3.6.18 - 35. Duisburg Rhein-Ruhr-Marathon

Schnellere Zeiten - besseres Wetter - aber leider weniger Teilnehmer

Doch am Ende war weniger trotzdem mehr

von Jörg Engelhardt 

Läuferfreundliches Wetter, eine richtige sportliche Entscheidung, sowie ein einmal mehr gut eingespieltes Organisationsteam, haben auch bei der Jubiläumsauflage dafür gesorgt, dass Deutschlands zweitältester Stadtmarathon am Ende doch noch für alle Beteiligten zu einem Läufer-, Inliner- und Handbikerfest wurde, an das sich die Mehrheit der beteiligten Sportler aber auch die Organisatoren sicher gerne zurück erinnern werden. Zwar war der erneute Rückgang bei den Teilnehmerzahlen alles andere als erfreulich, dennoch konnte das der Freude über die doch deutlich besseren Siegerzeiten bei den Laufwettbewerben keinen Abbruch tun.

Natur pur: Auf einigen Streckenpassagen ist der Rhein-Ruhr- Marathon ein richtig schöner Landschaftslauf Kurz nach dem Marathonstart: Der spätere 6. und 2. in der M50 Robert Jäkel geht erst einmal in Führung. Im Hintergrund Triumphator Nikki Johnstone (in Blau)
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Gerade bei den beiden Hauptläufen auf der vollen wie der halben Marathondistanz, war diesmal wieder ein sportlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen und das war am Ende auch wieder der Grund, warum die beiden Veranstalter Stadtsportbund Duisburg sowie der Duisburger LC trotzdem ein positives Fazit ziehen können. Zumal die Ausrichter schon im Vorfeld alles Menschenmögliche dafür getan hatten, um dem schon seit Jahren fortschreitenden Abwärtstrend bei den Teilnehmerzahlen durch attraktive Veränderungen für die Teilnehmer in allen Leistungsbereichen entgegenzuwirken.

Die Verschiebung vom zweiten Sonntag im Juni auf den ersten, sowie die zeitliche Vorverlegung des Marathonstarts um eine geplante Stunde (anstatt wie bisher 09.30 Uhr schon 08.30) kann trotzdem als die richtige Entscheidung gewertet werden.

 
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War es doch die Intention des Organisationsteams, genau durch diese Maßnahme, einer um dieser Jahreszeit durchaus möglichen Hitzewelle, so weit wie das irgendwie machbar ist, aus dem Weg zu gehen. Das dies jedoch nicht zu einer erhofften Zunahme von Teilnehmern geführt hat, ist einfach nur Pech und auch kaum zu analysieren. Denn sowohl von der Streckenführung, als auch der hervorragenden Infrastruktur mit der Schauinsland-Arena und dem Sportpark Wedau drum herum, haben die Ausrichter für annähernd optimale Bedingungen gesorgt, die von der großen Anzahl der Freizeitläufer an Rhein und Ruhr nicht in dem Ausmaß angenommen wurde, wie es eigentlich wünschenswert wäre.

Ob als Teilnehmer oder Brems- und Zugläufer, aber auch als Helfer: Ohne den LC geht hier in Duisburg nichts Mischt sich unspektakulär unter die Freizeitathleten. Weltklassehandbiker Jetze Plat

Dafür stimmte es aber bei dem eigentlich wichtigsten Kriterium und dieses ist wie bei jeder anderen sportlichen Veranstaltung auch am Ende die erbrachte Leistung, sowie das Ergebnis, zu dem sie führt. Letzteres kann hier nur positiv bewertet werden.

Marathon

Es begann nachdenklich, den gut eine halbe Stunde vor dem Startschuss zum namensgebenden Hauptlauf der Veranstaltung setzte, wie alle Jahre wieder, Pfarrer Jürgen Muthmann im schwarzen Gewand und in Laufschuhen zu seiner Predigt an. Um diese Zeit, waren die 34 Handbiker schon rund 10 Minuten unterwegs. Übrigens auch in diesem Wettbewerb, 9 weniger als im Jahr zuvor. Dabei waren die Marathonis in diesem Jahr fast genauso zahlreich vertreten als letztes Jahr. Bei den Männern konnten sogar 11 Läufer mehr den Lauf über die Königsdisziplin der Langstrecke erfolgreich abschließen. Dafür kamen diesmal 15 Frauen weniger ins Ziel. Dennoch konnte der Marathon seine Teilnehmerzahl annähernd halten. Anstatt 595 Finishern waren es diesmal nur 591.

Dennoch erwies sich der Zuspruch als nahezu stabil. Lediglich von den Frauen hatte man sich mehr Zuspruch erhofft. In diesem Fall, wäre auch wieder eine Steigerung bei der Gesamtzahl drin gewesen. Doch das weibliche Geschlecht konnte die geringere Teilnahmebereitschaft durch eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit mehr als nur kompensieren. Allen voran Annika Vössing konnte hier sehr eindrucksvoll brillieren. Sie stieß den 3-Stunden-Bock um, zeigte sich von Anfang an beherzt und entschlossen und ließ vom ersten bis zum letzten Meter keinerlei Schwächen erkennen.

Wird in ein Paar Stunden unentbehrlich sein: Die Zielverpflegung Bewohner an der Essenbergbrücke im Stadtteil Homberg frühstücken am Streckenrand

Bei leicht bewölktem und auch niederschlagsfreiem Himmel lief Annika Vössing katzengewandt ihrem Sieg entgegen und zeigte auch einer Schar von marathonerfahrenen Männern, immer dann, wenn diese ihr Tempo mitgehen wollten, wieselflink die Sporen. Kein Wunder:

Ihre Endzeit von 2:57:22 h ist zwar von der deutschen Frauenspitze noch weit entfernt, aber immer noch so schnell, dass diese von der überwiegenden Mehrheit gut trainierter Männer im Normalfall nicht erreicht wird.

 
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Wäre sie in der männlichen Konkurrenz gewertet worden, hätte sie damit immer noch den 13. Platz erreicht und 463 Läufer hinter sich gelassen. Wie viele andere Teilnehmer auch, zeigte sich die junge Frau vom LAV Oberhausen, vom anwesenden Publikum begeistert. Die Zuschauer hätten ihr in den kritischen Momenten, als die Beine schwerer wurden, die Kraft gegeben, dieses Tempo durchzuhalten. Jedenfalls war für die Betrachter schon erkennbar, dass die Championissima an ihr absolutes Limit gegangen war. Für ein Interview beim WDR stand sie kurz nach ihrem Sieg noch bereit, doch dann entfernte sie sich recht schnell, sichtbar ausgepumpt aus dem Zielbereich. Zur darauffolgenden Siegerehrung erschien sie nicht mehr. Wie kräftezehrend dieser Husarenritt war, lässt sich auch im Vergleich zu den jüngsten Siegerzeiten von Frauen bei vergleichbar großen Marathonläufen leicht ablesen. Sowohl in Mannheim, als auch im nahen Gelsenkirchen eine Woche zuvor, konnte keine der beiden Siegerinnen die 3-Stunden-Marke knacken.

Distanzierte ihre Konkurrenz klar und deutlich: Marathonsiegerin Annika Vössing Kann sich über den zweiten Platz im Marathon freuen: Anke Lehmann

Auch die zweitplatzierte Anke Lehmann präsentierte sich mit einer Endzeit von 3:03:24 h und lag damit immer noch über viereinhalb Minuten unter der letztjährigen Siegerzeit von Coco Wieland, die in diesem Jahr nicht angetreten war. Darüber hinaus sicherte sich die Mittvierzigerin von den Lauffreunden HADI Wesel den unangefochtenen Sieg in der W45. Zwischen ihr und der Drittplatzierten Carina Viereck von der TuS Xanten klaffte noch einmal ein Loch von mehr als 3 Minuten. Dennoch errang auch sie deutlich in 3:06:49 h den Sieg in der W35 und war damit immer noch über eine Minute schneller als die Gewinnerin des Vorjahres.

Bei diesen starken Leistungen im Frauenfeld durften sich auch die Männer keine Blöße geben und so zeigte sich der Vorjahresdritte Robert Jäkel von der TuS Lintorf 08 gleich am Start sehr offensiv, indem er die Führung übernahm und sich am Ende im Vergleich zum Vorjahr um 27 Sekunden steigerte. Allein der Ironie des Schicksals war es zu verdanken, dass er mit dieser Steigerung eine deutlich schlechtere Endplatzierung hinnehmen musste. Trotz einer sehr starken Zeit von 2:44:59 h blieb ihm diesmal nur der 6. Platz und den Sieg in der M50 musste er Wolfgang Lenz überlassen. Der M50-Läufer aus Düsseldorf finishte in 2:44:01 h und war damit der Schnellste in dieser sehr starken Altersklasse.

Den Führenden noch im Blick: der Marathonzweite David Schönherr Hatte eine weite Anreise und musste sich wie viele Marathonis alleine durchboxen. Der Spanier Luis Burgos Lopez aus Alcobendas bei Madrid

Der undankbare 4. Gesamtplatz des vereinslosen Läufers Sebastian Franke konnte sich mit 2:43:14 h immer noch vorzeigen lassen. Im Vorjahr hätte dies zum Sprung aufs Podest gereicht, doch diesmal musste er mit dieser Leistung schnelleren Läufern den Vortritt lassen und mit dem klaren Sieg in der M40 Vorlieb nehmen.

Gleich bei seinem ersten Auftritt auf der Marathondistanz überzeugte Dani Tsgay (LAZ Puma Rhein-Sieg) und sicherte sich den 3. Podestplatz in 2:40:40 h. Darüber hinaus konnte sich der Debütant auch gleich den Sieg in der U20 sichern. Aufgrund seines doch sehr jungen Lebensalters sollte von ihm noch eine gehörige Leistungssteigerung zu erwarten sein.

 
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Den 2. Platz erlief sich David Schönherr von den Laufsportfreunden aus Münster in 2:34:36 h. Damit unterbot er die letztjährige Siegerzeit von Carsten Kruck, bei freilich deutlich besseren Witterungsbedingungen, um fast satte 6 Minuten. Den 1. Platz in der MHK gab es als Zugabe noch mit drauf, was aber nichts daran änderte, das einmal mehr Nikki Johnstone vom ART Düsseldorf allen anderen Teilnehmern eindrucksvoll die Hacken zeigte. Mit 2:28:40 h erwies sich der Schotte, der seine Brötchen als Sportlehrer verdient, zum bereits zweiten Mal in 5 Wochen als schwer zu schlagen.

Gewinnt innerhalb von3 Wochen den zweiten Marathon: The incredible Scotsman Nikki Johnstone
Freut sich über den 3. Platz beim Marathon. U20-Sieger Dani Tsgay Den Altersklassensieg perfekt gemacht: Der Marathonvierte und M40-Sieger Sebastian Francke

Schon vor 3 Wochen in Mannheim konnte Nikki Johnstone in nahezu der gleichen Zeit triumphieren und erst eine Woche vor dem Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg wurde er in Gelsenkirchen beim Vivawest-Marathon ebenfalls mit 2:28:44 h hinter Elias Sansar und Tilahun Babsa Dritter. Ein normal sterblicher Marathonläufer braucht nach so einer Leistung erst einmal einige Wochen Regeneration, nicht so Johnstone. Der nahm zwischendrin noch am Wings for Life Worldrun in München teil und spulte da über 48 Kilometer ab. Doch in Duisburg waren dem M30-Läufer die Vorbelastung und alles schon wieder ganz egal. Den Sieg nahm er gelassen mit nach Hause.

Trotz dieser 5-wöchigen Erfolgswelle kennt der mit Siegen alles andere als sparsame Schotte, auch die Ironie des Schicksals. Seinen schnellsten Marathonlauf absolvierte er nämlich in seiner Wahlheimatstadt Düsseldorf vor 5 Wochen. Damals erzielte er eingedenk der starken Konkurrenz mit dieser Endzeit gerade mal den 28. Platz und erreichte auch in seiner Altersklasse nichts. Dennoch lässt auch er die anwesenden Medienvertreter wissen, dass ihm diese Erfolge bei weitem nicht so leicht fallen, wie es für einen außenstehenden Betrachter vielleicht scheint.

Ist unter 3 Stunden geblieben: Marathonsiegerin Annika Vössing. Und kurz darauf gleich ihr erstes Fernsehinterview Darf sich nach 3:22:17 im Ziel gratulieren lassen. Marathon M65-Sieger Dieter Kopp vom Lüttringhauser TV So sehen Marathonsieger aus. Nikki Johnstone von ART-Düsseldorf gewinnt vor David Schönherr (links) von LSF Münster und Dani Tsgay vom LAZ Puma Rhein-Sieg

Er trainiere zwar nicht außergewöhnlich große Umfänge, nur einmal am Tag, aber dafür sehr intensiv. Außerdem fährt er jeden Tag 30 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit und zurück und habe dadurch den berufsbedingten Vorteil, dass er das Laufen eben nicht nur durch Laufen trainiere, sondern auch durch Athletik und Gymnastik. Intensität und Vielseitigkeit hält er für seinen gegenwärtigen Erfolg als viel ausschlaggebender als das bedingungslose Abspulen von Trainingskilometern.

Sei es wie es sei. Im Amateurbereich jedenfalls ist der Brite momentan an Rhein und Ruhr eine Klasse für sich. Doch man gönnt ihm das gerne und gratuliert anerkennend. Jedenfalls hat er auch diesmal wieder für das absolute sportliche Highlight gesorgt.

 

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Halbmarathon

Das teilnehmerstärkste Rennen des Tages verlief weitaus dramatischer als das Rennen auf der vollen Distanz. Hier stritten Sebastian Kestner von den Fahrrad Trimagos aus Magdeburg, Ralf Ruthe, der für die Oberfinanzdirektion NRW ins Rennen ging, und Bernhard Deiß vom Recklinghäuser LC um den Gesamtsieg bei den Männern. Am Ende sollten die drei Erstplatzierten innerhalb der gleichen Minute den Zielstrich überqueren. Da im Rahmen dieser Veranstaltung auch noch die Deutschen Meisterschaften der Finanzverwaltung ausgetragen wurden, entbrannte zwischen Sebastian Kestner, der hauptberuflich beim Finanzamt in Magdeburg beschäftigt ist, und Ralf Ruthe nicht nur ein spannendes Duell um den Gesamtsieg, sondern ebenfalls um den deutschen Meistertitel der Finanzbediensteten.

Gegen Ende des Rennens konnte der Mann aus Sachsen-Anhalt seinen härtesten Widersacher aus der gleichen Berufsgruppe in 1:13:27 h um geradeso ausreichende 12 Sekunden distanzieren. Auf dem dritten Platz landete Bernhard Deiß, der seinerseits auf den Zweitplatzierten 13 Sekunden verlor. Damit sich außer dem Gesamtsieger, auch die beiden Verfolger als Sieger fühlen konnten, gab es für Ralf Ruthe den Sieg in der M35 zu feiern und für Bernhard Deiß den 1. Platz in der MHK in 1:13:52 h zu bejubeln.

Holt den Sieg im Halbmarathon ungefährdet: der Magdeburger Sebastian Kestner Freut sich über ihren Sieg im Halbmarathon: Anke Esser

Der hier Sieg gewohnte Lokalmatador Carsten Kruck vom ASV Duisburg konnte diesmal nicht auf das Podium springen und erlief sich in immer noch sehr guten 1:16:32 h den Sieg in der M40 und war damit immer noch 10 Sekunden schneller als Matthias Büchel bei seinem Vorjahrestriumph. Hinter ihm blieben immerhin noch 5 weitere Läufer unter der 80-Minuten-Marke, was im letzten Jahr nur den ersten 3 Läufern gelang. Auch der Halbmarathon hat hier mit seiner sportlichen Qualität im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt.

Gleiches gilt auch für die Siegerzeit bei den Frauen. Hier ließ Anke Esser nichts anbrennen und sicherte sich in beeindruckenden 1:18:26 h den ungefährdeten Gesamtsieg. Insgesamt waren an diesem Tag nur 5 Männer schneller als sie und in der Männer-Hauptklasse hätte sie mit dieser Zeit nur dem Drittplatzierten Bernhard Deiß den Vortritt lassen müssen. An diesem Tag war die vereinslose Läuferin eine Klasse für sich. Nach ihr kam, wie 2017 auch, die Zweitplatzierte Katharina Wehr vom TV Wannheimerort ins Ziel. Mit einer Endzeit von 1:26:13 h blieb sie immerhin noch 9 Sekunden unter ihrer letztjährigen Marke und gewann damit auch die U23. Lediglich die Drittplatzierte Melina Buil blieb mit 1:29:03 h über 2 Minuten hinter ihrer letztjährigen Zeit, festigte damit aber ihren Gesamt- wie auch Altersklassenrang (2. WH), so dass der sportliche Aufwärtstrend, den die Männer vorgezeichnet hatten, bei den Frauen nur von den beiden Erstplatzierten bestätigt wurde. Dennoch kann auch hier von einem Qualitätssprung gesprochen werden.

Selbst der lauteste Trommelrhythmus .... ... weckt schlafende Hunde nur zur Hälfte auf

Andere Rahmenwettbewerbe

Bei den Inlineskatern gab es ebenfalls, wenn auch nur geringfügige Leistungssteigerungen zu verzeichnen. Hier steigerte der in Berlin lebende Venezolaner Alexander Bastidas die letztjährige Marathonsiegerzeit von Sebastian Pape um 24 Sekunden auf 1:08:15 h. Ihm folgte 10 Sekunden später Giacomo Cuncu vom IKK BB Pure Racing Team. Sein Teamkamerad Sebastian Miersch folgte ihm nur 2 Sekunden später, was dazu führte, dass die ersten drei Männer allesamt noch schneller waren als der Titelverteidiger Markus Pape. Der nahm zwar auch diesmal wieder am Rennen teil, war aber in 1:13:02 h über 4 Minuten langsamer als im Vorjahr und musste sich mit dem 7. Platz zufrieden geben und auch mit dem undankbaren 4. Platz in der M30 diesmal völlig leer ausgehen.

Bei den Frauen setzte sich der sportliche Aufwärtstrend noch viel gravierender fort. Hier hieß die Siegerin Katharina Rumpus (Powerslide Metter World Team) in 1:14:21 h, die Siegerin unterbot die Endzeit aus dem Vorjahr um fast satte 10 Minuten und distanzierte ihre ärgste Verfolgerin Claudia Maria Henneken vom Dauerlaufverein um 5 Minuten und 28 Sekunden. Dennoch blieb auch die Kölnerin immer noch über 4 Minuten unter der Bestmarke des letzten Jahres und steigerte sich obendrein um über 4 Minuten. Fast schon ein Quantensprung, der mit dem neuen Landesmeistertitel abgerundet wurde. Beim anschließenden Halbmarathon musste sie diesem Erfolg jedoch Tribut zollen und wurde auf den 13. Platz verwiesen. 1:38:28 h ihre Zeit hier. Im Vorjahr war sie im Marathon noch unter die ersten 10 gekommen.

Beim Staffelmarathon triumphierte wieder mal das Team Bunert aus Duisburg und Moers und lief in der Besetzung Andreas Lindemann, Jan Neuens, Maximilian Jakobs und Dennis Breuer in 2:34:51 h zum Sieg. Bei den Frauen ging ebenfalls das Team Bunert in einer rein Duisburger Besetzung als erste Staffel durchs Ziel. Beata Grunenberg, Kathrin Willems, Jessica Grzenia und Tina Meckel hielten mit einer Siegerzeit von 3:09:25 h ihre Konkurrenz in Schach. Die Mädels vom LC Duisburg waren über 9 Minuten länger unterwegs und hielten auch den zweiten Podestplatz in der Stadt.

Die Lokomotive aus Dortmund im Ziel: 1. M45 über Halbmarathon Michael Erbe Beim Halbmarathon nur 13. - aber bei den Inlinern erneut Gesamtzweite und NRW Landesmeisterin: Claudia Maria Henneken Die Staffelsieger sind angekommen: das Team Bunert aus Duisburg / Moers
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Die Ekidenstaffel der Männer wurde mangels jeder Konkurrenz von der Waldorfschule Mülheim gewonnen. Andere Staffeln waren nicht am Start. Bei den Frauen kamen ebenfalls nur 2 Teams ins Ziel. Die Sekundarschule Hamborn und das Gertrud Bäumer Berufskolleg, trotz des erkennbaren Zeitunterschieds wurde beiden Staffeln der erste Platz zuerkannt.

Obwohl Duisburg im Allgemeinen kein Anziehungspunkt für die absolute Weltklasse darstellt, hat sich doch auch mit dem niederländischen Weltklassehandbiker Jetze Plat auch dieses Jahr wieder ganz unauffällig ein absoluter Topathlet unter die meist ambitionierten Freizeitsportler gemischt. Der Triathlon Sieger bei den Paralympics in Rio, wo er darüber hinaus auch noch die Bronzemedaille im Handbike-Marathon gewann musste in diesem Jahr - wenn auch zeitgleich - dem Deutschen Patrick Gabriel den Vortritt lassen. Beide fuhren die Marathonstrecke in schwindelerregenden 1:06:01 h und Gabriel wurde zum Sieger erklärt. Der Ausnahmeathlet Plat wird es verschmerzen können, kann er doch über die hier bereits aufgezählten Erfolge hinaus auch noch 2 Weltmeistertitel, 4 Europameistertitel und eine beinahe nicht mehr zu zählende Ansammlung niederländischer Meistertitel sein Eigen nennen.

Trotzdem: Seine bloße Anwesenheit, hat der oft zu Unrecht als schmucklos geltenden Industriestadt, weiteren Glanz verliehen. Dabei kann Duisburg auch auf sehr schöne Wasser-, Wald- sowie Parklandschaften verweisen, die in dieser Form in Deutschland ziemlich einzigartig sind. Darüber hinaus ist der Parcours gerade für Laufanfänger, aber auch Wiedereinsteiger, bestens geeignet um wirklich gute Zeiten zu erzielen. Auch wenn das Publikum hier nicht so massenhaft an den Streckenrand stürmt wie in Hamburg oder Berlin, so sorgen doch die Zuschauer für unglaublich gute Stimmung. Was hier an Zuschauermassen fehlt, wird durch die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Anwesenden nahtlos ausgeglichen. Zusätzlich zu den Verpflegungspunkten, bringen die Anwohner Speisen und Getränke an den Straßenrand oder stellen gerade bei warmen Wetter ihre persönlichen Gartenschläuche zur Verfügung. Andere Städte können vielleicht mit ihren Zuschauermassen um Marathonteilnehmer buhlen, aber Duisburg punktet mit der Hilfsbereitschaft seiner Anwohner und einer guten, wie auch freundlichen Organisation, die ein Lauferlebnis in Duisburg erst möglich macht.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

unter

go4it-foto.de
Ergebnisse www.rhein-ruhr-marathon.de
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