7.7.19 - 13. Barbarossalauf Erlenbach

Fair laufen in Erlenbach am Main

von Anette Judith Scholl 

Im Nordwesten Bayerns gelegen ist Erlenbach am Main die größte Stadt im Landkreis Miltenberg und ist bekannt für ihre Weine. Am ersten Sonntag im Juli kann man den Eindruck gewinnen, dass Erlenbach auch für den dort stattfindenden Barbarossalauf bekannt ist, denn offenbar versammeln sich alle Erlenbacher und viele Interessierte aus dem Umland in der Ortsmitte, um dem Laufspektakel beizuwohnen.

Natürlich sind es nicht nur die Zuschauer, die das quirlige Treiben zwischen dem Saint-Maurice-Platz, der Elsenfelder Straße, Barbarossastraße, dem Main und der Altdorfstraße ausmachen, sondern die Laufbegeisterten aller Altersklassen. Das Motto lautete in diesem Jahr: "…und laufen darfst du!", und das motivierte über 700 Läufer*innen dazu, über die verschiedenen Distanzen durch den Zielbogen zu laufen.

 
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Teil der Laufstrecke - in jeder Runde am Main entlang 7 von der Wasserwacht Erlenbach mit Rettungsequipment bereit für ihre Laufteilnahme
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"Kinder und Schüler liegen uns besonders am Herzen!", und das wird gelebt: Die Starts beim Bambinilauf (der in Erlenbach aber "Zwergenlauf" heißt) und den Schülerläufen sind kostenlos. Es wird aber auch an andere gedacht: Bei der Anmeldung hat jeder die Möglichkeit, das Kinderhilfsprojekt "Future for kids" zu unterstützen, und allein in diesem Jahr sind wieder ca. 600€ an Spenden zusammengekommen.

Die Jugend zuerst: Zwergenlauf und Schülerläufe

Den läuferischen Auftakt der Veranstaltung bildete der Zwergenlauf mit den Jüngsten: Um 15.30 Uhr wurden Kinder der Jahrgänge 2013 und jünger über 200m losgelassen, ohne Zeitnahme, aber mit Medaille und einem Eis im Ziel für alle "Zwerge".

Führungsfahrräder begleiteten jeden Lauf Ein Zwergenlauf über 200 Meter und 2 Schülerläufe über 1000 Meter eröffnen den 13. Barbarossalauf Erlenbach Ebenfalls bei jedem Lauf dabei - Schluss-Fahrräder

Mit Wettkampf-Feeling ging es 15 Minuten später weiter, als eine Schar von 136 6- bis 9-Jährigen zum BKK Akzo Nobel-Schülerlauf über 1.000m starteten. In kurzem Abstand kamen die Sieger ins Ziel: Anton Winter (3:55 min.) siegte vor Samuel Matjak (3:58 Min.) und Noah Elter (4:02 Min.). Bei den Mädchen finishte Katharina Nagel (4:09 Min.) vor Hannah Veith (4:14 Min.) und Anna Krez (4:20 Min.).

Die 10- bis 13-Jährigen mussten sich nicht lange gedulden, denn gleich um 16 Uhr ging es weiter mit dem EZV-Schülerlauf über 1.000m. Hier siegte wie im letzten Jahr Carl-Anton Brunner in 3:12 Min. vor Oskar Deppisch (3:33 Min.), der im vergangenen Jahr in der jüngeren Schüler-Kategorie gesiegt hatte, gefolgt von Noah Strebel in 3:40 Min. Nur sieben Sekunden später lief die Siegerin Julika Wilden über die Zielmatte - Vereinskollegin von Carl-Anton und Oskar, denn alle drei laufen für den TV Schweinheim. Lilli Elzenheimer (3:58 Min.) verbesserte sich um einen Platz und wurde Zweite. Dritte war Lara Weigel (4:14 Min.) aus Kleinostheim. Die Teilnahme am Schülerlauf war für die Schüler zwar umsonst, aber nicht vergeblich: Auf alle Finisher wartete im Ziel ein Hähnchen-Gutschein.

 
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Den Schülerlauf über 1km der Jg. 2010 bis 2013 gewinnt Anton Winter TSV Großheubach in 3:55 min Bei den Mädchen ist Katharina Nagel vom TV Schweinheim in 4:09 min die Schnellste Schnellster Schüler im Lauf der Jg. 2006 bis 2009 ist Carl-Anton Brunner vom TV Schweinheim in 3:12 min Vereinskameradin Julika Wilden gewinnt bei den jungen Damen in 3:47 min

Attraktive Laufrunde

Die weiteren Läufe bestanden aus einem 2.500m, dem 5.000m und dem 10.000m Lauf und wurden auf der offiziell vermessenen Runde ausgetragen. Wenn ein Veranstalter von einer "reizvollen Strecke" oder einem "attraktiven Rundkurs" spricht, dann kann das ein Hinweis auf schöne Landschaft, ansprechende Gebäude oder ergötzliche Aussichten im Streckenverlauf sein. Niemals aber ist es ein Hinweis auf ein flaches, ebenes Streckenprofil, sondern meistens gibt es zu den reizvollen Aus- oder Ansichten auch einige Huckel, Erhebungen und mehr oder weniger saftige Steigungen. So war es auch in Erlenbach: Die "attraktive Laufrunde über 2.500m" führte vom Start-/Zielbereich am Saint-Maurice-Platz über die spürbar ansteigende Bahnstraße, bis man rechts abbog und flott abwärts in Richtung Main lief, wo danach allerdings entlang des Flusses zwei knackige Anstiege auf die Läufer warteten, bevor es wieder in den Ort und mit leicht welligem Profil durch den Stadtkern ging.

Start zum Comline-Lauf über 2,5 km, den der spätere Sieger Franz-Xaver Brunner vom TV Schweinheim bereits anführt. Vereinskollege Jonathan Busch direkt hinter ihm, wird diesen Platz bis ins Ziel halten U18-Läuferin Ruth Brenner läuft als schnellste Frau beim 2,5 km langen Lauf durchs Ziel vor ... ... den zwei TV Schweinheim Athletinnen Birgit Busch (1.F) Anne Hubrach (1.U16)

Beim COMLINE-Lauf über 2.500m war die eine Runde durchaus dazu angetan, ein gutes Tempo anzuschlagen und auch zu halten, und entsprechend waren denn auch die Siegerzeiten: Franz-Xaver Brunner (TV Schweinheim) siegte in 9:15 Min. vor seinem Vereinskollegen Jonathan Busch (9:39 Min.) und Luis Vieira Abren von der Laufgemeinschaft Wolfgang (9:40 Min.), während es bei den Damen knapp zuging: Die vereinslose Ruth Brenner (10:49 Min.) siegte vor Birgit Busch (10:56 Min.) und Anne Hubrach (10:59 Min,), beide TV Schweinheim.

Bei der Betrachtung der Ergebnislisten der drei Läufe über 1.000m und 2.500m fällt nicht nur die Namensverwandtschaft der Sieger Carl-Anton und Franz-Xaver Brunner auf, sondern auch deren Vereinsname: Der TV Schweinheim belegte insgesamt acht Podestplätze der drei Wettbewerbe. Das spricht wohl für eine gelungene Jugendarbeit.

 
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Samba-Klänge von Einwohnern und ... ... der Samba-Gruppe „Os Peixes do Samba“ feuern die Läufer an der Strecke an

Zwei oder vier Runden durch Erlenbach

Die anfangs moderaten Temperaturen an diesem strahlenden Sommertag hatten sich im Tagesablauf auf 29°C hochgeschaukelt, die Lauferei wurde anspruchsvoller.

Beim Wildgruber-Lauf über 5.000m genossen die Läufer gleich auf zwei Runden die südamerikanischen Rhythmen der Schweinfurter Samba-Gruppe "Os Peixes do Samba" unter Leitung von Wolfgang Link, die mit Percussion-Instrumenten wie Pauken, Marimba- und Vibraphon oder Cajun für richtig gute Stimmung sorgten.

Rocksongs von Session Lounge belebten die Athleten rund um die Laufstrecken und ... ... schottische Klänge von Dudelsackpfeifern der Kirkside Pipeband

Der Sieger Fabian Heider (Spiridon Frankfurt) lief nach 17:19 Min. über die Zielmatte. Eigentlich hatte er eine Zeit unter 17 Minuten angepeilt, aber nachdem sich bei Kilometer 2 Seitenstechen bemerkbar machte, war daran nicht mehr zu denken. Zweiter wurde Daniel Kress (LUT Aschaffenburg) in 17:24 Min. und als Dritter kam Jürgen Reiser (WIKA Running Team) nach 17:38 Min. ins Ziel.

Bei den Frauen siegte Claire Leduc-Maßem (ELT Großheubach) in 21:03 Min. mit zwei Minuten Vorsprung vor der zweiten Kim Völker (23:06 Min.), Dritte wurde Svenja Hopp in 23:48 (Freizeit-Club Kreis Miltenberg).

 
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Siegerin des Wildgruber-Lauf über 5km wird Claire Leduc-Maßem vom ELT Großheubach Auf Platz 2 läuft Kim Völker und wird damit Siegerin der U20 Svenja Hopp vom Freizeit-Club Kreis Miltenberg gewinnt als 3. die U18

Allmählich konnte man sich vergegenwärtigen, dass gegen Vorlage der Startnummer freier Eintritt ins Bergschwimmbad garantiert war, denn beim Start zum Bonnfinanz-Lauf über 10.000m um 17.30 Uhr herrschten nach wie vor sommerliche Bedingungen. Wer es nicht eilig hatte, konnte viermal die abwechslungsreiche Runde genießen und auf dem Streckenabschnitt am Main entlang den Turm des "kurmainzischen Schlosses" von Wörth auf der gegenüber liegenden Mainseite bewundern.

Beim 10.000m Lauf siegten zwei "alte" Bekannte: Felix Hohm vom Laufteam Kleinostheim machte in 35:51 Min. das Rennen. Den Barbarossalauf über 10km hatte er bereits 2011 gewonnen. Der Triathlet ist in der Region überhaupt für schnelle Zeiten bekannt. Seine Bestzeit auf 10km liegt unter 33 Minuten.

Fabian Heider von Spiridon Frankfurt gewinnt den 5km langen Wildgruber-Lauf vor U20-Sieger Daniel Kress, vom LUT Achaffenburg Jürgen Reiser vom WIKA Running Team gewinnt als 3. die M45 Und dann waren da ja noch die Erlenbacher Wasserwachtler, alle 7 erreichten mit Rettungsring und -boje laufend das Ziel des 2,5 km langen COMLINE­Laufs

Gina Marielle Schürg war 2015 und 2013 schon Siegerin über die 10.000m und siegte nun in 41:52 Min. Die Athletin des TV Rendel war 2015 in Erlenbach nur eine Sekunde schneller gewesen und wurde in den letzten zwei Jahren immer wieder von Verletzungen ausgebremst. Umso mehr freute sie sich über ihr Ergebnis. Gina Marielle Schürg verwies die Vorjahressiegerin Stefanie Klüpfel von der DJK Kleinwallstadt (43:51 Mi.) auf Platz 2. Auf Platz 3 folgte in 45:36 Min. Katarina Pashkouskaya von der Frankonia Mechenhard.

Organisationsleiter Joachim Alexander mit den Schnellsten des Bonnfinanz­Lauf über 10 km Gina Marielle Schürg vom TV Rendel und Felix Hohm vom Laufteam Kleinostheim und ... ... mit Martin Lück (Löwt für mehr Zeit) und Werner Burkhardt (LT Rheinhessen Pfalz), die beide 2,5km+5km+10km liefen

Philosophie zum Barbarossalauf

Das erklärte Ziel des Barbarossalauf-Orgateams ist es, "dass der Barbarossalauf für jeden Teilnehmer zum außergewöhnlichen Erlebnis wird, jeder sein bestmögliches Ergebnis erzielt, tolle Stimmung herrscht und ALLE miteinander an diesem Tag Spaß und Freude haben."

Zahlreiche motivierte und ambitionierte Läufer*innen, eine Gruppe der Wasserwacht inklusive Rettungs-Equipment und zwei Läufer, die es sich nicht nehmen ließen, nicht ein, zwei oder vier Runden, sondern erst 2.500m, dann 5.000m und am Ende noch den 10.000m Kurs zu laufen - das sind nur einzelne Beobachtungen, die den Schluss nahe legen, dass dieses Ziel definitiv erreicht wurde.

Ausgabe der Startunterlagen auf dem Saint­Maurice­Platz

Der Organisation liegt eine Philosophie zu Grunde: "Wir wollen bei Kindern den Spaß an der Bewegung wecken, denn gesunde Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft." Von den 107 Finishern über 2.500m waren es ganze 81 Starter von U12 bis U23. Zusammen mit den Schülerläufen waren es also allein hier knapp 280 junge Läuferinnen und Läufer, die mobilisiert werden konnten, Zwergenlauf und Hauptläufe nicht mitgerechnet.

Beim Barbarossalauf wird Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Fairness großgeschrieben, aber nicht dogmatisch mit Sendungsbewusstsein, sondern ganz selbstverständlich. Dazu gehören Müllvermeidung und die Wiederverwendung von Veranstaltungsmaterial, Fairtrade- und regionale Produkte, Mehrweg-Geschirr und Mehrweg-Flaschen sogar bei der Zielverpflegung, ohne dabei die Wasserversorgung auf der Strecke (in kompostierbaren Bechern) einzuschränken.

Streckenabschnitt am Main mit dem Turm des "kurmainzischen Schlosses" von Wörth auf der gegenüber liegenden Mainseite Zaungäste - vom ersten bis zum letzten Lauf am Puls des Geschehens
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Zum gelebten Miteinander gehörten auch applaudierende und mitfeiernde Zuschauer und Zaungäste und die respektvolle Geste, vor Beginn der Siegerehrung den Zieleinlauf des ältesten Teilnehmers Erich Weiher vom TV Goldbach abzuwarten. Die Samba-Gruppe "Os Peixes do Samba" brachte die fast schon weggeräumten Instrumente nochmal zum Einsatz, um ihn mit Trommelwirbel zu begleiten.

Den Organisatoren und dem großen Helferteam um Joachim Alexander ist wieder eine tolle Veranstaltung gelungen. "Bleibt abzuwarten, wie es ab 2022 weitergeht, denn ich und das gegenwärtige Team werden die Verantwortung abgeben. 15 Jahre sind genug!" Richten wir den Blick zunächst auf den 14. Barbarossalauf 2020 und hoffen, dass für alles Weitere die Weichen rechtzeitig gestellt werden.

Bericht und Fotos von Anette Judith Scholl

Ergebnisse barbarossalauf.de

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