30.12.18 - 40. Spiridon Mainova Silvesterlauf Frankfurt

Jubiläumslauf im Jubiläumsjahr mit neuem Teilnehmerrekord

von Jörg Engelhardt 

Große Veranstaltungen von einem großen Ausdauersportverein, ausschließlich von Vereinsmitgliedern auf ehrenamtlicher Basis organisiert: Das passt bei Spiridon Frankfurt so harmonisch zusammen, wie bei kaum einem anderen Verein in Deutschland. Dies liegt auch daran, das sich der Club, der im März 1978 gegründet wurde, immer rechtzeitig und teilweise vorausschauend nicht nur auf den technologischen Wandel eingestellt hat, sondern auch noch auf den arbeitszeitlichen Wandel in der Arbeitswelt.

 
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Seit 40 Jahren organisiert der Verein Spiridon Frankfurt den Silvesterlauf in der Metropole am Main
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Seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts findet dieser Silvesterlauf nämlich nicht mehr an Silvester statt, sondern immer am letzten Sonntag im Jahr. Ausgenommen sind immer nur jene Jahre, an denen der 31. Dezember auf einen Sonntag fällt, wie z. B. letztes Jahr.

Allein diese zeitliche Verschiebung brachte gleich zwei Vorteile mit sich. Erstens ging man anderen immer mehr auch in Deutschland aus dem Boden sprießenden Silvesterläufen aus dem Weg und zweitens konnte man so mehr Helferinnen und Helfer für eine Mitarbeit zur Ausrichtung eines so großen Laufereignisses gewinnen. Denn für einen nicht zu unterschätzenden Teil seiner Mitglieder war der Silvestertag, der bis heute kein offizieller gesetzlicher Feiertag ist, ein ganz normaler Arbeitstag.

 
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Für eine Veranstaltung wie diese, die die Anzahl von 2500 vor- und nachgemeldeten Teilnehmern deutlich übersteigt, war allein diese Entscheidung überlebenswichtig. Zwar war auch diesmal wieder der Schwund an nicht erschienenen, aber vorangemeldeten Läuferinnen und Läufern sehr hoch, doch konnte dieser Verlust, durch die nahezu unglaublich hohe Anzahl von 895 Nachmeldungen überkompensiert werden.

Was bei jedem Fußball Bundesligaspieltag an gleicher Stelle von professionellen Dienstleistungsunternehmen durchgeführt wird, erledigt Werner Morz, der seit über 30 Jahren als Helfer und in den unterschiedlichsten Ehrenämtern für den Verein im Einsatz ist, genauso gut Unterstützt wurde er dabei unter anderem von Till Vetter, der dieses Jahr beim Frankfurt-Marathon Hessischer Vizemeister in der M55 werden konnte und mit der zweiten Mannschaft von Spiridon Frankfurt auf den Bronzeplatz lief

895 Nachmeldungen. Da würden sicherlich viele Veranstalter von Silvesterläufen in diesem Land und vielleicht sogar in ganz Europa vor Neid erblassen. Denn allein die Zahl der kurzfristig entschlossenen Aktiven ist deutlich höher als die Gesamtteilnehmerzahl andernorts. Dabei war auch die Erstaustragung im Jahre 1979, damals noch unter dem Titel "Großer Frankfurter Silvesterlauf" für die damalige Zeit schon außergewöhnlich groß.

600 Teilnehmer konnte der damalige Vereinsvorsitzende und heutige Ehrenpräsident Gerhard Schroeder gemeinsam mit dem damals hauptverantwortlichen Organisationschef Wilfried Matzke, der zudem eines von ursprünglich 19 Gründungsmitgliedern ist, auf dem Sportgelände an der Babenhäuser Landstraße im südlichsten Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen begrüßen. Damals gab es in der Mainmetropole noch keine Volks- und Straßenläufe. Es existierte lediglich ein Crosslauf im Riederwald, der von der Leichtathletikabteilung des FSV Frankfurt organisiert wurde, sowie einen "Frankfurter Volksmarathon", den der Sudetendeutsche Turnverein, von der sportinteressierten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, fernab der Innenstadt im Frankfurter Stadtwald ausgerichtet hatte. Doch diese beiden Veranstaltungen zusammengenommen, hatten deutlich weniger Teilnehmer, als die Silvesterlauf Premiere.

 
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Dirk Kuhlmann, der normalerweise das Athletiktraining bei Spiridon Frankfurt leitet, war heute im Auftrag des Hessischen Leichtathletikverbandes als einer von zwei autorisierten Kampfrichtern unterwegs Mit Ausnahme der Zeiterfassung, die vom Mika Timing durchgeführt wurde, lag auch die komplette EDV in vereinseigenen Händen. Unter anderem waren hier Jenny Zeeck, die als Übungsleiterin normalerweise das Intervalltrainig bei Spiridon Frankfurt zusammen mit Ulrike Wagner leitet und Marisa Gomez-Ruhland, die in diesem Jahr 3. in der W60 bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in Düsseldorf wurde und obendrein in Frankfurt mit einer neuen persönlichen Bestzeit auch den Hessischen Meistertitel in der gleichen Altersklasse errang, tätig Vom zwölffachen Deutschen Meister in der Vergangenheit hin zum Meistermacher der Gegenwart. Der ehemalige Topläufer und WM Teilnehmer Kurt Stenzel, der heute die Spiridon Leistungsgruppe trainiert, mit seiner Athletin Katahrina Rach, die zusammen mit Hanna Rühl und Christina Schiesser den Hessischen Mannschaftsmeistertitel im Marathonlauf der Frauen erringen konnte. Beide fungierten heute als Zugläufer für jene Teilnehmer die unter der 40 Minuten Marke bleiben wollten

Spiridon Frankfurt e.V. durfte sich juristisch völlig unzweifelhaft bis zum 18. März 1997 als größter Laufsportverein Deutschlands bezeichnen. Diesen netten, prestigeträchtigen, aber inoffiziellen und materiell nutzlosen Titel trägt seither der LC Duisburg, obwohl er nach Vereinsmitgliedern gezählt, noch nicht einmal halb so viele Läufer vorzuweisen hat. Doch die Aufgabe dieses Attributs brachte Spiridon einen entscheidenden Neugewinn, der sich als Bereicherung des Clubs erweist: Die Gründung der Triathlonabteilung. Diese von drei Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung am genannten Tag eingebrachte und durchgesetzte Abteilungsgründung, führte zu einer Satzungsänderung, die aus dem reinen Dauerlaufverein, einen Ausdauersportverein machte. Seitdem ist der Verein seinen Ehrentitel los, hat aber für seine beiden Laufveranstaltungen viele fleißige "Helferhände" hinzugewonnen.

Allein der 40. Silvesterlauf wurde von 2528 Starterinnen und Startern erfolgreich beendet. Beim noch größeren Frankfurter Halbmarathon im März jeden Jahres wurden in den letzten Jahren bis zu 5500 Finisher gezählt. Ohne die Triathleten im Club, wäre dieses Wachstum niemals zu bewältigen gewesen. Es sei denn, man hätte sie in die Hände einer professionellen Eventagentur gegeben. Lediglich die Zeiterfassung und die Bewirtung mit Speisen und Getränken wurde an professionelle Unternehmen abgegeben, wodurch die vereinseigenen Helfer sinnvoller eingesetzt werden können. Das eine der vielen fleißigen Helferfrauen das Backen nicht lassen konnte, hat etwas mit dem äußerst selten zustande kommenden Anlass zu tun: Dem Jubiläumslauf im Jubiläumsjahr! Doch dazu später an anderer Stelle mehr.

 

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Auch in Frankfurt kommt das Obst bei der Zielverpflegung mittlerweile nur noch aus ökologischem Anbau Jennifer Price, die federführend für die Organisation der Schülerläufe im Einsatz war und Vereinsvorsitzender Thomas Rautenberg, heute auch als Veranstaltungsmoderator im Einsatz, geben gemeinsam den Countdown zum ersten Schülerlauf des Tages

Der mittlerweile 1050 Mitglieder zählende Ausdauersportverein, hat auch dieses Mal wieder ein Laufsportereignis auf die Beine gestellt, das trotz einiger Schwächen, die hier nicht verschwiegen werden sollen, von der überwiegenden Mehrheit seiner Teilnehmer aus nah und fern mit deutlich mehr Lob als Tadel bedacht wurde. Dazu gab es auch wieder einige sehr respektable sportliche Leistungen, die nunmehr im Fokus dieser Reportage stehen.

Neben dem 10-Km-Hauptlauf, der wie schon in den letzten Jahren in mehreren Wellen gestartet wurde, waren noch 2 Schülerläufe im Programm. Einer über 2 Km für die ganz jungen Akteure und ein weiterer über 3,3 Km für die Älteren, der durch ein Missgeschick unter den teilweise noch recht unerfahrenen Streckenposten seine ursprüngliche Länge von 4 Km verlor. Beginnen wir also chronologisch, mit dem kleinen Schülerlauf.

2-Km-Schülerlauf

Bei den Jungs entwickelte sich von Anbeginn ein spannendes Rennen, das von den beiden vereinslosen Läufern Lukas Bugar und Mika Siebenhorn geprägt und beherrscht wurde. In der zweiten Rennhälfte nach Km 1 konnte sich Lukas etwas absetzen und einen zeitlichen Abstand von 3 Sekunden zwischen sich und seinem ärgsten Verfolger legen. Seine Endzeit lag bei 7:31 min. Mika konnte diese Lücke nicht mehr schließen und lief in 7:34 min. zu einem ungefährdeten 2. Platz. Zwischen ihm und dem drittplatzierten Niklas Storck (Eintracht Frankfurt) lagen immer noch recht deutliche 9 Sekunden. Nach 7:43 min konnte der sich im Vergleich zum Vorjahr nicht nur um einen Platz verbessern, sondern sich auch noch um 24 Sekunden steigern.

Bei den Mädchen dominierte Hannah Lösel (TSG Oberursel) das Feld. Nach 7:53 min. konnte sie ihren Tagessieg perfekt machen und Tidjani Heba (LG Eintracht Frankfurt) auf den zweiten Platz verweisen. Die wiederum lief nach 8:09 min. zeitgleich mit ihrer stärksten Widersacherin Elise Andrea Pohl (Altkönigschule Kronberg) ins Ziel. Da bei Zeitgleichheit jedoch die Nettozeit herangezogen wird, war Tidjani am Ende nach 8:04 min. um 2 Sekunden schneller und sicherte sich den Silberrang. Bis dahin waren die Angaben in der Ergebnisliste noch nachvollziehbar. Dass aber mit Tessa Sofie Böttcher vom ASC Darmstadt eine Läuferin auf den 4. Platz ausgewiesen wird, die in 8:20 min. um eine Sekunde langsamer als die 5. Anne Grabosch vom SSC Hanau-Rodenbach war, für die eine Bruttozeit von 8:19 min. notiert wurde, bleibt vorerst das Geheimnis des Zeiterfassers. Beide Läuferinnen hatten exakt die gleiche Nettozeit.

Dennoch konnte dieser erste Wettbewerb des Tages als gelungen bezeichnet werden, gab es doch im Kampf um die Plätze auch in den hinteren Regionen ein paar spannende Duelle zu sehen.

4-Km-Schülerlauf (auf 3,3 Km verkürzt)

Hier konnte Tristan Kaufhold aus der scheinbar unerschöpflichen Talentschmiede des SSC Hanau-Rodenbach das Rennen als Erster beenden. Vor 12 Monaten war er noch über 2 Km erfolgreich, diesmal triumphierte er auf der Langdistanz. Das diese etwas zu kurz geriet, lag an einigen unerfahrenen Streckenposten. Diese sollten eigentlich erst zum 10-Km-Hauptlauf ihre Positionen einnehmen, erschienen aber zu früh und blockierten versehentlich den Zugang zum exakt vermessenen 2-Km-Wendepunkt und nötigten so das heranstürmende Läuferfeld schon früher zu wenden. Die meisten Schülerinnen und Schüler nahmen es gelassen und freuten sich über ihre erbrachten Leistungen. Nur vereinzelt gab es Kritik. Nur wenige Veranstalter von Silvesterläufen bieten Schülerläufe mit so langen Distanzen, so dass man trotz dieser Panne von einer außergewöhnlich hohen Herausforderung sprechen kann.

Der Sieger des heutigen Tages konnte sich nach 11:10 min. über seinen Erfolg freuen und auch der 2. Harouch Nour (Eintracht Frankfurt) machte nach 11:27 min. alles andere als einen unzufriedenen Eindruck. Samuel Möller (TSG Limbach / Triathlon) sicherte sich nach 11:29 min. den letzten freien Platz auf dem Podest.

Der Schülerlauf über 4 Km wird durch ein unbeabsichtigtes Missverständnis zwischen einzelnen Streckenposten schon nach 3,3 Km enden, da der Zugang zum 2 km-Wendepunkt versehentlich blockiert wurde und das Läuferfeld deshalb zu früh in die Zielrichtung abbiegen musste

Maja Severloh vom Hünfelder SV war heute nicht nur das schnellste Mädchen, sondern die zweitschnellste des langen Schülerlaufs überhaupt. Nach 11:21 min. besiegelte sie ihren Tageserfolg und verschaffte sich recht satte 6 Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Jungen Harouch Nour. Zwischen ihr und der zweitplatzierten Vanessa Mikitenko (SSC Hanau-Rodenbach) lagen stolze 16 Sekunden. Sara Kiefer (SC Steinberg) folgte 12 Sekunden später und nahm nach 11:49 min. den dritten Platz auf dem Podium ein.

Der Verein hat sich gerade bei den beiden Schülerläufen schon im Vorfeld besonders viel Mühe gegeben, um die Läufe für den Nachwuchs attraktiv zu gestalten. Ist es schon Tradition, dass jedes teilnehmende Kind nicht nur eine Medaille, sondern obendrein noch ein Geschenk erhält. Diesmal waren es Plätzchen, die die Zahl 40 passend zum Jubiläumsjahr symbolisierten und die an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden gebacken wurden. Diese äußerst liebenswürdige und zeitaufwendige Arbeit war wahrscheinlich die herausragendste Helferleistung der diesjährigen Auflage. Doch damit nicht genug: Anders als bei anderen Veranstaltungen, wurden nicht die ersten 3 Läuferinnen und Läufer jeder Altersklasse geehrt, sondern gleich die jedes Jahrgangs. Die Anzahl aller Teilnehmer von 184 im letzten Jahr kletterte auf 204 in diesem Jahr.

10-Km-Hauptlauf

Bei den Männern konnte sich das hohe Niveau der letzten Auflage nicht wiederholen. Die Zeiten der ersten 6 aus dem Vorjahr konnte selbst der diesjährige Sieger Marcel Krieghoff nicht erreichen. Dennoch ging der ausgewiesene Berglaufspezialist, der als 5. der diesjährigen Deutschen Berglaufmeisterschaft die Qualifikation für die Berglauf-WM in Andorra erreichen konnte und dort auf einem soliden Mittelplatz einkam, sehr risikofreudig ins Rennen. "Mal auf einer richtig flachen und auch schnellen Strecke zum Jahresausklang erfolgreich sein", das war es, was den Spitzenläufer aus Bad Langensalza, der für den SC Impuls Erfurt ins Rennen ging, nach eigenem Bekunden dazu bewog in Frankfurt an den Start zu gehen. Am Berg mit seinen Kräften gut haushaltend, entschloss er sich dazu, den Lauf in der Manier eines Sprinters anzugehen und von Beginn an dem Rennen seinen Stempel aufzudrücken. Eine Rechnung, die aufging. Zug um Zug vergrößerte er seinen Vorsprung und hielt nach 32:11 min. freudestrahlend das Zielband in die Luft.

Startaufstellung zum 10 km Hauptlauf Nach dem Start vor der Wintersporthalle an der Commerzbankarena geht es über die Flughafenstraße in den Frankfurter Stadtwald und von dort über eine Wendeschleife hinter der Unterführung zum Parkplatz "Gleisdreieck" auf die letzten 4 Km um das Stadion herum und über die Otto-Fleck-Schneisse noch einmal in den Stadtwald und von dort wieder über die Flughafenstraße ins Ziel zurück

"Hoher Besuch" könnte man meinen, doch auch das hat bei dieser langlebigen Veranstaltung durchaus Tradition. Waren in den letzten Jahren die Top-Läufer aus der Region unter sich, ließen sich hin und wieder auch Eliteläufer aus anderen Bundesländern und Nationen blicken. Ein gutes Beispiel hierfür ist Ivan Uvizl aus der ehemaligen CSSR. Der stellte im turbulenten Wendejahr 1989 mit 29:42 min einen Streckenrekord auf, der bis in die heutige Zeit Bestand hat. Bei den Frauen bleibt der Rekord jedoch weiterhin in "hessischer Hand". Iris Biba (DJK Freigericht) stellte die Marke von 33:04 min. 1999 auf und setzte damit eine Endzeit, die bis heute auf diesem Kurs unerreicht blieb.

Den zweiten Platz des heutigen Tages erlief sich der vereinslose Sultan Abju, der nach 32:29 min. zuhause war. Mit Demeke Wosene (LG Rüsselsheim) lief dann wieder ein Athlet aus dem Rhein-Main-Gebiet auf den dritten Platz und machte das Podium nach 32:38 min. komplett. Damit war er zwar diesmal 34 Sekunden länger unterwegs als beim letzten Mal, verbesserte sich aber um 3 Plätze. Dennoch sahen die anwesenden Zuschauer bei den Männern einen sehr spannenden Rennverlauf auf einem sehr zuschauerfreundlichen Parcours. Wer in der Nähe des Start- und Zielbereichs verharrte, bekam das Läuferfeld bis zu drei Mal zu sehen. Nur auf einen Star wartete das Publikum vergeblich: Ironman-Weltmeister Patrick Lange aus Darmstadt. Der lief schon vor 12 Monaten nur mit "angezogener Handbremse" mit und musste dieses Jahr verletzungsbedingt völlig passen. Dennoch mischte auch er sich unspektakulär ins zahlreiche Publikum und feuerte die Läufer an.

Marcel Krieghoff holt den Tagessieg bei den Männern in die thüringische Landeshauptstadt Die Siegerpokale für den 10 Km Lauf. In Silber für den 1. Mann und in Gold für die 1.Frau Schon seit 31 Jahren existiert der Lauftreff Qualmsocke aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim. Der lose Zusammenschluss aus dem südwestlichen Zipfel der Mainmetropole kommt schon seit seiner Gründung Jahr für Jahr zu dieser Veranstaltung. Einige seiner Mitglieder waren auch schon davor als Teilnehmer am Start. Die Gruppe ist dafür bekannt, dass sie in jedem Jahr ein großes kaltes Büffet anrichtet, an dem sie auch Läufer aus anderen Gruppen und Vereinen, teilhaben lässt

Zum absoluten Highlight des Tages geriet diesmal der Hauptlauf bei den Frauen. Lisa Oed vom SSC Hanau-Rodenbach, ihrerseits ebenfalls ein absolutes Berglaufass und schon in ihren jungen 19 Jahren mit zahlreichen nationalen und auch internationalen Erfolgen ausgestattet, wiederholte ihren Vorjahreserfolg souverän und blieb diesmal sogar unter der 36-Minuten-Marke. Nach 35:50 min hatte sie den Zielstrich überquert und ein sehr erfolgreiches Jahr mit einem ungefährdeten Sieg abgerundet. Es dauerte dann immerhin über eine Minute, ehe Anna Herzberg (KS - Sportsworld) auf dem 2. Platz einlief. Mit 36:54 min. war aber auch sie schneller als die Vorjahreszweite Sophie Burckhardt, die seinerzeit über eine Minute länger unterwegs war. Dies galt auch für Lokalmatadorin Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt), die nach 37:11 min. über die Ziellinie ging und damit den 3. Platz für den gastgebenden Verein holte.

Mit Petra Wassiluk vom Team-Main-Lauf-Cup, lief die Frau mit den bis heute meisten Einzelsiegen bei diesem Silvesterlauf in 37:48 auf den 4. Platz. Vier Mal konnte sie diesen schon gewinnen. Bei den Männern hält Helmut Stenzel, Bruder des heutigen Spiridon-Leistungsgruppentrainers Kurt Stenzel diesen Rekord. Auch er konnte in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts vier Mal gewinnen. 1985 gelang ihm das sogar gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, der heute als Zugläufer unterwegs war. Damals liefen Kurt und Helmut Hand in Hand mit einer brennenden Wunderkerze auf der noch vorhandenen Tartanbahn des Waldstadions ein.

Einrollen des Zielbandes nach Einlauf der Schnellsten Frau. Lisa Oed vom SSC Hanau-Rodenbach fruet sich über ihren zweiten Sieg in Folge Anna Herzberg von KS- Sportsworld läuft auf den 2. Platz vor... ... Lokalmatadorin Tinka Uphoff von Spiridon Frankfurt

Mit Nadja Heininger (TSG Kleinostheim) lief nach 38:04 min. eine Sportlerin aus dem benachbarten Unterfranken auf den 5. Platz. Auch sie wäre 2017 mit dieser Zeit noch souverän auf den 2. Platz gekommen.

Großer Sport also, der heute wie auch schon seit der ersten Auflage 1979 von den Athleten geboten wird. Bei der Premiere siegte Gerhard Köhn (LAZ Main-Kinzig) in 31:40 min., eine Zeit, die auch heute noch zu einem überzeugenden Sieg geführt hätte. Der Lauf hat in seiner langen Geschichte nicht nur regionale, sondern auch internationale Gewinner gesehen. Auch Spitzenathleten aus Osteuropa und Ostafrika stehen in den Siegerlisten und das, obwohl der Verein anders als andere Veranstalter nie auf einen Streckenverlauf durch mit Zuschauermassen gesäumte Innenstädte gesetzt hat. Dabei hat sich der Club durch alle Zeiten immer rechtzeitig neuen Anforderungen angepasst und die erforderlichen Veränderungen mit großem ehrenamtlichem Aufwand in die Wege geleitet.

Die schnellsten Frauen des 40. Spiridon Silvesterlauf Frankfurt: 1. Lisa Oed (SSC Hanau Rodenbach 35:50), 2. Anna Herzberg (KS Sportsworld 36:54) und 3. Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt 37:11) Bei den Männern siegt Marcel Krieghoff (SC Impuls Erfurt 32:11) vor Sultan Abju (32:29) und Demeke Wosene (LG Rüsselsheim 32:38)
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Vom Umzug in das ehemalige Waldstadion, über die nochmalige Verlegung des Start- und Zielbereichs vor die Wintersporthalle, bis hin zur Einführung der Schülerläufe vor 24 Jahren. Auch die Umstellung von der aufwendigen Zeiterfassung mit der Hand auf den Champion-Chip erfolgte früh. Selbst Metropolen wie London oder New York hinkten damals der "Frankfurter" Methode weit hinterher.

Das es auch immer mal zu kleineren Pannen gekommen ist, kann bei einem nahezu rein ehrenamtlich gestemmten Ereignis in solcher Größenordnung gar nicht ausbleiben. So waren 2018 die allen Teilnehmern versprochenen Jubiläumsmützen, nicht für alle Läufer vorhanden. Sibylle Rautenberg, Frau des heutigen Vorsitzenden Dr. Thomas Rautenberg, erklärt dazu: "Wir haben im Vorfeld jedem Teilnehmer bei Abholung seiner Startunterlagen sowie allen 140 Helfern jeweils eine Mütze versprochen. Dabei haben wir natürlich auch einen möglichen Teilnehmerzuwachs einkalkuliert. Mit 2600 Mützen sahen wir uns auf der sicheren Seite. Da aber heute 2528 Aktive teilgenommen haben, was so nicht zu erwarten war, haben uns am Ende doch 28 Mützen gefehlt."

Auch dies ein kleiner Lapsus - und doch auch wieder ein Zeichen für Qualität.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

Ergebnisse www.spiridon-silvesterlauf.de

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