28.5.22 - 15. ING Night Marathon Luxembourg

Si cétait facile je le feris - wenn es einfach wäre, würde ich es tun

Nicht einfach und doch ein Muss

von Constanze & Walter Wagner 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Laufen kann man durch den Wald, übers Gebirge, in der Stadt, schnell als auch langsam, allein oder in Gesellschaft. Alle Vorlieben und Variationen aufzuzählen verlangte einiges an Ausdauer. Es gibt die ruhigen Typen, die das Aufkommen von Stimmung meiden. Denen ist abzuraten, den Night-Marathon in Luxembourg zu laufen.

 

Wer glaubt, nachts wird nichts los sein, wird sich in der europäischen Kulturstadt mit internationalem Flair die Augen reiben. Hier wird das zelebriert, was Organisationen gern von ihrer Veranstaltung behaupten, was letztendlich aber nur verkümmert oder äußerst punktuell aufkommt: "Die mitreißende Partystimmung!"

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Partystimmung schon beim Start zum 15. ING Night Marathon Luxembourg
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Als Erich François 2005 das Vorhaben auf der Marathon-Mall in Frankfurt präsentierte, in der Landeshauptstadt des kleinen Nachbarlands einen Marathon zu organisieren, dürften Insider diesem Vorhaben kaum Erfolg zugebilligt haben. Schwieriges Terrain, der Markt längst abgegrast, Teilnehmerzahlen bereits rückläufig.

 

Luxemburg sollte nicht zur allerletzten Hauptstadt ohne Marathon werden. Die auf Felsen erbaute Stadt mit jetzt knapp 130.000 Einwohnern bot auch nicht die Ausmaße für eine große innerstädtische Schleife. François kreierte einen Kurs, der in der Altstadt kaum eine Straße ausließ. Nein, schnell war die Strecke nicht, doch attraktiv gewiss und die Zielsetzung war von Beginn an eine andere. "Luxemburg soll der schöne Marathon sein", so Erich François und bereits die Premiere war genial.

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Den ersten große Höhepunkt der Laufstrecke bot die Passage entlang der Philharmonie kurz nach Kilometer 4

 

Im Lauf der Jahre wurde ein Wechsel der Start-Ziel-Location erforderlich. Eine einschneidende Herausforderung war der Wegfall der Coque, dem großen Sport- und Kulturzentrum, doch mit der LUXEXPO fand man eine sehr gute Lösung, die sich bewährte. Der Umzug verlängerte den Streckenabschnitt auf dem Kirchberg-Plateau um etwa vier Kilometer. Die Streckenplanung bleibt im bauwütigen Luxemburg eine nie endende Geschichte. Aber nicht Baumaßnahmen allein sind Ursache von Streckenänderungen, mehr noch ist es das ständige Bemühen um Optimierungen und um weitere Attraktionen, die "Konzertmeister" Erich François nicht scheut. Dass Luxembourg von der Corona-Pandemie nicht ausgenommen war und nun erst die 15. Austragung nach zwei Jahren Ausfall des Night-Marathons stattfinden konnte, und diese selbst noch unter einem unsicheren Stern, hinsichtlich Viren und Krieg, lässt mit Blick auf das Resultat umso mehr staunen. Der 15. ING Night Marathon Luxembourg war wieder grandios.

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Musik-Marathon und Lightshow. Im unter der Philharmonie verlaufenden Tunnel wurde durch ein live aus dem Grand Auditorium übertragenes Konzert von Orgel und Percussion ein wuchtiges Klangerlebnis erzeugt

 

Nicht zu verschweigen sind die Fakten, dass man sich beim gewöhnlich ausgebuchten Lauf vor Ort nachmelden konnte und dass auch in Luxemburg längst nicht Alle ihre Startunterlagen abholten.

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Zwar geht man augenscheinlich etwas lockerer mit empfohlenen Schutzmaßnahmen um, als dies in Deutschland der Fall ist. Doch werden Schutzmasken in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die seit 2020 kostenlos und entsprechend gern genutzt werden, meist getragen. Für den Marathon ist die fertiggestellte Straßenbahnlinie von der LUXEXPO ins Zentrum eine zudem enorme und äußerst bequeme Bereicherung.

Raus aus dem Tunnel wird die Philharmonie und das Kirchberg-Plateau Richtung Place Glacis verlassen

 

Verschmerzen lässt sich bestimmt der vergleichsweise geringe Rückgang der Finisher (Kinderläufe nicht mitgerechnet) von 11.392 im Jahr 2019 auf jetzt 8.675. Und selbstverständlich findet der Halbmarathon den weitaus größeren Zulauf mit allein 4641 Zieleinläufen, davon 1480 Läuferinnen. Der Marathonstrecke mit 1160 Finishern, darunter nur 189 Frauen, wird durch fast 2000 LäuferInnen beim Team-Marathon mit 471 Teams belebt. Komplettiert wird das Programm mit dem 5km Run for success mit 330 Dreier-Teams, dem Roll&Run für Teilnehmende mit eingeschränkter Mobilität und den begeistert teilnehmenden Mini-Minimarathoni und Minimarathoni.

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Auf dem 6. Kilometer wird die Pont Grande-Duchesse Charlotte überquert um dann alsbald in den Auto-Tunnel am RP Schuman einzutauchen ... ... um kurz darauf wieder am Place Glacis aufzutauchen

Gemeinsamer Start von Halb- & Marathon in mehreren Blöcken

Als favorisiert galten erstmals einheimische Läufer, da man von der Verpflichtung eines Elitefeldes abgesehen hatte. Dies wiederum lockte Teilnehmer aus den Nachbarländern. Schließlich war dann doch die Rede von ein paar Kenianern, die beim Halbmarathon starten würden. Letztendlich bestimmten je zwei Kenianer und Kenianerinnen den Marathon. Schon auf der Avenue John F. Kennedy hatten sich Ezekiel Kiprop Koech und Gedion Kipchirchir Murrei von allen Mitstreitern abgesetzt. Neu war die Streckenführung um das futuristische Gebäude der Philharmonie und durch die dortige Unterführung, in der ein Live-Konzert mit Orgel und Percussion aus dem Grand Auditorium übertragen wurde. Hörgewaltig wurden die Klänge von den Tunnelwänden zurückgeworfen, das ganze illuminiert und mit etwas Kunstnebel serviert, motivierte die Sportler auf ihrem weiteren Weg, auch im Bewusstsein, nochmals hierher wiederzukehren.

Seit 15 Jahren dirigiert Jo Schindler, Renndirektor des Frankfurt Marathon, als Vorausfahrer beim Luxemburg Marathon die Marathonspitze ... ... diese bestand von Anfang bis zum Ende aus den kenianischen Marathonläufern Ezekiel Kiprop Koech (rechts) und Gedion Kipchirchir Murrei

Die ärgsten Verfolger lagen in einer Gruppe mit den besten Halbmarathonläufern nach der Pont Grande-Duchese Charlotte, die das Tal der Alzette auf dem sechsten Kilometer überquert, schon vorentscheidend zurück. Bei den Frauen waren Mercy Jeptoo Tuitoek und Shauline Chepkirui Koech klar vorn. Die Strecke verschwand auf der Avenue Robert Schuman in einem weiteren Straßentunnel, der zum Glacis führte, einem großen Festplatz, der der Läuferschlange gleich für ein mehrfaches von Zuschauern dicht gesäumtes Hin und Her bot.

Der spätere 3. beim Halbmarathon Justin Mahieu aus Belgien führt die Verfolgergruppe an. Hinter ihm halb verdeckt Marathonläufer Alaâ Hrioued (MAR), der HM-Sieger Domingo Roldán aus Spanien (in Gelb) und der 4. Kevin Bohn (in Schwarz) aus Deutschland Direkt dahinter Marathonläufer Jonas Lehmann aus Deutschland (links) und der HM-Zweite Kamel Daouadji aus Frankreich Schnellster Luxemburger beim Halbmarathon wird mit Platz 5 Luc Scheller

Im Stadtteil Limpertsberg wurden die Läufer von Alphornbläsern am höchsten Punkt begrüßt und sechs weitere Kilometer gesammelt. Im Anschluss konnte im Parc Ville Haute nochmals tief durchgeatmet werden, denn danach ging es ins Herz der Stadt und dort warteten die Zuschauermassen beinahe an jeder möglichen Stelle auf die LäuferInnen. Kurz nach Kilometer 15 trennte sich auf dem Place d´Armes der Halbmarathon vom Marathon. Endlich wurde es für die Spitzenläufer etwas übersichtlicher.

Halbmarathon

Der Halbmarathon kurvte zurück zur Pont Grande-Duchese Charlotte und nahm auf direkterem Weg als später der Marathon den stetigen Anstieg das Kirchbergviertel hinauf bis zur Coque und von dort über eine parallel zur Avenue John F. Kennedy führenden Straße die beiden finalen Kilometer zur Luxexpo in Angriff.

Der Parc Ville Haute wird mit Wasser- und Trommelspielen verlassen ... und hinein geht es in die zuschauergesäumte Innnenstadt

In einem engen Rennen setzte sich bei seiner Erstteilnahme der Spanier Eric Domingo Roldán in 1:12:14 h gegen Kamel Daouadji aus Frankreich in 1:12:17 durch. Als Roldán seiner Führung gewahr wurde, kämpfte er um den Sieg und war davon am meisten überrascht. Die Stimmung im Stadtzentrum hat ihn besonders angespornt: "Es war überwältigend. Da waren so viele Menschen, die uns unterstützten." Einzigartig war für ihn der Zieleinlauf, eine riesige Party mit Musik und Lichtschau. Dritter wurde der Belgier Justin Mahieu in 1:12:28 h.

Am Treppchen vorbei schrammte der Deutsche Kevin Bohn in 1:12:43 h, für Losch Luxembourg startend. Schnellster Luxemburger war Luc Scheller in 1:14:11 auf Rang 5 vor Landsmann Garry Assel in 1:14:59, der es als Sechstplatzierter gerade noch unter der 1:15-Marke schaffte.

Bei km 15,1 erfolgt die Trennung von Marathon und Semimarathon auf dem Place d'Armes

Bei den Frauen siegte für Luxemburg Jenny Gloden in 1:20:26 h vor ihrer Landsfrau Anny Wolter in 1:22:38. Rang 3 ging an Tine Hausmann aus Deutschland. Die W40-Läuferin des LT Schweich lag mit 1:28:30 h knapp vor ihrer Vereinskameradin Marina Wierz in 1:28:44 h und der Belgierin Charlotte Sujardin (W45 - 1:29:14), ungeachtet der nicht für die Platzierung zählenden drittbesten Nettozeit der Belgierin. Hinter Elisabeth Franssen (Belgien) in 1:29:50 h kam W50-Siegerin Aude Escure aus Frankreich in 1:29:20 h als Siebte unter der 1:30-Marke ins Ziel.

Die Luxemburgerin Jenny Gloden gewinnt das Halbmarathonrennen bei den Frauen Ihre Landsfrau Anny Wolter läuft auf Rang 2 Auf Platz 3 und 4 laufen die Deutschen Tine Hausmann (6033) und Marina Wierz (5062)

Marathon

Die Marathonstrecke führt weiter in großen Schleifen in westliche Stadtgebiete, nutzt so manche Gelegenheit noch eine Parkanlage auf der Strecke mitzunehmen, ist auf halber Distanz wieder zurück im Parc Ville Haute um anschließend in einer letzten langen Westschleife nach Kilometer 28 die Pont Adolphe zu erreichen, die auf einem unter der Brücke hängenden Steg das Tal der Pétrusse überquert. Danach geht es über ein ordentliches Gefälle ins Tal, wo viele Lampions und beleuchtete Figuren den Weg zum Leo Light Village leiten, einer Open-Air-Party. Es folgt das Quartier Gare, ein für seine Stimmung bekanntes portugiesisch geprägtes Wohnviertel um den Zentralbahnhof. Hier fand nach 33 Kilometern die Vorentscheidung um Platz 3 statt, der bis dahin zusammen laufenden beiden Verfolgern des Führungsduos.

Nach der Trennung geht es für die Halbmarathonläufer durch weitere Teile der Altstadt auf die letzten 6 Kilometer

Über die Pont Viaduct wird nochmals das Tal überquert und der Platz der Constitution mit der "Gelle Fra" umrundet, ein weiteres Volksfest und Zuschauermagnet nach 35 Kilometern am Mahnmal zum Ersten Weltkrieg. Zwei abenteuerliche Kilometer durch teils schmale Gassen der Altstadt führen zurück zur Pont Grande-Duchesse Charlotte und hinüber zum Kirchberg Plateau. Für den Marathon gibt es noch ein Sahnestückchen. Kurz vor der Philharmonie geht es rechts weg zum Fort Thüngen, einem rekonstruierten Teil der Festungsanlage, aus dem die Glaskonstruktion des Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, kurz Mudam, ragt, Luxemburgs Museum für moderne Kunst. Bei aller Großartigkeit dürfte dieser Kilometer nicht allen leicht gefallen sein. Entschädigt wurde mit dem erneuten Durchlaufen des Philharmonie Tunnels mit bereits erwähnter Konzertbeschallung. Kaum raus aus der Röhre erwartet die Läuferinnen und Läufer der nächste Stimmungshotspot mit Liveübertragungen vom Marathon, Live-Musik sowie Snacks und Getränken.

Kurz nach km 28 erreichen die Marathonläufer die Adolphe-Brücke, die das Petruss-Tal quert und den Boulevard Royal in der Altstadt mit der Avenue de la Liberté im Bahnhofsviertel verbindet. Sie zählt zu den größten Steinbogenbrücken der Welt Auf dem Fußgängerweg unter der Fahrbahndecke der Adolphe-Brücke folgen Jonas Lehmann und Alaâ Hrioued (verdeckt) auf Platz 3 und 4 im Marathonlauf

Aber keine Sorge, auch für die Sportler gibt es genügend Auswahl an Stärkung und Erfrischungen. Die braucht es auch, denn der nächste Kilometer geht wie mit dem Lineal gezogen die Avenue John F. Kennedy hinauf. Wo man zu Beginn es so richtig toll hat laufen lassen können, gibt es jetzt die Quittung, der Marathon läuft an der Coque vorbei und weiter bis zur Universität. Nun wird es einen Kilometer lang ruhig und für die nicht ganz Schnellen dunkel. Die Idee, diesen Kilometer zu illuminieren war da, aber es fehlte die Finanzierung, bedauerte Erich François. Aber das Ziel ist zum Greifen nah und bald zu hören. Nun auch wieder Kerzenleuchten auf dem Asphalt und die letzten Meter auf Luxexpo-Gelände bis hinein ins Zielspektakel. Moderation, Lichteffekte, Fotografen und Applaus lassen die Strapazen schlagartig vergessen.

Der Belgier Barthelemy Geldorf wird 5. Marathoni Philippe Gillen (7. im Ziel) wird hier zunächst als schnellster Marathonläufer aus Luxemburg begleitet ... ... diesen Platz holt sich letztendlich mit Rang 6 Bertil Muller

Als Erster kommt Ezekiel Kiprop Koech ins Ziel, der Sieger des Linz Marathons 2021 in 2:09:43 h. Mit 2:15:46 h zeigt er eine überzeugende Performance auf schwierigem Parcours und muss im Ziel eine Viertelstunde auf seinen Landsmann warten. Gedion Kipchirchir Murrei folgt in 2:31:43 h. Lange hätte es wohl nicht mehr gebraucht und Alaâ Hrioued, in Frankreich ansässiger Marokkaner, zweifacher Sieger bei französischen Marathonmeisterschaften, 2018 und 2021, aber mangels Staatsangehörigkeit ohne Titelanspruch, hätte aufgeschlossen. Er wird Dritter in 2:35:16 h, hat eine 2:15:45er Bestzeit beim nicht anerkannten Rennes Marathon 2021 und eine bestenlistenfähige 2:17:18er Zeit in Marrakesch 2017 vorzuweisen. Gewonnen hat der 37jährige Verwaltungsangestellte eines Seniorenheims bei St. Etienne bereits in Lyon, Lausanne, Marseille und Montpellier. Für die Veranstaltung fällt er das Urteil: "Sehr gut organisiert!"

Ab Kilometer 30 dienen Lampions als Streckenbeleuchtung im Val de la Pétrusse

Jonas Lehmann, Saarländer im Trikot des TuS 06 Heltersberg, war beim Marathon Deutsche Weinstraße im April in 2:28:32 h Zweiter geworden. Die Entscheidung zur Teilnahme in Luxemburg traf der Ingenieur mit vielen Berglauferfolgen sehr kurzfristig. Das profilierte Gelände schreckte ihn nicht. Was im Tal der Pétrusse störte war nicht technisch bedingt, wenngleich die derzeitige aufwändige Renaturierung des noch meist in einer Betonröhre verlaufenden Flussbettes den Streckenabschnitt nicht einfacher machte. Dieser Abschnitt wurde von den Schnellen noch bei einsetzender Dämmerung absolviert.

LEO Light Village mit Open-Air-Party bei km 31 im Pétrusse Tal Kurz nach km 35 Stimmung am Place de la Constitution

Störend war, dass die schmalen Wege entlang der Pétrusse zudem von zahllosen Fußballfans für den Anmarsch zum Public Viewing des Champions League Finales benutzt wurden. Die ausgelassene Stimmung im Leo Light Village, die rhythmischen Klänge von dort, als auch die von einem nahen Musikpoint unter der Pont Adolphe heizten zudem ein. Jonas Lehmann hatte den starken Marokkaner zwar noch in Sichtweite vor sich, konnte am Fort Thüngen aber auch seinen nächsten Verfolger sehen. In 2:35:40 h hielt er den vierten Rang vor dem Belgier Barthelemy Geldorf in 2:35:48 h. Im Kampf um den Rang des besten Luxemburgers konnte sich Bertil Muller (M40) in 2:43:40 h um nur eine Sekunde gegen den lange vor ihm liegenden in Deutschland ansässigen Philippe Gillen durchsetzen. Nick Smans aus Belgien kam in 2:43:47 h auf Rang acht ein. Ihm folgte Marian Bunte aus Deutschland in 2:45:20 h. Noch in die Top10 lief mit Gilles Hendel in 2:45:46 h ein weiterer Luxemburger.

Die Kenianerin Mercy Jeptoo Tuitoek (vorne) gewinnt das Marathonrennen der Frauen vor ihrer Landsfrau Shauline Chepkirui Koech Auf Rang 3 läuft die Britin Kerry Prise. Begleitet wird sie hier von Idwer Stolk aus den Niederlanden Schnellste Luxemburgerin wird Shefi Xhaferaj mit Rang 4

Bei den Frauen blieben die Kenianerinnen weiter auf Schlagdistanz. Mercy Jeptoo Tuitoek vermied aber jedes Risiko einer Spurtentscheidung bei ihrem Sieg in 2:43:34 h. Landsfrau Shauline Chepkirui Koech folgte nach 2:45:12 h und ohne irgendwie da eingreifen zu können wurde Kerry Prise aus Großbritannien in 2:58:29 h Dritte. Auf Rang vier lief Shefi Xhaferaj aus Luxemburg in 3:07:11 h. Ihr folgte mit Karin Schank nach 3:08:55 h eine Landsfrau gefolgt von der Finnin Elina Junnila in 3:11:42 h auf Rang sechs.

Immer wieder überraschen Zuschauernester die Nachtmarathonis auf ihrem Rückweg beim Durchlaufen der Altstadtgassen

Mit zunehmender Dunkelheit kamen doch noch die meisten in den Genuss des wahren Night-Marathons. Alle wurden im Zieleinlauf in der Messehalle frenetisch begrüßt und als hätte man es im Drehbuch so verankert, warteten viele auf den 89jährigen Josy Simon, der nach 6:13:07 h netto die Ziellinie überquerte.

In der Dunkelheit kaum wahrnehmbar wurde das Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, kurz Mudam, auf dem Gelände des Fort Thüngen auf dem Rückweg (ca. km 38) des Marathons umrundet

Besondere Beachtung fand wieder Michel Descombes. Animateur und Spendensammler für viele gute Zwecke. Der 81jährige, 1941 in Blois an der Loire geboren, war französischer Jugendmeister im Weitsprung und betrieb auch Hochsprung. Mit 41 Jahren fand der Franzose mit Wahlheimat Ebsdorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf, der auf Gran Canaria überwintert, zum Laufen. Als er nach wenigen Jahren merkte, dass er selbst mit noch so viel Training nicht über 2:45 h hinaus kommt, entdeckte er für sich den Laufgenuss und begann 1988 beim Berlin Marathon verkleidet, damals als Can-Can-Tänzerin, seine Karriere als beliebter Spaßvogel.

Motivationsmöglichkeiten für die 103 Nationen und Läufer aus 42 Ländern, die beim Marathon im Großherzogtum Luxemburg dabei waren. Begleitung mit Fackel ab km 30 im Val de la Pétrusse und auf den letzten 2,5 Kilometern durch GOGO Boys und GOGO Girls Schon immer dabei Läufer-Animator Michel Descombes als "Michel on tour", "Spaßpräsident" oder "Monsieur Baguette"

Da dies wahre Begeisterung bei den Zuschauern auslöste, kam "Monsieur Baguette" und wie immer er sich verkleidet und genannt wird, dies mit Spendensammeln nützlich zu gestalten. Für krebskranke Kinder sammelt der ehemalige Banker der Bank of America sogar am Strand auf Gran Canaria mit selbstgefertigten Steinskulpturen und ist u.a. seit 2004 Laufbotschafter von UNICEF.

Nach der Stille der Nacht folgt nochmals der unter der Philharmonie verlaufende zusätzlich mit Kunstnebel durchflutete Tunnel, andauernd untermalt mit gewaltigem Orgelkonzert Raus aus dem Tunnel motiviert eine Stimmungshochburg für die letzten 3 Kilometer

Das 60köpfige Organisationsteam um Erich François und seine rechte Hand von Beginn an, Angeliqua Nauheimer, sowie Hundertschaften von Helferinnen und Helfern durften mit ihrer Arbeit zufrieden sein. Zurecht war der Tenor in der Pressemittelung, dass sich das lange Warten gelohnt hat. Man hatte es wieder geschafft, die Stadt außer Rand und Band zu bringen und die Honoratioren zu begeistern. Ohne die Unterstützung der Stadt und der Sponsoren wäre ein solcher Marathonabend in Luxemburg nicht möglich. Danke auch für den Mut eine solch ausgelassene kilometerlange Party zuzulassen. Man merkte es all überall, dies war als würde ein lebenswichtiges Medikament in letzter Minute verabreicht. 2023 kann hoffentlich wieder langfristiger geplant und mehr Teilnehmende gewonnen werden.

Der Zieleinlauf in den Messehallen der LUXEXPO löst Begeisterung aus
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Wenn dann am 20. Mai 2023 das Kommando des Renndirektors Erich Francois, "Go and discover the city - it's yours!" erschallt und der Lauf im orangenen Konfettiregen in den Abend hinein startet, wird sich die stimmungsvolle Party nahtlos fortsetzen. Tausende freuen sich schon jetzt darauf, auf den besonderen Karneval, auf Samba und auf noch mehr "Gibraltar des Nordens".

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner
2 Startfotos von Holger Teusch

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Ergebnisse & Infos www.ing-night-marathon.lu
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