20.04.19 - 73. Paderborner Osterlauf

Neuer Anmelderekord mit 12.263 Teilnehmern

Vier afrikanische Siege in den Hauptwettbewerben

Rabea Schöneborn wird beim Debüt im HM zweite

Claudia Pechstein holt Bronze bei Inliner HM-DM

von Michael Schardt

Der riesige Andrang am Nachmeldeschalter brachte dem Paderborner Osterlauf einen neuen Anmelderekord ein. Weit über 12.000 Aktive wollten bei herrlichem Sonnenschein dabei sein. Das ist eine Steigerung gegenüber dem bisherigen Rekord aus 2016 von rund 500 Läufern. Rechnet man die Kindergarten- und Grundschulkinder ab, die nicht rubriziert werden, dann bleiben gut 10.000 Anmeldungen in allen übrigen Wettbewerben. Davon sind genau 8657 Läufer ins Ziel gekommen. Das sind rund 700 mehr als im letzten Jahr. Der Osterlauf ist also so gut besucht gewesen wie nie in seiner nunmehr 73 Jahre andauernden Geschichte. Eitel Sonnenschein an der Pader, wohin man schaut. Allerdings gibt es auch eine weniger erfreuliche Meldung. Der Hauptsponsor E.ON ist schon vor dieser Edition ausgestiegen, und ein gleichwertiger Ersatz ist trotz bereits geführter Gespräche noch nicht gefunden. Das war ein vieldiskutiertes Thema, das die Frage nach der Zukunft von Deutschlands ältestem Straßenlauf stellte.

Rund um den Maspernplatz ist die Paderborner Innenstadt während des Osterlaufs von laufaffinen Menschen nur so zugestellt - egal ob aktiv oder zuschauend. Er wurde auch bei der 73. Auflage seinem Ruf als familienfreundliche Veranstaltung wieder vollauf gerecht
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Alles wie immer, nur noch etwas besser

Im Vorfeld wurde Jochen Heringhaus, Vanman von Runner's Point, in Paderborn während der Pressekonferenz verabschiedet und mit Geschenken bedacht. Der umtriebige Moderator wird im November in Ruhestand gehen und war damit zum letzten Mal beim Osterlauf dabei. Er hat knapp dreißig Mal an der Strecke kommentiert und vorher auch einige Osterläufe bestritten. Die Medaille vom 40. Osterlauf hatte er eigens herausgekramt und mitgebracht. Der Mann, der früher den Marathon unter 2:45h laufen konnte, will aber auch in Zukunft öfters mal an der Pader vorbeischauen, wie er versicherte, ansonsten freue er sich nach über 3100 Moderationen und 1,7 Millionen Kilometer mit seinem Van auf die Rente. Läuferisch ist er aber zuletzt auch wieder viel aktiver geworden.

Heringhaus würde sicher auch zur diesjährigen Auflage gesagt haben, es war alles wie immer, nur vielleicht noch etwas besser, wäre er danach befragt worden. Poschmann kommentierte wie seit Jahren schon launig die Rennen, die Afrikaner setzten sportlich die Highlights, das Fußvolk freut sich, zusammen mit den Stars laufen zu dürfen. Tausende Kinder trabten bei den Bambiniläufen mit, die Hauptrennen wurden in drei Wellen angeschossen, weil es sonst zu eng wird. Und auf den Straßen und in den Vorgärten tummelten sich die Zuschauer und boten Erfrischungen dar. Geballtes Publikumsaufkommen dann am Maspernplatz, wo das Epizentrum liegt, wo Tribünen aufgebaut sind und die Expo zum Shoppen einlädt. All das am Ostersamstag. Zuvor, am Karfreitag, wurde in gewohnter Weise die Nudelparty im Schützenhof zelebriert, die wieder sehr gut besucht war.

Zwei Bambiniläufe gehören zum Osterlauf, an denen über 2100 Kids teilnehmen Start des Laufs über fünf Kilometer. Da inzwischen so viele Teilnehmer beim Jedermannslauf mitmachen wollen, wird in drei Wellen gestartet

Nur Kleinigkeiten waren gegenüber dem Vorjahr verändert worden. Man hatte das VIP- und Athletenzelt etwas weiter abseits aufgestellt und vergrößert, der erste Kinderlauf wurde um 15 Minuten vorverlegt, um die Veranstaltung zu entzerren. Für den gewohnt routinierten Ablauf sorgten wieder 450 ehrenamtliche Helfer vom durchführenden Verein Grün-Weiß Paderborn und anderen Organisationen. Weil die deutsche Meisterschaft der Inliner über HM zum zweiten Mal an der Pader stattfanden, wurde die Nationalhymne intoniert. Wie jedes Jahr bildete der Jedermannslauf über fünf Kilometer den Auftakt der sportlich ambitionierten Rennen.

5km: Max Schröter vor Fritz Koch

Der Jedermannslauf war der Boomwettbewerb der letzten Jahre. Die Anmeldezahl stieg stetig, aber auch die Zeiten in der Spitze wurden immer besser. Bei 3246 Anmeldungen kamen 2822 Läuferinnen und Läufer ins Ziel. Die Jedermänner hatten bei gut zwanzig Grad und praller Sonne noch nicht so unter der Hitze zu leiden wie später am Nachmittag die Halbmarathonis, entsprechend schnell waren die Vorderen unterwegs.

Bei den Männern hatte sich zunächst eine kleine Führungsgruppe gebildet, die sich nach der Hälfte der Strecke auflöste, als das Tempo unter drei Minuten pro Kilometer ging. Max Schröter von Hamburg Running (MHK) hatte für eine Tempoverschärfung gesorgt, der nur noch Fritz Koch aus Freiburg (MHK) folgen konnte, der nach wie vor für seinen Heimatverein Laufsportfreunde Münster startet und auf Osterbesuch bei den Eltern weilte. Schröter gewann in guten 15:17min vor Koch, der in 15:27min eine neue persönliche Bestzeit schaffte. Dritter wurde wieder ein Mann vom stark vertretenen Hamburg Running Team. Das war der smarte Million Tekle (MHK) aus Eritrea, der 15:28min lief und auf der Zielgeraden mit einem Spurt Koch noch einfangen wollte, was er knapp um eine Sekunde verpasste.

5-km-Sieger wird Max Schröter aus Hamburg Fritz Koch läuft auf Platz 2. Wohnhaft in Freiburg, startet er für LSF Münster Million Tekle, so wie der Sieger aus Hamburg, wird 3. Katharina Kessler (vorne) läuft auf Rang 4. Lara Hülsebusch (hinten) wird 3.

Bei den Frauen konnten sich zwei Läuferinnen vom SV Brackwede Bielefeld in Szene setzen. Jana Palmowski (W30) gelang es dabei, unter achtzehn Minuten zu bleiben. Das war schon seit längerer Zeit in Paderborn nicht mehr der Fall gewesen. Die 30-Jährige lief in 17:58min einen knappen Sieg vor Vereinskameradin Lea Weike heraus. Die 19-jährige Lea, Zwillingsschwester von Nele Weike, die über zehn Kilometer an den Start ging und dort 22. in 37:50min wurde, brauchte 18:06min. Der knappe Kampf um den dritten Podestplatz entschied Lara Hülsebusch vom Haspa Marathonteam (WHK) in 18:44min vor Katharina Kessler (Marathonclub Menden, W30) in 18:49min.

Kirche sorgt mit Aprilscherz für Heiterkeit

Sehr amüsiert wurde vom Podium aus auf der Pastaparty von einem Aprilscherz berichtet, der auf den Osterlauf abzielte und für den man die Kirche mit ins Boot holen musste. Man ließ übers Radio verbreiten, dass der Osterlauf ab sofort umbenannt werden solle. Dafür habe sich das Erzbistum im Hochstift Paderborn ausgesprochen. Der Osterlauf, so hieß es am 1.4., habe im Grunde einen unkorrekten Namen, denn schließlich finde er am Karsamstag statt, und da sei noch gar kein Ostern. Deshalb soll er ab jetzt unter "Karsamstagslauf" firmieren. Orgaleiter Christian Stork und seine Mitstreiter sollen sehr überrascht gewesen sein, vor allem, weil der Scherz so plausibel klang und die Argumentation stimmig war. Soll noch einer sagen, die Kirchenmänner hätten keinen Humor. Von den zahlreichen Rahmenwettbewerben beim Osterlauf ist vor allem die Deutsche Meisterschaft der Inliner im Halbmarathon erwähnenswert, zumal mit Claudia Pechstein eine besonders bekannte Sportlerin am Start war. Innerhalb dieser DM wurde auch die Landesmeisterschaft für Nordrhein-Westfalen ausgetragen. Eine nicht kleine Ehre für die Osterlauforganisation.

Alexander José Bastidas Rodriguez, Venezuelaner aus Berlin, wird Deutscher Meister der Inliner im Halbmarathon Josie Hofmann aus Gera holt den Titel bei den Frauen Claudia Pechstein (vorne) ist unermüdlich. Bronze für die vielfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin

Von den über 300 Inlinern war ein Fahrer aus Venezuela der schnellste, der auch teilnahmeberechtigt war für die Deutsche Meisterschaft. Alexander José Bastidas Rodriguez vom SCC Skating Berlin gewann überlegen das Rennen in 33:54min mit satten vierzehn Sekunden Vorsprung. Dem 35-Jährigen folgten Sebastian Mirsch (ERSG Darmstadt, 34:08min) und Tobias Hecht (RSV BW Gera, 34:09min). Bei den Frauen konnte Josie Hofmann die Meriten ernten. Die Athletin vom RSV BW Gera siegte in 39:23min knapp vor Sabine Berg (RSV BW Gera, 39:24min) und Claudia Pechstein (SCC Skating Berlin, W45, 39:26min). Die 47-Jährige hatte auf der Zielgeraden ihre ganze Routine ausgespielt, um die zeitgleiche Claudia Maria Henneken vom SCC Köln auf Rang vier zu verweisen. Diese hielt sich mit dem Landestitel schadlos. - Einige Inliner-Fahrer hatten sich offenbar schlecht über den Streckenverlauf informiert, waren kurz vor dem Ziel nicht in die zweite Runde eingebogen und konnten nicht gewertet werden.

Start des Zehners. In der Mitte in Dunkelblau Amanal Petros, der das Rennen aufgeben musste Mit knapp 4000 Zieleinläufen hat der Zehner die meisten Teilnehmer

10km: Würzburg-Sieger Kibet nur 10.

Ein zweites Rennen innerhalb von nur einer Woche auf dem Niveau des ersten war dann doch nicht möglich für den 20-jährigen Shootingstar Vincent Kiprotich Kibet aus Kenia. Vor acht Tagen hatte der Youngster noch den Würzburger Residenzlauf gewonnen in einer Zeit von 27:35min, nun, in Paderborn, blieb er in 29:13min weit hinter der Leistung zurück und wurde nur 10. Kibet war nicht der einzige Ostafrikaner, der bei beiden Läufen startete. Im Grunde waren beide Konkurrenzen in der Spitze identisch, denn Würzburg und Paderborn hatten sich die Reisekosten für die Gruppe geteilt. So blieben die Läufer eine Woche in Deutschland zu Gast und nahmen an beiden Rennen teil.

500m vor dem Ziel sieht Ashenafi Weldegiorgis (vorne) noch wie der sichere Sieger aus. Gewinnen wird aber sein äthiopischer Landsmann Yasin Hajy. Nur diese beiden bleiben unter 28 Minuten Lawi Kosgei aus Kenia wird 3. Rang 4 holt sich mit Tesfahun Guangul ein weiterer äthiopischer Läufer

War Yasin Hajy aus Äthiopien in Würzburg noch 3. geworden und Landsmann Ashenafi Weldegiorgis 7., machten sie in Paderborn den Sieg unter sich aus. Weldegiorgis führte noch mit drei, vier Metern Vorsprung an der Ecke zur Zielgeraden, aber Hajy konnte ihn noch überspurten. Er siegte in 27:54min gegenüber 27:55min von Weldegiorgis. Die Siegzeiten in Paderborn waren schwächer als in der Residenzstadt, obwohl der Streckenverlauf dort schwieriger ist. Für Abstriche in Paderborn sorgten vor allem die deutlich höheren Temperaturen. Dritter wurde Lawi Kosgei aus Kenia in 28:02min vor Tesfahun Guangul aus Äthiopien (28:22min). Im Zeitfenster des Vierten hätte eigentlich auch Amanal Petros vom TV Wattenscheid agieren sollen, war von ihm doch eine neue Bestzeit zu erwarten, wie Trainer Tono Kirschbaum prognostizierte. Petros allerdings musste das Rennen nach sechs Kilometern aufgeben. Als Begründung wurden Rückenschmerzen genannt, an anderer Stelle Atmungsprobleme.

Hinter elf Ostafrikanern wird Jens Mergenthaler (50) vom SV Winnenden bester Europäer. Lukas Eisele von der LG Filder hinter ihm wird 14. Philipp Reinhardt vom LC Jena läuft als 16. knapp an seiner PB vorbei. Noch vor ihm Bernard Kimani Kitavi aus Kenia, der 17. wird
Julius Scherr vom TV Wattenscheid 01 bleibt mit Platz 18 knapp unter 30 Minuten

So wurden andere Läufer schnellste Deutsche. Jens Mergenthaler (MHK) vom SV Winnenden wurde 12. in 29:18minm, womit er einen neuen Hausrekord lief, während Lukas Eisele von der LG Filder (MHK) in 29:27min 14. wurde. Kurz dahinter lief Philipp Reinhardt (LC Jena, MHK) in 29:34min und Julius Scherr vom TV Wattenscheid (MHK) in 29:52min unter die Top-twenty. Reinhardt verpasste seine PB knapp, Scherr konnte sie um zwei Minuten nach unten drücken.

Gesa Krause knapp an Bestzeit vorbei

Eine ordentliche Performance lieferte Gesa Felicitas Krause ab, auch wenn sie das erklärte Ziel einer neuen Bestzeit über zehn Straßenkilometer, aufgestellt auch in Paderborn, knapp verpasste. Sie war zuvor einige Wochen im Höhentrainingslager in den USA gewesen und wollte eigentlich ohne Zwischenstopp in Paderborn aufschlagen. Bei der freitäglichen Pastaparty wurde aber bekannt, dass sich die Athletin von Wolfgang Heinig zunächst nach Hause begeben hatte, um die erste Nacht in den eigenen Federn zu nächtigen. Erst am Rennsamstag kam Krause in Paderborn an und liefert wieder ein Musterbeispiel kluger Renntaktik ab.

Der 2. der U20 Elias Schreml von der LGO Dortmund macht für die Frauensiegerin Alemtsehay Kasegn aus Äthiopien die Pace Landsfrau Alemaddis Sisay wird 2. Den 3. Rang erreicht die Kenianerin Valentina Mateiko

Nach verhaltenem Beginn gestaltete sie die zweite Hälfte deutlich schneller, überholte die schnellste Österreicherin, Nada Ina Pauer, und setzte sich auf Gesamtrang zehn fest. Mit 33:34min verfehlte sie ihre PB nur um Sekunden, gab sich aber hinterher recht zufrieden. Weitere Straßenläufe plant die 3000m Hindernisspezialistin momentan nicht. Auf den Plätzen 13 bis 17 platzierten sich mit Diana Sujew (34:47min, LG Eintracht Frankfurt), Lisa Oed (35:25min, SSC Hanau-Rodenbach), Elina Sujew (35:46min, LG Eintracht Frankfurt) und Julia Kümpers (PB in 36:09min, Aachener TG) vier weitere deutsche Läuferinnen. Schnellste Europäerin allerdings war Jasmijn Lau. Die 19-jährige Niederländerin wurde in 33:21min 8.

Beste Europäerin wird Jasmijn Lau aus den Niederlanden auf Rang 8 Gesa Felicitas Krause vom Silvesterlauf Trier eV wird 10. und verpasst ihre Bestzeit knapp Zweitbeste Deutsche: Diana Sujew von der LG Eintracht Frankfurt auf Platz 13 Lisa Oed vom SSC Hanau-Rodenbach wird 14.

Den Sieg bei den Frauen machten zwei Äthiopierinnen unter sich aus. Alemtsehay Kasegn und Alemaddis Sisay, 19 bzw. 20 Jahre alt. Kasegn konnte sich früh absetzen und in 31:39min siegen. Elf Sekunden später kam ihre Landsfrau ins Ziel (31:50min). Dritte wurde Valentina Mateiko aus Kenia in 32:17min vor der Äthiopierin Asefa Tigist (32:28min). - Knapp 4000 Läufer von 4500 Anmeldern waren ins Ziel gekommen.

Soloshow von Victor Kiplangat aus Uganda -

Rabea Schöneborn überrascht

Lange Jahre war die längste Strecke in Paderborn auch die wichtigste. Daran erinnerte sich Moderator Poschmann, der hier auch siegreich war, genau. Erst sei es der Lauf über 30 km gewesen, dann über 25km und später der Halbmarathon. Doch damit sei es inzwischen vorbei. Längst nähme der Zehner dessen Stellung ein, wie überhaupt die Tendenz auch in Paderborn zu kürzeren Strecken ginge.

Dazu passt, dass der Halbmarathon mit der angestammten Startzeit um 15 Uhr zu einem Zeitpunkt angeschossen wird, wo die meisten Zuschauer im Zielbereich schon nach Hause aufgebrochen sind. Will man den Halbmarathon wieder zur alten Klasse führen, wäre vielleicht zu überlegen, ob man ihn nicht aus seiner zeitlichen Randpositionierung herausholen müsste.

Spät am Nachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen wird der Halbmarathon angeschossen Erstmals wurden über 10 und 21,1 km in Paderborn Pacemaker eingesetzt

Sportlich war das Männerrennen durchaus ansprechend. Das ist vor allem der Soloshow von Sieger Victor Kiplangat aus Kenia zu verdanken, der in der Klassezeit von 1:01:45h gewann. Zunächst als Trio unterwegs, schüttelte er zuerst Dickson Kurui (Kenia, 3. in 1:05:08h), später auch Yonas Tsighe aus Eritrea (2. in 1:03:40h) ab und machte auch Solo noch mächtig Dampf, um eine gute Zeit zu erzielen. Das war bei über 25 Grad aller Ehren wert.

Hinter drei weiteren Afrikanern, darunter als 6. Mitku Seboka aus Äthiopien, startend für LAC Quelle Fürth (1:10:36h), wurde Christoph Mattner (ohne Verein, M30) in 1:16:17h schnellster Deutscher und schnellster Europäer. Damit lag er nicht nur hinter der ersten Frau, sondern auch hinter der ersten deutschen Läuferin.

Diese 3 besetzten das Halbmarathon-Treppchen: Dickson Kurui (102) aus Kenia wird 3., Yonas Tsighe (103) aus Eritrea läuft auf Platz 2 und der Sieger Victor Kiplangat (104) kommt aus Uganda Ndiwa Sakong (105) wird 4. vor Patrick Kimeli (beide Kenia) Christoph Mattner kommt auf Rang 7 und ist damit bester Nichtafrikaner

Gespannt sein durfte man auf das Halbmarathondebüt der Äthiopierin Besu Sado, die von der Mittelstrecke kommt und für ihr Land an den Olympischen Spielen über 1500m teilnehmen durfte, was dort etwas heißt. Vielleicht nicht ganz so filigran gebaut wie ihre laufenden Landsfrauen, wagte sich die 22-Jährige nach einem Ausflug auf der 10-km-Distanz nun auf den Halben, was ja fast nach etwas Maso für Sado klingen mag. Aber die Äthiopierin zeigte sich gut vorbereitet und schaffte den Sieg in ordentlichen 1:10:34h.

Ebenfalls auf neuen Wegen aktiv war Rabea Schöneborn von der LG Nord Berlin. Ihr blieb es vorbehalten, aus deutscher Sicht das Glanzlicht beim Osterlauf zu setzen und die einzige Weiße auf dem Treppchen zu werden. Bei ihrem Debüt hatte sie 17 Kilometer einen Pacemaker dabei und lief auch ohne sehr konstant weiter. Nur beim Wendepunkt war sie kurz irritiert und wollte den gleichen Fehler einiger Inliner machen, also vorschnell ins Ziel laufen. Aber Poschmann hatte aufgepasst und sie zurückgerufen.

Besu Sado, äthiopische Olympiateilnehmerin über 1500m, gewinnt beim Debüt den Halbmarathon Ebenfalls ein Debüt über diese Strecke: Rabea Schöneborn von der LG Nord Berlin wird 2. Julia Brugger von der LG Region Landshut wird 5. und zweitbeste Deutsche Claudia Maria Henneken aus Köln wird NRW-Meisterin bei den Inlinern im HM und läuft anschließend im HM auf Rang 8.
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In 1:14:15h wurde sie hervorragende zweite und ließ zwei weitere Äthiopierinnen hinter sich: Eden Admase (3. in 1:18:59h) und Demeke Addisalem (4. in 1:20:51h). Die 25-jährige Berlinerin verfehlte damit zwar die Quali (1:13:30h) für die Universiade, bedenkt man aber ein Rennen bei niedrigeren Temperaturen, dann lässt das für Schöneborn hoffen, die Norm noch zu schaffen. Julia Brugger von der LG Region Landshut wurde 5. und 2. Deutsche in 1:24:43h. 1221 Halbmarathonis, davon ein Viertel Frauen, kamen von 1494 Angemeldeten ins Ziel.

Ausklang

Noch zwei Jahre sind es, bis der Paderborner Osterlauf sein großes Jubiläum feiern wird. Das soll eine ganz fette Nummer werden. Vielleicht wieder mit einem erstarkten Halbmarathon, wie er vor zehn Jahren über die Bühne ging. Dann werden auch schnelle deutsche Männer herzlich willkommen sein. Vielleicht werden auch Überlegungen nach einem neuen Streckenverlauf angestellt, der die lästige Eisenbahnbrücke umgeht, die zwei oder vier Mal (HM) überlaufen werden muss und einige Sekunden kosten dürfte. Nutzte man etwa die Detmolder Straße anfangs und die Neuhäuser Straße am Ende, könnten viele Passagen der jetzigen Strecke in Stadtheide beibehalten werden. Wie auch immer, alternative Streckenführungen gab es in der Vergangenheit schon öfters, darunter auch solche, die die Läufer mehrfach am Ziel vorbeiführten.

Vor dem Jubiläum, das wurde vielfach betont, stehen für die 74. Auflage allerdings noch Sponsorengespräche an. E.ON ist nicht so einfach zu ersetzen. Hilfreich auf jeden Fall ist, dass Oberbürgermeister Michael Dreier voll hinter dem Osterlauf steht und als Vermittler gerne tätig ist.

Der meistzitierte Satz zum Osterlauf ist wohl, dass er der älteste Straßenlauf Deutschlands ist, weshalb das hier nicht wiederholt werden soll. So viel Tradition, das ist zugleich Freude wie Verpflichtung. 2021, wenn der 75. Geburtstag ansteht, wird es garantiert wieder einen Teilnehmerrekord geben, und sicher eine Höchstzahl an begeisterten Zuschauern. Die Paderborner können sich einen Karsamstag ohne Osterlauf einfach nicht mehr vorstellen.

Thomas Linnemann

Bericht von Michael Schardt - Fotos von Thomas Linnemann

Informationen und Ergebnisse www.paderborner-osterlauf.de

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Michael Schardt

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