14./15.7.18 - London Leichtathletik Team-World-Cup

Zweitägiger Team-Bewerb der besten acht Nationen der LA-WM

von Jens Priedemuth

Tag eins der Premiere des "Athletics World Cups"

Der "Athletics World Cup" ist ein Länderkampf, zu dem die acht besten Teams der letztjährigen Leichtathletik-WM von London eingeladen wurden. In den Disziplinen 100 m, 200 m, 400 m, 800 m, 1500 m, 100 bzw. 110 m Hürden,400 m Hürden, Hoch-, Weit-, Drei- und Stabhochsprung, Kugelstoßen, Diskus-, Hammer und Speerwerfen starten pro Nation jeweils eine Frau und ein Mann. Der jeweilige Disziplin-Sieger erhält acht Punkte, für den letzten Platz gibt es noch einen Zähler. Die Nation, die nach den insgesamt 34 Disziplinen die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt die eigens für dieses Event geschaffene Platin-Trophäe im Wert von 250.000,- US Dollar. Damit ist der Pokal "wertvoller" als der Fifa World Cup, die Masters-Trophy oder auch der Stanley-Cup bei den Eishockey Spielern.

An reinem Preisgeld werden in London beachtliche 2 Millionen US-Dollar ausgeschüttet- also auch ein schöner Zahltag für die sonst im Vergleich zu anderen Sportarten finanziell nicht unbedingt auf Rosen gebetteten Läufer, Springer und Werfer.

 
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Schauplatz des Leichtathletik Team-World-Cup im Londoner Olympiastadion
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Tag eins der Premiere des "Athletics World Cups" in London war ein rundum gelungener Leichtathletikabend. Trotz des fast gleichzeitig stattfindenden Spiels um Platz drei bei der Fußball-WM in Moskau zwischen England und Belgien sowie zweier Tennis-Finals in Wimbledon fanden deutlich mehr als 30.000 Zuschauer den Weg ins Olympia-Stadion von 2012 und erlebten tolle Leistungen.

 
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Sofia Ennaoui aus Polen gewann das 1500m Rennen vor Rachel Schneider aus den USA sowie Jemma Reekie aus Großbritannien Caterina Granz von der LG Nord Berlin erreichte im 1500 m Lauf in 4:10,04 Platz 4 und holte damit fünf Punkte für das deutsche Team

Bei den beiden Mittelstrecken, die am Abend bei besten äußeren Bedingungen auf die Strecke geschickt wurden, lieferten die beiden DLV-Vertreter halbwegs "solide Kost" ab. Caterina Granz (LG Nord Berlin) mit einer Bestzeit von 4:08,12 Minuten in die britische Hauptstadt angereist, versuchte gegen Ende der 1500 m mitzuhalten, musste dann aber, als das Tempo erhöht wurde, etwas abreißen lassen. Mit 4:10,04 Minuten blieb sie als Vierte im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Damit holte die 24-jährige Athletin fünf Punkte für das deutsche Team.

Die U23 Crosslauf-Europameisterin von 2016 Sofia Ennaoui (POL) gewinnt das 1500m in 4:07,66 Minuten Die Britin Jemma Reekie wird 3. in 4:09,05

An der Spitze tat Sofia Ennaoui (POL), die U23 Crosslauf-Europameisterin von 2016, nicht mehr als nötig, um das Rennen in 4:07,66 Minuten zu gewinnen. Für die gebürtige Marokkanerin, sie ist in dieser Saison bereits 4:02,93 min. gelaufen, war es eher ein flotter Trainingslauf, um ihrer Mannschaft die acht Punkte für den Disziplinier zu sichern. Vor Granz platzierten sich dann noch Rachel Schneider (USA) sowie Jemma Reekie (GBR), die mit 4:08,04 bzw. 4:09,05 min. jeweils eine Jahresbestzeit ablieferten.

Im 800m Rennen passierte der Südafrikaner Reinhart van Rensburg in moderaten 54,51 Sekunden

Einen schweren Stand hatte Benedikt Huber über die 800 Meter. Der Bayer in Diensten der LG Telis Finanz Regensburg war ja bereits zweimal deutscher Meister und ließ in dieser Saison mit der neuen persönlichen Bestzeit von 1:46,31 min. mal wieder von sich hören, nachdem ihm in der Vergangenheit Marc Reuther (Wiesbadener LV) etwas "den Rang abgelaufen" hatte. Dass die 800 m in London kein Lud für absolute Bestzeiten werden würden, war bereits nach 400 m klar. Die passierte der Südafrikaner Reinhart van Rensburg in moderaten 54,51 Sekunden.

 
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Es wurde also ein Spurtrennen, in dem der US-Amerikaner Clayton Murphy am Ende mit 1:46,52 min. den Taktik-Fuchs Adam Kszczot überrumpelte. Der erfahrene Pole, mit einer Bestzeit von 1:43,30 min. eigentlich der glasklare Favorit im Feld, musste nach 1:46,98 min. mit Rang zwei zufrieden sein. Rang drei ging unter dem Jubel der Zuschauer an Elliot Giles (1:47,40 min.) aus Großbritannien. Für Huber blieb nach 1:48,52 min. am Ende lediglich Rang fünf, was vier Team-Punkte für den DLV einbrachte.

Im Spurt überrumpelte der US-Amerikaner Clayton Murphy den erfahrenen Polen Adam Kszczot und siegte im 800m Rennen Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg) lief auf Rang fünf, was vier Team-Punkte für den DLV einbrachte
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Überhaupt war der Auftritt des teilweise sehr jungen deutschen Teams "ausbaufähig". Lediglich Platz sieben unter den acht gestarteten Nationen bei "Halbzeit" nach 17 von 34 Disziplinen ist zweifelsfrei noch steigerungsfähig. Bliebe es dabei, gingen immerhin noch satte 150.000,- US-Dollar Preisgeld an die deutsche Equipe. Für jeden Platz weiter nach vorne kämen 50.000,- Dollar an Prämie hinzu. Besonders stark präsentierte sich in London die polnische Auswahl, die neben dem Sieg im Hammerwerfen der Frauen noch Erfolge über 1500 m (Sofia Ennaoui/4:07,66 min.), beim Dreisprung (Karol Hoffmann/16,74 m) und im Kugelstoßen (Michal Haratyk/21,95 m) sowie zwei weitere Top-Drei-Platzierungen verbuchen konnte. Damit teilt sich die starke Nachbar-Nation Platz drei mit Jamaika (77 Pkt.). In Führung liegen die USA (109 Pkt.) vor den Franzosen (85 Pkt.). Großbritannien findet sich auf Rang fünf (74 Pkt.) wieder, gefolgt von Südafrika (73 Pkt.). Deutschland muss noch kräftig Gas geben, um von Position sieben (58 Pkt.) weiter nach vorne zu kommen. Abgeschlagen auf Platz acht (46 Pkt.) ist China, das aber bei den Frauen vier und im Männerbereich zwei Disziplinen nicht besetzte und somit schon einige Punkte kampflos verschenkte.

Tag zwei der Premiere des "Athletics World Cups"

Licht und Schatten gab es am zweiten Tag des "Athletics World Cup" in London auf den beiden Mittelstrecken. Bei den Männern war mit Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) über 1500 m einer der wenigen Routiniers im doch recht jungen deutschen Team am Start. Die Erfahrung vieler internationaler Rennen merkte man dem aktuell Dritten der nationalen Jahresbestenliste (3:37,74 min.) auch schnell an. Der deutsche Meister von 2014 und 2016 wurde auch nicht nervös, als der starke Franzose Simon Denissel (Bestzeit: 3:34,54 min.) das Feld in sehr entspannten 68 Sekunden über die erste Runde führte. Auch 2:15,96 min. an der 800-Meter-Marke entsprach eher einem Durchgangstempo bei Regional- oder Landesmeisterschaften.

Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) wird im 1500m Rennen mit 3:53,11 min Zweiter hinter Marcin Lewandowski aus Polen. Der Brite Neil Gourley wird in 3:53,24 Dritter

Benitz, der sich Anfang des Jahres auch den DM-Titel im Crosslauf (Mittelstrecke) holte, war immer auf der Höhe des Geschehens. Als es schließlich um den Tagessieg ging, musste sich der 26-jährige Athlet (er ist bereits die EM-Norm für Berlin gelaufen) nach 3:53,11 min. nur dem starken Polen Marcin Lewandowski geschlagen geben. Der Hallen-Vizeweltmeister (2018) war mit 3:52,88 min. nur einen Tick schneller unterwegs. Wie eng es zuging, belegt die Tatsache, dass die ersten vier Läufer lediglich eine gute halbe Sekunde trennte. Benitz steuerte mit seinem zweiten Platz sieben Punkte für die Teamwertung bei und war einer von vier DLV-Athleten, die in einer Einzeldisziplin eine Podium-Platzierung verbuchen konnte.

Der starke Pole Marcin Lewandowski gewinnt mit 3:52,88 min den 1500m Lauf

Von der Papierform her wäre auch Christina Hering eine Kandidatin für eine Platzierung auf dem Treppchen gewesen, stand die Athletin von den LG Stadtwerken München mit ihrer Saisonbestmarke von 2:00,48 min. doch hinter der US-Amerikanerin Raevyn Rogers (1:58,57 min.) doch auf Position zwei der Meldeliste für die 800 Meter im Londoner Olympiastadion. Bei "Halbzeit" zeigte die Stoppuhr 59,79 sec. an - die Französin Leila Boufaarirane zeichnete für die Splitzeit verantwortlich, verabschiedete sich dann aber mit Fortgang des Rennens aus den Spitzenplätzen.

Vollkommen entspannt sah sich Rogers das Geschehen an der Spitze an und startete dann ihren Sturm an die Spitze. Mit 2:00,20 min. blieb die fünffache "Collegiate" Meisterin (University of Oregon) nur knapp über der Zwei-Minuten-Schallmauer. Platz zwei ging unter dem Jubel der rund 30.000 Zuschauer an die Britin Adelle Tracey, die mit 2:01,05 min. die Jamaikanerin Simoya Campbell (2:01,59 min.) auf Rang drei verwies. Christina Hering kämpfte auf der Zielgeraden wacker und holte als Vierte (2:01,86 min.) fünf Zähler für die DLV-Truppe. Auch die Münchnerin hat die EM-Norm ja schon abgehakt. Um in Berlin eventuell ins Finale zu kommen, ist aber bestimmt eine Zeit im Bereich von 2:00 Minuten oder auch darunter notwendig.

Beim 800m Rennen gab zunächst die Französin Leila Boufaarirane das Tempo vor, am Ende kam sie auf Platz 6 in 2:06,06 Die US-Amerikanerin Raevyn Rogers gewinnt den 800m Lauf vor der Britin Adelle Tracey und der Jamaikanerin Simoya Campbell. Christina Hering von der LG Stadtwerke München wurde Vierte in 2:01,86 min

Nach Rang sieben am Ende des ersten Tages schob sich die deutsche Equipe dann noch auf Platz sechs (137 Punkte) vor, knappe zwei Zähler vor der Mannschaft aus Südafrika, die nach ihrer Disqualifikation über 4x400 m ohne Punkte blieb. Für das DLV-Team gab es am Ende der zwei Tage dafür 200.000 US-Dollar an Preisgeld. Der überlegene Gesamtsieg ging an die USA (219 Pkt.) gefolgt von den sehr starken Polen (162 Pkt.) und den Gastgebern aus Großbritannien (135 Pkt.). Vor Deutschland schob sich mit Frankreich auf Position fünf (146 Pkt.) noch ein weiteres europäisches Team.

Bericht und Fotos von Jens Priedemuth

Ergebnisse static.sportresult.com/federations/iaaf/liveResults

Info www.athleticsworldcup.org

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