, zuschauergesäumte Runde ist es, die einem Stadtlauf die kräftige Würze gibt. Mehrere Runden mit vielen Überrundungen lassen kaum mehr die Position einzelner im Rennen erkennen. Da kann es auch mal zu Behinderungen kommen, aber genau das gehört zu so einem Lauf dazu. Der Organisation obliegt es, das richtige Maß festzulegen und die Meldezahlen bei zu großer Nachfrage zu deckeln. In Aschaffenburg schaffte man Zuwachs durch die Splittung der Team-Challenge in zwei Läufe und musste dennoch frühzeitig verkünden: "Rien ne va plus!"

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"Rien ne va plus!" vor allem bei den Team-Challenges platzten die Straßen aus allen Nähten
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Als vor genau 30 Jahren die Premiere stattfand, war der Citylauf sogleich etwas Besonderes und dennoch war damals nicht zu erahnen, wohin die Reise geht. Nun ist der Lauf um und durch die Einkaufsmeilen aus der ehemaligen Residenzstadt in Unterfranken und unweit der Grenze zu Hessen gelegen eine feste Institution und herausragendes Sportevent im Veranstaltungskalender.

 

"Eine klasse Event. Danke!", richtete Aschaffenburgs neuer Oberbürgermeister Markus Schlemmer seine Worte an alle, die dazu beitragen. Erst seit einer Woche im Amt, setzte er noch nicht den sportlichen Beitrag seines Vorgängers fort. Er ist der vierte Oberbürgermeister in der 30jährigen Stadtlauf-Geschichte, während der Initiator Günter Guderley noch immer und ohne Unterbrechung als Renndirektor wirkt und waltet.

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Renndirektor Günter Guderley (links) eröffnet mit Oberbürgermeister Markus Schlemmer die Rennen zum 29. CityLauf Aschaffenburg Der sportliche Leiter Marco Schneider und die Führungs- und Schlussradfahrer des RSC Aschaffenburg – Team Stenger e.V.

Und der hatte wieder allen Grund zu strahlen, denn organisatorisch lief alles wie am Schnürchen: "…gefühlt sind heute die besten Bedingungen in drei Jahrzehnten. Ich bin so entspannt wie nie."

 

Zwei Austragungen fielen aufgrund der verordneten Corona-Zwangspause aus, ansonsten läge die Veranstaltung bereits gänzlich in den Händen des LuT Aschaffenburg Teams.

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Günter Guderley hatte schon vor langem entschieden, dass er nach 30 Austragungen das Zepter in die Hände bestens eingeführter Nachfolger abgeben wird. Also ist es noch zu früh für den Abgesang, bei dem nach der 30. Austragung vermutlich die höchsten Töne und Lobeshymnen gesunden werden.

Freuen sich über die vielen jungen Bewegungshungrigen: das Kinderlaufmaskottchen und die Vorsitzende des Förderkreises für die Kinderklinkik Aschaffenburg e.V. Melanie Milnik. Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau übernahm die Kosten für das 1. Kinderrennen, dem Klinikum AB-Alzenau Kids Race Vom ersten Start bis zur letzten Siegerehrung wird der CityLauf Aschaffenburg von Markus Oster moderiert

Dass der aktuelle, der bisher beste Citylauf Aschaffenburgs war, welche Argumente sprächen dagegen? Guderley, früher Bankdirektor in der Stadt und allseits bekannt, leistet sich kein Streichergebnis. Nach vollzogenen Führungswechsel das Niveau zu halten, könnte Anspruch des LuT-Teams sein, doch hat der Lauf durchaus noch Potential. Es bräuchte jedoch Ideen die zeitlichen und räumlichen Grenzen zu erweitern, ohne dass dies auf Kosten der hohen Qualität und der Bombenstimmung am Parcours geht. Derzeit sind ausgebuchte Laufveranstaltungen beinahe die Regel und um ein gut eingeführtes Event braucht einem bei einem Wechsel in gute Hände nicht bange sein.

Zu den Läufen

Ein später Entschluss teilzunehmen, aber keinen Startplatz mehr zu ergattern, ist enttäuschend. Schlimmer ist es und mitunter tränenreich, wenn man zu früh dran ist und mangels Alter noch gar nicht mitlaufen darf. Denn wer möchte da nicht dabei sein, wenn ganze Klassenverbände die Stadtlaufrunde in Angriff nehmen. Vom Traum, das imaginäre Zielband zu zerreißen, wird freilich oft früh erwacht. Auf der leicht abschüssigen Luitpoldstraße geht es los, als kennten die Kids noch Armin Harry, Deutschlands Olympiasieger im 100 Meter Sprint von 1960.

Endlich 9 Jahre alt und damit teilnahmeberechtigt am Kinderlauf der Jahrgänge 2014 -2016 - darüber freuen sich:
Felix Zschirpe von der Astrid-Lindgren-Grundschule Hösbach und seine Eltern Silke (seit fast 30 Jahren in der Organisation des Aschaffenburger Citylaufs) und Markus Zschirpe ... ... Romeo Minin vom RSC Aschaffenburg / Team Stenger und Papa Alexander Olah, der mit der Fahrradstaffel vom Ersten bis zum Letzten sicher über den Parcours geleitet ... ... und Toni, Sohn aus der vielköpfigen Läuferfamilie Bertsch, dessen Mama Kerstin, seit Jahren beim CityLauf Aschaffenburg dabei, auch diesmal wieder beim Elitelauf unter die Top10 laufen wird

 

Bald gesellt sich auf der etwa 1,6 km langen Runde aber der Mann mit dem Hammer hinzu und legt sich mit seinem ganzen Gewicht auf die jungen Athletinnen und Athleten. Nun zeigen sich markante Unterschiede im Verhalten. Mädchen lassen ihre Schwächsten meist nicht allein und gehen das restliche Stück zusammen. Jungs, endlich vom Eingangssprint erholt, nehmen nochmal beide Füße in die Hände und machen in einer verbissenen Schlussattacke noch Positionen gut, wenngleich die Schnellsten schon längst das Feld geräumt haben. Wenn das Wettkampfareal abgesperrt wird, sind die Geschäfte der Innenstadt noch geöffnet, doch gelingt es mit vereinten Kräften bis zum ersten Start um 16:30 Uhr die Rennbahn frei zu bekommen und die geordneten Querungen einzurichten. Die Moderatoren tragen ihres dazu bei, dass das Wissen, es gehe gleich los, sich Bahn bricht und schließlich räumt die vorauseilende Fahrradeskorte alles Verbliebene hinter Gitter und Sperrbänder.

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Volle Straßen bei den Kinderrennen

Klinikum Aschaffenburg-Alzenau Kids Run

Den Damen den Vortritt, das ist alte Schule und wird in Aschaffenburg beibehalten. Über 500 Schülerinnen der Jahrgänge 2014 bis 2016 nehmen Fahrt auf und treiben selbst unbeteiligten Passanten so manches Lächeln ins Gesicht. Man sieht sie also auch mal ohne smartphone.

515 Mädchen füllen die erste Ergebnisliste, angeführt von Lavinia Fisazion vom Kronberg Gymnasium Aschaffenburg in 5:55 min. Auch die zweitplatzierte Victoria Werner ist aus dem Jahrgang 2014 und lief für das Spessart Gymnasium Alzenau nach 5:57 min über die Zielmatte. Lara Stein vom Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach folgte zwei weitere Sekunden danach und war in 5:59 min zudem Schnellste des Jahrgangs 2015. Auf Rang 17 lief nach 6:32 min mit Anna Schwegler von der Mühlberg-Grundschule Johannesberg die Beste des Jahrgangs 2016 ins Ziel.

W12-Starterin Lavinia Fisazion vom Kronberg Gymnasium Aschaffenburg siegt in 5:55 min im Klinikum AB-Alzenau Kids Race, dem Lauf der Schülerinnen der Jahrgänge 2014 bis 2016 Der Vorjahreszweite (damals schnellster der M11) Jonas Rabe vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg, jetzt in der M12 startend, ist nun auch Schnellster gesamt im Schülerlauf Absolute Run Kids Race mit 5:12 min

Absolute Run Kids Race

Es folgten die gleichaltrigen Jungs, die quantitativ mit 650 Zielerfassungen den Mädchen den Schneid abkauften und dies qualitativ halten konnten. Jonas Rabe, Jahrgang 2014, vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg huschte nach 5:12 min vor dem Schloss Johannesburg ins Ziel. Ihm folgte in 5:17 min bereits der Jahrgangsschnellste, der 2016 geborene Felix Rabe vom TV Großostheim. Hinter zwei weiteren Läufern des Jahrgangs 2014, Mats Czirnich (TV Scheinheim) in 5:19 min und Arda Altinbas vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg in 5:21 min, kam Manuel Scheller von der TG Würzburg aus dem Jahrgang 2015 nach 5:23 min auf Gesamtrang fünf ein. 21 Jungs schafften die Runde unter 6 Minuten.

Logwin Kids Race

Ist Laufen cool? Die Frage wird bei den älteren Schülern der Jahrgänge 2011 bis 2013 nicht einheitlich mit Ja beantwortet und schafft so die Möglichkeit, Mädchen und Jungen in einem Lauf zusammenzupacken. Diese bringen es gemeinsam immerhin noch auf 471 weitere Resultate.

Marlon Pabst vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg lässt mit 4:25 min aufhorchen, denn damit ist der junge Mann des Jahrgangs 2011 allen anderen weit voraus. Ihm folgen die gleichaltrigen Jascha Hellermann vom SV Stockstadt in 4:51 min und Simon Schwarzer vom Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach in 4:59 min ins Ziel. Abdulellah Abbos von der Hefner-Alteneck Mittelschule freut sich als Einlaufvierter in 5:07 min über den Sieg im Jahrgang 2012, eine Sekunde vor dem Zweiten, Moritz Oswald vom Spessart Gymnasium Alzenau. Tim Spatz vom Kronberg-Gymnasium wird nach 5:26 min Jahrgangssieger 2013 und hat noch zwei Anläufe um in der Top-Ten oder ganz vorne zu landen, ebenso sein Schulkamerad Kasper Fenz, der mit 5:30 min gleichfalls eine gute Grundlage mitbringt.

Beim dritten und letzten Lauf, dem Logwin Kids Race der Jahrgänge 2011 bis 2013, kündigt Ziel-Moderator Bert Hörhold M15-Starter Marlon Pabst vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg als Sieger in 4:25 min und W14-Starterin Sophia Imgrund vom LuT Aschaffenburg als Siegerin in 5:10 min an

Sophia Imgrund (LuT Aschaffenburg) und Jahrgang 2012 ist als schnellstes Mädchen nach 5:10 min im Ziel erfasst. Celia Reblin aus dem gleichen Jahrgang wurde Zweite in 5:23 min für die LG Aschaffenburg. Drittes Mädchen und Jahrgang-2013-Schnellste wurde Fiona Fechner (LuT Aschaffenburg) in 5:50 min. Anna Limbach, ebenfalls Jahrgang 2013, vom Spessart Gymnasium Alzenau folgte in 5:54 min noch vor der Jg. 2011-Siegerin Christiane Heininger von der Maria-Ward-Schule Aschaffenburg in 5:55 min. Von da an ging es im Zieleinlauf Schlag auf Schlag.

Die Kosten der Kids-Races werden von den jeweiligen Titelsponsoren übernommen und die Teilnahme ist für die Schülerinnen und Schüler kostenfrei. Insgesamt kamen 1636 Kinder ins Ziel.

LHM Team-Challenge und Main-Echo Team Challenge

Die Idee einer Team-Challenge fand auf Anhieb Anklang. Aus der Erfahrung der Premiere erfolgte bereits im Vorjahr eine Änderung hinsichtlich der Wertung. Für Männerteams erfolgt die Wertung aus der Zeitaddition der fünf Team-Schnellsten. Für Frauen-Teams werden nur drei Zeiten addiert. Um der großen Nachfrage nach Startplätzen besser gerecht zu werden gingen nun erstmals die Teams von A bis L vorab an den Start und in einem weiteren Lauf alle Teams von M bis Z. Im Zeitplan konnte dieser zweite Lauf irgendwie noch untergebracht werden, doch lockt dieses Rennen über drei Runden und entsprechend 5 Kilometer die Massen und würde wohl ohne weiteres noch weiter aufgeteilt die Gassen füllen.

Von A wie Alcon bis L wie Linde ging das erste Feld der Team-Challenge auf ihre 3 Runden. Das weibliche Alcon Running Team erreichte Platz 5 und war mit 7 Frauenteams stärker vertreten als die Männerabteilung, die 3 Teams stellte. Die meisten Teams stellte einmal mehr Linde Material Handling mit 28 Männer- und 10 Frauenteams

Mit 1161 Läuferinnen und Läufer im ersten Lauf wurde es zunehmend eng auf der Gass´. Die Landingstraße verfügt noch über angemessenes Fassungsvermögen, doch in der Sandgasse geht es nicht nur hoch, sondern entsprechend die Schere weit auf. Die Schnellsten laufen schon in der zweiten Runde hinten auf und baggern sich durchs Feld, während dort zunehmend in den Gehschritt verfallen wird. Dazu kommt, dass die Betriebsgemeinschaft am Streckenrand völlig aus dem Häuschen anfeuert, als ging´s um Gold, und sich gleichfalls vom Gruß aus dem Rennen anstacheln lässt. Viel Hallo auf und an der Strecke, dazu heizt die Sambaband ein, tolle Stimmung, rote Köpfe, aber wenig Platz, das stört aber selbst die Allerschnellsten kaum.

Insgesamt 2113 Aktive füllen die Aschaffenburger CityLauf Strecke

M bis Z brachten 952 auf den Kurs, aber noch keine Entlastung. Das Spiel begann erneut. Die Einzelergebnisse der 2113 TeamläuferInnen erstreckten sich von 15:55 min bis 46:32 min, aber nicht alle fanden Einzug in eine Teamwertung, wurden aber dennoch gelistet. In ein Team schafften es 1546 Männlein und Weiblein, genauer 194 Männer-Teams und 192 Frauen-Teams umfasst die Zusammenführung von A bis Z in der Ergebnisliste.

Laufbummel inklusive "Samba in the City" durch die Innenstadt

Bei den Frauen siegte das Maingau Energie Laufteam in 1:00:10 h vor WIKA Runners (1:02:54) und Linde Material Handling (1:04:33). Bei den Männern dominierte Linde Material Handling auf den Plätzen 1 (1:22:45), 2 (1:29:42) und 4 (1:34:03). Die Unterfranken Allstars verhinderten auf Platz 3 in 1:29:46 h den absoluten Triumpf von LMH. Genannt seien auch die Allerschnellsten, Christian Hollacher (15:55; Linde Material Handling 1) und Janina Sternheimer-Laibacher in 17:52 min von den Zehntplatzierten Solar Fabrik Flitzer.

Bei den Männern führt der Gesamtschnellste der 2 Läufe Christian Hollacher (rechts in Rot) Linde Material Handling 1 zum Teamsieg. Links der Gesamtdritte Oliver Paul (1931) , der mit seinem Team Dreßler Bau Blue Runners 1 auf Platz 8 läuft Die Team-Challenge M bis Z endete mit dem Buchstaben Y, der mit YAGEO Nexensos 3 Männerteams und 2 Frauenteams stellte. Mario Sattler (4070) lief mit YAGEO Nexensos 2 auf Rang 176

Es ist leicht nachvollziehbar, dass nur dank eingesetzter Technik, Zeiten und Runden von Maxx-Timing erfasst werden konnten. Dies wurde bei den folgenden Läufen über 5 Runden nicht besser. Zur Ehrenrettung muss gesagt werden, dass es erst am Ende der Luitpoldstraße am Schlossplatz vorbei in die nun folgenden fünf Runden geht, was das Zählen wohl ebenso wie ein Mangel an Konzentration im unaufhörlichen Bad in der Menge erschwert.

2 Hauptläufe über 5 Runden bzw. 8 Kilometer

Stadtwerke-Lauf

Der Stadtwerke-Lauf, der erste Lauf über 8 km, wird vom Stadtwerke-Vorsitzenden Stefan Maunz eröffnet, der vorher noch bei der Team-Challenge gelaufen ist und gesteht: "Es war so anstrengend wie erwartet."

Den Überblick hier zu bewahren ist freilich noch schwieriger. 1052 Läuferinnen und Läufer absolvierten den ersten Hauptlauf für all jene die länger als 35 Minuten benötigen erfolgreich. Da die Einlaufliste bei 28:45 Minuten beginnt, sogar teils zu erfolgreich, denn 129 hätten die Vorgabe erfüllt beim Raiffeisen-Volksbanklauf mit den Schnellen und der Elite gemeinsam zu starten. So kam Aaron Strobel zu einem hauchdünnen Sieg vor Tobias Pawlik und auch Miriam Ostheimer konnte nach 31:26 min den lautesten Applaus im Zielkanal kosten und findet Einzug in diese Reportage als Fünfte der W35 im zusammen geführten Gesamtklassement.

Renndirektor Günter Guderley stellt vor: Claudia Fiebig-Keller vom TV Hergershausen, die bisher an allen Aschaffenburger Cityläufen teilgenommen hat. Beim Stadtwerke-Lauf wird sie Schnellste der W60, in der Gesamtwertung 2. hinter Sabine Hock vom TV Haibach, die im nachfolgenden Raiffeisen-Volksbank-Lauf zu sehen sein wird Die wohl weiteste Anreise von Texas nach Aschaffenburg hatte der Familienanhang von Günter und Marion Guderley (mit Enkel Sol auf dem Arm). Für Team Austin/TX liefen (v.l.n.r.) Sohn Julian im Raiffeisen-Volksbank-Lauf, beim Stadtwerke-Lauf seine Frau Sofia Guderley Moreno, Schwägerin Daniella Ysabel Pérez Moreno, Schwager Rafael César Moreno und Schwiegervater Rafael Salazar Moreno, Ehefrau Gabriela schaute sich das Renngeschehen aus der Zuschauerperspektive an

Fahrradeskorten an der Spitze und am Ende des Feldes sowie ein Blick auf die Uhr ließen das Geschehen beim Stadtwerke-Lauf halbwegs einordnen, doch dazwischen schauten nicht wenige früh irritiert auf die Ordner und hängten mitunter wohl besser noch eine Zusatzrunde dran. Dergleichen kennt man in Aschaffenburg, wo selbst Eliteläufer schon am Ziel und in der Folge am Preisgeld vorbei gelaufen sind. Die Zeitspanne ist auch in diesem Feld enorm und reicht bis 1:02:52 Stunde.

Höhere Altersklassen nutzen das vom Elitelauf getrennte Rennangebot für Einsteiger und erfahrene Hobbyläufer wie beispielsweise Günter Hitzel aus Rödermark, der in 38:12 in der M75 erfolgreich ist Es kann nur einen geben: der älteste Teilnehmer Norbert Gündling vom TV Goldbach gewinnt die M85 in 46:58 min Beim Stadtwerke-Lauf wird Erstteilnehmerin Anette Judith Scholl vom Team Mannheim Schnellste der W65 in 40:18 min. In der Gesamtwertung 2. hinter Marisa Gomez-Ruhland von Spiridon Frankfurt, die im nachfolgenden Raiffeisen-Volksbank-Lauf startet

Raiffeisen-Volksbank-Lauf

Nun wurde es einfacher den Überblick zu behalten, denn die erwartete Endzeit von unter 35 Minuten als Zugangshürde lässt allzu viele Überrundungen nicht zu. Am Ende wurden 207 Läuferinnen und Läufer im Ziel erfasst und lediglich zehn Zieleinläufe erfolgten bald, aber jenseits der 35 Minuten-Marke. Die 129 zu schnellen von oben hätten dort das Feld entlastet und wären gut in dem für sie vorgesehenen Lauf verkraftet worden. Die guten Voraussetzungen bei bestem Laufwetter ließen sehr gute Zeiten zu, vielleicht ein Argument für die "Grenzgänger". Ein Vergleich mit den Vorjahren erübrigt sich, denn man hatte sich entschieden nach Beendigung von Baumaßnahme die Schleife durch den Park Schöntal zu streichen und war wieder auf die Originalrunde zurückgekehrt.

Diesmal hat´s geklappt: Vorjahresiegerin Fabienne Königstein, weiß ihren in Aschaffenburg lebenden Opa als Zuschauer an der Strecke. Letztes Jahr, bei ihrer ersten Teilnahme, hatte er den Erfolg seiner Enkelin wegen einer Urlaubsreise verpasst Die Siegerin von 2019 und Zweitplatzierte von 2023 Katharina Steinruck, die schon als Schülerin beim CityLauf gestartet war, hatte als Zuschauer mitgebracht, ihre Mutter und Trainerin Katrin Dörre-Heinig (Olympische Bronzemedaille im Marathon Seoul 1988) und Papa Wolfgang Heinig, erfolgreicher Leichtathletik-Trainer u.a. von 3000-Meter-Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause Die beim Citylauf-Forum im April zu ihrer Vorbereitung auf ihre erste Triathlon-Langdistanz Teilnahme Vortragende Moni Wurm (229) von der TSG Mainaschaff und Veronika Ulrich von der LG Offenbach, beide regelmäßige Teilnehmerinnen am CityLauf Aschaffenburg, werden sich in der W55 eine packendes Duell um Platz 1 liefern, das Moni knapp vor Veronika für sich entscheidet

In einem spannenden Rennverlauf im Männerrennen, bei dem lange der belgische Orientierungslaufprofi Yannick Michiels das Tempo mitbestimmte, kam es schließlich doch zu einem rein afrikanischen Podium. Angeführt von den beiden 23jährigen äthiopischen Flüchtlingen, dem Vorjahreszweite Yihun Gezahign Fantahun und Mages Dargie Mengesha, im Vorjahr Vierter, beide sind seit drei Jahren in Deutschland und trainieren beim TuS Kelsterbach, folgten drei Kenianer ins Ziel bevor mit Yannick Michiels der erste Europäer aus dem belgischen Mol finishte. Auf Rang sieben kam David Scheller von der LG Main-Spessart zum wiederholten Erfolg in der Unterfranken-Wertung.

Runde 1: noch ein kompaktes Führungsfeld mit v.l.n.r. Patrick Ereng, Brian Kiplimo Kibor, Dickson Kurui, Paul Weigand, verdeckt hinter Yannick Michiels, David Scheller und Yihun Gezahign Fantahun Fabienne Königstein von Hannover 96 führt das Frauenfeld an, vor ihr der schnellste Mastersläufer Joseph Katib von der LG Braunschweig, der die M40 gewinnen wird, rechts neben ihr mit Hut Marc Scheuring (TSG Kleinostheim), der in der Unterfranken-Wertung auf Rang 3 laufen wird

Zur Siegprämie konnte Yihun Gezahign Fantahun den Sonderpreis für die Verbesserung des Streckenrekords in Empfang nehmen. Den hielt seit 2015 Abraham Kipaytich mit 21:47 min. Nun steht dieser bei 21:26 Minuten. Yihun Gezahign Fantahun ist im Oktober seinen ersten Marathon gelaufen und war in Frankfurt nach 2:11:25 h im Ziel. Beim Spiridon Halbmarathon wurde er im März in 1:04:08 h Zweiter. Seine Halbmarathon-Bestzeit ist er im Vorjahr beim 2. Gutenberg Halbmarathon in 1:03:57 h gelaufen, wo er am Sonntag in diesem Jahr Zehnter in 1:04:01 h wurde.

Katharina Steinruck von Eintracht Frankfurt läuft von Anfang bis Ende auf Platz 2 Caroline Jeptoo Kiprop aus Kenia läuft auf Rang 3 Eleisa Haag vom SV Würzburg 05 folgt auf Position 4

Schneller als der alte Rekord war auch Mages Dargie Mengesha in 21:33 min, der im Vorjahr beim Mainzer Halbmarathon in 1:03:34 h vor seinem Landsmann lag, und auch der drittplatzierte Simon Kelenzyoki in 21:35 min. Patrick Ereng, der in Aschaffenburg 2014 schon einmal auf dem obersten Siegertreppchen stand, wurde in 21:56 min Vierter vor Dickson Kurui in 22:00 min, der zwei Tage danach den Heilbronner Trollinger Marathon in 2:26:20 h gewinnen konnte.

Mit Rang 6 ein erneuter Top10 PLatz für Kerstin Bertsch (Nr. 4) vom SSC Hanau-Rodenbach. Die hinter ihr laufende Franka Fleckenstein wird auf Platz 5 einkommen, Zweite in der Unterfranken-Wertung werden und die U20 gewinnen. Dazwischen läuft Marlon Lorasmith 8. im Ziel wird Lea Blandamura vom SSC Hanau-Rodenbach vor Vereinskollegin Nadja Trageser (9.) und Melissa Ostheimer vom TV Burglengenfeld (10.). Mit der 160 Alexander Ott von der LG Seligenstadt, der nach 27:10 ins Ziel laufen wird

Voll des Lobes über den Citylauf war der 34jährige Yannick Michiels aus Mol im Bezirk Antwerpen. "Es war sehr schön und eine super Atmosphäre." Er war schon den Darmstädter Stadtlauf und beim Silvesterlauf in Trier mitgelaufen. Er liebt die Runden bei Stadtläufen. Diesmal war er hauptsächlich wegen der Deutschen Meisterschaften im Orientierungslauf in Deutschland, in dessen Rahmen ein World-Ranking-Event in Kassel ausgetragen wurde, wo er am folgenden Wochenende aufs Podium der Mitteldistanz lief.

Edgar Morschhäuser vom LAZ Obernburg-Miltenberg gewinnt erneut die M65 (31:06) Schnellste der W60 wird Sabine Hock vom TV Haibach (32:56) Die W65 gewinnt Marisa Gomez-Ruhland von Spiridon Frankfurt (34:42)

Auf Rang sieben kam, wie bereits erwähnt David Scheller ins Ziel und gewann erneut die Sonderwertung für Unterfranken in 22:15 min vor Paul Weigand vom ESV Gemünden in 22:53 min und Mark Scheuring von der TSG Kleinostheim in 23:37 min. Der 19jährige David Scheller freute sich, dass er nach zwei Monaten andauernder Verletzung wieder laufen kann. Angenehm überrascht war er von der für ihn neuen Strecke: "Die ist super schnell." Er ist Bahnläufer mit Schwergewicht 1500 m und 5000 m. Probieren will sich der Hochaufgeschossene nun auch über 3000m Hindernis.

Nach 5 Runden Fabienne Königstein weiterhin allein in Führung, während sich das Männerfeld beim Eingang in die letzte Runde mit Yihun Gezahign Fantahun (44) vor Mages Dargie Mengesha (45) und Simon Kelenzyoki für das Finale sortiert hat

Bei den Frauen war Vorjahressiegerin Fabienne Königstein klare Favoritin und ihr Sieg geriet während des gesamten Rennverlaufs nie in Gefahr. Endlich wusste sie auch ihren in Aschaffenburg lebenden Großvater an der Strecke, der diesmal seinen Urlaub verschoben hatte um die Enkelin zu sehen. Dies mag die 33jährige Molekularbiologin und amtierende deutsche Vize-Marathonmeisterin mit einer Marathonbestzeit von 2:22:17 h, sowie Titelgewinnerin mit Hannover 96 im Team der deutschen Marathonmeisterschaft im April zusätzlich motiviert haben, die in 23:41 min ebenfalls eine neue Bestmarke erzielte und die bisherige von Caroline Kwambai (24:23) aus dem Jahr 2001 deutlich steigerte. Nach den Meisterschaftsrennen in Hannover über Marathon und 10.000 m in Celle am Monatsanfang, wo sie in 33:03,27 min die Bronzemedaille holte, ist nach Aschaffenburg und dem dritten Rennen Wettkampfpause und Aufbautraining für den Marathon bei den Europameisterschaften in Birmingham angesagt.

Der Äthiopier Yihun Gezahign Fantahun biegt als schnellster Eliteläufer in die Zielgerade ein Der Belgier Yannik Michiels wird mit Platz 6 schnellster Europäer David Scheller von der LG Main-Spessart wird als 7. Schnellster der Unterfranken-Wertung

Den alten Streckenrekord zu unterbieten gelang auch der 36jährigen Katharina Steinruck von der Eintracht Frankfurt in 24:22 min. Es war ihr erster Wettkampf nach der Babypause und das Resultat fiel vielversprechend aus. Ihr letzter Start war bei den Europameisterschaften in Rom 2024 über Halbmarathon gewesen. Als nächstes Rennen ist der 5km-Frauenlauf in Wien Ende Mai geplant, Anfang Juni die Teilnahme am Lightning 10.000 in Stadtallendorf und im Herbst ein Marathon, wo der stattfinden wird ist noch offen. Ihre Bestzeit steht bei 2:24:56 h und damit liegt sie noch immer hinter der Bestmarke ihrer Mutter Katrin Dörre (2:24:35 h). Das Ziel im Hause Dörre-Heinig ist also bekannt.

Am begeisterten Opa vorbei läuft Fabienne Königstein zu ihrem 2. Sieg beim CiyLauf Aschaffenburg Katharina Steinruck läuft bei ihrem ersten Wettkampf nach Babypause auf Rang 2 Eleisa Haag vom SV Würzburg 05 gewinnt wie in den beiden Vorjahren die Sonderwertung für Unterfranken

Rang drei behauptete Caroline Jeptoo Kiprop aus Kenia in 25:08 min gegenüber der besten Unterfränkin Eleisa Haag vom SV Würzburg 05, die in 25:10 min Vierte wurde. "Mein Puls war auf der Herfahrt höher als im Rennen", erzählte Eleisa Haag nach dem Rennen, "ich stand auf der Autobahn im Stau und war mir nicht sicher, ob ich es zum Start schaffe." Sie schaffte es und siegte zum dritten Mal in Folge bei den sonderdotierten Unterfranken. Bereits auf dem fünften Rang folgte Franka Fleckenstein vom ESV Gemünden, die Triathlon beim VfL Münster betreibt, in 25:39 min. Damit war sie zweitbeste Unterfränkin und unangefochtene Siegerin der U20. Das Podium der Unterfränkinnen komplettierte Hanna Schmitt von der LG Lohr-Rechtenberg in 29:13 min.

Streckenrekord durch Yihun Gezahign Fantahun und ... ... Streckenrekord durch Fabienne Königstein

Die Finisherzahl des Vorjahres wurde um knapp 600 übertroffen. Der Ausklang mit den Siegerehrungen und wertvollen Tombola-Preisen im edlen Ambiente der Stadthalle war das Sahnehäubchen auf einen rundum gelungenen Citylauf in Aschaffenburg bei dem die besonderen Leistungen in den Altersklassen mit Geldpreisen belohnt werden und wo den Ältesten frenetischer Applaus gewiss ist.

Rosen für die Damen im Ziel. Die Geschwister Lea (5) und Julia Blandamura vom SSC Hanau-Rodenbach liefen auf die Plätze 8 und 17 Geile Strecke-Geile Stimmung-Geile Veranstaltung, so das Resümee von Susanne Haßmüller (43), 4. der UF-Wertung und Anna-Lena Klee, 6. der UF-Wertung. Beide vom SC Ostheim/Rhön Strahlende Gesichter im Finisher-Shirt des 29. CityLauf Aschaffenburg bei den LaufReport-Lesern dank ihrer vielen Beiträge bekannten v.l. Dauerstarter Thomas Disser von der LG Seligenstadt und den beiden Erststartern Anette Judith Scholl und Karlheinz Dietz vom Team Mannheim (v.l.n.r.)

Mit der 30. Austragung steht das Ende einer Ära bevor. Doch der Wechsel an der Spitze ist bestens vorbereitet und wird gebührend abgehandelt werden. Für Günter Guderley war der 29. Citylauf schon ein besonderer, denn auf der Strecke wusste er mehrere Teilnehmer aus der eingeheirateten Familie, denn Sohn Julian hat zu diesem Ereignis den Weg aus Austin, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Texas, mit Gattin, Kind, Schwiegereltern, Schwägerin und Schwager nicht gescheut. Genug getratscht…

Untermalt mit Gitarrenklängen von Frank Keller fanden in der Stadthalle die umfangreichen Siegerehrungen statt
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Save the date - 4. Juni 2027 für den 30. CityLauf Aschaffenburg.

LaufReport zum Citylauf-Forum mit Moni Wurm - zum Beitrag im LaufReport HIER

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

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