20.5.22 - CityLauf Aschaffenburg

Mit der Erfahrung aus 24 Austragungen frisch durchgestartet

Vom olympischen Gold zum Citylaufsieg!

Strurmtief Emmelinde blieb fern und wurde nicht vermisst

von Constanze & Walter Wagner 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Die erfolgreiche Ära ging 2019 jäh zu Ende. Zum anstehenden Jubiläumslauf wollte der langjährige Titelsponsor und Ausrichter nichts mehr beitragen. Citylauf Erfinder Günter Guderley blieb hoch motiviert und setzte all seine Kontakte ein.

 

Am Freitag hieß es dann, alles zurück auf null und Restart mit dem runderneuerten Konzept. "Wir haben uns von der Historie verabschiedet", so Renndirektor Guderley. Nach zudem zwei pandemiebedingten Ausfalljahren folgte 2022 der erste Citylauf im neuen Design.

Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info zum Mainova Frankfurt Marathon HIER

Auf nassem Asphalt - Start des Schülerlaufs Oberbürgermeister Jürgen Herzing (links) und Renndirektor Günter Guderley
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

 

Einige Veranstaltungspunkte der Vergangenheit schafften es nicht ins erfolgte Update. Gleich geblieben ist die kurze mehrmals zu laufende Innenstadtrunde. Neu ins Programm rückte die Main-Echo-Team-Challenge über drei Runden, also etwa 5 Kilometer mit gemeinsamen Start. Die fünf Schnellsten einer Firma oder Gruppierung, unabhängig vom Geschlecht, bildeten dabei ein Team. Premierensieger wurde Linde MH.

Banner anklicken - informieren
LR-Info Wolfgangseelauf - Salzkammergut Marathon HIER

Apropos Team: Der Ausdauersportverein LuT Aschaffenburg, mit 60 Helferinnen und Helfern, ist nun mitverantwortlich in der Organisation und bewährte sich bei der Feuertaufe bestens. Auf die Erfahrungen aus eigenen Veranstaltungen und aus der Mithilfe bei den drei letzten Cityläufen konnte man bauen.

Prächtige Stimmung bei Lauf durch die City Grüne Passage im Park Schöntal

Bei der Planung des dritten Anlaufs musste man noch von Corona-Einschränkungen und Hygiene-Auflagen ausgehen. Anlass, den Restart auf eine geringere Teilnehmerzahl zu deckeln.

 

Den größten Beitrag dazu mussten die Kinderläufe erbringen. Zuletzt waren immer weit über 2000 Mädchen und Jungen in ihren jeweiligen Altersstufen gestartet. Diesmal beließ man es bei einem Jugendlauf. Der in vier Leistungsgruppen aufgeteilte Hauptlauf über etwa 8000 Meter wurde auf zwei zusammengefasst. Alles zusammen erzielte man über 2000 Anmeldungen. Eine von der neuen Organisation erwünschte Veranstaltungsgröße. "Die Limits sind wohl überlegt. Von Vorteil ist, dass wir mit wenig Risiko das neue Konzept in der Realität erproben können", so Guderley im Vorlauf des Citylaufs.

Banner anklicken - informieren
LR-Info zum Maare Mosel Lauf HIER

Doppelstart in die Luitpoldstraße

Die fünf Runden durch und um die Fußgängerzone Aschaffenburgs erforderte in diesem Jahr wieder einmal das bewährte Ausweichmanöver durch den Park Schöntal, um eine baumaßnahmenbedingten Engstelle im Roßmarkt zu umlaufen.

Zunächst absolvierten die Teilnehmenden des AVG-Laufs den Parcours, ehe zum krönenden Abschluss die Schnellen zur Startaufstellung des Raiffeisen-Volksbank-Laufs aufgerufen wurden.

 

Als deren Start planmäßig um 19.15 Uhr folgte, war bereits jedwede Anstrengung aus den Gesichtern der OrganisatorInnen gewichen. Mit ein paar Regentropfen zum Beginn des Jugendlaufs war man bis zum Finale vom Unwetter gänzlich verschont geblieben, das in einigen Regionen der Nation gewütet hatte. Und auch der finale Lauf ging ohne Wetterkapriolen über die Bühne. Nächste Tropfen an diesem schwülwarmen Freitagabend fielen erst wieder beim Abbau der abgegitterten Laufstrecke.

Banner anklicken - informieren
LR-Info Atruvia Baden-Marathon Karlsruhe HIER

Schülerlauf

1600 Meter blieben den Schülern der Jahrgänge 2007 bis 2010 um ihre Besten ausfindig zu machen. Von gemeldeten 150 kamen 113 in die Ergebnisliste. Ein kurzer Schauer hatte den Asphalt glitschig werden lassen. Schon beim Einlaufen kam es zu Stürzen und gleich nach dem Start gab es weitere Hautabschürfungen. Da half es nichts, dass Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing in seiner Begrüßung genau davor gewarnt hatte, ehe er den Startschuss abgab: "Denkt dran, in den Kurven wird es glatt. Es soll Spaß machen. Und wir brauchen Ausdauer wie in der Pandemie."

Malte Hofmann von der LG Landkreis Aschaffenburg gewinnt den Schülerlauf über 1600m in 5:19 Nico Debus vom SSC Hanau-Rodenbach läuft als Zweiter nach 5:34 ins Ziel Jakob Hammerbacher vom SV Viktoria Aschaffenburg holt sich den 3. Rang in 5:57

Nicht nur Ausdauer, auch die Schnelligkeit brachte Malte Hofmann mit, die ihn zum klaren Sieg in 5:19 min verhalf. Der großgewachsene beinahe 15jährige Schüler des Kronberg Gymnasiums mit Stammverein TSV Mainaschaff startet für die LG Landkreis Aschaffenburg. Mit Jahrgang 2008 folgte Nico Debus vom SSC Hanau-Rodenbach als Zweiter nach 5:34 min ins Ziel. Platz drei ging an den nochmals um ein Jahr jüngeren Jakob Hammerbacher, SV Viktoria Aschaffenburg, in 5:57 min.

Schnellste Schülerin wird Anna Fleckenstein vom SCC Hanau-Rodenbach in 6:05 Paula Dieser vom TV Schweinheim läuft in 6:22 auf Platz 2 Nimora Habtemichael vom SSC Hanau-Rodenbach (908) holt sich in 6:40 den letzten Podiumsplatz, eine Sekunde dahinter wird Sarah Pesch von der Realschule Hösbach 4.

Schon als Gesamteinlauf-Siebte war ihr Sieg nach 6:05 Minuten unter Dach und Fach. Ohne ihr zu nahe zu treten, sie wirkt zierlich, aber resolut. Anna Fleckenstein vom SSC Hanau-Rodenbach ist 12 Jahre jung und man merkt ihr die Freude an, gerade größere und ältere Kontrahentinnen hinter sich zu lassen. Das Talent ist bereits zweifache Hessische Meisterin über 2000m in der U14. Bei den Hessischen Hallenmeisterschaften U16 in Frankfurt-Kalbach gewann sie im Februar bei ihrem Meisterschaftsdebüt das Rennen über 2000m in persönlicher Bestzeit von 6:59,22 min und holte auch bei den Hessischen Meisterschaften im Langstreckenlauf in Erbach auf der Bahn Anfang April bei Schneetreiben den Titel über 2000m in 7:06,95 min. Als nächstes stehen für sie die Hessischen Straßenlauf-Meisterschaften an. Später will sie sich für Deutsche Meisterschaften qualifizieren, gute Platzierungen erzielen oder gewinnen und Chemie studieren. Seit vier Jahren bestreitet sie jetzt Wettkämpfe zwischen 2 und 5 Kilometern und läuft am liebsten in der Halle 2000 bis 3000 Meter.

Zweite Schülerin wurde Paula Dieser vom TV Schweinheim in 6:22 min und den dritten Rang erkämpfte sich Nimora Habtemichael vom SSC Hanau-Rodenbach in 6:40 min, eine Sekunde vor Sarah Pesch (Realschule Hösbach).

Main-Echo Team-Challenge - Premiere über 5000 Meter

Für die Team-Challenge-Premiere waren 1000 Plätze, also ca. 200 Teams eingeplant. Obendrein stand Solisten die Teilnahme offen. Gewertet wurden jedoch ausschließlich Teams, die sich dadurch ergaben, dass jeweils die fünf schnellsten Zieleinläufe addiert wurden. Es fand sozusagen ein Rennen im Rennen statt wer es schaffte vielleicht sogar ins erste Team zu laufen. Bei 160 Linde-Leuten blieben allerdings 155 nur der Einzug ins B-, C-, D-Team usw… Mit schlussendlich 573 Gewerteten bleibt noch etwas Luft für zukünftige Team Challenges, aber die Premiere war bereits ein voller Erfolg. Die großen Teams im einheitlichen Outfit ließen sich nur zu gern an der Mainpromenade und vor dem Schloss fotografieren, kleinere Teams blieben werbewirksam teils auch auf der Strecke über drei Runden zusammen.

Groß war die Teilnahme bei der 1. Main-Echo Team-Challenge in Aschaffenburg Oberbürgermeister Jürgen Herzing (2020) lief mit seinem Team AVG/Stadtwerke Aschaffenburg 1 auf Platz 44 in 2:19:16

Raum also für jede Menge Spaß bei etwas Fitness. Daran mangelte es nur wenigen. Für das Unternehmen den virtuellen Pokal einzuheimsen, das war natürlich vorrangiges Ziel und gelingt bekanntlich nur einem. Linde ließ sich da die Butter nicht vom Brot nehmen, gewann in der Besetzung Christoph Englert, Steffen Andres, Johannes Rukaber, Michael Fried und Fabian Englert in 1:39:37 h und verpasste mit Team 2 nur knapp den direkten Anschluss. Doch das INRO Laufteam Stockstadt landete nicht zuletzt dank des starken Johannes Nadler in 1:47:09 h vor Linde Team 2 in 1:48:44 h.

Dir Firma Linde stellte mit 160 Läuferinnen und Läufern das größte Kontingent und gewann zudem mit Linde MH Running Team 1 die Premiere der Main-Echo Team-Challenge

Für die Region ist die Challenge ein Riesengewinn, alleine schon deshalb, weil Sport mit einem Ziel vor Augen und zusammen mit KollegInnen leichter seinen Platz im Alltag findet. Die Distanz ist außerdem so gewählt, dass sie mit wenigen Wochen Vorbereitung von gesunden Menschen gut zu schaffen ist. Das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, dürfte die Main-Echo Team-Challenge das vorrangige Gesprächsthema in den kommenden Tagen in den Betriebskantinen sein. Vielleicht gelingt es dem Citylauf-Team in Zukunft noch einen besonderen Anreiz für Frauen zu schaffen, die beim jetzigen Konzept zwar gleichbehandelt, praktisch aber von vordersten Platzierungen ausgeschlossen sind.

AVG-Lauf über 8000 m mit erwarteten Endzeiten über 40 Minuten

857 hatten sich für die etwas langsamere Startgruppierung gemeldet, die Leistungsstärkeren die Möglichkeit bietet, sich den Nachbarn, Freunden und Kollegen als Siegläufer zu präsentieren. Dass dann eine Disqualifikation droht, wenn die Zeit einfach weit übers Ziel hinaus schießt, mag diesen zweitrangig erscheinen. Da der schnellste AVG-Läufer erst am Ende von Seite 2 der Ergebnisliste erscheint, zeigt, dass es doch überwiegend begriffen wurde. Man muss allerdings auch Wettkampfunerfahrenen zugutehalten, dass sie über ihre Fähigkeiten ebenso im Unklaren waren, wie so manchen denen die fünf Runden viel zu lange werden. Es finden sich jedenfalls alle in einer gemeinsamen Liste wieder, die belegt, dass beinahe ausnahmslos die richtige Zuordnung gewählt wurde.

Für Einsteiger und erfahrene Hobbyläufer geht es 5x durch die City von Aschaffenburg

Zwar stellten sich nicht wenige Altersklassenstars dem Startkommando im "Profilauf", doch die beachtenswerten Ältesten drehten im AVG-Lauf ihre Runden. Älteste Teilnehmerin und als W75-Siegerin bei weitem nicht langsamste war Ilona Huwald von der Laufgruppe Bettmar in 57:47 min. Bei den Männern glänzte gar die M80 mit einem kompletten Podest. Angeführt von Gerd Wilhelm von der TG Stockstadt in 53:22 min besetzten dies eindrucksvoll Horst Steigerwald (54:07; TV Sailauf) und Hans Metzelder (57:40; SG Neuhäusel).

Sambagruppe und Schlagzeugsolist lassen müde Beine schneller über den Asphalt trommeln

Als sich die beiden parallel startenden Felder zum Finale unterm Startbanner gruppierten, hatte sich längst der Wunsch von Renndirektor Guderley bewahrheitet: "Wir hoffen, dass wir im Mai die Dinge entspannter angehen können. Wichtig ist vor allem, dass wir es wieder machen." Dies bezog er freilich auf die pandemische Notlage nationaler Tragweite und deren Ausläufer, aber es sei dem neuen Organisationsteam von Herzen gegönnt, dass man von Emmelinde und weiteren Katastrophen verschont blieb und der Ablauf beim eigentlichen 25. Mal bis dahin reibungslos vonstattengegangen war.

Raiffeisen-Volksbank-Lauf - das Highlight

Um 19.15 Uhr starteten die Cracks, egal ob aus der Stadt, dem Landkreis, vom Untermain oder doch aus dem Hessischen und von weiter weg, ja von Südamerika bis Afrika. Es war beinahe wie vor Corona und erstmals in der langen Tradition konnte Renndirektor Günter Guderley eine richtige Olympiasiegerin im Startfeld an der Kreuzung Weißenburger Straße /Luitpoldstraße begrüßen. Maryam Jusuf Jamal holte 2012 in London Gold über 1500 m für Bahrain und wurde auf ihrer Paradestrecke auch zweimal Weltmeisterin. Und keinesfalls war sie nur mit Ehemann Homiyu Tesfaye zum Citylauf gekommen, sondern zum Siegen. Und die 37jährige dreifache Mutter präsentierte sich sehr souverän der Konkurrenz. Dass die letzte Geburt erst 10 Monate zurücklag, ließ sie vergessen und stürmte in 28:51 min zum letztendlich eindeutigen Citylauf-Sieg.

Sebastian Uridat von" vitafit running" brachte die Chilenin Giselle Riviera Alvarez an den Start des Aschaffenburger Citylaufs Begrüßungszermonien mit Renndirektor Günter Guderley: Claudia Fiebig-Keller (42) vom TV Hergershausen lief bisher alle Cityläufe mit, Tinka Uphoff (20) von Eintracht Frankfurt vor ihrer vierten Teilnahme ... ... und mit der 1500m Olympiasiegerin von London Maryam Jusuf Jamal aus Bahrain

Einen starken Auftritt zeigte dahinter die 23jährige Profi-Langdistanz-Triathletin und Sportwissenschaftsstudentin Maja Betz, die für den SC Ostheim/Rhön startet und aus Nordheim stammt. Sie wurde Zweite in 29:41 min. Eigentlich startet die Sportwissenschaftlerin, die in Jena an ihrem Masters arbeitet und in Gera wohnt, kaum noch bei Läufen. Bei den Unterfränkischen Crossmeisterschaften im Februar war dies zuletzt der Fall. Sie gesteht: "Aschaffenburg muss aber sein. Schnelle Strecke, super Ambiente, bin schon als Jugendliche hier gelaufen." Maja Betz hat sich 2021 in ihrem ersten Jahr als Profi-Triathletin auf der Langdistanz in der Top10 platzieren können, benötigte in Roth 8:59 h, wenn auch mit verkürzter Radstrecke. Am 3. Juli wird sie dort wieder an der Startlinie stehe und nur vier Wochen danach hat sie den OsteeMan auf dem Programm, die Deutschen Triathlon Meisterschaften auf der Langdistanz.

Olympiasiegerin Maryam Jusuf Jamal gewinnt den Aschaffenburger Citylauf `22 Maja Betz vom SC Ostheim wird Zweite Tinka Uphoff von Eintracht Frankfurt läuft auf Rang drei

Tinka Uphoff, ein Jahrgang älter als die Siegerin, vom Europa League Gewinner Eintracht Frankfurt, wurde in 30:30 min Dritte. Ihre Vorbereitung bietet sich also zur Nachahmung an: die Woche vor Aschaffenburg nichts gemacht und 14 Tage davor eine Radtour über 370 km, aufgeteilt in zwei Etappen, 170 km und 220 km. Sie hat einen richtigen Job, weiß mit Hochachtung Ex-Bankdirektor Günter Guderley zu berichten, sie arbeitet bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Im April war sie den Hamburg Marathon in 2:48 h gelaufen und wird im September beim Berlin Marathon starten. Ob es dort einen Angriff auf ihre ein paar Minuten schnellere Bestzeit geben wird, gilt es abzuwarten. In Frankfurt trainiert sie gelegentlich mit Julia Brugger, die in Hamburg 2:54 h gelaufen ist. Da sich diese aber den Frankfurt Marathon für den Herbst vorgenommen hat, wird es bald schwierig werden, die Vorbereitungen aufeinander abzustimmen. Die Klimawissenschaftlerin am Senckenberg Institut wurde in 32:49 min für die LG Region Landshut Sechste. Ende Juni startet sie letztmals bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften über 10 km, pB 36:50 min, denn mit der Promotion ist sie nun am Ende ihrer Studentenzeit angelangt.

Nadja Heininger vom SSC Hanau-Rodenbach wird 4. vor ... ... Giselle Riviera Alvarrez aus Chile Julia Brugger von der LG Region Landshut läuft auf Rang 6 Mit Gesamtrang 13 gewinnt Sabine Hock vom TV Haibach bei ihrer 25. Teilnahme die W55

Ein wieder starkes Rennen lieferte Nadja Heininger ab, die für den SSC Hanau-Rodenbach Vierte in 31:09 min wurde. Bereits beim Monnemer 10er im Rahmen des Mannheimer Dämmer Marathon war sie am Samstag vor Aschaffenburg in 38:31 min Fünfte geworden. Den fünften Platz beim Citylauf erlief sich Giselle Riviera Alvarez aus Chile in 31:55 min. Sie hat Zeiten von 16 Minuten über 5000 m und 33 Minuten über 10.000 m, hatte sich 2018 für den Marathon bei den Panamerikanischen Spiele qualifiziert und dort erstmals an einem internationalen Rennen teilgenommen. 2019 startete sie dann erstmals in Europa. Die 30jährige aus Puerto Montt, einer Hafenstadt im Süden Chiles trainiert bevorzugt in Peru und sieht ihre sportliche Zukunft im Marathon. In einer Woche wird die in der Physiotherapie im Sportbereich tätige für ein halbes Jahr freigestellte Chilenin noch einen 5 km Elitelauf bei der Nacht von Hasbergen bei Osnabrück bestreiten und danach zurückfliegen um erneut zu versuchen sich für die Panamerikanischen Spiele zu qualifizieren, über 10.000m oder Marathon. Ihr Manager fand das Niveau des Laufs als auch der Organisation sei in Aschaffenburg sehr hoch gewesen.

Das Podium im Dreikampf. Mit der 1 Homiyu Tesfaye, Ehemann der Citylauf-Siegerin 39jähriger Sieger Joel Kipkenei Melly aus Eldoret Patrick Karl vom TV Ochsenfurt freut sich über Rang vier

Bei den Männern stellten sich zwei Kenianer Homiyu Tesfaye in den Weg. Der Frankfurter im Trikot des TSV Pfungstadt hatte mit einem leichten Abschluss seiner Vorbereitungen für seinen Nationalteameinsatz beim am 28. Mai im französischen Pacé termininerten European 10.000m Cup gerechnet und traf in Aschaffenburg auf Joel Kipkenei Melly und dessen Teamkameraden und Landsmann Simon Mwangi Waithira vom österreichischen run2gether.com, die nicht gewillt waren, bei ihrem ersten Aufenthalt in Deutschland klein beizugeben. Hin und her gerissen, einerseits gewinnen zu wollen, dies aber ohne allzu viel in die Waagschale zu werfen, ließ Tesfaye die beiden Kenianer ziehen und holte sich am Ende aber doch noch den zweiten Rang in 24:12 min vor Simon Mwangi Waithira, Dritter in 24:18 min. Tagesschnellster war Joel Kipkenei Melly in 23:31 min. Beide Kenianer waren zum ersten Mal in Deutschland gestartet, für Simon Mwangi Waithira ist es gar der erste Europa-Aufenthalt. Beide sind vor einer Woche in Wien angekommen und werden noch einen Monat in Europa bleiben.

M40-Sieger und 6. gesamt Joseph Katib von der LG Braunschweig führt hier noch vor den zwei schnellsten der Unterfrankenwertung Patrick Karl (4.) vom TV Ochsenfurt und Silas Schmitt (re./5.) vom TV Goldbach Jürgen Zehnder vom TSV Pfungstadt gewinnt als 13. die M45 Ulrich Amborn, ELT Großheubach, siegt mit 34:36 in der M65

Als Vierter nach 25:46 min kam der beste Unterfranke, Patrick Karl vom TV Ochsenfurt, ins Ziel. Seine Teilnahme ist einer Corona-Infektion zu verdanken, denn eigentlich wollte der 26-Jährige, der bei der Bayerischen Polizei im Spitzensportprogramm vom Dienst weitgehend freigestellt ist, längst bei Bahnläufen starten. Den Citylauf nahm der 3000m Hindernisläufer mit einer Bestzeit von 8:30,63 min als willkommenes Tempotraining. Der Viertplatzierte der letzten Deutschen Meisterschaften hält an seinen Zielen fest, Medaille bei den Deutschen und Qualifikation für die Europameisterschaft in München.

Zieleinlauf, Verpflegung und Rennanalysen vor dem imposanten Schloss Johannisburg Frank Keller www.acoustic-lounge.de stimmte auf die Siegerehrung in der Stadthalle ein und untermalte die Zeremonie mit Gesang und akustischen Klängen aus seiner Gitarre

Der noch 20jährige Silas Schmitt vom TV Goldbach folgte in 25:53 min als Fünfter und zweitbester Unterfranke. "Mit dem Lauf bin ich sehr zufrieden, vor allem auch, weil es ganz normal aus dem Training heraus war und ich mich nicht speziell vorbereitet hatte", so die Stellungnahme des in Ansbach internationales Management studierenden Triathleten, der bereits am folgenden Wochenende beim Afrika Cup in Ägypten auf Punktejagd fürs World Ranking gehen wird. "Ich absolviere ein Fernstudium, das extra auf Leistungssport ausgelegt ist." Als Kurzdistanz-Triathlet ist er am Bundesstützpunkt in Nürnberg in der U23/Elite Gruppe, startet auf der Sprintdistanz oder in Einzelfällen auf der Olympischen Distanz. Seine Zielsetzung ist: "Ein gutes Rennen machen und die eine oder andere Top-Platzierung erreichen. Das gilt auch für die Triathlon Bundesliga, wo er für das HEP Team SUN startet und die damit verbundene Deutsche Meisterschaft. Es war seine dritte Teilnahme am Citylauf, "…aber das erste Mal, wohl altersbedingt, dass ich vorne mitmischen konnte."

Der TV Schweinheim stellte mit Anna Grzella (37:25) und Jonathan Busch (31:16) die schnellsten in der U18-Wertung Schnelle Senioren vor dem Schloss Johannisburg: Uwe Bernd (re.) von der LG Rüsselsheim gewinnt die M60 in 32:57 und Markus Riefer vom SSC Hanau-Rodenbach wird in 31:01 3. der M55 Die Gruppe vom TSV Pfungstadt v.l.: Ehepaar Jürgen (1.M45) und Tanja Zehnder (2.W45), Gerald Hoffmann und Ehepaar Maryam Jusuf Jamal (1.) und Homiyu Tesfaye (2.)
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Entlang des beliebten Rundkurs mit dem grandiosen Zieleinlauf am Marktplatz unmittelbar vor dem Renaissance-Schloss Johannisburg hatten sich wie immer viele Zuschauer eingefunden und feierten ausgelassen die Akteure und vielleicht mehr noch, dass wieder das Leben auf die Straßen zurückgefunden hat. Mit den Siegerehrungen in der noblen Stadthalle endete der Citylauf in Aschaffenburg stimmungsvoll. Ein sehr gelungener Restart am Ende einer langen Durststrecke. Man kann dem neuen Organisationsteam nur gratulieren. Etwas verwundert stellte Silke Zschirpe, seit 25 Jahren in Sachen Citylauf die rechte und linke Hand des Renndirektors, die Diskrepanz von 2138 Anmeldungen zu 1645 Zielerfassungen fest. Dass 20 bis 30 Prozent ihren bezahlten Startplatz erst gar nicht wahrnehmen ist derzeit allerdings Usus und wiederholte sich nun leider auch in Aschaffenburg.

Mit den verdienten Lorbeeren aus dem Jahr 2022, kann die langjährig vereinbarte Zusammenarbeit an die nächste Ausrichtung am 5. Mai 2023 gehen. Ob man dann tatsächlich sicherer planen kann, wird sich jedoch zeigen müssen. Nach dem Restart war Funktionsteam-Chef Günter Guderley einfach nur "mega glücklich": Das Team war super und dazu kam das Wetterglück!

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Ergebnisse www.citylauf-aschaffenburg.de
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.

Datenschutzerklärung