12.5.24 - 51. Frühlingslauf TSV 05 Rot in St. Leon-RotAb ins Blaue! |
von Anette Judith Scholl |
Informationen zum Lauf 2025 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE? |
Es hätte auch heißen können: Ab auf´s Blaue! Diesem Aufruf folgten so viele, dass man am Sonntag Mittag beim Blick auf die blaue Bahn in der Kirrgasse in St. Leon-Rot hätte glauben können, ein großes Volksfest sei im Gange.
Zum 51. Frühlingslauf des TSV 05 Rot wurden traditionell Kinder- und Schülerläufe für die Altersklassen W/M 4 bis W/MU 16 angeboten, und dafür hatte es exakt 600 (Vor-)Anmeldungen gegeben. Die Sonne strahlte ungebremst vom Frühlingshimmel, der mit Blautönen und einzelnen Wolkenschleiern dem ganzen Frühlingslauf-Geschehen sozusagen die Krone aufsetzte. Als die Kinder ab 11 Uhr an die Reihe kamen, hatten die Erwachsenen ihre Läufe über 5 km und 10 km bereits hinter sich, und dank der guten Organisation sogar die dazu gehörigen Siegerehrungen.
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5 km Start auf der blauen Bahn | 10 km Start in der Kirrgasse |
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Ausführliche und einladend präsentierte
Laufankündigungen im LaufReport HIER
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Aber fangen wir vorne an. Erstmals beim Roter Frühlingslauf wurde neben der 10 km Strecke eine 5 km-Distanz angeboten, dafür fiel der frühere Halbmarathon diesmal weg. Die neue 5 km-Laufstrecke war durchgehend asphaltiert und eben, so dass auch Freizeit- und Schnupper-Läufer:innen sich ganz locker auf die Strecke wagen konnten. Um 9 Uhr bei ca. 20°C rannten knapp 100 Starter los.
Vom Stadion ging es auf den Holzstückerweg entgegen der späteren Zieleinlaufstrecke, und an der Gabelung, die den späteren 10 km-Kurs kreuzte, nach rechts in Richtung Autobahn. Der flache Rundkurs "idyllisch zwischen Kehrgraben und Kraichbach" führte am Bauhof vorbei durchs Grüne und mit gelegentlichen schattigen Abschnitten wieder über den Holzstückerweg zurück ins Stadion zum Ziel auf der blauen Bahn. Durch den Rundencharakter mit fast ausnahmslos moderaten Kurven und auf asphaltiertem Untergrund war die Strecke schnell zu laufen, einzig die sommerlichen Temperaturen drückten etwas aufs Tempo. Als Sieger kam der 19-jährige Leon Heinrich nach 19:06 min ins Ziel. Er startete für den Kindergarten "MORGENTAU", eine integrative Tagesstätte der Lebenshilfe.
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Startnummernausgabe übersichtlich und stressfrei | Separate Startnummern-Ausgabe für 600 Meldungen der Kinder- und Schülerläufe | Beeindruckende Kuchen-Auswahl mit einem Lächeln serviert |
Nur vier Sekunden später lief die 21-jährige Elisa Helferich des veranstaltenden TSV 05 Rot als erste Frau über die Zielmatte (19:10min). "Wow! 37 Sekunden schneller als meine bisherige Bestzeit!" freute sich Elisa, die studienbedingt aktuell eigentlich in den USA weilt. Die neue pB hatte sie vielleicht ein wenig ihrem "Mitläufer" zu verdanken, denn nicht lange nach dem Start lief sie gleichauf mit Michael Waraus (Darmstadt), der offenbar gerne mal 80 Kilometer fährt, um dann 5 Kilometer zu laufen.
Sie legten Seite an Seite ein gutes Tempo vor, zunächst dachten sie noch, unter 19 Minuten bleiben zu können, " aber als dann der Wind von vorn kam, hatten wir doch zu kämpfen", so liefen sie quasi gleichzeitig ins Ziel, Michael Waraus als zweiter Mann und M60-Sieger. Auf der 5 km Distanz trennten ihn vier Sekunden vom Sieger, der Altersabstand betrug 41 Lebensjahre.
Nach weiteren sechs Sekunden lief der dritte Mann über die Ziellinie: Philipp Bauer (19:16 min) hatte vermutlich eine noch etwas weitere Anfahrt in Kauf genommen, denn er kommt aus Frankfurt. Zweitschnellste Frau im 5 km-Ziel war nach 20:14 min Larissa Renz, auch sie keine Unbekannte, denn ihr Papa Oswald Renz ist langjähriger erfolgreicher Läufer beim TSV 05 Rot. Als dritte Frau komplettierte Veronica Endres (Lauftreff Heidelberg) nach 20:57 min das W20-Podest. Am Ende lief eine weitere gute Bekannte ins Ziel: Erika Krüger (LSG Karlsruhe), Jahrgang 1935, war gern gekommen, war aber nicht ganz zufrieden: "Früher bin ich gefühlt über die Strecke geflogen, heute reiht sich jeder Kilometer mühsam an den anderen." Die jugendliche 89-Jährige machte sich Gedanken, ob sie nächstes Jahr wiederkommen wird. "Ihr habt ja dann gar keine Altersklasse für mich!" Es dürfte wohl keine Frage sein: Die W90-Wertung wird dann selbstredend ausgelobt.
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Der TSV 05 Rot Nachwuchs wuppt die Zielverpflegung | Perfekt angerichtet von Birgit Eller - Preise für die jeweils drei AK Sieger:innen |
Auf der bewährten, flachen 10 km-Rundstrecke wechselten sich Asphalt und gut befestigte Wege ab - genau das richtige Pflaster für schnelle Zeiten. Die Strecke ist vermessen, die Leistungen können in die Bestenlisten aufgenommen werden. Wer vor dem 51. Frühlingslauf in die Teilnehmerliste schaute, sah unter den 248 Voranmeldern für die 10 km-Strecke vergleichsweise wenig bekannte Namen. Einer ist beim Frühlingslauf und auch Golfparklauf immer auf der Liste: Philip Meidt ist sozusagen Stammgast in Rot, mit festem Abonnement auf einen Podiumsplatz, wie oft war Philip schon als Zweiter oder Dritter gelistet.
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Zahlreich und überall vertreten - Läufer:innen der United Runners of Pfalz | Die LSG Weiher war mit elf Läufer:innen am Start |
Dieses Mal könnte es klappen mit einem Gesamtsieg, der Blick in die Voranmelderliste ließ es vermuten. Philip Meidt (TGV Schotten) überquerte 34:29 min nach dem Startschuss die Zielmatte, eine super Zeit, aber zwei Läufer waren bereits vor ihm ins Ziel gekommen. Philip Meidt nahm es sportlich: "Mit dem Sieger hätte ich nicht Schritt halten können, aber ich bin trotzdem ganz zufrieden mit meinem Lauf. Im Übrigen komme ich gern nach Rot, für mich als Oftersheimer sind es nur 8 Kilometer, und auf die top Organisation kann ich mich verlassen, alles klappt reibungslos, eine tolle Veranstaltung! Der frühe Start ist ein weiterer Punkt, der mir gefällt."
Mit Leander Fink (TV Alzey) hatte natürlich niemand gerechnet, obwohl der Student der Zahnmedizin unter anderem beim Rheinzaberner Zehner als Dritter (30:50 min) und als Sieger des Frühjahrslaufs in Groß-Gerau in Erscheinung getreten war. "Ich bin noch nie hier gelaufen, obwohl ich Jona Bodirsky ganz gut kenne - wir sind derselbe Jahrgang - und ich seine Entwicklung verfolge. Aber Ausschlag gebend, heute hier zu laufen, war die frühe Startzeit. Das Laufen bei hohen Temperaturen fällt mir schwer, insofern war der Start um kurz nach 9 Uhr optimal. Natürlich wäre ein Läufer auf Augenhöhe noch eine super Sache gewesen, aber so lief ich halt allein vorneweg." Leander Fink gewann den 51. Frühlingslauf in 30:54 min mit dreieinhalb Minuten Vorsprung, der Zweite Alexander Hahn (Frankfurt) erreichte das Ziel nach 34:22 min.
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Jasmin Volz noch hinter Norman Korff | 2. und W45 Schnellste Sylvia Schmieder vom TV Bühl neben Alexander Hassis (4. M40) von der TSG Bruchsal | 3. wird Lena Scherer von der LG Region Karlsruhe |
Fast Seite an Seite mit ihrem Pacemaker und MTG-Teamkameraden Norman Korff (MTG Mannheim Triathlon) lief die Tagessiegerin Jasmin Volz (MTG Mannheim) ins Ziel. Die Mannheimerin hat hoch gesteckte Ziele. Die 27 Jahre junge Ärztin befindet sich mitten in Ihrer Facharztweiterbildung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie. Obwohl sie selbst sagt, dass Laufen für sie der perfekte Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag ist, betreibt sie diesen Ausgleich sehr ambitioniert. Am 7. April beim Marathon Deutsche Weinstraße gewann sie mit Saskia Bausch die Frauenwertung im Duo-Marathon in 03:07:13 std. Beim 22. Trollinger Marathon am 5. Mai war Jasmin Volz in 1:25:24 std schnellste Frau beim Halbmarathon. Nachdem sie bei der Winterlaufserie in Rheinzabern den bekanntlich flachen, schnellen Zehner in 38:39 min gefinisht hatte, brauchte sie nun beim Frühlingslauf nur 37:37 min für die 10 Kilometer, eine beachtliche Leistung.
Zwanzig Jahre älter und nicht mal zwei Minuten langsamer überquerte die zweite Frau Sylvia Schmieder (TV Bühl) nach 39:11 min die Ziellinie. Als Berglauf-Spezialistin ist Silvia Schmieder auch flott unterwegs, wenn dreistellige Höhenmeter zu überwinden sind. Bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften in der Orgelstadt Waldkirch am 4. Mai errang sie in der W45 Gold.
Dritte Frau und W20 Zweite wurde Lena Scherer (LG Region Karlsruhe) in 45:59 min.
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Die vier Tagesschnellsten über 10km: 4. Philipp Groll (410), 3. Philip Meidt (323), 1. Leander Fink und 2. Alexander Hahn (302) | Ganz schön was los um und auf der blauen Bahn in Rot |
Insgesamt 546 Kinder und Schüler:innen kamen ins Ziel. Die kürzeste
Distanz waren 250 Meter für die W4 und M4, die Jüngsten waren gerade
mal 2 Jahre alt. Die älteren Schüler konnten über vier Runden
oder 1000 Meter weit auf der blauen Bahn Gas geben.
Nicht nur, weil Muttertag war, durften Mama oder Papa mitlaufen und ihren kleinen
Nachwuchs auch an der Hand führen, aber wie Cathrin Wehrum als professionelle
Moderatorin durchgab: "Die Kinder müssen selbst laufen! Über
die Ziellinie getragene Kinder kommen nicht in die Wertung!" Das war im
Einzelfall gar nicht so einfach, denn manch einer der "Laufzwerge",
der auf der leuchtend blauen Bahn zu Fall kam, war für die letzten Meter
vor der Zielmatte kaum noch zu motivieren. So konnte das Lauferlebnis für
die engagierten Eltern zu einer echten Aufgabe werden, noch dazu, wo heutzutage
ja parallel zum Live-Event alles dokumentiert, sprich: gefilmt werden muss.
Da war es dann eine erfreulich leichte Übung, am Ende noch die persönliche
Urkunde ausdrucken zu lassen und abzuholen. Dank der guten Kontakte des früher
ebenfalls aktiven Läufers Günther Thuro zum GLOBUS Warenhaus, hatte
jedes Kind bereits im Ziel die beliebte Geschenktüte des großzügigen
Sponsors erhalten.
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Start der M4 Kinder - Elternbegleitung erlaubt | Im Ziel eine GLOBUS-Geschenktüte für jedes Kind und alle Schüler:innen |
Wie immer konnten sich Läuferinnen und Läufer und natürlich auch die Besucher mit Getränken, leckeren Speisen und am gewohnt reichhaltigen Kuchen-Büffet stärken. Fleißige und freundliche Helfer:innen hatten es möglich gemacht, dieses Laufevent zum 51. Mal durchzuführen.
Leichtathletikchef Lothar Köhler resümierte: "Mit den Teilnehmerzahlen bei den Kinder- und Schülerläufen haben wir mit 600 Meldungen eine top Beteiligung erreicht. Bei den Erwachsenenläufen gab es einfach zu viele Konkurrenzveranstaltungen, noch dazu einen Lauf, der am DLV vorbei veranstaltet wird. Das hat natürlich potenzielle Teilnehmer abgezogen." In der Tat fand am Vorabend der Sandhäuser Dünenlauf inklusive 5km Brunnenlauf statt, in Karlsruhe die "Lange Laufnacht", und der Oftersheimer "HardtRun", dessen Cheforganisator kürzlich bei anderen Laufveranstaltungen jedem anwesenden Zuschauer und Läufer - ob man wollte oder nicht - persönlich einen Flyer für seinen Lauf in die Hand gedrückt hatte. In Germersheim hatte es am Samstag vor dem Frühlingslauf einen kleinen Spendenlauf gegeben, und zeitgleich am Sonntag wurde in Landau-Dammheim der zweite Lauf zum Energie-Südwest-Cup durchgeführt, der nicht nur für Läufer:innen aus der Pfalz attraktiv war, und viele davon abhielt, ins Badische zu kommen.
Wie immer in Rot erhielten die ersten Drei jeder Altersklasse ansprechende Sachpreise und Urkunden. Beim 51. Frühlingslauf mag man sich zunächst gefragt haben: Wer ist das, der hier spricht? Die hektikfreie, männliche Stimme kam von Oswald Renz, der vielen als Läufer bekannt ist. Um sich mal des Fußball-Jargons zu bedienen, war Oswald Renz als "Laufsprecher" und Moderator eine Neu-Verpflichtung oder Neu-Ernennung ("Ich wurde ausgewählt! Eigentlich rede ich gar nicht so gerne vor Publikum."), aber sprechen wir eher von einer Neu-Entdeckung. Nicht nur seine stimmlichen Voraussetzungen waren passend, erst recht seine jahrzehntelange Lauf-Erfahrung und Kenntnis sowohl der Laufszene als auch einzelner Lauf-Experten waren Garant für fachkundige und treffsichere Kommentare.
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Nach den Erwachsenen-Ehrungen gab Oswald den noch zahlreichen Anwesenden mit auf den Weg, dass beim Golfparklauf im September die Baden-Württembergischen Meisterschaften im 10km Straßenlauf ausgetragen werden, der Lauf ist natürlich auch für Läufer aus anderen Bundesländern offen. Der Golfparklauf-Termin am letzten Sonntag der baden-württembergischen Sommerferien steht fest. Für den nächsten Frühlingslauf sollte der TSV 05 Rot vielleicht über die Termingestaltung nachdenken, um den Laufbegeisterten aus Nah und Fern die Entscheidung, nach Rot zu kommen, etwas zu erleichtern.
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Bericht von Anette Judith Scholl |
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