22.2.26 - 52. Sparkassen-Winterlaufserie in Hamm - 3. LaufFrühlingshaftes Schmuddelwetter beim Serienlauffinale |
| von Jörg Engelhardt |
Mit 764 Finisher legt der diesjährige Halbmarathon zum Serienabschluss im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich zu.
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Die Winterlaufserie in Hamm besteht seit über einem halben Jahrhundert. Wie auch schon bei den anderen Winterlaufserien, über die hier im LaufReport in jüngster Zeit berichtet wurde, nahm auch in Hamm die Teilnehmerzahl bei allen Serienläufen im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich zu. Kamen zum Serienfinale vor Jahresfrist noch 658 beim abschließenden Halbmarathonlauf ins Ziel, waren es diesmal sogar 764. Generell scheint das neue Laufjahr bei nahezu allen Veranstaltungen noch mehr Menschen zum Mitlaufen zu animieren, als dies in den ebenfalls sehr teilnahmestarken Jahren 2024 und 2025 schon der Fall war. |
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| Frühlingshaftes Schmuddelwetter beim Finale der 52. Sparkassen-Winterlaufserie in Hamm | |
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Der Laufsport boomt, was jüngst auch schon bei den mittlerweile abgeschlossenen Winterlaufserien in Rodgau und Rheinzabern zu beobachten war. Über die Gründe warum dies so ist, würden sich stundenlange Diskussionen führen lassen. Man kann darüber nur mutmaßen. |
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Scheinbar ist der Laufsport im ganzen Land wieder sehr angesagt und diese Tendenz hat sich jetzt auch wieder an der Schnittstelle vom Ruhrgebiet zum Münsterland bestätigt. Jedenfalls konnte der Leichtathletik-Abteilungsleiter des OSC Hamm 01, Dirk Becker, wieder ein positives Fazit ziehen. "Wir sind insgesamt sehr zufrieden. Besonders darüber, dass wir noch mehr Teilnehmer hatten als letztes Jahr."
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| Nach zwei Einführungsrunden im altehrwürdigen Jahnstadion geht es ins Landschaftsschutzgebiet der Lippeaue und den Kurpark | |
Dem großen Organisations- und Helferteam des OSC 01 Hamm kann man wieder eine sehr gute Arbeit bescheinigen. Das Jahnstadion mit seiner Infrastruktur, sowie das eigens für diese Winterlaufserie eingerichtete beheizte Festzelt bieten einladende Bedingungen für Läuferinnen und Läufern aus nah und fern.
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Dazu kommt, dass man im Anschluss an die drei Serienläufe immer ein überdurchschnittlich großes Kuchenbüffet und auch eine sehr schmackhafte Auswahl an Bratwürsten vorfindet. Das Ganze zu sehr zivilen Preisen, versteht sich, und auch wenn der Ansturm auf Kaffee und Kuchen, wie auch fleischlichen oder veganen Bratwürsten bis zum Verkaufsschluss gegen 14.00 Uhr scheinbar unablässig hoch ist, entstehen keine allzu langen Warteschlangen. Denn nicht nur das Bewirtungsangebot als solches ist sehr reichhaltig, sondern auch die Anzahl an Mitarbeitenden, die die bestellten Speisen, oft im einheitlichen Vereinsshirt mit aufgedrucktem Vornamen, schnell unter die hungrige "Laufkundschaft" bringt. |
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| Beim Halbmarathon werden im Jahnstadion zwei Runden gelaufen | |
Der Après-Run in Hamm ist also schon etwas ganz Besonderes. Denn schon vor der ersten Siegerehrung um 13.00 Uhr ist das Festzelt neben dem Stadion proppenvoll und so wird es bis zum Ende der naturgemäß zeitlich sehr umfangreichen Siegerehrung bleiben. Kein Wunder, denn geehrt werden nicht nur die drei schnellsten Frauen und Männer des Tages, sondern ebenso die drei Schnellsten beiderlei Geschlechts in der Gesamtwertung. Doch damit ist es nicht genug. Denn in allen Altersklassen werden sogar die Plätze 1 bis 6 prämiert. Und weil das noch nicht auszureichen scheint, gibt es, anders als bei den ersten beiden Läufen über 10-, und 15-Kilometer, im abschließenden Halbmarathon sogar noch eine Mannschaftswertung für die gesamte Serie. Wer der kompletten Siegerehrung am letzten Veranstaltungstag beiwohnen will, braucht also viel Geduld. Dennoch, und das ist erstaunlich, bringen die Meisten der zu Ehrenden diese Geduld mit. Die Anzahl bereits abgereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist jedenfalls deutlich geringer als bei anderen Laufveranstaltungen dieser Größenordnung. Das ist natürlich auch gut für die Vereinskasse, denn die Wartezeit wird von der großen Menschenmenge oft im gemütlichen Festzelt bei Speis´ und Trank überbrückt.
Es geht also im wahrsten Sinne des Wortes sehr gastfreundlich zu, was die Seriengesamtsiegerin Jana Kappenberg im Gespräch mit den Medienvertretern positiv hervorhebt: "Ich komme immer gerne nach Hamm. Die Atmosphäre ist einfach toll und das Laufen auf dieser schnellen Strecke macht immer Spaß." Doch außer der guten Stimmung unter den Teilnehmenden, gab es natürlich noch den sportlichen Abschluss der Serie auf der Halbmarathondistanz und dieser steht ab jetzt im Mittelpunkt der Reportage.
Fast parallel zum Startschuss setzte ein unablässiger Nieselregen ein, der auch während der gesamten sportlichen Darbietung nicht enden wollte. Nach zwei Einführungsrunden im altehrwürdigen Jahnstadion formierte sich schnell eine dreiköpfige Spitzengruppe, die schon früh eine nicht mehr zuzulaufende Lücke auf den Rest des Feldes riss. Der Seriensieger des Jahre 2023 und nach zwei Läufen in der Gesamtwertung führende Manuel Kruse, der oft im Ruhrgebiet auf Sieg- und Podestplätzen zu findende Niklas Geilich, sowie der Lokalmatador und Seriensieger der Jahre 2024 und 2025, Malik Farhat, enteilten dem Rest des Feldes so schnell, dass kein weiterer Mann diesem Trio folgen konnte. Am ehesten konnte die Seriensiegerin des letzten Jahres und Siegerin des ersten Serienlaufs im Januar, Lara Kiene, auf dieses Führungstrio auflaufen. Aber ihr Abstand war schnell zu groß, um noch in diese Führungsgruppe hineinlaufen zu können. Dafür hatte sie von hinten keinerlei Konkurrenz zu fürchten. Die hinter ihr laufenden Männer waren ebenfalls zu weit weg. Das Führungstrio baute seinerseits den Vorsprung noch ein bisschen aus.
Schnell wurde klar, dass die Podiumsplätze der Tageswertung nur unter den drei Führenden verteilt werden würden. Genauso, wie vorzeitig feststand, dass Lara Kiene von der LG Hamm diesen vierten Platz, den sie von Anbeginn innehatte, nicht mehr abgeben würde. Waren schon außer den ersten drei Männern des heutigen Tages alle weiteren 521 Männer im Feld deutlich langsamer als sie, gab es unter den Frauen keine einzige, die ihr Paroli hätte bieten können. Dass sie die Serie diesmal nicht gewann, lag also nicht an der Stärke ihrer Mitbewerberinnen, sondern an dem Umstand, dass sie den zweiten Lauf ausgelassen hatte. Ihre Siegerzeit betrug 1:13:51 h. Das war die bislang zweitschnellste Frauenzeit in dieser jahrzehntelangen Veranstaltung. Lediglich die ehemalige deutsche Spitzenläuferin Claudia Lokar war einmal schneller als Lara Kiene. Ihr immer noch gültiger Veranstaltungsrekord steht bei 1:13:28 h.
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| Annika Herrmann auf dem Weg zu Platz 3 in der Gesamtwertung der Serie | Lara Kiene auf dem Stadionoval |
Lara Kiene selbst, war übrigens auch schon schneller gelaufen. Ihr Hausrekord steht bei 1:11:24, aufgestellt beim Berliner Halbmarathon im letzten Jahr, und den möchte sie in diesem Jahr in Berlin wieder angreifen. Eine Einladung zu diesem Rennen hat sie erhalten, was Grund dafür ist, dass sie bei den Deutschen Halbmarathon Meisterschaften in Frankfurt nicht antreten wird. Auch bei den nationalen Titelkämpfen über 10-km in Uelzen wird sie nicht starten und dem taggleich stattfindenden "Lauf um das Bayerkreuz" in Leverkusen den Vorzug geben. Im Moment sind ihr schnelle Zeiten auf schnellen Strecken wichtiger, als Teilnahmen an deutschen Meisterschaftsrennen, wo die Aussicht auf Medaillen oder gar Meistertiteln gering ist.
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| Lukas Knopp hat sich von Jean-Pierre Funcke und Philipp Brüggemann abgesetzt | Jana Kappenberg baut ihren Vorsprung auf Marit Lindemann aus |
In Hamm dauerte es jedenfalls fast 6 Minuten ehe mit ihrer Nachfolgerin als Seriensiegerin, Jana Kappenberg (LSF Münster), die zweite Frau den Zielbogen durchquerte. Für sie wurde eine Endzeit von 1:19:41 h notiert. Damit war sie deutlich schneller als letztes Jahr und mit ihrer Leistung entsprechend zufrieden. "Ich habe Spaß am Laufen und versuche immer mein Bestes zu geben. Den Seriensieg habe ich nicht geplant, bin aber froh, dass ich ihn errungen habe."
Tagesdritte wurde Marit Lindemann vom Lauf Team Unna, die mit einer Endzeit von 1:20:36 h zudem den zweiten Platz in der Serie gewinnen konnte. Annika Herrmann (TuS 48 Ehringhausen), kam zwar auf dem undankbaren vierten Platz ein, sicherte sich aber mit einer Endzeit von 1:23:28 h den dritten Platz in der Gesamtwertung der Serie.
Bei den Männern blieben die drei bereits genannten Manuel Kruse, Niklas Geilich und Malik Farhat dicht beisammen. Doch hinter Kilometer 19 konnte Manuel Kruse von der Running Crew Münster, der auch zur Wahl zum "Sportler des Jahres in Münster" nominiert ist, den entscheidenden Vorstoß setzen und in 1:10:40 h den Tages-, wie auch Seriensieg perfekt machen. "Ich bin zufrieden, zumal es heute sehr crossig war. Meine Stärke ist es auch nicht ständig Top-Zeiten zu laufen, sondern in meiner Konstanz ständig vorne mitlaufen zu können."
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| Dreifacher Sieger: Halbmarathon, Seriensieg und dazu noch Seriensieger mit der Mannschaft. Manuel Kruse hat allen Grund zu jubeln | Tagesstarter Niklas Geilich belegt Platz 2 und gewinnt in der M40 |
Niklas Geilich (Ausdauerschule bunert), der nicht für die komplette Serie gemeldet hatte, blieb ebenfalls noch unter der 71-Minuten-Marke und belegte in 1:10:59 h, den zweiten Platz. Auch Malik Farhat von der LG Hamm hatte den zweiten Serienlauf nicht bestritten und verbuchte bei seinen beiden Starts zwei dritte Plätze. Beim Halbmarathon brachte er seinen Bronzerang in 1:11:14 h ins Ziel. Der vierte Mann des Tages, Lukas Knopp (DJK Gütersloh), kam mit diesem vierten Platz in 1:14:25 h in der Serienwertung auf Rang zwei.
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| Malik Farhat, der in den beiden vergangenen Jahren die Serie gewonnen hatte, wird 3. im Halbmarathonrennen | Mit dem 4. Platz macht Lukas Knopp den zweiten Platz in der Serie perfekt |
Philipp Brüggemann, der ebenfalls für die DJK Gütersloh läuft, konnte mit seinem fünften Platz im Tagesklassement der Männer, den nach ihm einlaufenden Jean-Pierre Funcke (LSF Münster) nicht mehr vom letzten freien Podestplatz der Seriengesamtwertung verdrängen. Für Philipp Brüggemann wurde eine Endzeit von 1:14:47 h gestoppt. Jean-Pierre Funcke brachte 1:15:21 h bis ins Ziel. Obwohl Philipp Brüggemann seinen Rückstand verkleinern konnte, lag er in der Gesamtwertung immer noch mehr als eine Minute hinter Jean-Pierre Funcke zurück.
Die Mannschaftswertung der Serie gewann die Running Crew Münster in der Besetzung: Manuel Kruse, Jens Fischer und Tim Kintrup, vor DJK Gütersloh (Lukas Knopp, Philipp Brüggemann und Hendrik Willen), sowie LSF Münster (Jean-Pierre Funcke, Thomas Arlinghaus und Christopher Olbrich).
Bei den Frauen siegte das Team LSF Münster mit Jana Kappenberg, Kristin Möse und Constanze Phielipp. Zweiter in der Mannschaftswertung wurde der Marathon-Club-Menden (Katrin Harnischmacher, Marie-Christin Severin und Ina Ketzer). Bronze ging an das zweite Team des LSF Münster mit Antje Lübeck, Eva Gaszek und Sandra Paskert.
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Die Hammer Winterlaufserie gehört zu den ältesten in Deutschland, wohl auch deshalb weil sie auf zahlreiche junge und junggebliebene Kräfte zugreifen kann, die diese langlebige Veranstaltung Jahr für Jahr mit neuem Leben füllen. Auf diesem Fundament gebaut, muss einem um die nächsten Auflagen nicht bange sein.
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Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt Ergebnisse my.raceresult.com Info www.lg-hamm.de Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER |
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