3.8.19 - 12. SWE-Halbmarathon Ettlingen

Noch mehr Landschaft: Streckenänderung ist ein voller Erfolg

Waldsaumweg schlägt Asphaltterrain

von Hannes Blank 

Die Streckenänderung auf der zweiten Hälfte des 12. SWE Halbmarathon Ettlingen war ein voller Erfolg. Mit 613 Läufern und Walkern im Ziel - ein Spitzenwert, verglichen mit früheren Ausrichtungen - haben fast alle Gestarteten erfolgreich die 21,1km bewältigt. Eine kleine Umfrage nach dem Wettkampf unter den Läufern bestätigte, was sich in den zwei organisierten Vorbereitungsläufen schon andeutete: Die Strecke ist, nun mehr auf Schotter, zwar nicht schneller geworden, aber wesentlich angenehmer.

 

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Die Walker eröffnen den 12. SWE-Halbmarathon Ettlingen vor den Läufern, die ... ... nach der ersten Hälfte durch die publikumsstarken Stadtteile Spessart und Schluttenbach auch schattige Waldwegen genießen können
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Nach dem höchsten Punkt der 21,1km in Ettlinger Höhenstadtteil Schluttenbach hatten die Läufer kein steiles Bergab mit abschließenden Flachkilometern mehr. Die Strecke verlief nun zum großen Teil auf einem Waldsaumweg, mit ein wenig bergauf-bergab, aber natürlich, unter dem Strich gerechnet, mit Schwerpunkt des Bergablaufens. Es waren dort vielleicht weniger Zuschauer, dennoch weiterhin alle drei Kilometer eine Verpflegungsstelle.

 
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Kurz vor dem Ziel kommen die Teilnehmer nun nochmals auf den kurzen Streckenabschnitt am Horbach-Parksee entlang und können schon am anderen Ufer das Ziel sehen. Am alten Landesgartenschau-Pavillon gibt es in einem kleinen Runner's heaven ein Wiedersehen mit Freunden und Verwandten. 2019 waren die Temperaturen mit etwa 24 bis 28 Grad auch durchaus erträglich.

Anwohner machen Stimmung und Läufer und die Straße nass Noch laufen sie zusammen: Roland Golderer (vorne) und Joshua Sickinger (1) kurz vor dem ersten Anstieg

Roland Golderer spielt seine Trümpfe aus

Kurz nach dem Start bildete sich mit Roland Golderer (RSV Schwalbe Ellmendingen) und Joshua Sickinger (LG Region Karlsruhe) ein Duo, das Abstand zwischen sich und der Konkurrenz brachte. Eigentlich ein Kampf der Generationen, es hieß Roland Golderer (42 Jahre) gegen Joshua Sickinger (26 Jahre). Doch der Letztgenannte hatte gerade mehrere Wochen Antibiotika-Therapie nach Zeckenbiss hinter sich. "Das hat mich doch ziemlich geschwächt", sagte er im Ziel. Er ging vernünftigerweise schon im ersten Anstieg hoch in den Stadtteil Spessart das Tempo nicht mit und ließ sich später sogar Zeit, an den Verpflegungsstellen mit Helfern zu plaudern. Nach 1:34:41h war Sickinger im Ziel.

Roland Golderer hingegen platzte schier vor Energie. Der Zweiradmechatroniker-Ausbilder mag längere Berg- und Crossläufe, der Ettlinger Halbmarathon kam ihm also entgegen. 2018 war er in 1:23:01h Zweiter geworden. 2019 hoffte er anfangs auf Begleitung ("Ich dachte, dass er mit mir mitläuft", über Sickinger), aber musste sein Tempo dann doch weitgehend allein durchpauken.

 

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Schon nach 1:18:58h war er im Ziel und damit über drei Minuten schneller als im Vorjahr.

Führungsradfahrer machen den Weg frei für ... ... Roland Golderer, der als Erster das Ziel des 12. SWE-Halbmarathon Ettlingen erreichen wird Marius Seith läuft auf Rang 2

Zwischen Platz 2 bis 4 tat sich auf der Strecke einiges. Marius Seith (LT TSV Graben) lief bald auf Sickinger auf und überholte. Der 30-Jährige, im Retro-KSC-Fußballtrikot unterwegs, gewann 2018 den Stutensee-Cup nördlich von Karlsruhe. In Ettlingen kam keiner an seinen zweiten Platz heran, obwohl es hinten durchaus Druck und einige Positionsänderungen gab. Glücklich ist meist der, der den höchsten Punkt der Strecke in Schluttenbach erreicht hat und noch Körner für ein konstantes Tempo bis ins Ziel hat. Seith finishte in 1:23:43h. Dahinter schlug die Stunde von Frank Scholl. Der 29-Jährige (nicht verwandt mit dem Karlsruher Bergdorfmeilensieger Florian Scholl) drehte auf und kämpfte sich in 1:25:50h bis auf Platz 3 vor. Im Ziel ließ er seiner großen Freude freien Lauf. Sein Verein, das Tri-Team des SSV Ettlingen, machte im Halbmarathon-Ziel wieder Werbung für den Crosslauf im Herbst. Ein Wagnis, ist doch der Crosslauf unter den Hobbyläufern nicht sehr beliebt, Veranstaltungspremieren tun sich da schwer. Schon auf Gesamtrang 6 war die schnellste Läuferin im Ziel.

Claudia Wipfler beginnt stark und lässt nicht nach

Die Ettlingerin Claudia Wipfler (Team Erdinger Alkoholfrei) hatte bis dato noch nie am Halbmarathon ihrer Heimatstadt teilgenommen. Dieses Jahr hatte es gepasst und die 30-Jährige ging die Sache kämpferisch an. Ein verhaltener Beginn war nicht ihr Ding, das Anfangstempo hoch: "Ich hatte in den Anstiegen leichte Krämpfe in den Waden", erzählte sie. Hoch gepokert, aber gewonnen. Die Rechnung ging auf und die Beine machten auf der zweiten Streckenhälfte keine Probleme mehr. "Ein tolle Atmosphäre", sagte sie später über den Halbmarathon im Siegerinterview unter dem Landesgartenschau-Pavillon. In 1:27:24h schaffte sie den Sieg bei der übrigens von SSV und Lauftreff Ettlingen organisierten Veranstaltung.

Claudia Wipfler mit Laufbegleitung und Führrungsfahrrad für die 1. Frau beim KM 7 in Spessart Carmen Scharpfenecker folgt auf Platz 2 vor ... ... Kathrin Hoffmann

Neben Claudia Wipfler wurden auch Carmen Scharpfenecker (Team Leistungsdiagnostik; Platz 2 in 1:37:11h) und Kathrin Hoffmann (BBP Bosch, Bertel und Partner, Platz 3 in 1:38:59h) im Ettlinger Horbachpark zum Siegerinterview gebeten. Die 42jährige Scharpfenecker sagte, sie wollte "eigentlich Intervalle laufen". Doch als schlechte Bergabläuferin sei ihr das nicht geglückt. An der Ergotherapeutin, die in den letzten Jahren bei den Volksläufen der Region oft in der Top10 zu finden war, kam dennoch niemand mehr vorbei.

Kathrin Hoffmann hatte zunächst noch die jungen Ettlingerin Sarah Hickel vor sich und im späteren Verlauf an den Hacken (Hickel wurde dann in 1:40:12h Vierte). Die 33jährige Kathrin Hoffmann kam vor einem Jahr als Personalreferentin aus Hannover nach Baden. Mit ihren Teilnahmen an Zugspitzlauf und Bergdorfmeile war ihre Vorliebe für Volksläufe mit Höhenmetern offensichtlich. Der Ettlinger Halbmarathon kam ihr da natürlich gerade recht. Im Ziel machte sie den Eindruck, als könne sie gut nochmals 21,1km laufen.

Siegerin Claudia Wipfler mit Rose und Medaille Carmen Scharpfenecker freut sich über ihren 2. Platz Das Siegertrio des 12. SWE-Halbmarathon Ettlingen mit Roland Golderer, Marius Seith (383) und Frank Scholl (471)
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Fazit: Der Ettlinger Halbmarathon wird zum Landschaftslauf

Das Dutzend ist voll und der Ettlinger Halbmarathon ist nun endgültig zum sommerlichen Landschaftslauf geworden. Mitunter etwas eintönig wirkende Streckenabschnitte gibt es keine mehr. Als Halbmarathon im August mit ordentlich Höhenmetern war der Lauf sowieso nie ein Bestzeiten-Mekka. Der stetige Wandel tut gut - wer als Laufveranstalter nicht ständig neue Idee durchdenkt und die ein oder andere umsetzt, gerät in Gefahr in der Läufergunst zu sinken. Man geht zwar gerne auf Läufe, die man schon kennt, aber es muss nicht alles so sein wie schon bei der Premiere.

H. Blank

Bericht von Hannes Blank
Fotos von Hannes Blank & Ekkehard Gübel

E. Gübel
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Ergebnisse www.laufinfo.eu - Infos www.ssv-ettlingen.de
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