24.4.22 - 36. Haspa Marathon Hamburg

Rekordepurzeln und Teilnehmerrückgang beim Frühjahrshighlight

von Jörg Engelhardt 

Direkt zum Auszug Ergebnisliste Haspa Marathon Hamburg 2022 HIER

 

Bei strahlendem Sonnenschein und widrigen Windbedingungen erlebt Deutschlands größter Frühjahrsmarathon eine Rückkehr zur Normalität, die sportlich einerseits von beeindruckenden Rekorden, aber andererseits auch von großen Enttäuschungen geprägt ist.

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Strecken über Marathon, Halbmarathon und Marathonstaffel locken zum Frühjahrshighlight in Hamburg
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Hamburg in strahlender Frühlingssonne unter weiß-blauem Himmel von beeindruckenden Wasserflächen mit glitzernden Oberflächen mal durchdrungen und mal umsäumt. Man muss es neidlos anerkennen. Unter den drei größten Marathonveranstaltungen, die es in Deutschland gibt, ist Hamburg mit Sicherheit das Großereignis mit der optisch schönsten Streckenführung. Wasser-, Park- und Grünanlagen mit schattenspendenden Alleepassagen bieten einerseits ein optisch reizvolles Wechselspiel aus vielschichtigen Farben und erfrischenden Frühlingsdüften, andererseits aber auch viel weltstädtisches Großstadtflair und eben für Hamburg typisches Hafenpanorama. In dieser Prachtfülle hat die Hansestadt an Elbe-, Alster und Bille gelegen, gegen die beiden anderen Platzhirsche im deutschen Marathonkalender, Berlin und Frankfurt, klar die Nase vorn.

 

Doch der Schönste unter den drei größten deutschen Marathonläufen, hat auch einen Makel, der heute für einige Eliteläufer, aber auch für viele ambitionierte Teilnehmende aus dem Freizeitlaufbereich zum Fallstrick werden sollte.

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Denn der Schönste, unter den drei Großen, ist auch mit Sicherheit, der Schwerste von ihnen. Auch Deutschlands zweitschnellste Olympiateilnehmerin Deborah Schöneborn lässt durchblicken, dass sie diese Strecke, trotz des begeistert mitgehenden Publikums an den äußerst sehens- und erlebenswerten Stimmungsnestern im Streckenverlauf als durchaus anspruchsvoll empfindet. Auch sie hatte in den jeweiligen Passagen mit zuweilen recht kräftigem Gegenwind zu kämpfen.

Während die Außenalster mit ihrer imposanten Kulisse im Hintergrund schon die ersten Spaziergänger anlockt, sind die teilnehmenden Läufer voll auf ihren Wettkampf fokussiert Nicht nur an der Binnenalster, auch im übrigen Streckenverlauf bietet der größte deutsche Frühjahrsmarathon jede Menge landschaftliche Schönheiten, die die Veranstaltung gerade auch für weniger ergebnisorientierte Läufer aus der ganze Welt zu einem Anziehungspunkt machen. Die gelungene Mischung aus Großstadtflair und idyllischen Landschaftsbildern ist für Marathonveranstaltungen in dieser Größenordnung zumindest in Europa schon sehr einzigartig

Dazu kam an einigen Abschnitten eine durchaus hügelige Profilierung, mit der viele Teilnehmende die sich im Hamburger Stadtgebiet wenig oder gar nicht auskennen, so nicht gerechnet hätten. Denn obwohl Hamburg in Norddeutschland liegt, ist es keinesfalls so topfeben, wie man sich das in den klischeebehafteten Vorstellungen über diesen eher als durchgängig flach pauschalisierten Landstrich, immer so ausmalt. Keine Frage, die Hamburger Strecke kommt nicht durchgängig ohne widrige Ecken und Kanten aus. Dennoch enthält der zu belaufende Parcours auch eine rund 5 Kilometer lange bergabführende Passage, die sich zudem durch das heutige Windspiel, das sich an vielen Stellen als unangenehmer Gegenwind entpuppte, gerade an diesem Punkt als hilfreich erwies, weil es just beim Erreichen dieses Kursbestandteils zum Rückenwind mutieren sollte. Wohl dem, der sich bis zu diesem Zeitpunkt seine Kräfte gut eingeteilt hatte. Denn von nun ab ließ sich die Strecke im Falle noch vorhandener Körner ohne weiteren Tempoeinbruch zu Ende laufen.

Doch gerade diese noch zu mobilisierenden Kraftreserven lassen sich im Regelfall nur durch jahrelange Erfahrung, die von ebenso langem und auch entsprechend hochwertigem Training begleitet wird, zum Leben erwecken. Doch besitzt ein Großteil der ins Ziel kommenden 6619 Aktiven auf der Marathondistanz hier diese Reserven schon längst nicht mehr. Es ist die Zeit, wo sich der einstmals flüssige Laufschritt, der vielleicht, auf den ersten beiden Dritteln des Rennens noch vorhanden war, sich längst verflüchtigt hat und von einem schmerzerzeugenden " Schweinsgalopp" verdrängt wird. Die Schritte werden schwerer und schwerer und die Bodenkontakte der beiden Füße verlängern sich ebenfalls. Dadurch ergibt sich eine bremsende Wirkung, die das selbstgesteckte Zeitziel mehr und mehr in unerreichbare Ferne rücken lässt.

Selbst bei Km 16 halten sich die späteren Sieger noch zurück. Die Pacemaker bestimmen die Szenerie und tragen ihren Teil bei, dass neben Sieger Cybrian Kotut drei weitere Läufer unter dem langjährigen Streckenrekord von Eliud Kipchoge bleiben werden

Gerade jetzt heißt es: Trotzdem durchhalten und nicht aufgeben und sich mit dem beindruckenden Zieleinlauf über den roten Teppich auf dem Hamburger Messegelände zu entschädigen, den Beifall des von Menschenmassen gesäumten Streckenrandes mitnehmen und sich von der kameradschaftlichen Atmosphäre im Athletenbereich wieder aufbauen zu lassen. Doch soweit kam es für viele, der mit großen Hoffnungen ins Rennen gegangenen Teilnehmenden, schon gar nicht mehr.

 

Denn von den nach Veranstalterangaben ca. 20.000 gemeldeten Teilnehmern in allen vorhandenen Wettbewerbsangeboten, also auch Halbmarathon und Staffelwettbewerbe, kamen bis zum Ende der Veranstaltung gerade noch 13.562 Läuferinnen und Läufer ins Ziel.

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Quo Vadis Hamburg?

Diese Frage drängt sich auf, denn mit Ausnahme der letztjährigen Auflage, die aufgrund der pandemischen Situation lediglich 5000 Teilnehmende zulassen durfte, ist die heute ermittelte Finisherzahl von 6689 im namensgebenden Marathonlauf schon ein bisschen besorgniserregend. Bis 2019 noch waren Finisherzahlen von 10.000 + X auf der längsten und auch schwersten Strecke des Tages eigentlich ortsüblicher und auch jährlich wiederkehrender Standard. Die im Mai kommenden Marathonveranstaltungen in anderen deutschen Großstädten werden zeigen, ob sich dieser Teilnehmerrückgang nur auf die Hamburger Veranstaltung beschränkt oder sich gar bundesweit weiterhin fortsetzt.

In der Passage zwischen Binnenalster und dem weltweit bekannten Hotel "Vier Jahreszeiten" läuft es noch bei Philipp Pflieger (SCC Berlin). Doch bei km 30 muss er das Rennen, ohne Aussicht auf sein Ziel, Erfüllung der EM Qualifikationsnorm, aufgeben. Neben ihm im roten Dress Filimon Abraham von der LG Telis Finanz Regensburg, bislang vor allem im Berglauf bekannt, der sein Marathondebüt im Flachen ebenfalls nicht beenden konnte Auch Florian Röser vom TV Konstanz, wird die EM Qualifikationsnorm von 2:14:30 h nicht schaffen, darf sich dafür aber bei seinem Debüt mit dem Nimbus des schnellsten Deutschen dieser Auflage schmücken (21. in 2:15:03). Der direkt hinter ihm laufende Tim Cherif Ramdane (LG Telis Finanz Regensburg) wird nach 2:17:31 h auf Platz 26 einkommen und hinter Johannes Motschmann (2:17:08; SCC Berlin) drittschnellster Deutscher werden

 

Bei den Teilnehmenden im Elitebereich war das Feld auch in früheren Zeiten schon immer überschaubar. Denn Frauen und Männer, die eine solch lange Distanz in weniger als 2:30 h bewältigen können, waren auch vor Jahren und Jahrzehnten schon immer in der Minderheit. Doch bei einem Großstadtmarathon mit zurückgehender Teilnehmerresonanz im Freizeitsportbereich, stellt sich irgendwann die Frage nach seiner wirtschaftlichen Durchführbarkeit. Zumal gerade Sponsoren, ohne die ein solches Großereignis nun mal nicht auskommt, ihr finanzielles Engagement überdenken könnten, wenn das Marktpotential kaufkräftiger Kunden aus dem Freizeitsportbereich immer kleiner wird.

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Dennoch: Trotz dieser begründeten Zweifel, hat auch Hamburg wieder eine Großveranstaltung auf sportlich allerhöchstem Weltniveau gesehen, die zudem einmal mehr sehr gut organisiert war. Die heute nicht angetretenen Teilnehmer könnten allen Grund haben, ihr Nichterscheinen nachträglich zu bedauern.

Begleitet von ihrem Tempomacher und einem Kamerateam des Norddeutschen Rundfunks steuert Yalemzerf Yehualaw aus Äthiopien unbeirrt auf einen neuen Streckenrekord zu Bis Km 28 wird Joseph Katib von der LG Braunschweig seine Clubkameradin Kristina Hendel zu einer neuen Bestzeit ziehen. Danach wird bis ins Ziel der neben ihr laufende Mario Wernsdörfer von der LG Bamberg diese Aufgabe übernehmen. Der Gewinner des München Marathons 2017 wird mit 2:27:30 eine Sekunde nach ihr den Zielstrich überqueren

42,195 Km - Marathon

Dem zahlreich vorhandenen Publikum, am Streckenrand wie auch im Zielbereich, wurde so einiges geboten. Im Männerrennen beendeten immerhin 8 Athleten ihren Lauf unter einer Endzeit von 2:07:00 h. Dies allein ist schon sehr bemerkenswert, denn bei den meisten der bisherigen Auflagen war um diese Zeit noch nicht einmal der Erste im Ziel. Das aber gar vier Läufer unter der im Jahre 2013 aufgestellten Streckenrekordzeit von 2:05:30 h bleiben sollten, die von keinem geringeren als dem amtierenden Weltrekordler und Olympiasieger Eliud Kipchoge aufgestellt wurde, hatte dann doch so absolut niemand auf der Rechnung. Auch bei Kilometer 16 und weit darüber hinaus blieb ein recht großes Teilnehmerfeld dicht beisammen.

Erst hinter Kilometer 30 reduzierte sich die Führungsgruppe auf nunmehr sechs Teilnehmende. Von denen schlussendlich in der alles entscheidenden Phase des Rennens mit Cybrian Kotut aus Kenia und dem ugandischen Läufer Stephen Kissa lediglich zwei Siegesanwärter übrig blieben. Doch auch unter diesen sollte die Entscheidung um den Sieg erst kurz vor dem Zielstrich fallen. Zudem sickerte schnell durch, dass eine neue Streckenrekordzeit durchaus möglich war. Beide mussten bis zum Schluss voll auf Zug bleiben, wenn sie ihren nunmehr einzigen und ärgsten Widersacher am Ende besiegen wollten.

Wie schon ihre Zwillingsschwester Rabea in Hannover, kann auch Deborah Schöneborn auf die zuverlässigen Tempomacherdienste von Steffen Uliczka bauen und die Qualifikationsnorm für die Europameisterschaft in München unterbieten Was wäre ein Hamburg Marathon ohne die schnellste Hamburgerin im Feld ? Nach dem Sieg beim Halbmarathon des Marathons in Hannover schreibt Tabea Themann vom Turnerbund Hamburg-Eilbeck ihre persönliche Erfolgsgeschichte fort und sichert sich nach 2:40:45 h überlegen den Titel der Hamburger Landesmeisterin

Ein Rennen mit körpernahem Schlussspurt kennt man sonst eher aus dem Sprintbereich. Am Ende hatte Cybrian Kotut die etwas bessere Ausgangsposition und konnte den Tagessieg in 2:04:47 h perfekt machen. Stephen Kissa musste sich sichtlich enttäuscht, wenn auch nur um eine Sekunde geschlagen geben. Nach 2:04:48 h blieb für ihn die Uhr stehen, was den zweiten Platz in einer Zeit zur Folge hatte, die immer noch um 42 Sekunden unter dem bisherigen Streckenrekord liegt. Mit Workineh Tadesse aus Äthiopien (2:05:07 h) als Drittem war das Männerpodium schon vollständig. Auch Victor Kiplangat aus Uganda erzielte in 2:05:09 h eine Endzeit, die schneller war als der alte Streckenrekord.

Packender Kampf um den Sieg. In einem dramatischen Kopf an Kopf Rennen hat der Kenianer Cybrian Kotut gegen Stephen Kissa aus Uganda das bessere Ende für sich und kürt sich damit mit neuem Streckenrekord zum Sieger des 36. Haspa Hamburg Marathon Enttäuschung über die knappe Niederlag bei Stephen Kissa, Freude bei Cybrian Kotut und Organisationschef Frank Thaleiser über den neuen Streckenrekord

Die ersten 14 Plätze sollten allesamt an Athleten aus Afrika gehen. Erst auf Platz 15 kam mit Andrew Buchanan aus Australien der erste Nicht-Afrikaner ein. Seine Endzeit betrug 2:12:23 h. Bester Europäer auf Platz 18 wurde Jonas Leandersson aus Schweden, der nach 2:13:58 h sein Rennen beenden konnte. Aus deutscher Sicht konnten weder Philipp Pflieger (SCC Berlin), noch Filimon Abraham (LG Telis Finanz Regensburg) die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Philipp Pflieger ging bei Km 30 aus dem Rennen und Filimon Abraham gab bei Km 35 auf. Auch Johannes Motschmann vom SCC Berlin, der nach 2:17:08 h auf Platz 24 im Gesamteinlauf ins Ziel lief, zeigte sich anschließend sehr enttäuscht. Bester Deutscher wurde unerwartet Florian Röser (TV Konstanz), der sein Rennen nach 2:15:03 h auf Rang 21 beenden konnte und damit ein gutes Marathon-Debüt feiern konnte. Tim Ramdane Cherif (LG Telis Finanz Regensburg) konnte dann nach 2:17:31 h als letzter Deutscher unter der Marke von 2:20 h bleiben und sein Rennen auf Platz 26 beenden.

Nach dem Zieleinlauf erfolgt für Cybrian Kotut die obligatorische "Ehrenrunde" mit Landesflagge vor dem Publikum Die Weltrekordlerin im 10 Km Straßenlauf Yalemzerf Yehualaw feiert ihren Sieg mit dem schnellsten Marathon Debüt aller Zeiten

Wesentlich besser lief es bei den deutschen Frauen. Hier konnte Kristina Hendel (LG Braunschweig) für den Höhepunkt sorgen. Die gebürtige Kroatin, die schon seit längerer Zeit die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, wartet derzeit noch auf ihre Startgenehmigung für den Deutschen Leichtathletikverband. Dem Vernehmen nach ist dem Nationalitätenwechsel durch den Leichtathletikweltverband mittlerweile stattgegeben. Lediglich die Bestätigung durch den Deutschen Leichtathletikverband steht derzeit noch aus. In der anschließenden Pressekonferenz gab sie sich zuversichtlich, dass die Startzusage für Deutschland in den nächsten Tagen bei ihr eintreffen wird. Sollte dies der Fall sein, möchte sie bei den kommenden Heim-Europameisterschaften in München die deutschen Farben vertreten.

Kristina Hendel wird von Tempomacher Mario Wernsdörfer (1006) und Ehemann Sebastian Hendel nach ihrem Zieleinlauf ein wenig unterstützt Alsbald erholt, freut sich Kristina Hendel über ihre erbrachte Leistung als schnellste deutsche Läuferin und 5. Frau im Ziel

Der Rennverlauf gestaltete sich dennoch schwierig für sie. Zu Beginn des Rennens wurde sie von Krämpfen geplagt, die dann wieder verschwanden. Auch auf den Streckenpassagen mit viel Gegenwind tat sie sich sehr schwer. Glücklicherweise hatte sie mit dem Gewinner des München Marathons von 2017, Mario Wernsdörfer (LG Bamberg) einen Tempomacher an ihrer Seite, der sie bis zum Schluss begleitete. Am Ende stand unter diesen schwierigen Bedingungen immer noch eine neue persönliche Bestzeit von 2:27:29 h zu Buche, die ihr alles abverlangte. Bei weniger Gegenwind und gänzlich ohne Krämpfe, wäre sie wohl noch schneller gewesen. In dieser Form ist sie für das deutsche Nationalteam eine absolute Bereicherung. Gerade für den in München stattfindenden Mannschaftswettbewerb sollte sie eine Verstärkung sein.

Trotz langwieriger Knieverletzung war auch Deborah Schöneborn (SCC Berlin) heute wieder auf dem Weg der Besserung. Die Qualifikationsnorm zur kommenden Europameisterschaft konnte sie schon wieder unterbieten und nach 2:29:51 h auf Platz 9 im Gesamteinlauf ihren Wettkampf als zweitschnellste deutsche Läuferin zu Ende bringen. Nun will sie sich in den nächsten Monaten fokussiert auf das internationale Großereignis im eigenen Land ausrichten, um bis dahin in einer noch besseren Form zu sein. Dort möchte sie natürlich auch gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Rabea für ein erfolgreiches Abschneiden der deutschen Mannschaft sorgen. Ein deutsches Team mit diesen drei Läuferinnen wäre an und für sich schon gut aufgestellt. Nun bleibt abzuwarten, wer die übrigen deutschen Plätze, entweder bei der WM in Eugene/Oregon oder der Europameisterschaft in München, besetzen wird. Mit Jana Soethout konnte dann nach 2:34:28 h eine weitere deutsche Läuferin mit Platz 10 im Gesamteinlauf ihren Lauf abschließen.

Nach 2:30:14 h sichtlich erfreut im Ziel, der schnellste Hamburger im Feld, Benjamin Franke vom LT Haspa Marathon Hamburg. Der neue Hamburger Landesmeister genießt die Gratulationskur der Zwillinge Rabea (links) und Deborah Schöneborn rechts Neben seinem Einzeltitel konnte Benjamin Franke auch noch den Gewinn der Hamburger Meisterschaft mit der Mannschaft LT Haspa Marathon Hamburg feiern. Jean-Pierre Rollnik (1095) in 2:43:00 h und Jannik Schütt (1094) in 2:41:37 h brachten die weiteren notwendigen Ergebnisse bei. Bei den Frauen siegte das Team Turnerbund Hamburg-Eilbeck. Neben der bereits erwähnten Tabea Themann, waren noch Hanna Tempelhagen (2:47:08 h) undSahra Christiane Wiest (3:09:54 h) an diesem Erfolg beteiligt

Höhepunkt des Tages war allerdings der überlegene Sieg der Weltrekordlerin im 10-Km-Straßenlauf, Yalemzerf Yehualaw, die von Beginn an ein sehr einsames Rennen lief. Streckenrekord und schnellstes Marathon-Debut aller Zeiten lagen bei dem Soloauftritt zudem noch in Reichweite. Nach 2:17:23 h war es dann gewiss, Yalemzerf Yehualaw hatte den Streckenrekord von Messelech Melkamu um mehr als 4 Minuten unterboten. Zudem gab sie damit auch das weltweit schnellste Marathondebut aller Zeiten. Hier stand bisher die Bestmarke bei 2:18:56 h, die die Britin Paula Radcliffe bei ihrer Marathonpremiere in London im Jahre 2002 aufgestellt hatte. Die heutige Zeit markiert zudem den sechstschnellsten Marathon, den je eine Frau gelaufen ist.

Auf Rang 2 kam dann mit Fikrte Wereta eine weitere Äthiopierin, die jedoch nach 2:26:15 h schon einen deutlichen Rückstand auf die Siegerin hatte. Bone Cheluke sorgte dann nach 2:26:13 h dafür, dass das Podest allein mit Läuferinnen aus Äthiopien besetzt war.
1524 Frauen und 5095 Männer kamen ins Ziel.

Julien Jeandrée, der bei Meisterschaften für den TSV Bayer Leverkusen startet, wird den Halbmarathon mit nur 4 Sekunden Vorsprung vor Nicholas Wilde vom Turnerbund Hamburg Eilbeck (Startnummer 16021), der rechts neben ihm läuft, nach 1:08:30 h als Gewinner beenden. Nicholas Wilde belegt in 1:08:34 h den zweiten Platz Fabian Fiedler (TV Waldstraße Wiesbaden) im blauen Trikot, fährt als Dritter mit dem letzten freien Podiumsplatz zurück in die hessische Landeshauptstadt. Der Österreicher Sebastian Bauer, der auf der Kennedybrücke noch neben ihm läuft, fällt auf Platz 5 zurück

Bei den Hamburger Meisterschaften setzte sich Benjamin Franke (LT Haspa Marathon Hamburg) nach 2:30:14 h gegen Christian Hiller (Turnerbund Hamburg-Eilbeck) 2:30:21 h durch. Den Bronzeplatz belegte Yannik Schütt (LT Haspa Marathon Hamburg) nach 2:41:37 h.

Tabea Themann vom Turnerbund Hamburg-Eilbeck, die erst jüngst beim Marathon in Hannover auf der Halbmarathondistanz den Sieg davon getragen hatte, gewann wie erwartet den Hamburger Meistertitel bei den Frauen nach 2:40:45 h. Ihre Vereinskameradinnen Hanna Tempelhagen (2:47:08 h) und Sarah Christiane Wiest (3:09:54 h) folgten auf den Plätzen 2 und 3.

Die vereinslose Sophie Wallner (verdeckt im schwarzen Trikot), wird das Frauenrennen nach 1:17:18 h für sich entscheiden. Katharina Saathoff vom Braunschweiger Laufclub (Nr. 6002) wird nach 1:17:39 h den zweiten Platz belegen Carina Fierek (Tus Xanten), die besonders bei Volks- und Straßenläufen in Nordrhein-Westfalen immer mal wieder Podestplätze erläuft, schafft es auch in Hamburg als Dritte nach 1:21:19 h auf das Treppchen zu laufen

Auf der Halbmarathondistanz siegte Julien Jeandrée (Asolute Run) nach 1:08:30 h, vor Nicholas Wilde (Turnerbund Hamburg-Eilbeck) 1:08:34 h. Rang 3 belegte Fabian Fiedler vom TV Waldstraße Wiesbaden, der nach 1:10:44 h zuhause war.

Bei den Frauen war Sophie Wallner nach 1:17:18 h erfolgreich, vor Katharina Saathoff (Braunschweiger Laufclub), die nach 1:17:39 h ihren zweiten Platz festmachen konnte. Dritte wurde Carina Fierek (TuS Xanten), die ihr Rennen nach 1:21:19 h beendet hatte.

Spiridon Frankfurt und der Hamburg Marathon, das hat seit 1986 seine ganz eigene Tradition. Mitbegründer von Hessens mitgliederstärkstem Lauf- und Ausdauersportverein war mit Gerhard Schröder ein gebürtiger Hamburger, den es aus beruflichen Gründen einst in die Main-Metropole verschlug, wo er über 25 Jahre den Verein als Vorsitzender führte. Der spätere Ehrenpräsidenten animierte seine VereinskameradInnen immer wieder zur Teilnahme am Marathon in seiner Geburtsstadt. Ein Ruf, dem Jahr für Jahr wenigstens eine zweistellige Anzahl Vereinsmitglieder folgte. Auch heute fanden wieder 12 Frauen und Männer im blau-gelben Trikot den Weg ins Hamburger Ziel. Schnellster Spiridoni war Philipp Bartels, der in neuer persönlicher Bestzeit von 2:39:42 auf Rang 79 finishte. Schnellste Spiridonna war Anna Baum, die nach 3:16:47 h auf Frauenplatz 71 rangierte. 2021 ist Gerhard Schröder verstorben und ruht nun unter Hamburger Erde Siegerin Yalemzerf Yehualaw und die Drittplazierte Bone Cheluke freuen sich über ihre Podestplätze. Lediglich die zweitplatzierte Fikrte Wereta fehlt bei der Zeremonie. Ihr ging es nach dem Lauf so schlecht, dass sie sich für ihr Fernbleiben entschuldigte
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Ansonsten lief alles rund. Dazu Organisationschef Frank Thaleiser: "Dies war ein tolles Frühlingscomeback für uns. Wir konnten ein großes und tolles Rennen auf Hamburgs Straßen präsentieren und sind stolz auf die starken Resultate mit zwei neuen Streckenrekorden und einem buchstäblich einmaligen Debut von Yalemzerf Yehualaw:"

Zumindest sportlich hat die diesjährige Auflage Leistungen hervorgebracht, die im kommenden Jahr nicht so ohne weiteres zu toppen sein werden. Oder vielleicht ja doch?

Die Antwort gibt es im kommenden Jahr.

Auszug Ergebnisliste Haspa Marathon Hamburg 2022
  Frauen
Platz Name Verein Zeit
1 Yehualaw, Yalemzerf (ETH)  
2:17:23
2 Wereta, Fikrte (ETH)  
2:26:15
3 Cheluke, Bone (ETH)  
2:26:23
4 Mekonnen, Tseginesh (ETH)  
2:26:29
5 Hendel, Kristina (GER) LG Braunschweig
2:27:29
6 Jeptoo, Priscah (KEN)
2:28:48
7 Chacha, Rosa (ECU)  
2:28:52
8 Mulu, Gadise (ETH)  
2:29:37
9 Schoneborn, Deborah (GER) SCC Berlin
2:29:51
10 Soethout, Jana (GER) Berliner Track Club
2:34:28
..14 Themann, Tabea (GER) Turnerbund Hamburg Eilbeck
2:40:45
..18 Tempelhagen, Hanna (GER) Turnerbund Hamburg Eilbeck
2:47:08
..19 Uphoff, Tinka (GER) Eintracht Frankfurt
2:48:22

Auszug Ergebnisliste Haspa Marathon Hamburg 2022
  Männer
Platz Name Verein Zeit
1 Kotut, Cybrian (KEN)  
2:04:47
2 Kissa, Stephen (UGA)  
2:04:48
3 Tadesse, Workineh (ETH)  
2:05:07
4 Kiplangat, Victor (UGA)  
2:05:09
5 Negewo, Abebe (ETH)  
2:06:05
6 Bere, Masresha (ETH)
2:06:44
7 Kiptoo, Edwin (KEN)  
2:06:52
8 Kiptoo, Abraham (KEN)  
2:06:59
9 Asmare, Bazezew (ETH)  
2:07:13
10 Ngeno, Bernard (KEN)  
2:07:27
..21 Röser, Florian (GER) TV Konstanz
2:15:03
..24 Motschmann, Johannes (GER) SCC Berlin
2:17:08
..26 Ramdane Cherif, Tim (GER) LG Telis Finanz Regensburg
2:17:31

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse & Infos haspa-marathon-hamburg.de

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