8.2.20 - Ecotrail AlUla in Saudi ArabienDurch Raum und Zeit in Saudi-Arabien |
| von Stefan Schlett |
|
Dies ist eine Geschichte, welche in den finalen Tagen der Pre-Corona-Zeit, im Februar 2020 spielt. Nach einem ¾ Jahr mit unzähligen Chaostagen, bestehend aus weltweiten Lockdowns, Reisebeschränkungen, Absagen, Lockerungen, Hygienekonzepten und ständig sich ändernden Bestimmungen, mutet es an wie eine Reise in längst vergangene Zeiten. Liebe Freunde der Laufkunst, diese Zeiten kommen so oder ähnlich wieder, es braucht nur etwas Zeit und Geduld. Lehnt euch zurück und genießt ein Weihnachtsmärchen zu Outdoormans Utopia, durch Raum und Zeit in die unendlichen Weiten des Laufuniversums. |
![]() |
![]() |
| 10km, 45km und 83km Trail Run durch die Wüstenlandschaft in Al Ula (Fotos: © li. Experience Al Ula - re. Alexis Berg) | |
Der saudische Busfahrer irrt am frühen Morgen in der Dunkelheit durch die Wüste und findet den Start nicht. Zum Glück hat einer der Läufer ein GPS und die Koordinaten dabei und rettet die Situation. Jeder Athlet erhält - wie von den Sicherheitsbehörden vorgeschrieben - am Start einen GPS-Tracker, damit er nicht verloren geht, und Punkt 6:30 Uhr geht's los. 10 Minuten später dämmert der Tag und die vorher noch dunklen Schatten materialisieren sich zu aus Sandstein geformten bizarren Felsnadeln und riesigen Kathedralen. Landschaften, wie sie nur die Wüsten dieser Erde erschaffen können. Bei Kilometer drei taucht unvermittelt der Maraya auf, ein gewaltiger Kubus, dessen Fassade komplett verspiegelt ist. Die riesige Konzerthalle steht wie ein gigantisches Raumschiff mitten im Nichts der arabischen Wüste. Ein Bauwerk, wie es nur die Saudis mit ihren Petrodollars erschaffen können.
![]() |
![]() |
| Konzerthalle Maraya (Foto: © Experience Al Ula) | |
Die von außen komplett verspiegelte Halle scheint die Schönheit der umliegenden Landschaft ins Unermessliche zu vervielfachen und verbindet sich zu einer Einheit mit der Umgebung, anstatt einen architektonischen Gegenpol zu bilden. In den Spiegeln der Fassade zerfließen die Läufer, welche gerade einen großen Planierer überholen, der die Wellblechpiste platt walzt. Einen Kilometer weiter dirigiert ein Drohnenkommandeur sein fliegendes Kameraauge durch die Marslandschaft, damit später der restlichen Welt dieses Ereignis aus der optimalen Perspektive präsentiert werden kann. Die Szenerie ist total irre, erinnert an einen Science-Fiction-Film. Odyssee 2020 "Mission Mars" - so fühlt sich die Premiere des Ecotrail Al Ula an, der erste internationale Traillauf in Saudi-Arabien, mit Distanzen von 83, 45 und 10 Kilometern.
![]() |
![]() |
| Anflug auf die Oase Al Ula | Sahary Al Ula Resort - Headquarter des Ecotrail und Zieleinlauf |
Al Ula - was? Noch nie gehört? Keine Angst liebe Leser, selbst eingefleischte Weltreisende kannten diese Oase im Nordwesten Saudi-Arabiens bis vor kurzem noch nicht. Es gab weder Flugplatz noch Infrastruktur und die Region war, so wie das ganze Land, für Außenstehende nicht zugänglich. Das 2,1 Millionen Quadratkilometer große, konservativ islamisch geprägte Königreich, welches zu 90% aus Wüste besteht und den größten Teil der arabischen Halbinsel umfasst, durfte nur von Pilgern auf der Haddsch, der traditionellen islamischen Pilgerfahrt nach Mekka, betreten werden. Ungläubige mussten draußen bleiben. Es sei denn, es waren Arbeitsmigranten, Experten großer westlicher Konzerne, Geschäftsmänner oder Soldaten. Doch zwei revolutionäre Ereignisse verändern derzeit das Land: Frauen dürfen seit dem 24.6.2018 Auto fahren - Saudi-Arabien war das letzte Land der Welt, in dem dies verboten war. Damit einhergehend wurden weitere Restriktionen gelockert. So fiel auch das Verhüllungsgebot, obwohl noch immer ein Großteil der saudischen Frauen aufgrund sozialer Zwänge die Abaya, meist zusammen mit dem Gesichtsschleier Niqab, trägt. Zur Berufsausübung ist allerdings weiterhin die Vollverschleierung vorgeschrieben.
![]() |
![]() |
| Saudische Touristenführerin am UNESCO Weltkulturerbe Madain Saleh | |
Und seit dem 27.9.2019 werden Touristenvisa ausgestellt. Ein Fanal! Tourismus, Sport, Kultur eröffnen seitdem riesige Potenziale in dem Wüstenstaat. Ecotrail ist ein Vorreiter des urbanen Trailrunnings. Das französische Label steht aber vor allem für ökologisch verantwortungsvolle Trailevents. Es wird penibel auf eine umweltfreundliche Durchführung, sowie Müllvermeidung geachtet, unter anderem muss jeder Teilnehmer ein Müllsäckchen und Trinkbecher mitführen. Das vor 12 Jahren in Frankreich gegründete Konzept wurde schon bald erfolgreich ins Ausland exportiert, so dass es bis Ende 2019 zwölf Ecotrails in 12 Ländern auf 2 Kontinenten gab. Ecotrail # 13 in Al Ula/Saudi-Arabien glänzte bei der Premiere mit 500 Athleten, davon 40% ausländische Gäste aus 46 Ländern und einem Frauenanteil von 29%! Ein enormer Erfolg, angesichts der Abgeschiedenheit dieser Region und dem jahrzehntelangen Isolationismus.
![]() |
![]() |
| Ausländische Gäste aus 46 Ländern (Foto: © Alexis Berg) ... | ... einer davon der Autor Stefan Schlett aus Deutschland |
Um das alles richtig einordnen zu können müssen wir eine Zeitreise ins Jahr 1995 unternehmen. Vor einem ¼ Jahrhundert hatte ich das unverschämte Glück, dieses Land schon einmal zu bereisen. Saudi-Arabien war damals der erzkonservativste islamische Gottesstaat auf dem Globus. Noch wilder trieben es später nur noch die Taliban in Afghanistan und der IS im syrischen Bürgerkrieg. Frank, ein Bergkamerad den ich auf einer Pamirexpedition zum Pik Lenin (7134 m) kennen gelernt hatte und der für das Siemens Project Office in Saudi-Arabien arbeitete, lud mich ins Wüstencamp vor den Toren Riads ein. "Die Ryiadh Road Runners organisieren seit 12 Jahren einen kleinen Wüstenmarathon, bei dem du mit Sicherheit vorne mitlaufen kannst", meinte er.
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla (Fotos: © Alexis Berg) | |
Mein Jagdinstinkt war geweckt! Mit Ausdauer, Geduld und bürokratischer Finesse gelang es mir, eines der begehrten Geschäftsvisa zu ergattern, die einzige Möglichkeit, offiziell einzureisen. Ich kam, sah, rannte und siegte! Dazu muss man wissen, dass Sport in der Öffentlichkeit damals offiziell verboten war, das Tragen von Shorts und T-Shirts galt bereits als Sünde und Frauen mussten sich mit Beginn der Geschlechtsreife für den Rest ihres Lebens vermummen (es sollte die einzige Reise in meinem Leben werden, während der ich keine einzige einheimische Frau zu Gesicht bekam ). Presse- und Meinungsfreiheit waren unbekannt, es herrschte im gesamten Land Alkoholverbot (darunter fielen auch Schnapspralinen). Die Scharia, die islamische Gesetzgebung, war damals wie heute fest in der Verfassung verankert. Dementsprechend waren öffentliche Hinrichtungen und Verstümmelungen (z. B. Hand abhacken bei Diebstahl) gang und gäbe.
Bei den Riyadh Road Runners versammelten sich ausländische Facharbeiter und Botschaftsangehörige, um dem Laufsport nachzugehen, daneben gab es auch noch einen Triathlon- und Radsportclub. Die Aktivitäten fanden meistens innerhalb der von hohen Mauern umgebenen Compounds - hermetisch abgeriegelten und bewachten Wohnsiedlungen der westlichen Ausländer mit autonomer Infrastruktur -, oder weit draußen in der Wüste statt, wo die unzähligen und äußerst aggressiven islamischen Heilswächter und Moralapostel, sowie die Religionspolizei keinen Einfluss hatten. Natürlich blieb den Behörden nicht verborgen, was die "Ungläubigen" dort trieben, aber es wurde toleriert, da reichlich Bakschisch in Form von Pornos, Geld und Alkohol floss. Den "Sünden" der westlichen Welt konnten auch die Scheichs nicht widerstehen
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla (Fotos: © Alexis Berg) | |
Das schwarze Gold bescherte diesem ehemaligen Beduinenstaat unendlichen Reichtum. Die Herrscherdynastie der Saud, die seit 1932 das Königreich regiert, konnte sich politische und religiöse Narrenfreiheit erlauben und wurde vom Westen trotzdem kräftig hofiert. Doch mittlerweile haben auch die Scheichs kapiert, dass Öl, Gas und seine Derivate endlich sind. Unter dem faktisch regierenden Kronprinzen Mohammed bin Salman al-Saud wurde eine vorsichtige Modernisierung der Gesellschaft eingeleitet. Dessen ehrgeiziges wirtschaftliches Lieblingsprojekt lautet "Vision 2030": Reduzierung der Abhängigkeit von Öl und Gas, Weltmarktführerschaft im Bereich der Photovoltaik, massive Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Tourismus und Förderung ausländischer Investoren. Derzeit werden überall im Land mit Milliardeninvestitionen riesige Tourismusprojekte angestoßen. Die Saudi-Araber wandten sich an Frankreich, das als Experte im Tourismus gilt. Im Juli 2018 wurde AFALULA gegründet (Agence francaise pour le développement d'Alula), ein zwischenstaatliches Abkommen zu einer nachhaltigen touristischen Entwicklung der Region Al Ula. Im November 2018 bat AFALULA die Gründer des Ecotrails in Paris, zu prüfen, ob in dieser Wüstenregion ein Trailrennen ins Leben gerufen werden kann. Hier traf man auf offene Ohren. Die Fakten sprechen für sich:
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla (Fotos: © Alexis Berg) | |
Al Ula, das an der alten Weihrauchstraße liegt, war ein Knotenpunkt der westlichen und östlichen Kultur und gilt touristisch als das zukünftige Kronjuwel Saudi-Arabiens. Klippen, Canyons, Schluchten, riesige Dattelplantagen, alte Petroglyphen und Felsmalereien, Felsengräber und frühe Siedlungen bilden atemberaubende Landschaften, die an das legendäre Wadi Rum in Jordanien erinnern. Diese abgelegene Wüstenregion enthält zudem das erste UNESCO-Weltkulturerbe des Landes: Madain Saleh, die zweitgrößte Siedlung der Nabatäer, mit 131 Gräbern die aus Stein gemeißelt sind, gilt als das Petra Saudi-Arabiens. Hier kamen schon viele Zivilisationen durch und Anfang des 20. Jahrhunderts führte sogar die vom Osmanischen Reich errichtete Hedschasbahn von Damaskus nach Medina vorbei, von der noch die Ruinen eines Bahnhofs erhalten sind.
![]() |
![]() |
| Madain Saleh, die zweitgrößte Siedlung der Nabatäer, mit 131 Gräbern die aus Stein gemeißelt sind | |
Gibt es einen besseren Spielplatz für einen Ultratrail? Voila - der Ecotrail Al Ula war geboren! Saudische Laufclubs und potentielle lokale Sponsoren wurden kontaktiert, Einheimische Läufer mit in die Planung eingebunden. Ziel war es, ein internationales Trailrunningkonzept in einem Land zu installieren, wo dieser Sport noch so gut wie unbekannt ist. Dazu noch in einem wenig bekannten Territorium, das mit gigantischen Landschaften und einem reichen kulturellen und historischen Erbe gesegnet ist. Dabei sollten die Werte des Ecotrail respektiert werden: Universalität, nachhaltige Entwicklung, Förderung der Region. Gegenüber 1995, als ich das Land zum ersten Mal bereiste, ist Saudi-Arabien heute ein anderer Planet. Ja, noch immer ein Gottesstaat mit für uns befremdlichen Sitten und Gesetzen, weit entfernt von Freiheit und Demokratie und politisch in kriminelle Machenschaften verstrickt. Aber den Zwängen des 21. Jahrhunderts kann sich auch das mächtigste Ölimperium der Welt nicht entziehen, es muss und wird sich - wenn auch langsam - verändern. Laufsportlich gesehen ist ein Anteil von 60% Saudi-Arabischen Athleten, davon 40% Frauenanteil an der Ecotrail-Premiere eine Sensation. Die meisten natürlich beim 10 km-Trail und Walk, da es in diesem Land kaum Marathon- oder Ultraläufer gibt. Und auch bei den Ausländern stellen im Land arbeitende, zumeist westliche Fachkräfte und Experten einen großen Teil.
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla (Fotos: © Alexis Berg) | |
Zwei deutschsprachige Länder waren auch vertreten. Zunächst tauchte Jacques Pasquier als Schweizer auf dem 7. Platz des Ultratrails in 10:39:21 h auf, stellte sich dann aber nach genauerer Recherche als französischer Staatsbürger heraus. Yves Corbat aus Vernier und für das Team Ecotrail Geneve startend, hielt dann als einziger Eidgenosse die Schweizer Flagge hoch und finishte, noch eine Stunde vor dem Autor (Bayern), die 45 km-Strecke in 5:51:46 h. Tanja Braun, Mental- und Motivationscoach aus Heidelberg, scheiterte am Zeitlimit des Ultras. Der deutsche Thomas Brackmann, seit 10 Jahren als Projektmanager bei Airbus Industries in Riad tätig, wurde von der Organisation als Moderator engagiert. Der Ultraläufer und Triathlet, welcher alle 193 UN-Mitgliedsstaaten bereist und etliche davon auch bei Wettkämpfen beackert hat, kam gerade erst aus der Antarktis zurück, wo er auf der Insel King George Island einen Marathon gelaufen ist. Ein Kunststück, das dem Autor bereits vor 23 Jahren gelang, womit er als 6. Mensch auf der Welt einen Marathon in allen 7 Kontinenten beendete
![]() |
![]() |
| Stefan Schlett bei seinem 45 km langen Trai Run | Ecotrail AlUla (Fotos: © Alexis Berg) |
Ich komme unterwegs mit einem saudischen Ingenieur ins Gespräch, der vor ein paar Jahren beruflich schon einmal hier war. Da gab es noch keine Infrastruktur, nichts. Selbst den meisten Saudis war diese Gegend unbekannt. Sein Vater allerdings kannte Al Ula und Madain Saleh sehr wohl, der sei Geologe. Ein Amerikaner, erfahrener Ultraläufer und gerade aus dem Irak emigriert, meinte: "Die Sicherheitslage wurde zusehends schlechter und unübersichtlicher, so dass ich mit meiner irakischen Frau die im Ölbusiness tätig ist, ins Königreich umzog und nun als Immobilienmakler arbeite." 16 Mitarbeiter von Saudi Aramco, der größten Erdölfördergesellschaft der Welt, beackerten ebenfalls den Wüstensand. Alles ausländische Experten, die die seltene Gelegenheit zu einem Laufwettkampf nutzten. Siawhua Lim, eine kleine drahtige Ultraläuferin aus Malaysia, kam extra für 2 Tage ins Königreich um den Ultratrail zu laufen, verirrte sich in der Nacht und wurde disqualifiziert. Diese Premiere war genauso bunt, exotisch und global, wie man es von etablierten Wettbewerben gewohnt ist.
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla | |
Der verlängerte Marathon war von mittlerem Schwierigkeitsgrad, eignete sich gut zum Einlaufen, ging mit einigen kurzen Asphalteinlagen durch gigantische Wüstenlandschaften und wurde von fast allen Startern innerhalb des 7-stündigen Zeitlimits bewältigt. Hier siegte der Einheimische Abdulaziz Alghamdi in 3:03:34 h deutlich vor dem Australier Matthew Sudich in 3:24:06 h. Die Siegerin, Floortje Rawee, kam aus Holland und benötigte 5:21:30 h.
Der Ultratrail zweigte kurz vor dem Marathonziel ab und stellte sich als erheblich anspruchsvolleres Challenge heraus: längere Sandpassagen und Steigungen, spärliche Markierungen, Dunkelheit erschwerte für die langsameren Läufer zusätzlich die Navigation. 4 Läufer gingen nachts verloren, konnten aber von der Suchmannschaft anhand ihrer Tracker aufgespürt werden. Am Cut Off bei Kilometer 60 wurden etliche Teilnehmer nach 8:15 Stunden Laufzeit rigoros von den Sicherheitsbehörden aus dem Rennen genommen. Entsprechend hoch lag die Verlustquote bei über 50%. Hier besteht bei einer zukünftigen Austragung noch Optimierungsbedarf! Sieger wurde Michael Wardian in 8:19:33 h, eine US-amerikanische Lauflegende, Inhaber zahlreicher Rekorde und Titel, sowie dreimaliger Olympiateilnehmer über die Marathondistanz. Auch bei den Damen krallte sich die US-Amerikanerin Amy Sproston den Sieg in 10:02:17 h. Die USA war zugleich teilnehmerstärkste ausländische Nation. Was nicht verwunderte, besteht doch zwischen USA - Saudi-Arabien - Öl und Business eine Jahrzehntelange innige Beziehung
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla | |
Die historischen Stätten rund um Al Ula sind erst seit 2 Jahren zugänglich und das nur für wenige Monate im Jahr, im Rahmen des 2018 installierten Festivals "Winter at Tantora", das den Wechsel der Jahreszeiten einleitet. Extra für die Premiere wurde die atemberaubende Konzerthalle Maraya (arabisch für Spiegel) eröffnet, die Platz für 500 Personen bietet. Namhafte Künstler wie Lang Lang oder Andrea Bocelli konnten verpflichtet werden und das 10-wöchige Festival zog 37.000 Besucher aus der ganzen Welt in seinen Bann. In das 2. Winter at Tantora Festival vom 19.12.19 - 7.3.20, mit Ballon Festival, Rundflügen mit Vintage-Flugzeugen, dem zweitgrößten Pferde-Langstreckenrennen der Welt (Fursan Endurance Race über 120 km), Sterne-Küche und vielen weiteren kulturellen Highlights, fügte sich die Premiere des Ecotrail nahtlos mit ein. Die ganzjährige Öffnung für Touristen war ab Oktober 2020 geplant, verzögert sich nun aber durch die weltweite Pandemie. Es lohnt sich, sobald wieder möglich, zu kommen, denn die Region wird sich definitiv verändern.
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla (Foto: © re. Experience Al Ula) | |
Bis 2035 soll es 9000 Zimmer geben, um die zu erwartenden 2 Millionen Besucher pro Jahr unterzubringen. Derzeit werden in einem Stipendienprogramm 500 Studenten in Tourismusmanagement und Gastgewerbe an Standorten auf der ganzen Welt ausgebildet, um sie in Al Ula einzusetzen. "Wir wollen allerdings keinen Massentourismus" betont Amr al Madani, Hauptgeschäftsführer der königlichen Kommission für Al Ula, in einem Interview mit "The National". "Unser Fokus liegt auf nachhaltigem, verantwortungsbewusstem Tourismus, der wirtschaftliche Werte schafft, die Region dem Rest der Welt öffnet und zugleich die Jahrtausende alten historischen Stätten schützt und erhält".
Angesichts der Tatsache, dass Saudi-Arabien sich historisch gesehen gegen jegliche westlich geprägten Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen ausgesprochen hat, stellen die jüngsten Entwicklungen eine bedeutende Änderung in der Politik der ultrakonservativen islamischen Nation dar. Und wirft die Frage des "Sportswashing" auf, wie in einem Artikel von Spiegel online ("Waschgang in der Wüste") am 5.1.20 thematisiert. Aber auch westliche Demokratien nutzen das positive Image des Sports heißt es darin. Und weiter: Die Ausrichtung sportlicher Großereignisse rückt ein Land auch in den Fokus, was bedeutet, dass Probleme mehr Aufmerksamkeit erhalten. Sport wird zur Öffnung des Landes beitragen. Saudi-Arabien muss und wird sich ändern, denn wie wir alle wissen: Tourismus ist ein scheues Reh
![]() |
![]() |
| Ecotrail AlUla | |
Fakten
Visa für Saudi-Arabien
Seit dem 27. September 2019 werden Touristenvisa ausgestellt. Diese sind 1 Jahr
gültig für mehrfache Einreisen von bis zu 90 Tagen. Für 49 Staaten
weltweit werden bereits E-Visa erteilt und es herrscht Reisefreiheit im ganzen
Land.
Mehr Informationen: www.visitsaudi.com
Info-Portale
Der 2. Ecotrail Al Ula verzögert sich um ein Jahr und findet voraussichtlich
im Februar 2022 statt. Auf der Homepage https://alula.ecotrail.com
gibt es neben den üblichen Renninformationen Hinweise zu Visa, Unterkunft,
Reisepakete etc.
Informationen über alle 13 Ecotrails weltweit finden sich auf www.ecotrail.com
Touristische Informationen, auch zum Winter at Tantora, gibt es auf www.experiencealula.com
Expatriates haben bereits 1978 in Riad und 1981 in Jeddah Laufclubs gegründet.
Ihre Aktivitäten finden sich hier:
www.riyadhroadrunners.com
(Riad)
www.hopasports.com (Jeddah)
Anreise
Zahlreiche Fluggesellschaften fliegen die großen Metropolen Riad und Jeddah
von Europa aus an. Von dort bringt die nationale Fluggesellschaft Saudia mit
einem kurzen Inlandsflug den Reisenden nach Al Ula. In den deutschsprachigen
Ländern bedient die Saudia Genf und Frankfurt. Ab Juli 2020 sollte auch
München ins Streckennetz aufgenommen werden, was sich durch die aktuelle
Coronakrise nun ebenfalls verzögert.
Vom Airport Al Ula, mitten in der Wüste, sind es 23 km bis zu der kleinen Universitätsstadt Al Ula (5400 Einwohner) und 46 km bis zum Sahary Al Ula Resort, wo sich der Zieleinlauf des Ecotrail befindet.
Anmerkung: Bei den Flügen der Saudia werden auf dem Display konstant die Gebetszeiten, Richtung und Distanz nach Mekka angezeigt. In einigen Saudia-Jets gibt es im Heck sogar eine eigens reservierte und mit Teppichen ausgelegte Gebetszone. Vor jedem Start ertönt über Bordlautsprecher ein inbrünstiges Gebet, um den Reisesegen Allahs zu erbitten.
Infos zum Königreich Saudi-Arabien
Saudi-Arabien ist neben Brunei, Vatikanstadt, Katar, Oman und Swasiland eine
der sechs letzten verbliebenen absoluten Monarchien auf der Welt. Seine 34 Millionen
Einwohner genießen den Status eines der reichsten Länder der Erde.
Zu der 2,1 Millionen Quadratkilometer großen Landfläche gehört
mit der Rub al-Chali (Leeres Viertel) die größte Sandwüste der
Erde. Die fast menschenleere Wüste bedeckt nahezu ein Drittel des Landes.
Zwei der drei heiligsten Stätten des Islams, die Kaaba in Mekka und die
Prophetenmoschee in Medina, liegen in Saudi-Arabien. Hauptstadt und größte
Metropole ist Riad. Der Islam in der speziellen Ausprägung des Wahhabismus
ist Staatsreligion. Saudi-Arabien versteht sich als Gottesstaat und hat die
Scharia in der Verfassung verankert. Der Zeitunterschied beträgt MEZ +
2 Stunden, Währung ist der Saudi-Riyal (1 Euro = 4,55 SAR - Stand Dezember
2020). In der Oase Al Ula kann es im Winter nachts bis auf -1°C abkühlen,
während im Sommer Temperaturen von +50°C erreicht werden.
![]() |
Bericht von Stefan Schlett Infos: alula.ecotrail.com
- www.ecotrail.com Zurück zu REISEN + LAUFEN aktuell im LaufReport HIER |
![]() |
© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung
oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de
Redaktion (Adresse im IMPRESSUM)
unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes
ergibt.