9.12.18 - 41. Bad Schönborn Nikolauslauf

Zipfelmützen unterwegs

Kraichgau sieht Nikoläuse laufen

von Hannes Blank

Die Schönbornhalle und der Bereich drum herum in Bad Schönborn, südlich von Heidelberg gelegen, hat zwei sportliche Highlights im Jahr: Der große Mitteldistanztriathlon im Sommer und als kleineres Highlight, der Nikolauslauf der SG Bad Schönborn Anfang Dezember.

 

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Obwohl es in Deutschland viele Nikolausläufe gibt und schon einige Laufserien gestartet sind, ist die Veranstaltung in den meisten Jahren in der Region am gewählten Sonntag konkurrenzlos. - Die Terminfindung funktioniert also gut.

Auf der Bad Schönborner Allee sammelten sich die Läufer zum Start. Nach ca. 500m geht es am Ortsschild vorbei in den Kraichgau 41. Nikolauslauf der SG Bad Schönborn: Laufen unter tiefgrauen Himmel, aber ohne Regen
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10km: Eine glückliche Siegerin und ein Sieger, dem 10km zu wenig waren

"Der Lauf heute bedeutet mir sehr viel, denn es war ein Neustart für mich!" Dies waren die Worte von Vorjahressiegerin Lena Berg, deren Name vielleicht etwas zu voreilig in der Tageszeitungspresse auf den Favoritenthron für 2018 gehoben wurde. Die 31-Jährige hatte nämlich dieses Jahr eine 8 Monate lange Lauftrainingspause wegen eines Knochenödems im Fuß und der Bad Schönborner Nikolauslauf war ein erster echter Test, ob der Fuß wieder belastbar ist. Doch alles hielt und eine 38:01min wurde daraus ("Die Zeit ist auch nicht so schlecht", so Berg), schnell genug jedenfalls für den Sieg und daher die große Freude von ihr, die von Beruf Ärztin in Heidelberg ist. Laura Jansen vom Skiclub Heidelberg Triathlon blieb als zweitschnellste Läuferin in 39:41min ebenfalls noch unter der 40-Minuten-Schallmauer. Luise Dobmeier (TSV 05 Rot) beendete den Lauf in 42:03min als Dritte.

Einige Teilnehmer des TSV 05 Rot mit der 10km-Dritten Luise Dobmeier (2171), W45-Siegerin Birgit Bodirsky (2166), M45-Sieger Armin Bodirsky (ohne Nr.), M55-Sieger Oswald Renz (2154) und 3. der M50 Thomas Kruck Natürlich waren auch einige Nikoläusinnen und -läuse unterwegs

Michael Chalupsky hatte man aber zu Recht als potentiellen 10-km-Sieger auf dem Zettel. Der 35jährige Bankbetriebswirt ist dafür bekannt, dass er solche schnell gelaufenen 10km-Wettkämpfe in sein Marathontraining integriert - nach dem Lauf in Bad Schönborn lief er noch nach Sinsheim. Im Kampf gegen die anderen Nikolausläufer hatte er sich nach ca. 2 Kilometern an die Spitze gesetzt, lief von da ab alleine und beendete das Rennen nach 33:35min. Er will den anspruchsvollen Halbmarathon in Heidelberg unter 1:10h bewältigen, gab er als Ziel für das nächste Jahr an, außerdem über die 42,195km in Berlin starten. Zweiter in Bad Schönborn wurde in 35:39min Raphael Heilmann von Laufsport Gruszka Aalen, vor dem drittplatzierten Christian Oechsler (TSV 05 Rot), der 35:58min brauchte.

Lena Berg und Michael Chalupsky werden als 10km-Schnellste vom Bürgermeister der Stadt Bad Schönborn geehrt

5km: Ein "Yeah!" der Siegerin und ein unverdienter Sieg, findet der Sieger

Wehmutstropfen beim Sieg von Dominic Marquedant auf der 5-km-Strecke. Der 31-Jährige sagte im Siegerinterview vor dem versammelten Publikum, dass er den Sieg nicht verdient hätte. Was war passiert? Marquedant hatte zwar anfangs geführt, wurde dann aber bald von Christian Trunk ein- und überholt und schließlich "stehen gelassen", wie man es gerne beschreibt. Trunk wurde bei der Triathlon Mitteldistanz-WM im September in Südafrika 13. Der Odenwälder kann die Halbmarathondistanz in 1:18h laufen, nach 1,9km Schwimmen und 90km Radfahren.

Doch in Bad Schönborn lief er aus Versehen auf der 10-km-Strecke weiter - obwohl die Weiche gut gekennzeichnet war. Er lief sogar soweit auf der falschen Spur, dass er seine Rückkehr auf Wegen improvisieren musste, die weder zu der einen noch der anderen Nikolausstrecke gehörten. "Sowas ist mir noch nie passiert", sagte er im Ziel etwas geknickt. Marquendant sah zwar von weit hinten das Verwechslungsunglück, ein Eingreifen war naturgemäß natürlich nicht möglich - Strunk war ja viel schneller. So gewann der Freiburger Dominic Marquedant, der immer gerne für den Lauftreff Rheinhessen-Pfalz startet, das 5-km-Rennen in 16:43min.

 

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Zweiter wurde Steffen Gaede (Team xtra-sports) in 18:32min vor Marcus Posselt (Leutershausen), für den die Uhr bei 18:46min stehen blieb.

Dominic Marquedant wird schnellster 5km-Läufer, "unverdient", wie er meinte Lisann Deuchler gewinnt bei den Frauen über die 5km

Ungebrochene Freude hingegen bei der Siegerin Lisann Deuchler: Ihr entsprang ein lautes "Yeah!", nachdem sie im Ziel ihre Zeit erfahren hatte. Die 20-Jährige vom TV Helmsheim hatte von Anfang an aufs Tempo gerückt und keinen Sinn für die Konkurrenz oder ein passendes Läufer-Grüppchen gehabt, einzig die Zeit zählte. Diese lautete 19:34min, Zweite wurde die vereinslose Annika Oetjens in 21:45min vor Sophia Hagenbuch vom Tri-Team Heuchelberg, die in 22:05min Dritte wurde.

 

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Fazit: Bad Schönborn bietet was für Genusslauf-Sucher im Dezember

Der Bad Schönborner Nikolauslauf ist wegen seiner fünf Steigungen mit insgesamt etwa 70 Höhenmetern keine Strecke für Bestzeiten und Höchstleistungen. Läufer, die in Bad Schönborn für eine gute Zeit kämpfen findet man dennoch, aber sie sind in der Minderheit. Dafür haben sich auch dieses Jahr trotz des Schmuddelwetters wieder zahlreiche Genussläufer eingefunden, die die Strecken in kleineren und größeren Grüppchen bewältigt haben. Etwa 800 Läuferinnen und Läufer nahmen am diesjährigen Nikolauslauf in Bad Schönborn teil - viele von ihnen mit einer roten Nikolaus-Zipfelmütze auf dem Kopf.

Zielkanal auf dem Ahornweg neben der leicht versteckt gebauten Schönbornhalle Die teilnahmestärksten Gruppe waren die SG Nussloch (grün/links) und der Lauftreff Rheinhessen-Pfalz (orange/rechts), die Weihnachsterne und Wein bekamen
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Ein Fan des Nikolauslaufs ist z.B. auch der ehemalige SG Bad-Schönborn-Starter Georg Sickinger, der seit Auflösung der Topläufer-Gruppe der SG für de LG Region Karlsruhe startet und trotz seiner erst 20 Lebensjahre schon ein Dutzend Mal mitgelaufen ist, von den kurzen Jugendstrecken bis nun zur 10km-Distanz: "Es ist schön, wenn man daheim ist, ich kenne die Strecken ja vom Training her immer noch sehr gut", sagte er.

Die leistungssportlichen Ambitionen sind insgesamt aber eher gedämpft, dafür entsteht auf der Strecke schnell eine lockere Stimmung. Der Bad Schönborner Nikolauslauf ist daher für Laufeinsteiger und Gelegenheitsläufer gut geeignet, sofern man das im Winter machen will. Dazu passt, dass der gesellige Teil in der Schönbornhalle gut organisiert ist, mit einem großen Essensangebot und einer Startnummern-Tombola, die die Zeiten zwischen den Siegerehrungen überbrücken kann.

Bericht und Fotos von Hannes Blank

Ergebnisse www.sg-badschoenborn.de

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