10.4.22 - 49. Griesheimer Jacobi-Straßenlauf

Positiv denken - Aktiv bleiben

von Anette Judith Scholl 

Positives Denken zahlte sich aus

Für viele Laufsportbegeisterte kamen die guten Nachrichten plötzlich Schlag auf Schlag: Der bekannte und beliebte Griesheimer Straßenlauf sollte tatsächlich stattfinden. Aufgrund der neuen Coronaschutzverordnung war die 3G-Regel passé, Teilnahmebeschränkungen und Zugangskontrollen entfielen komplett, sogar Umkleiden und Duschen waren verfügbar. Der Meldeschluss wurde bis zum Vorabend um 20 Uhr verlängert. Sowohl Kuchentheke und Outdoor Catering waren vorbereitet, als auch Siegerehrungen für alle Altersklassen. Die Wetterprognose passte ins Bild, zwischen 9 und 13 Uhr sollte es 4 bis 10 Grad geben, es war sogar von Sonne die Rede. Das positive Denken hatte sich für den TuS Griesheim, Abteilung Leichtathletik, also ausgezahlt, mit insgesamt knapp 700 Meldungen nach zwei Jahren Coronapause waren der Leichtathletik Abteilungsleiter, Ulrich Löhr, und Hauptorganisator Klaus Hofmann zufrieden. "Das sind die besten Anmeldezahlen seit 2014, wenn auch beim Halbmarathon nicht ganz so viele Teilnehmer gemeldet sind."

Griesheimer Jacobi-Straßenlauf mit schnellen 21, 10 und 5 Kilometern - Fotos (2) Oliver Zang
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"Wir freuen uns auf viele bekannte und neue Gesichter." Es kamen viele, das Gewusel und Menschenaufkommen um das Areal der Gerhart-Hauptmann-Schule in Griesheim neben dem Waldspielplatz war enorm, so dass sich zeitweise eine Warteschlange an der Startnummernabholung in der Mensa nicht vermeiden ließ. Alles war profimäßig vorbereitet, Startnummern für den 5km Lauf in Blau, 1km und 10km in Rot und Halbmarathon schwarz auf weiß.

 

Es hatte fast den Anschein, dass es letzten Endes die Teilnehmer und Begleitpersonen waren, die eine solche Großveranstaltung nicht mehr gewohnt und leicht überfordert waren. Von Seiten der Veranstalter klappte alles tadellos.

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Tolles Angebot - mit neuen Laufschuhen einfach schneller ins Ziel Selbst den lila Osterhasen war kalt

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Traditionell machten die Jüngsten den Anfang mit dem Start des Schülerlaufs über 1 Kilometer um 9.30 Uhr, gefolgt vom Bambinilauf über 300m für Kinder unter 6 Jahren. Während der Bambinilauf ohne Zeitnahme über die Bühne ging, war der Schülerlauf für die 43 Mädchen und Jungs der Altersklassen U8/U10/U12 ein "echter" Wettbewerb. Es war auch diesmal nichts Neues, dass die Eltern vor dem Start deutlich aufgeregter waren als deren laufende Töchter und Söhne. Dieter Bremer, nicht nur in seiner Eigenschaft als Streckenchef des Frankfurt Marathon in der Region bekannt, schaffte es als Moderator mit Entertainer-Qualitäten, die Jungen und die Alten zu bespaßen und zu unterhalten, bis endlich der Startschuss fallen konnte.

 

500m bis zum Wendepunkt und wieder zurück zum Ziel waren für die Schüler*innen zu laufen, und als die Schnellsten ins Ziel kamen, zeigte sich mal wieder, dass sich manche Sprichwörter einfach bewahrheiten.

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"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", das scheint auch in Griesheim zu gelten oder eben in der Region Karlsruhe und auch Darmstadt.

Erster Start des Tages - 1km Schülerlauf mit dem Sieger Lorenz Löffler
von der LG Region Karlsruhe vorne weg
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - Martha Behrens läuft als schnellstes Mädchen knapp hinter dem Fünftplatzierten Ibrahim Kanlic von der TuS Griesheim Leichtathletikjugend ins Ziel

Als Sieger lief der elfjährige Lorenz Löffler (LG Region Karlsruhe) nach 3:10min ins Ziel. Er war mit seinem Papa Philipp Löffler mit der Bahn nach Griesheim gekommen, und Philipp Löffler (LSG Karlsruhe) sollte später beim 10km Lauf als zehnter Mann in 35:03min die M40 gewinnen. Das schnellste Mädchen war Martha Behrens (ASC Darmstadt) in 3:43min, und ihre schnelle Mama Alexandra Rechel (ASC Darmstadt) siegte später als vierte Frau im Halbmarathon nach 1:28:44std in ihrer neuen Altersklasse W50. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt sie auch den Streckenrekord über 10km, den sie 2018 auf der damals "neuen" Strecke in 39:26min erlaufen hatte. Zweiter Junge wurde in 3:30min Tom Opp (TuS Griesheim), gefolgt von Jonas Münstermann (TG Traisa) in 3:35min. Platz zwei bei den Mädchen belegte Jenna Kessler in 3:55min (TuS Griesheim Leichtathletikjugend); nur eine Sekunde länger brauchte die neunjährige Fenja Mehr (LG BEC) für ihren dritten Platz.

5km bestenlistenfähig

Der Start zum 5km Lauf erfolgte fünf Minuten nach den Hauptläufen. Obwohl in Griesheim auch die 5 Kilometer Strecke bestenlistenfähig vermessen ist, erreicht sie regelmäßig nicht die Teilnehmerzahlen der anderen Distanzen. 112 Finisher waren diesmal gelistet, und wenn man die 11 Walker hinzuaddiert, ist man exakt bei der 5km-Finisher-Zahl vom 48. Jacobi Straßenlauf 2019. Seit 2017 gibt es den Wettbewerb über die 5km Distanz, und hier können schnelle Zeiten gelaufen werden: Die Strecke ist flach, fast ausschließlich asphaltiert, und einzig am Wendepunkt muss das flotte Lauftempo kurz angepasst werden.

Die drei schnellsten Männer waren innerhalb von gut vierzig Sekunden im Ziel. Christoph Wetzel (TSV Ingstetten) blieb mit seiner Netto-Siegerzeit unter der 18 Minuten Grenze (17:53min), der M35 Zweite Thomas Eichhorn (BSG Merck) finishte in 18:19min, Dritter wurde ein "alter Bekannter": Michael Waraus (Darmstadt) nahm nach längerer Wettkampfpause und einem läuferischen Ausflug zum Rißnertlauf im Karlsruher Oberwald mal wieder hessischen Boden unter die Füße. In Griesheim lief er nach 18:34min hinter den mehr als zwanzig Jahre jüngeren Siegern als Dritter über die Zielmatte.

Es dauerte nicht lange, bis nach 18:55min Anna Lisa Eichhorn (MTV Kronberg Leichtathletik) als erste Frau ins Ziel kam. Mit zwei Minuten Abstand überquerte Silke Driemeyer (SSG Bensheim Triathlon) als zweite Frau über 5km nach 21:00min die Zielmatte. Gina Walter-Bausch (BSG Merck) - früher im Rhein-Neckar-Raum zu Hause und aus beruflichen Gründen nach Hessen "übergelaufen" - folgte ihr dicht auf den Fersen und wurde nach 21:03min Dritte.

10km 2. Lorenz Rau vom ASC 1990 Breidenbach vor Uwe Drescher vom Triahlon Team TuS Griesheim, der auf Rang 3 läuft M40-Sieger Philipp Löffler von der LSG Karlsruhe zwischen den Triahlon Team TuS Griesheim Athleten Oliver Schmoll (1187), der 2. M40 wird und Sascha Petermann (1186; 3.M30) - Fotos (2) Oliver Zang

Ein echter "Straßenlauf" über 10km und purzelnde Rekorde

Der Griesheimer Lauf ist ein Straßenlauf, der den Namen wirklich verdient: Bis auf das ca. 400 Meter kurze Waldstück nach dem Start an der Mensa der Gerhart-Hauptmann-Schule und später auf dem Weg zum Ziel, verläuft die Laufstrecke komplett auf der Straße. Die asphaltierte, verkehrsfreie Strecke über den Griesheimer Nordring und den Weiterstädter Weg in Richtung Gehaborner Hof führt auf dem Hin- und Rückweg über die A67. Ansonsten ist sie flach, eben und bietet praktisch null Schatten, was bei früheren Austragungen durchaus eine Rolle spielte. Beim 49. Griesheimer-Jacobi-Straßenlauf war dem nicht so, denn nachdem es vor dem Start noch kurz genieselt hatte, zeigte sich während des Laufs immer mal wieder die Sonne - aber an den niedrigen, einstelligen Temperaturen änderte das nicht viel.

Wer bei einem Blick in die Meldeliste Namen wie Uwe Drescher, Philip Meidt und Philipp Weng gelesen hatte, konnte ahnen, dass heute schnelle Zeiten angesagt waren. Tatsächlich waren dann bekannte und neue Gesichter zu sehen, und zwar auf den Siegertreppchen des 10km Laufs. Vom Start weg setzte sich Kilian Schreiner (ASC 1990 Breidenbach) an die Spitze des Feldes und blieb uneinholbar in Führung. In 31:00min pulverisierte er gleichsam den Streckenrekord von 33:59min (Marius Lau, 2018). "Es hat Spaß gemacht, aber natürlich ist ein Lauf spannender, wenn man nicht alleine vorausläuft, sondern im Wettbewerb mit ein, zwei anderen Läufern." Kilian Schreiner ist einer der erfolgreichsten hessischen Langstreckenläufer, der u.a. bei den Hessischen Hallenmeisterschaften bereits viermal den Sieg über 3.000m erreichte, zuletzt mit einer Zeit von 8:15:56 Minuten. Seine Bestzeit über 10.000m steht bei 29:06,56 Minuten. Nächstes Ziel sind die Deutschen Meisterschaften auf den Langstrecken (5.000 und 10.000 Meter) am 8. Mai in Pliezhausen.

Die TSG 78 Heidelberg erfolgreich in Hessen mit v.l. M55-Sieger Marcus Imbsweiler, Jurek Hegemann (8. Mann), Nieke Steeger (5. Frau), Lisa Marie Kohl (4. Frau), Philipp Weng (4. Mann) und 2. M50 Andreas Postert Schnelle M55er: Sieger Marcus Imbsweiler (re) von TSG 78 Heidelberg in 36:41 min und 2. Hans- Dieter Jäger von Spiridon Frankfurt in 38:23 min - Foto Oliver Zang

Hinter dem führenden Kilian Schreiner liefen sein Vereinskollege Lorenz Rau (ASC 1990 Breidenbach) und Uwe Drescher (Triathlon Team DSW Darmstadt) fast Kopf an Kopf. Uwe Drescher, in Griesheim kein Unbekannter und Sieger des letzten Weiterstadter Nikolauslaufs, ging das Rennen schnell an und übernahm nach den ersten Kilometern die Führung. Sein Training gab es her, denn er hatte sich in den vergangenen Wochen gut auf die kommende Triathlon Saison vorbereitet. Nach dem Wendepunkt lief es plötzlich nicht mehr so flüssig, die Beine fühlten sich schwer an, Lorenz Rau konnte aufschließen und Uwe Drescher musste ihn vorbeiziehen lassen. An dieser Reihenfolge sollte sich nichts mehr ändern. Lorenz Rau wurde in 32:33min Zweiter. Dass es auch schneller geht, hatte er im November 2021 bei den Hessischen Straßenlaufmeisterschaften bewiesen, wo er in 31:42min Zweiter geworden war. "Ich war gut in Form und habe gemerkt, dass Uwe am Anfang zu schnell losgelaufen war. Nach dem Wendepunkt konnte ich meine Chance nutzen."

Uwe Drescher lief nach 32:48min über die Zielmatte und war sichtlich enttäuscht. "Ich habe die letzten Wochen zielgerichtet und konsequent trainiert. Die Arbeit größtenteils im Home Office verschafft einem da mehr Flexibilität. Im Januar in Rüsselsheim war ich 20 Sekunden schneller als heute, und man wünscht sich ja, dass die Leistungskurve nach oben geht, aber nicht sowas."

Siegerin 10km Sarah Overington vom TuS Griesheim 2. Frau über 10km wird Tatjana Euler vom TV Dieburg vor ... Sarah Haustein vom team-naunheim.de
Fotos (3) Oliver Zang

Auch bei den Frauen gab es eine Überraschung, diesmal eine in der Rubrik "bekannte Gesichter". Als erste Frau lief Sarah Overington (TuS Griesheim) ins Ziel, und nun purzelten gleich zwei Rekorde: Sarah verbesserte ihre persönliche Bestzeit um ca. eine Minute auf 38:38min und damit auch gleich den Streckenrekord von Alexandra Rechel. Sarah Overington war überglücklich: "Der Sieg bedeutet mir so viel! Nicht nur, weil ich Bestzeit gelaufen bin. Für mich war der 49. Griesheimer Straßenlauf gleichzeitig mein Abschiedslauf, denn ich werde zurück nach Großbritannien gehen. Natürlich bleibe ich dem TuS Griesheim verbunden und komme immer wieder hierher, aber meinen Lebensmittelpunkt werde ich nicht mehr hier haben."

Als zweite Frau kam Tatjana Euler (TV Dieburg) nach 39:03min ins Ziel und bewies damit einmal mehr ihr Talent und gutes Trainingslevel. Tatjana war im September letzten Jahres Siegerin bei der Premiere des Storchenlaufs in Eppertshausen gewesen. Mit ihrem Griesheimer Ergebnis war Tatjana Euler noch 20 Sekunden schneller als im Februar 2022 beim dritten Durchgang der Winterlaufserie in Jügesheim.

Dritte Frau wurde die zweite Sarah: Nach längerer Verletzungspause hatte Sarah Haustein (team-nauheim.de) bereits vor vier Wochen beim Volkslauf "Rund um den Winterstein" in Friedberg ihre aufsteigende Form bewiesen. Nachdem sie dort noch 7 Sekunden über der magischen 40-Minuten-Grenze geblieben war, konnte sie diese in Griesheim locker unterbieten: Nach 39:28min hatte sie hier die 10 Kilometer abgespult.

Das 10km Siegerpodest mit dem 1. Kilian Schreiner vom ASC 1990 Breidenbach, Vereinskollege Lorenz Rau wird 2. und Uwe Drescher vom Triathlon Team DSW Darmstadt holt sich den 3. Platz Ehrung der schnellsten 10km Frauen mit Siegerin Sarah Overington vom TuS Griesheim, der 2. Tatjana Euler vom TV Dieburg und der 3. Sarah Haustein vom team-naunheim.de - Foto Oliver Zang

Es war ein schnelles 10km-Rennen: Am Ende blieben 20 der 212 Finisher unter 37 Minuten. Philipp Weng (TSG 78 Heidelberg) wurde in 33:53min Vierter ("Alles gut, ich hab' ja letztes Wochenende gewonnen!" Stimmt, da hatte er nämlich bei den Rhein-Neckar-Kreis Langstreckenmeisterschaften in 33:25min gesiegt). Der Sieger des 48. Griesheimer Straßenlaufs Philip Meidt (TGV Schotten) wurde heuer in 34:06min Sechster hinter Felix Kirmaier (Triathlon Team DSW Darmstadt), der nach 33:59min als Fünfter die Ziellinie überquert hatte.

Fast ideale Bedingungen und Top Zeiten im Halbmarathon

Der Halbmarathonstart erfolgte gleichzeitig mit dem 10km Lauf, übrigens für beide Distanzen auch die Auftaktveranstaltung für den Pfungstädter Laufcup, und aufgrund der Nettozeitnahme kam hier kein Gedränge auf. Die HM-Strecke war analog der 10km Strecke ausgewiesen, der Wendepunkt etwas weiter nach hinten versetzt, ansonsten liefen die Läufer*innen mit den rot-auf-weiß und schwarz-auf-weiß Startnummern teils in gemischten Gruppierungen. Für den Halbmarathon musste gleich vier Mal ein Wendepunkt umrundet und die Brücke über die A67 überquert werden. Den Wind hatten wir noch nicht erwähnt, aber er war zu spüren, und oft kam er von vorn. Trotzdem waren die Bedingungen offenbar geradezu ideal, denn bei 170 Voranmeldungen für den Halbmarathon waren es 144 HM-Finisher, und gleich fünf davon blieben unter dem HM-Streckenrekord von Marius Overdick aus 2017: 1:15:14std war in der Liste der Streckenrekorde festgehalten. Drei Triathleten waren aus der Gegend um Kleinostheim gekommen, und fast wäre es ihnen gelungen, zu dritt das HM Siegerpodest einzunehmen. "Der Halbmarathon lag für uns sehr günstig, genau der richtige Zeitpunkt, bevor wir uns auf die Triathlon Saison vorbereiten.", so Halbmarathon-Sieger Tobias Erbacher (TSG Kleinostheim/we.are.endurance). Er brauchte nur 1:11:24std für die 21,1km, David Zimmermann (Spannrit Team TSG Kleinostheim/we.are.endurance) finishte nach 1:11:58std als HM-Zweiter, Fabian Lotter (we.are.endurance) kam nach 1:12:54std als HM-Vierter ins Ziel. Michael Wiebelt (TSG Kaiserlautern), Diplom-Kaufmann in der Immobilienbranche und passionierter Ausdauersportler, hatte sich "dazwischengemogelt" und war nach 1:12:34std auf Platz 3 gelaufen. Damit wiederholte er seine Platzierung vom Halbmarathon in Mörfelden im Februar, mit dem Unterschied, dass er in Griesheim zweieinhalb Minuten schneller war.

Uwe Bernd hat gut lachen - 1. M60 über Halbmarathon Die Schnellsten auf der Halbmarathonstrecke mit v.l. 2. David Zimmermann (TSG Kleinostheim), 3. Michael Wiebelt (TSG Kaiserslautern), Sieger Tobias Erbacher (TSG Kleinostheim) und 4. Fabian Lotter Halbmarathon Siegerin Tinka Uphoff von Eintracht Frankfurt

Bei den Frauen stand die Siegerin schon frühzeitig fest, eigentlich schon beim Blick in die Starterliste. Tinka Uphoff (Eintracht Frankfurt), in der Presse einmal als "Deutschlands schnellste Juristin" bezeichnet, steht für superlative Ergebnisse auf regionalem und nationalem Terrain. In Griesheim kam sie als 8. HM-Finisherin und erste Frau nach 1:20:42std ins Ziel und stellte den Streckenrekord aus 2017 damit in den Schatten. Den damaligen Rekord von Sigrid Bühler (1:23:38std) toppte sie um fast drei Minuten. Zur Siegerehrung kam sie etwas später, es hieß, sie war noch 15km auslaufen, daher hatte es etwas gedauert, aber ganz locker, uneitel und sympathisch nahm Königin Tinka das Pfungstädter Bierfass, die Schokolade und das überdimensionale Glas Weizenbier entgegen.

Zweite Frau wurde Stephanie Weiß (TSV Krofdorf-Gleiberg), 2018 Deutsche W35-Meisterin im Halbmarathon, in 1:23:24std, und auch sie hätte an diesem Tag den Streckenrekord eingestellt. Als dritte Frau kam Lena Becker (TGV Schotten/iQ athletik Team) nach 1:28:05std ins Ziel. Alexandra Rechel darf als HM Vierte durchaus nochmal erwähnt werden, zumal sie mit ihrer Zielzeit von 1:28:44std südhessische Regionalmeisterin und Kreismeisterin im Kreis Darmstadt-Dieburg wurde.

Herzliches Willkommen - in Griesheim nicht nur ein Schlagwort - heißt es 2023 zur 50. Auflage wieder Streckenbeschreibung hat dann bestimmt auch noch Gültigkeit

Vom Laufen und Vater-Sein beflügelt

Der TuS Griesheim hatte noch einen besonderen Halbmarathon-Gast erwartet und ein spezielles Startprozedere für ihn vorbereitet, aber daraus wurde leider nichts, denn es hatte ihn niemand gesichtet. Erst ganz kurz vor dem Start war er aufgetaucht: Christian Flügel (TSV 1886 Kandel) kam nicht nur nach Griesheim, um einen schnellen Halbmarathon zu laufen, sondern weil er den Weltrekord mit Doppel-Babyjogger erreichen wollte. Christian hatte schon Anfang 2020 den Guinness World Record im Halbmarathon mit Babyjogger unterbieten wollen, aber mit Beginn der Corona Pandemie und Absage des damaligen Bienwald-Marathons und allen folgenden Laufevents musste man dieses Ziel erstmal einfrieren. Zwischenzeitlich wurde der zweite Sohn geboren, und so konnte das Training entlang des Rheins bei Germersheim - teilweise in der Elternzeit - mit zwei Kindern im Doppel-Babyjogger weitergehen. Der Weltrekord steht bei 1:14:20std, und am 15. März 2022 in Kandel legte Christian die Halbmarathondistanz mit seinem von Leo (3) und Mateo (1) besetzten Doppelbabyjogger in einer Zeit von 1:15:44 h zurück. Wenn wir das Sprichwort "Nomen est Omen" bemühen, wissen wir nun nicht, ob das Laufen oder das Vater-Sein Flügel verleiht, oder eben die Kombination aus beidem? In Griesheim lief Christian Flügel den Halbmarathon mit seinem Doppel-Babyjogger in 1:14:38std, seine persönliche Bestzeit und überhaupt eine sensationelle Leistung, aber für einen neuen WR hätten es 19 Sekunden weniger sein müssen. Klaus Hofmann brachte es auf den Punkt: "Ich bin sicher, er hätte die Zeit locker rausgelaufen ohne 4-mal Wendepunkt und ohne 8-mal Brückenanstieg, und trotz Wind. Wie auch immer, eine beeindruckende Leistung!" Alle hätten es ihm gewünscht, diese verflixten minus-19 Sekunden, aber Christian sah es nicht verbissen. "Ich habe es auch so genossen, die Zeit mit meinen Söhnen zu verbringen, beim Laufen im Freien, das gemeinsame Training, und vielleicht hilft es, ihnen den Sport und die Zeit in der Natur nahe zu bringen." Mama Larissa erwartete ihre drei Männer im Ziel, und sie war wie immer ganz cool und voller Gelassenheit, und das müssen ihr andere Mütter erstmal nachmachen.

Christian Flügel läuft mit seinen zwei Söhnen im Babyjogger als 5. Halbmarathon Finisher ins Ziel - Foto Oliver Zang Ehre wem Ehre gebührt - Christian Flügel erhält eine eigene Ehrung
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Alles gut gelaufen - der 50. Griesheimer Straßenlauf kann kommen!

Der 49. Griesheimer Jacobi-Straßenlauf wurde seinem Ruf als "Klassiker in der deutschen Laufszene" einmal mehr gerecht und ging geordnet und reibungslos über die Bühne. Im Freien hinter der Mensa wurden für alle Läufe Siegerehrungen durchgeführt, für die Gesamtsieger*innen und die ersten Drei M/W jeder Altersklasse gab es verzehrbare Preise. Eigentlich war es kaum zu glauben, wie das Orga-Team es schaffte, allein die ganzen Urkunden zeitnah und korrekt auszudrucken. Leider waren viele der zu ehrenden Läufer*innen nicht mehr vor Ort, denn es war einfach kalt und eher ungemütlich. Keine ganz leichte Aufgabe für Albert Kobinger, der sein Debüt gab und die Ehrungen mit Sinn und Verstand vornahm, so dass jede/r mit netten Worten und Wertschätzung für die erbrachte Leistung bedacht wurde und freudestrahlend auf dem Siegerpodest stehen konnte.

Spektakulär waren natürlich die vier neuen Streckenrekorde, die an diesem Tag aufgestellt wurden. Aber manch eine/r lief seinen persönlichen Rekord, der hier keine Erwähnung findet und im Ablauf dieser großen Veranstaltung weder ins Gewicht fiel noch Beachtung fand. Für viele - auch und gerade für den TuS Griesheim mit seinen zahlreichen Helfern - war es bei allem Aufwand die reine Freude, dass diese Laufveranstaltung "nach zwei Jahren Pandemüh" endlich wieder unter fast normalen Bedingungen stattfinden konnte. Halten wir am positiven Denken fest und freuen uns auf die 50. Auflage im nächsten Jahr!

Bericht und Fotos von Anette Judith Scholl
Weitere Fotos von Oliver Zang

Ergebnisse www.volkslauf.de - Info www.tus-griesheim.de

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